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    AW: Social Freezing - wer hat's gemacht?

    Hallo Masasi,

    ich kann Dich gut verstehen - und wenn Du es Dir leisten kannst
    und nach ausführlicher Beratung ein gutes Gefühl bei der Sache hast,
    warum nicht?

    Daß die Stimulation und Entnahme der Eizellen kein Spaziergang sind,
    ist Dir, denke ich, klar, und auch, daß es im Zweifelsfall noch ein weiter
    und unsicherer Weg hin zu einem Baby ist.

    Was Du aber vielleicht gewinnen kannst bei der Sache, ist etwas Ruhe und Entspannung
    für die nächste Zeit, wenn es mit dem richtigen Partner nicht so bald klappt.
    Das kann man ja nun bekanntlich nicht erzwingen.

    Auf die lange Bank schieben (im Sinne von: jetzt hab ich zwar den Richtigen, jetzt will ich aber erstmal noch reisen, Haus bauen, Heiraten, ...................) solltest Du die Familienplanung natürlich trotzdem nicht, da wie gesagt die Chancen einer künstlichen Befruchtung nun nicht sooo hoch liegen, daß man sich ohne Not darauf verlassen sollte,
    und einfach noch nicht genug Langzeiterfahrungen darüber vorliegen,
    wie gut die Qualität der Eizellen nach dem Auftauen dann tatsächlich ist.

    Und ja, Du hast recht: Männer habens da leichter

  2. Inaktiver User

    AW: Social Freezing - wer hat's gemacht?

    Zitat Zitat von Masasi Beitrag anzeigen
    In meinem Freundinnenkreis habe ich eigentlich auch gar niemanden, für den das Thema wirklich relevant ist (wobei sich das vielleicht ändert, wenn ich es mal 'einführe'). Entweder sind sie in meinem Alter und haben schon Kinder, oder sie sind in meinem Alter (Single) und wissen gar nicht, ob sie welche wollen, oder sie sind Mitte 30 und wissen, dass sie keine wollen, oder Ende 30 und versuchen gerade, schwanger zu werden. Wo ich es mir so anschaue, scheine ich eine Ausnahme zu sein.
    Ich wäre eigentlich eine geeignete Kandidatin (gewesen). Zufriedener Langzeitsingle, guter Beruf, aber zeitlich befristet, mit völlig unklaren Perspektiven. Kein akuter Kinderwunsch, aber irgendwie ein latenter Kinderwunsch im Hinterkopf. Jetzt bin ich 34 und irgendwann geht mir die Zeit aus.

    Aber irgendwie hat mich der finanzielle und zeitliche Aufwand abgeschreckt. Abgesehen davon würde das Verfahren bei mir wahrscheinlich dazu führen, dass ich den latenten Kinderwunsch ewig mit mir herumtrage und nie Nägel mit Köpfen mache. Und mit dem Thema auch nicht abschließen kann. Womöglich wäre ich dann mit Mitte 60 so kinderlos wie heute, hätte aber noch 10 Eizellen auf der Bank.

    Ich bin gespannt auf Deinen Bericht. Wer weiß, vielleicht verfalle ich in zwei Jahren ja in totale Panik und versuche kurz vor Torschluss, noch etwas zu reißen.

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    AW: Social Freezing - wer hat's gemacht?

    Hallo Masasi,

    ich kann Dich gut verstehen - ich bin 32 und denke selbst schon seit 3 Jahren darüber nach (und hätte es schon gemacht, wenn es bei mir nicht eventuell gesundheitliche Gründe gäbe, die gegen eine Stimulation der Eierstöcke mit Hormonen sprechen; bei mir in der Familie, bei meiner Mutter, gab es einen Fall von Eierstockkrebs). Ich bin übrigens in einer festen Partnerschaft und bin auch keine "Karrierefrau" (was auch immer das eigentlich sein soll - gibt es denn auch "Karrieremänner"?) - meine Beweggründe: Ich habe bis ich Ende 20 war verschiedene Menschen aus meiner Familie bis zu ihrem Tod gepflegt, das war sehr anstrengend und traurig. Danach (zwar mit liebem Freund aber) ohne Familie dazustehen war auch anstrengend und traurig: Ich musste erst einmal seelisch heilen.
    Die schlimmste Trauer ist jetzt überstanden. Ich liebe Kinder sehr, und ich möchte gern einmal eigene. Aber noch nicht jetzt. Ich möchte einfach noch ein paar Jahre Zeit haben, in denen ich mal keine Verantwortung für einen anderen Menschen trage. Ich brauche die Stärke, die ich aus den Jahren jetzt und hier, die zum ersten Mal wirklich unbeschwert glückliche für mich sind, ziehen kann, um danach eine gute Mama sein zu können.
    Wäre ich ein Mann, wäre alles leichter. Bin ich aber nicht. Vielleicht - hoffentlich gleicht Social Freezing die Chancen hier zumindest ein wenig an.


