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    AW: Ungewollt kinderlos

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das meinte ich. In einem anderen Zusammenhang hat mir mal eine kinderlose Frau über eine gemeinsame Freundin, die relativ jung elend an Krebs gestorben ist gesagt, aber sie hatte wenigstens Kinder. Das hat mir dann schon die Sprache verschlagen.
    Dabei verlangst du doch hier das gleiche? Trotz Schicksalsschlag soll man dankbar sein für das, was man hat?
    Ich verstehe, dass das krass klingt. Aber ehrlich gesagt ertappe ich mich auch manchmal bei solchen Gedanken. Das hat sicherlich einerseits damit zu tun, dass man immer das will, was man nicht hat; andererseits ist die Kinderlosigkeit in dem Sinne ein bisschen speziell, da es gesellschaftlich ein bisschen ein Tabuthema ist. Bei Krebs oder dem Verlust eines lieben Menschen würde sicher niemand auf vermeintliche Vorteile hinweisen, als Kinderlose kann man schon zu hören kriegen, wie gut man es doch hat (am Samstag Vormittag ausschlafen, sich teure Fernreisen leisten können etc…). Oder man muss sich noch rechtfertigen, dass man keine karrieregeile Egoistin ist.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Jedenfalls hab ich nicht den Eindruck, dass wir heute mit unserem Kreisen um die eigene Befindlichkeit (ganz generell, das verbinde ich jetzt nicht speziell mit Kinderlosigkeit) zufriedener leben. Das find ich traurig.
    Da stimme ich dir zu. Trotzdem wird man bei einem Schicksalsschlag zunächst traurig sein und muss nicht sofort sagen "naja, immerhin habe ich noch x y und z"

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich denke schon, man kann beides: trauern um etwas was einem versagt blieb - aber dennoch auch wertschätzen was man hat und was nicht selbstverständlich ist.
    Und hier schreibst du es ja selber. Sagt ja niemand, dass das nicht möglich ist. Es nervt einfach, wenn man zu hören kriegt „sei gefälligst dankbar, andere hungern“. Das ist auch ein langer Prozess. Und (aber das ist nur mein Gefühl) bei Kinderlosigkeit wird einem das Trauern, der Neid weniger verziehen oder auch weniger verstanden als bei anderen Schicksalsschlägen. Vielleicht, weil es einfach als ganz schlimmes Erlebnis bei den Leuten so nicht auf dem Schirm ist – ging mir ja früher selber so.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was ich hier nicht schreiben würde, wenn es nicht auch um die angeblich so verständnislosen Mitmenschen ginge. Ich erleb das in vielen Zusammenhängen anders, und denke, manches sortiert man sich selbst so ein. Wer in seiner Trauer auf Dauer verharrt wird auch eine negative Sicht auf die Welt entwickeln, das sieht man ja oft. Und das muss nicht sein. Damit straft man sich dann zusätzlich selbst. Und das kann ich grundsätzlich schwer nachvollziehen.
    Hm. Nicht jedem fällt es gleich leicht, sich aus der Negativspirale zu befreien. Klar stört es, wenn jemand nur noch trauert, wer will schon auf Dauer in der Nähe eines Trauerklosses sein. Aber die Vorstellung, dass sich da jeder selber rausziehen kann, wenn er es nur genug will, das halte ich für falsch und ehrlich gesagt auch anmassend. (ähnlich wie "die Depressiven sollen sich halt einfach mal zusammenreissen")

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Ich halte es für einen guten Weg zum Glücklichsein, wenn man mit dem zufrieden (in Frieden) ist, das man hat - was immer das ist. Und auch mal sagen können "es hat nicht sollen sein".
    Jaaaa… Allgemeinplatz. So einfach ist es halt auch nicht. Ich vergleiche es mit einem gebrochenen Knochen. Das tut am Anfang einfach weh und wird mit der Zeit besser. Nur dass in der Kinderwunschbehandlung der Knochen jeden Monat wieder neu gebrochen wird. Ich könnte mir vorstellen, dass es mit einer langwierigen Krankheit ähnlich ist. Das zehrt schon sehr an den Kräften und man kann in dieser Phase damit auch schlecht abschliessen, denn es ist ja nicht vorbei.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und wer meint auf sehr viel blöde Sprüche zu treffen, und sehr viel Unverständnis - der tut u.U. doch gut daran mal zu überprüfen, ob das wirklich so ist oder ob er selbst nicht vieles so einsortiert, was andere ganz anders sehen würden.
    Offensichtlich sieht der andere das anders, sonst hätte er den Spruch ja nicht gebracht. Und? Es tut mir trotzdem weh.

