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  1. Registriert seit
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    Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Ich weiß nicht, ob ich damit jetzt im richtigen Unterforum bin, falls nicht kann natürlich gerne verschoben werden.
    Vielleicht könnt ihr mir helfen, folgendes besser zu verstehen:
    Vor ein paar Tagen bin ich in einem anderen Forum über einen Thread gestolpert, in dem eine junge Frau nach Erfahrungen mit Spina bifida fragte. Sie stand vor der Entscheidung, ob sie ihr (Wunsch-)Kind, für das sie auch schon einen Namen ausgewählt hatte, in der 18. Woche deshalb abtreiben lassen sollte. Es war war eine Gehbehinderung zu erwarten, die Blase wäre ebenfalls betroffen gewesen. Binnen eines Tages entschied sie sich zur Abtreibung und ließ diese auch umgehend durchführen. Sie wolle nicht, dass ihr Kind kein völlig normales Leben führen könne. Ein Leben im Rollstuhl erschien ihr als (für sie persönlich) nicht lebenswert.
    Was mich jetzt so erstaunt ist, dass in der Folge der Anschein erweckte wurde, und zwar hauptsächlich von der TE selbst, der Tod des Kindes sei schicksalhaft und unausweichlich gewesen und nicht etwa eine bewusst herbeigeführte Abtreibung. Plötzlich war von "stiller Geburt" und "Sternenkind" die Rede. Das Kind soll beerdigt werden mit Pfarrer und drum und dran.

    Ich tu mich verdammt schwer damit, das zu verstehen. Das scheint mir in sich nicht schlüssig. Was geht da in einem vor?

  2. Inaktiver User

    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    ich finde, dass und warum jemand abtreibt, geht andere genau gar nichts an.

    Wenn du es wirklich mit offenem Interesse erfahren möchtest, kannst du die Frau ja anschreiben und sie fragen.

    Aber die Entscheidung ist so intim und so schwer, dass sich andere besser taktvoll um ihren eigenen Kram kümmern sollten.

    Ika


  3. Registriert seit
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    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Vermutlich ein echter Gefühlssturm. Und- Spina Bifida ist schon meist mehr als nur eine Gehbehinderung.....

    Wir haben eine Tochter, die eine Erkrankung aus dem autistischem Formenkreis hat- sie ist Asperger Autistin. Das ist eine milde Form, zumindest in ihrem Fall, sie hat die Regelschule durchlaufen und gerade Klasse 10 mit dem Erw. Sek. I abgeschlossen.
    Trotzdem war es nicht immer einfach, gerade als sie klein war, nicht.

    Wir wussten vor ihrer Geburt nicht von ihrer Behinderung.

    Sie fragte mich mal- wenn Du das vorher gewusst hättest, hättest Du mich bekommen? Ich sagte, ohne nachzudenken: Ja, natürlich.

    Für mich stand auch immer fest- ich nehme, was ich bekomme. Ich kriegs schon irgendwie hin, niemand bekommt mehr aufgeladen, als er tragen kann.
    Allerdings hätte ich in der Schwangerschaft bei der Diagnose "Autismus" auch die Backen aufgeblasen weil ich nichts über diese Krankheit wusste- und auch nicht, wie das Leben mit einem Kind, was diese Behinderung hat, sein kann...

    Ich finde, eine Entscheidung für oder gegen einen Abbruch ist immer eine sehr persönliche Angelegenheit, die ich grundsätzlich nicht beurteile. Ich kann nur für mich selbst sprechen, nicht für andere Menschen.
    Denn- auch, wenns durchaus Hilfsmöglichkeiten gibt, es sind die Eltern, die mit ihrem behinderten Kind leben. Und sie müssen ihr Kind so annehmen und lieben, wie es ist.