    Ich war bereits in drei Kinderwunschzentren zur Information; in zweien davon wäre ich die erste Patientin gewesen, die eine Kryokonservierung aus nicht-gesundheitlichen Gründen machen lässt. Die Sache ist in der Tat sehr neu in Deutschland und stößt ja auch auf große gesellschaftliche Widerstände.

    Je jünger Du bist, wenn Du es machst, umso besser sind die Chancen, da die Fertilität ja immer weiter abnimmt.

    Du könntest zuvor Deinen Anti-Müller-Hormonwert bestimmen lassen; das hat mir meine Frauenärztin empfohlen. Er gibt Auskunft über Deine verbleibende ovarielle Reserve. Kostet so ca. 50 Euro. Vielleicht reicht Dir ja auch das schon als Beruhigung.

    Liebe Grüße
    I.D.

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    AW: Social Freezing - wer hat's gemacht?

    Ein Aspekt, der meines Erachtens beim "Social" Freezing nicht beachtet wird, ist dass man zwar eine Kryokonservierung vornehmen kann, aber das "Social" (Sozialleben) nicht einfrieren kann.

    Das dürfte insbesondere für Single-Frauen von Interesse sein. Wenn nicht die berufliche Karriere der Hauptgrund ist, sondern die Tatsache, dass man (noch) keinen geeigneten Partner gefunden hat, dann stellt sich natürlich die Frage, inwiefern die Chancen, diesem zu begegnen, mit zunehmendem Alter steigen.

    Und falls die Karriere der Grund war, ob man dann 5 oder 10 Jahre später tatsächlich viel einfacher eine Auszeit nehmen kann, und mit welchen (auch psychosozialen) Implikationen diese verbunden ist.

    Kryokonservierung von Eizellen wurde meiner Erinnerung nach seinerzeit hauptsächlich für Krebspatientinnen entwickelt, damit sie auch nach einer Behandlung noch ihren Kinderwunsch realisieren können. Falls ich mich nicht täusche, sind die Erfolgsquoten eher gering - ich würde daher entsprechend recherchieren.

    Und mich ganz generell fragen, ob eine Kryokonservierung tatsächlich eine Absicherung darstellt - denn ansonsten hat man in 5-10 Jahren genau dieselbe Problematik. Im Sinne von: wie realistisch ist es, dass sich die eigenen Lebensumstände bis dahin verbessert haben, um eine Familie zu gründen?

    Ein Faktor, nämlich den passenden Mann zu finden, ist in jüngeren Jahren wahrscheinlicher, als Anfang/Mitte 40. Wenn Männer mit Familienwunsch sich zu jüngeren Frauen orientieren werden, unabhängig davon, ob gleichaltrige in einem Kryozentrum ihre Fruchtbarkeit gebunkert haben.

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    AW: Social Freezing - wer hat's gemacht?

    Zitat Zitat von Sojourner Beitrag anzeigen
    Ein Faktor, nämlich den passenden Mann zu finden, ist in jüngeren Jahren wahrscheinlicher, als Anfang/Mitte 40. Wenn Männer mit Familienwunsch sich zu jüngeren Frauen orientieren werden, unabhängig davon, ob gleichaltrige in einem Kryozentrum ihre Fruchtbarkeit gebunkert haben.
    Das stimmt natürlich! Aber das tun sie auch, wenn ich keine Eizellen einfriere. Aber klar, deine Argumentation, dass sich einige Aspekte konservieren lassen, andere nicht bzw. andere Umstände auch nicht günstiger werden, ist richtig. Nur, wenn es jetzt im jüngeren Alter einfach nicht geht, weil kein Partner da ist, bleibt mir ja nur die Hoffnung, dass es später günstigere Umstände (und in meinem Fall z.B. einen Mann) gibt.

