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  1. Inaktiver User

    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Zitat Zitat von Ebayfan Beitrag anzeigen
    Niemand hat einen Anspruch, auf die Welt zu kommen.
    Kann man so sehen.

    Genauso legitim ist aber die Meinung, dass es niemandem zusteht über das Lebensrecht eines anderen zu entscheiden. Und zumindest bei Spätabtreibungen reden wir von u.U. lebensfähigen Kindern, die wenn sie "normale" Frühgeburten wären durchgebracht werden würden.

  2. Inaktiver User

    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Ich habe dazu einmal eine Dokumentation gesehen.

    Da hatte das Kind, das stand fest, eine geistige Behinderung, die Mutter ließ eine Spätabtreibung vornehmen, eine sehr späte, ich glaube nach dem 5. Monat.

    Das Kind nun hat die Abtreibung überlebt.

    Die Mitter hat zuerst den Arzt verklagt, weil das Kind nicht tot war - und verloren.
    Dann hat sie den Arzt erneut verklagt, weil er zu spät mit der medizinischen Versorgung des Babies begonnen hätte - und gewonnen.
    Unnötig zu sagen dass die Schädigungen des Kindes auch etwas stärker waren, als sie bei einer natürlichen Beendigung der Schwangerschaft vermutlich gewesen wären.

    Das Kind kam dann in eine Pflegefamilie, war zum Zeitpunkt der Doku etwa 8 Jahre alt, super integriert, die Pflegefamilie wollte ihn gern adoptieren - ging nicht: Die Mutter, die das Kind erst abgetrieben hat und dann nicht selbst aufziehen wollte stimmt einer Adoption nicht zu.


    Ist ein sehr extremer Fall, aber mal abgesehen dass ich das Recht da auch etwas seltsam finde bestärkt mich das eher in meiner Ansicht gegen Spätabtreibungem.

  3. Avatar von fritzi72
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    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Zitat Zitat von Acorna Beitrag anzeigen
    Ich habe diesen Strang jetzt erst entdeckt und der allgemeine Tenor macht mich etwas fassungslos.
    Erstmal scheint hier keiner die Rechtslage bei Spätabtreibung zu kennen. Da gibt's nämlich keinen Zeitdruck. Die einzige Gesetzliche Regelung die es da gibt, besagt, dass zwischen Diagnosemitteilung und Abtreibung drei Tage liegen müssen, damit keine übereilte Entscheidung getroffen werden muss.
    Spina bifida ist eine rein körperliche Behinderung. Die meisten haben eine inkomplette Querschnittlähmung. Heutzutage werden in der Feindiagnostik eigentlich alle Fälle erkannt, und normalerweise auch in welchem Wirbelbereich die Schädigung liegt und es können erste Aussagen zum späteren Behinderungsbild gemacht werden. Leider haben viele Ärzte überhaupt keine Ahnung von den Behinderungen die sie diagnostizieren oder sehr veraltetes Wissen. Es wäre schön, wenn die Eltern dann Ansprechpartner in Selbsthilfeorganisationen genannt bekommen. Leider passiert das nur selten.
    Bei Spina bifida leben die Betroffenen nämlich recht normal eigentlich bin ich fassungslos das man das immer noch so erklären muss. Also in der Regel mit Ausbildung oder Studium, zumindest für die Frauen ist auch Kinder bekommen möglich. Rein körperlich Behinderte Menschen leben in Deutschland im Normalfall selbstbestimmt in der eigenen Wohnung, da ist keine lebenslange Abhängigkeit von den Eltern gegeben (ja ich weiß aus eigener Erfahrung wovon ich rede). Und wenn ihr mir nicht glaubt, wendet Euch an den nächstgelegenen Selbsthilfe Verein. Oder haltet einfach mal in Der Stadt die Augen auf. Wenn ihr darauf achtet, werdet ihr bestimmt den ein oder anderen Rollstuhlfahrer sehen der alleine unterwegs ist und gar nicht unglücklich aussieht.

    Und ganz ehrlich, mit den Vergleichen, die hier kamen aus dem Pflanzenreich, man müsse die schwachen Keimlinge aussortieren.. . die Ideologie hatten wir schon mal in Deutschland. Mehr muss man dazu nicht sagen.
    Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich an die Ankunftshalle in Heathrow. Es wird immer behauptet, wir leben in einer Welt von Hass und Habgier, aber das stimmt nicht. Mir scheint wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist da. Väter&Söhne, Mütter&Töchter, Ehepaare, Verliebte, alte Freunde.
    Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist

    Intro "Tatsächlich Liebe"


  4. Registriert seit
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    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Auch wenn diese Frau sich gegen das Kind entschieden hat, so muss das Baby doch trotz allem geboren werden in der 18. Woche. Daher ist der Begriff "stille Geburt" absolut richtig.

    Ab einem bestimmten Gewicht muss das Baby beerdigt werden. Deshalb mussten sie es wohl auch beerdigen.

    Das hat ja auch was mit Würde zu tun. Man würdigt damit dem Lebewesen.
    Und trotzdem müssen sich die Eltern ja auch verabschieden.

    Hab beruflich viel damit zu tun.

    Es ist so, dass eine Frau gar nicht aufgrund einer Behinderung entscheiden kann, ob das Kind abgetrieben wird oder nicht.
    Die Frau muss sich beraten lassen und ab einer bestimmten Schwangerschaftswoche muss eine Ethikkomission mit beurteilen und entscheiden, was dem Wohl der Frau entspricht. Es darf nur zum Schutz der Mutter eine späte Abtreibung vorgenommen werden.

    Vielleicht war das Baby aber auch gar nicht lebensfähig. Das weißt Du ja nicht.
    Es gibt so viele unterschiedliche Ausprägungen bei Spina Bifida.
    Wenn man sowas nur vom Hörensagen mitbekommt, kennt man nicht alle Fakten.