    Ich habe so ausführlich geantwortet, nicht weil ich mich rechtfertigen möchte, sondern weil ich schon der Meinung bin, dass das Schicksal der Kinderlosen sich doch hauptsächlich im Privaten abspielt und oft auf wenig Verständnis trifft.

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    AW: Ungewollt kinderlos

    Zitat Zitat von GranatApfel Beitrag anzeigen
    PUH!!!!
    Manchmal muss man halt mal daran erinnert werden, dass es ein Geschenk an sich ist, dass man gesund ist und in Freiheit und Frieden leben darf und selbst im schlimmsten Fall immer noch eine Grundsicherung und eine Krankenversicherung hat.
    Meistens nimmt man das als selbstverständlich hin, ist es aber nicht.
    Meine kinderlose Freundin, ist letztes Jahr verstorben, die hätte viel darum gegeben einfach leben zu dürfen.
    Und da ist er wieder, der Dankbarkeits – Hammer. Hast du den bei deiner Freundin auch gebracht? Sie hatte ja auch eine Krankenversicherung.

    Zitat Zitat von Nellie99 Beitrag anzeigen
    Warum dürfen wir noch nicht einmal in einem Forum mit anderen Betroffenen darüber reden, dass wir traurig sind und dass es für uns ein schwerer Schicksalsschlag war, an dem wir lange zu knabbern hatten? Ich dachte, dafür wäre der Austausch mit anderen Betroffenen gedacht.
    Danke Nellie!

    Zitat Zitat von Prim Beitrag anzeigen
    Als ich von Humor sprach, meinte ich, dass man die dummen Sprüche mancher Mitmenschen mit Humor nehmen sollte. Manche Menschen sind einfach nur derart dumm und trampelig, dass man über diese Leute eigentlich nur noch lachen kann. Manchmal kann ich es kaum fassen, wie dumm manche Menschen sind.
    Dumm würde ich das jetzt nicht nennen. Einfach unerfahren und naiv. Die haben halt noch nie was schlimmes erlebt… Aber manchmal glaubt man es wirklich nicht, was da so kommt. Naja. Ich darf mich nicht beschweren, ich war früher auch so. Immerhin ein Vorteil meines "Problems"

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    AW: Ungewollt kinderlos

    nelli,
    vielen dank!
    Das Leben ist schön.

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    AW: Ungewollt kinderlos

    nellie,

    gutes posting!

    wenn du auf der suche nach einem richtig tollen hobby bist statt kinderwagenschieben, zieh doch mal einem chicen youngtimer in erwägung. . wenn du dann noch gerne selber schraubst, wird sich dir eine tolle neue welt eröffnen!

    lg öuciernago
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

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    AW: Ungewollt kinderlos

    Zitat Zitat von umberta Beitrag anzeigen
    Und da ist er wieder, der Dankbarkeits – Hammer. Hast du den bei deiner Freundin auch gebracht? Sie hatte ja auch eine Krankenversicherung.
    Macht eine geschlossene Gruppe auf, wenn niemand anders mitschreiben darf. Das ist nämlich ein öffentliches Forum.

    Aber es ist schon auffällig, dass rumgejammert wird "Warum ausgerechnet ich, wie ungerecht" aber die gleichen Leute nicht fragen" Warum habe ich das grosse Glück ein gesundes Leben zu führen?, Warum bezahlt die Krankenkasse zumindest den ersten Versuch? Warum habe ich einen Partner, der das auf sich nimmt und mir beisteht etc. etc etc.

    Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob der das Glas halb voll oder halb leer sehen will.

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    AW: Ungewollt kinderlos

    Ich bin ungewollt kinderlos. Und ich trauere, es tut mir weh. Mal mehr, mal weniger. Aber es tut weh. Auch wenn ich mittlerweile recht gut damit umgehen kann. Meistens.