    Wenn ich dann 38 bin, einen 38-Jährigen kennenlerne, der mich nach meinem Alter fragt, muss ich dann einfach sagen: 38, aber meine Eizellen erst 32,25

    In Partnerbörsen sollten dann nicht nur das Alter der Frau abgefragt werden, sondern auch das ihrer Eizellen - hihi.

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    AW: Social Freezing - wer hat's gemacht?

    Zitat Zitat von Masasi Beitrag anzeigen
    Wenn ich dann 38 bin, einen 38-Jährigen kennenlerne, der mich nach meinem Alter fragt, muss ich dann einfach sagen: 38, aber meine Eizellen erst 32,25
    Ich verstehe deine Argumentation, nur empfinde ich, dass sie eine falsche Sicherheit vermittelt. Der Kennenlernprozess und Attraktivitätskriterien sind ja nach wir vor "archaisch" - die Wahrscheinlichkeit, dass ein fast 40-jähriger mit Kinderwunsch eine gleichaltrige Frau attraktiv findet, eher gering - insbesondere dann, wenn mit "kryokonservierter" Fruchtbarkeit geworben wird und es ausreichend Frauen geben dürfte, die auf "natürlichem" Wege eine Familie gründen können und entsprechende "Fruchtbarkeit" nicht nur durch eine Kryokonservierung, sondern insbesondere äußere Kriterien (Aussehen) nachweisen können, ein Aspekt, der ja für Männer nicht ganz unwichtig ist.

    Ich sage nicht, dass es per se eine schlechte Idee ist. Nur denke ich, dass es sinnvoller wäre in der "natürlichen" Familiengründungszeit die vorhandenen Ressourcen auszuschöpfen, statt den Partnerwahlprozess auf eine Zeit zu verschieben, in welcher es schwieriger werden dürfte, einen passenden Mann zu finden.

    Es ist zudem auch nicht so, als dass 40-jährige per se unfruchtbar wären, aber das Risiko für gewiße Erkrankungen steigt. Die Zahlen und Statistiken für Fruchtbarkeit sind auch mit Vorsicht zu geniessen - ich meine mal gelesen zu haben, dass diese Erhebungen auf der Datenlage des letzten Jahrhunderts basieren. Ich kann das bei Gelegenheit recherchieren, ansonsten würde ich empfehlen, hier selbst entsprechende Nachforschungen einzuleiten, gerade weil Kinderwunsch im MedTech-Bereich ein großer Wirtschaftszweig geworden ist.

    Und generell bezweifle ich, dass die Fruchtbarkeit innerhalb von 6 Jahren so massiv abnimmt, als dass eine Kryokonservierung ein lohnenswerter Vorgang ist. Davon abgesehen - zumindest wenn die Basis eines Kinderwunsches auch ein entsprechender Mann darstellt - wird ja seltenst von heute auf morgen geheiratet und Kinder in die Welt gesetzt.

    Sprich: es benötigt auch einen "sozialen" Puffer im Sinne von Kennenlernzeit und Vorlaufzeit, bevor Kinder in die Welt gesetzt werden.

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    AW: Social Freezing - wer hat's gemacht?

    @Sojourner:
    Ich verstehe Masasi nicht so, dass sie den Partnerwahlprozess gerade freiwillig verschiebt. Sie will einfach nur alle Möglichkeiten ausschöpfen, Druck aus der Sache rausnehmen.
    Das finde ich persönlich nachvollziehbar.

  8. Inaktiver User

    AW: Social Freezing - wer hat's gemacht?

    Zitat Zitat von Sojourner Beitrag anzeigen
    Ich verstehe deine Argumentation, nur empfinde ich, dass sie eine falsche Sicherheit vermittelt. Der Kennenlernprozess und Attraktivitätskriterien sind ja nach wir vor "archaisch" - die Wahrscheinlichkeit, dass ein fast 40-jähriger mit Kinderwunsch eine gleichaltrige Frau attraktiv findet, eher gering - insbesondere dann, wenn mit "kryokonservierter" Fruchtbarkeit geworben wird und es ausreichend Frauen geben dürfte, die auf "natürlichem" Wege eine Familie gründen können und entsprechende "Fruchtbarkeit" nicht nur durch eine Kryokonservierung, sondern insbesondere äußere Kriterien (Aussehen) nachweisen können, ein Aspekt, der ja für Männer nicht ganz unwichtig ist.
    In diesem Punkt macht sich insbesondere die Männerwelt böse Illusionen. Dass der Vierzigjährige mit Kinderwunsch die fünfundzwanzigjährigen Frauen attraktiver findet, als die Gleichaltrigen, ist sicherlich wahr.