  4. Registriert seit
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    14

    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Mir geht es hier in keinster Weise darum, über diese Frau zu urteilen. Ich interessiere mich für Menschen und das was in ihnen vorgeht. Manchmal stelle ich dazu eine Frage in einem Forum, wenn ich von selbst nicht drauf komme. Wenn das jemand als unangemessene Neugier empfindet muss er ja nicht antworten. Sie in der jetztigen Situation direkt zu fragen fände ich ziemlich daneben. Das ist bestimmt das letzte was sie jetzt braucht.
    Ich denke mir mittlerweile, dass es für sie wohl wirklich so ist, dass das Kind mit dieser Behinderung nicht leben konnte. Letzten Endes ist die Trauer jetzt wohl einfach nur konsequent.

  5. Inaktiver User

    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Ich könnte mir vorstellen, unter bestimmten Bedinungen eine Schwangerschaft wegen einer schweren Behinderung abzubrechen.

    Aber die Beerdigung mit allem drum und dran kommt mir in diesem Kontext irgendwie makaber vor. Da wäre ich in der Rolle einer Freundin oder Familienangehörigen (oder des Pfarrers) auch ziemlich ratlos. Dass das Kind nicht leben wird, ist eine bewusste Willensentscheidung der Eltern. Da hätte ich große Schwierigkeiten, mein Beileid zu bekunden und Trost zuzusprechen.

    Bei einer Diagnose, bei der feststeht, dass das Kind kurz nach der Geburt versterben würde, wäre die Lage nochmal eine andere.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    ich finde, dass und warum jemand abtreibt, geht andere genau gar nichts an.

    Wenn du es wirklich mit offenem Interesse erfahren möchtest, kannst du die Frau ja anschreiben und sie fragen.

    Aber die Entscheidung ist so intim und so schwer, dass sich andere besser taktvoll um ihren eigenen Kram kümmern sollten.

    Ika
    Ja eben. Wenn man die Entscheidung für oder gegen einen Abbruch in aller Öffentlichkeit mit wildfremden Menschen diskutiert, dann kann man doch wohl erwarten, dass die Leute sich taktvoll um ihren eigenen Kram kümmern.

    Diese Einmischung in intimste Belange geht gar nicht. Das ist fast so, als würde man einem Exhibitionisten auf den Penis gucken.

  6. Avatar von rebellin
    Registriert seit
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    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Ich finde, eine Entscheidung für oder gegen einen Abbruch ist immer eine sehr persönliche Angelegenheit, die ich grundsätzlich nicht beurteile.
    Dem schließe ich mich an.

    Und ebenso finde ich, dass es sehr unterschiedliche Formen gibt zu trauern - auch das ist sehr persönlich und auch dazu gibt es kein richtig oder falsch.
    Warum soll sie sich denn nicht mit einem Ritual von ihrem Kind verabschieden?


    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Denn- auch, wenns durchaus Hilfsmöglichkeiten gibt, es sind die Eltern, die mit ihrem behinderten Kind leben.
    Richtig, und das ggf. bis zum eigenen Tod. Bei einem Kind ohne Behinderung begleitet man als Eltern das Kind Stück für Stück in die Selbständigkeit. Je nach Art und Grad einer Behinderung ist eine Selbständigkeit nicht möglich und so pflegen manche 80jährigen noch ihre Kinder und sorgen sich immens, wer das wohl nach ihrem Tod übernehmen würde.
    Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben.
    Christian Fürchtegott Gellert (1715-69)


  7. Registriert seit
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    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Ich tu mich verdammt schwer damit, das zu verstehen. Das scheint mir in sich nicht schlüssig. Was geht da in einem vor?
    Das gute ist, Du musst das gar nicht verstehen, oder besser gesagt es ist verständlich, dass Du das nicht verstehst denn es betrifft Dich nicht.

    Ich bin die Grossmutter von zwei behinderten Kinder, eines davon ist im Alter von 9 Monaten gestorben.

    Kinder leiden und sterben zu sehen ist eine unmenschliche Qual.