    Ich muss gestehen, dass ich es anmaßend zu finden, jemanden die Trauer, die Wut abzusprechen - nur weil es anderen schlechter geht - ja, die gibt es. Zahlreiche Menschen, geht es schlechter. Die haben ein "größeres" Schicksal - aber es gibt auch zahlreiche Menschen, die haben ein "kleineres" Schicksal - ich maße mir aber nicht an, denen zu sagen, dass sie sich doch bitte nicht so anstellen sollen.

    Warum müssen das Leid der einzelnen überhaupt vergleichen - und ist es überhaupt vergleichbar?

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    AW: Ungewollt kinderlos

    Granatapfel, musste so ein pampiger Beitrag sein?

    So etwas ist doch unnötig wie ein Kropf.

    Leid ist nicht vergleichbar und jeder hat eine individuelle Leidensgrenze.

    ich hasse diesen Glas halbvoll Spruch, weil der zu den wirklich dummen Sprüchen gehört.

    Manchmal bin auch ich traurig und bin dann auch mal richtig traurig (und das trotz KV und Partner, Job etc), weil das in diesem Moment nun mal meine Gefühle sind.

    Es gibt doch keine Pflicht alles mit einem rosa Schleier zu versehen und sich mit Eckart Tolle Sprüchen zu besaufen.

    Meistens liebe ich mein Leben und bin sehr entspannt und fröhlich, aber manchmal bin ich eben auch traurig.

    Und ich verstehe voll und ganz, wenn Frauen, die sich gerade einer Behandlung unterziehen, Hormone schlucken und jeden Monat auf ein kleines Wunder hoffen, sich solche "Glas halbvoll" Sprüche nicht anhören wollen.

    Und genau wie Sehn-Sucht finde ich es anmaßend, anderen ihre Trauer absprechen zu wollen.

  8. gesperrt

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    AW: Ungewollt kinderlos

    Zitat Zitat von umberta Beitrag anzeigen
    Dabei verlangst du doch hier das gleiche? Trotz Schicksalsschlag soll man dankbar sein für das, was man hat?
    Ich verstehe, dass das krass klingt. Aber ehrlich gesagt ertappe ich mich auch manchmal bei solchen Gedanken. Das hat sicherlich einerseits damit zu tun, dass man immer das will, was man nicht hat; andererseits ist die Kinderlosigkeit in dem Sinne ein bisschen speziell, da es gesellschaftlich ein bisschen ein Tabuthema ist. Bei Krebs oder dem Verlust eines lieben Menschen würde sicher niemand auf vermeintliche Vorteile hinweisen,
    Ich habe ja ne Tante, eine Schwester meiner Mutter.

    Gut, die hat sogar zwei Kinder, aber das erste schwerlich bekommen, das zweite dann erst mit über 40 auf den letzten Drücker (sie ist heute knapp 90, also nichts mit Kiwu-Behandlung).

    Die Frau hat meiner Mutter ihre drei kurz hintereinanderkommenden Kinder lebenslang geneidet.

    Obwohl sie - im Gegensatz zu meiner Mutter - lebenslang kerngesund war/ist.

    Das (!) finde ich krass, denn diese Frau hat meiner Mutter ihre Last abgesprochen:

    Hauptsache innerhalb 4 Jahren 3 Kinder! Was soll es, dann ist die Schwester halt schwer krank, selbst wenn die Kinder noch im Grundschulalter sind.
    Hauptsache, die Gebärmutter ist ok.
    Geändert von Zazu2 (28.05.2016 um 00:24 Uhr)

  9. gesperrt

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    AW: Ungewollt kinderlos

    Zitat Zitat von umberta Beitrag anzeigen
    Dabei verlangst du doch hier das gleiche? Trotz Schicksalsschlag soll man dankbar sein für das, was man hat?
    Dabei geht's ja nicht um ein "sei gefälligst dankbar!" im Sinne von "stell dich nicht so an" - sondern eher um den Hinweis: ausserhalb des Tunnels "aktuelles Problem, das grad alle Ressourcen in Anspruch nimmt" - sei das nun ungewollte Kinderlosigkeit oder etwas Anderes - gibt es auch noch eine ganze Menge anderer Dinge. Ein Leben ist nicht verloren oder wertlos, bloss weil da keine Kinder sind. Und es ist langfristig besser für den Seelenfrieden, wenn man es schafft, auch diese anderen Dinge zu berücksichtigen.