    Aber allen anderslautenden Gerüchten zum Trotz stehen die fruchtbaren jungen Frauen eben nicht bei den arrivierten Vierzigjährigen Schlange, sondern suchen sich einen Partner, der etwa gleichaltrig ist. Kurz und gut, es gibt ausreichend Frauen, die auf natürlichem Wege eine Familie gründen können. Aber es gibt keineswegs ausreichend junge Frauen, die eine Familie mit einem erheblich älteren Mann gründen wollen.

    Mit der Folge, dass bei Männern zwar keine biologische Uhr tickt, aber trotzdem mehr Männer als Frauen kinderlos bleiben. Faustregel: Wer mit Anfang vierzig noch nicht Vater ist, der wird es auch nicht mehr. Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Unter den Männern aus meinem Bekannten- oder Verwandtenkreis, die in den Vierzigern oder Fünfzigern eine neue Beziehung eingegangen sind, hat kein einziger eine erheblich jüngere Partnerin.

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    AW: Social Freezing - wer hat's gemacht?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber allen anderslautenden Gerüchten zum Trotz stehen die fruchtbaren jungen Frauen eben nicht bei den arrivierten Vierzigjährigen Schlange, sondern suchen sich einen Partner, der etwa gleichaltrig ist.
    Der Fokus liegt auf "in etwa gleichaltrig". Statistisch gesehen sind Männer ca. 4 Jahre älter, sprich, es gibt eine deutliche Tendenz, die sich abzeichnet.

    Kurz und gut, es gibt ausreichend Frauen, die auf natürlichem Wege eine Familie gründen können. Aber es gibt keineswegs ausreichend junge Frauen, die eine Familie mit einem erheblich älteren Mann gründen wollen.
    Es sprach auch niemand von einem "erheblich" älteren Mann. Aber eine Frau Anfang 40 wird mit Frauen Anfang/Mitte 30 konkurrieren müssen.

    Wer mit Anfang vierzig noch nicht Vater ist, der wird es auch nicht mehr. Ausnahmen bestätigen die Regel.
    Was ja gerade für Frauen, die mit Social Freezing planen Ende 30/Anfang 40 Mutter zu werden, ein echtes Problem darstellen dürfte. Wo sind dann die Männer, die potenzielle Väter sein könnten?

    Unter den Männern aus meinem Bekannten- oder Verwandtenkreis, die in den Vierzigern oder Fünfzigern eine neue Beziehung eingegangen sind, hat kein einziger eine erheblich jüngere Partnerin.
    Dass das eigene Umfeld selten repräsentativ ist, versteht sich gewiss von selbst. Hiervon ausgehend wäre meine Konklusion ansonsten, dass ich keine einzige Frau kenne, die erst Ende 30 einen passenden Mann fand und eine Familie gründete.

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    AW: Social Freezing - wer hat's gemacht?

    Zitat Zitat von I_Dinesen Beitrag anzeigen
    @Sojourner:
    Ich verstehe Masasi nicht so, dass sie den Partnerwahlprozess gerade freiwillig verschiebt. Sie will einfach nur alle Möglichkeiten ausschöpfen, Druck aus der Sache rausnehmen.
    Das finde ich persönlich nachvollziehbar.

    Ja, nachvollziehbar finde ich das auch. Es ist ja auch nicht so, als dass ich mir noch nie Gedanken darum gemacht hätte. Ich hatte diese Phase Anfang 30 und damals entsprechende Konsequenzen gezogen, und der "Druck" wurde mir genommen, als ich den passenden Mann fand.

    Kurioserweise ist seitdem auch der Kinderwunsch "weniger" geworden, zumindest die Dringlichkeit.

    Das Hauptproblem ist ja nicht die "tickende Uhr" sondern eher, den passenden Mann zu finden. Und diese Dringlichkeit besteht gewiß auch mit einem Social Freezing weiterhin. Daher finde ich es zumindest wichtig, kein falsches Sicherheitsempfinden basierend darauf, zu bilden.

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