    Man kann im Voraus das Ausmass der Behinderung oft gar nicht erkennen.

    Entlaste Dich, und überlasse die Verantwortung über die Entscheidung wo sie hin gehört, bei der Betroffenen.
    Mckenzie

  8. gesperrt Avatar von Ebayfan
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    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Ich würde den Ansatz so setzen, dass ich mich fragen würde, ob ich selbst ein solches Leben führen wollte. Wenn nein, würde ich abtreiben. Denn was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu. Fände ich solch ein Leben lebenswert, wäre aber selbst nicht bereit, ein solches Kind aufzuziehen, gäbe es immer noch die Möglichkeit einer Adoption.

    Ich für mich fände ein Leben im Rollstuhl ohne echte Kontrolle über meine Ausscheidungen nicht lebenswert. Aber ich weiß auch, dass Zufriedenheit wenig mit solchen Dingen zu tun hat, sondern mehr eine Frage der Gehirnchemie ist. Ich glaube außerdem, dass ich mich mit Autismus recht gut arrangieren könnte.

    Was ich für mich ablehne ist die Einstellung, eine Behinderung wäre einem Menschen als besondere Aufgabe von einem Gott auferlegt worden. Deshalb würde ich einen schwer behinderten Embryo abtreiben. Sollte es eine unsterbliche Seele geben, ist es besser für sie, in einem unversehrten Körper zur Welt zu kommen. Gibt es sie nicht, ist es sowieso egal.


  9. Registriert seit
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    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Wobei bei einer Diagnose in der Schwangerschaft ja immer noch dazu kommt, dass man die Ausprägung eines Krankheitsbildes nicht kennt- anders als bei einer sog. "erworbenen Behinderung".
    Zudem muß man als Schwangere einen Entscheidung über das Leben mit einem behinderten Kind fällen, wenn man kaum oder nur wenig wirkliches Wissen über die Krankheit hat- und kaum Betroffene kennt.
    Und das alles auch noch unter Zeitdruck.


  10. Registriert seit
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    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Natürlich ist es nicht korrekt, in dem Fall von Schicksal zu sprechen, dass die Schwangerschaft abgebrochen wurde.
    Es ist lediglich Schicksal dass das Kind krank war.
    Ich denke das ist eine Vermischung dieser beiden Ereignisse, wobei aus dem einen die Konsequenz gezogen wurde die Schwangerschaft zu beenden.
    Da kann ich deine Verwunderung verstehen.
    Die Tatsache an sich dass eine Frau sich für einen Abbruch entschieden hat, hast du nicht zu werten.
    Eine Spina bifida ist ja nun mal kein kümmer Zeh.
    Die Blasen und Darmkontrolle können komplett ausfallen, Querschnittslähmung ist möglich. ....da ist es die Entscheidung der Eltern ob sie sich in der Lage sehen lebenslang für so ein Kind zu sorgen.
    Ich hab abgetrieben ohne medizinische Indikation, einfach weil ich kein Kind wollte.....selbst ein ganz gesundes nicht.
    Meine Schwester hat abgetrieben, weil das Kind Trisomie 21 hatte...in der 23. Woche .
    Sie hat das auch innerhalb von 2 Tagen machen lassen....sie wusste dass sie das nicht schaffen kann...ihr Mann krank, sie selber krank, das Kind was schon da war geistig zurück geblieben. ...
    Ich erinnere mich noch an das Gespräch dass mein Mann und ich auf dem Weg zur Feindiagnostik hatten.....ich sagte ihm: wenn der Arzt feststellen sollte dass das Kind nicht gesund ist, werde ich es nicht austragen......und da waren meine Grenzen auch ziemlich eng gesteckt.
    Mein Mann meinte nur: gut dass wir uns da einig sind, ein behindertes Kind kann ich mir auch nicht vorstellen. ....Kind war gesund, aber wäre es anders gewesen, hätte ich nicht mehr überlegen müssen. ....

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