    Da stimme ich dir zu. Trotzdem wird man bei einem Schicksalsschlag zunächst traurig sein und muss nicht sofort sagen "naja, immerhin habe ich noch x y und z"
    "zunächst" traurig sein - klar. Wer aber nach 20 oder 30 Jahren immer noch gleichermassen traurig ist, hat wohl durchaus noch ein anderes Problem als "nur" die ungewollte Kinderlosigkeit.

    zum "zunächst" traurig sein gehört auch, die Trauer irgendwann abschliessen zu können. Nicht gleich und sofort, aber nach einem Jahr, nach zwei Jahren... und andere Dinge zu finden, die das Leben lebenswert mache.

    Meine Trauer - egal um was - würde ich aber wohl nicht in der Öffentlichkeit spazieren tragen sondern für mich behalten.



    Jaaaa… Allgemeinplatz. So einfach ist es halt auch nicht. Ich vergleiche es mit einem gebrochenen Knochen. Das tut am Anfang einfach weh und wird mit der Zeit besser. Nur dass in der Kinderwunschbehandlung der Knochen jeden Monat wieder neu gebrochen wird. Ich könnte mir vorstellen, dass es mit einer langwierigen Krankheit ähnlich ist. Das zehrt schon sehr an den Kräften und man kann in dieser Phase damit auch schlecht abschliessen, denn es ist ja nicht vorbei.
    Ich war nie der Mensch, der versucht hat, etwas zu erzwingen, und ich würde da in Bezug auf eine Schwangerschaft genauso wenig tun wie in Bezug auf andere Dinge. Gerade medizinische Behandlungen zum Kinderkriegen finde ich furchtbar - was da den Frauen und Familien alles angetan wird, an Hoffnung, Schmerzen, Enttäuschungen usw... ich finde das schlimm.

    "Sei zufrieden mit dem, was du hast" ist zwar in der Tat ein Allgemeinplatz, aber halt einer, der stimmt. Und ja, es ist nicht leicht, das umzusetzen; aber es lohnt sich. Es braucht Beharrlichkeit und mentale Disziplin, auch immer wieder mal den Fokus auf jene Dinge zu lenken, die funktionieren; und nicht nur um das zu kreisen, was nicht funktioniert.

    gruss, barbara

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    AW: Ungewollt kinderlos

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Dabei geht's ja nicht um ein "sei gefälligst dankbar!" im Sinne von "stell dich nicht so an" - sondern eher um den Hinweis: ausserhalb des Tunnels "aktuelles Problem, das grad alle Ressourcen in Anspruch nimmt" - sei das nun ungewollte Kinderlosigkeit oder etwas Anderes - gibt es auch noch eine ganze Menge anderer Dinge. Ein Leben ist nicht verloren oder wertlos, bloss weil da keine Kinder sind. Und es ist langfristig besser für den Seelenfrieden, wenn man es schafft, auch diese anderen Dinge zu berücksichtigen.



    "zunächst" traurig sein - klar. Wer aber nach 20 oder 30 Jahren immer noch gleichermassen traurig ist, hat wohl durchaus noch ein anderes Problem als "nur" die ungewollte Kinderlosigkeit.

    zum "zunächst" traurig sein gehört auch, die Trauer irgendwann abschliessen zu können. Nicht gleich und sofort, aber nach einem Jahr, nach zwei Jahren... und andere Dinge zu finden, die das Leben lebenswert mache.

    Meine Trauer - egal um was - würde ich aber wohl nicht in der Öffentlichkeit spazieren tragen sondern für mich behalten.
    Bae kann es besser ausdrücken als ich.

    Mein Einstieg in den Strang war als jemand von der Umwelt verlangt hat, dass man doch sensibler sein muss.

    Jeder hat sein eigenes Leid und das ist immer individuell und von Aussen nicht zu ermessen. Wer ein Tier liebt, der empfindet den Tod eines Tieres vergleichbar mit dem eines Menschen, andere können das bspw gar nicht sehen.

    Wenn ich aber für mich in Anspruch nehme, dass mein Leid von Aussen nicht bewertbar ist, dass muss man auch akzeptieren, dass Aussenstehende dieses Leid eben auch ganz anders gewichten. Sonst muss man in seinem ganz eigenen Kokon bleiben.

    Und ja ich glaube, es gibt eine Zeit zu Trauern aber es gibt auch eine Zeit weiterzugehen und zu geniessen, was das Leben sonst noch für einen breit hat.

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