    Aber wie gesagt, die Frau muss dann das Kind trotz allem gebären und beerdigen und das ist auch gut so für den Verarbeitungsprozess.


  5. Registriert seit
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    593

    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Nur zur Klarstellung: Ich finde es völlig in Ordnung, dass die Eltern bei einer Spätabtreibung trauern und ihr Kind begraben


    Und es stimmt, das theoretisch die Abtreibung nicht mit der Behinderung des Babys begründet werden darf sondern nur mit daraus folgenden psychischen Problemen der Mutter. De facto ist natürlich trotzdem die Behinderung der entscheidende Faktor. Ich habe noch nie von einer Spätabtreibung eines gesunden Kindes gehört aufgrund einer psychischen Erkrankung der Mutter.

  6. Avatar von Smarty64
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    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Meine Tochter (18) kam mit Spina Bifida zur Welt und ich bin froh, dass ich sie habe. Wir sind ein gutes Team.

    An einen Schwangerschaftsabbruch habe ich keine Minute lang gedacht.


  7. Registriert seit
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    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Zitat Zitat von Acorna Beitrag anzeigen

    Und ganz ehrlich, mit den Vergleichen, die hier kamen aus dem Pflanzenreich, man müsse die schwachen Keimlinge aussortieren.. . die Ideologie hatten wir schon mal in Deutschland. Mehr muss man dazu nicht sagen.
    Deine Unterstellungen finde ich unangemessen.

    Jeder, dem der Arzt bescheinigt, dass das ungeborene Kind gesund ist, ist überglücklich.
    Ich habe noch nie gehört, dass Eltern jubilieren, wenn sie erfahren, dass das Kind nicht gesund sein wird. Wie oft dagegen hört man:" Egal, was es wird, Hauptsache gesund!"

    Ich habe grossen Respekt vor Eltern, die jede Krankheit und Behinderung ihrer Kinder vorbehaltlos annehmen und ihr Leben entsprechend umstellen und ausrichten.
    Ich verstehe aber auch alle Eltern, die das nicht wollen oder können. Man kann niemand zwingen Eltern zu werden, selbst wenn das Kind gesund sein sollte und die Eltern ökonomisch auf Rosen gebettet wären. Was wäre denn der Vorteil ein Kind auf die Welt bringen zu lassen, was ungewünscht ist?

    Ob eine Familie mit einer Behinderung leben kann, ist eine private und individuelle Entscheidung, die kein Aussenstehender wirklich bewerten kann.


  8. Registriert seit
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    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Hallo Granatapfel,

    Hast Du den ganzen thread gelesen? Ich habe nirgendwo Eltern verurteilt, die ihr Kind aus welchen Gründen auch immer abtreiben.

    Ich habe mich aber ganz explizit gegen die Äußerungen gewandt, die Vergleiche zum Pflanzen /Tierreich gezogen haben, mit dem Inhalt dass es quasi "natürlich" sei "schwache Keimlinge" auszusondern- möchtest Du in einer Gesellschaft leben, in der Euthanasie für behinderte Menschen wieder als richtig angesehen wird? Lies bitte nochmal den ganzen thread nach.

    Wobei ich noch hinzufügen möchte, dass leider immer noch viele Abtreibungen behinderter Feten aufgrund von Fehlinformation der Eltern geschehen. Es gibt Eltern, die nach der erfolgten Abtreibung später Kinder kennenlernen, die genau diese Behinderung haben und feststellen, dass ein gutes Leben mit dieser Behinderung möglich gewesen wäre (ist bei körperlichen Behinderungen praktisch immer so). Und diese Eltern leiden sehr. Wobei die meisten Eltern bei einer Abtreibung egal aus welchen Gründen trauern, ich möchte bestimmt nicht unterstellen, dass solche Entscheidungen leichtfertig getroffen werden.

  9. Inaktiver User

    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Früh mögliche Gentests und daraus resultierende häufige Abteibungen haben auch Auswirkungen auf Dritte:

    Eine Freundin von mir arbeitet in der Behindertenhilfe.

    Es passiert wohl heute häufiger mal, dass Eltern, die mit einem offensichtlich geistig behnderten Kind (Down-Syndrom) unterwegs sind, auf der Straße (!) angesprochen werden: "Ach sowas muss doch heute nicht mehr sein."


  10. Registriert seit
    29.07.2010
    Beiträge
    687

    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Obwohl ich bei diesem Thema vermutlich befangen bin, weil ich selbst mit Mitte 30 wegen sozialer/medizinischer Indikation, allerdings in der 7.SSW abgetrieben habe, möchte ich mich dennoch zum Thema äußern.
    Kinder zu bekommen ist eine aktive Handlung mit weitreichender Verantwortung, deren Konsequenzen nicht nur die Kernfamilie betrifft , sondern das gesamte soziale Umfeld. Niemand sollte m.M.n die soziologische Dimension des Zeugungs- und Gebärverhaltens einer Gesellschaft unterschätzen.

    Da es nicht zuletzt aufgrund der politischen Katasthrophen des 20.Jhts ein Tabu geworden ist die "Produktion" von Menschen auch mit Blick auf die zur Verfügung stehenden Resourcen zu betrachten, blenden viele Menschen eben auch aus, dass unvernünftiges Zeugungs- und Gebärverhalten auch ethisch fragwürdig oder verantwortungslos sein kann. Demografische Fehlentwicklungen wie Überbevölkerung führt i.d.R zu sozialem Unfrieden und zunehmend zu breitflächiger Einschränkung materieller und immaterieller Menschenrechte.

    Mit Ausnahme weniger, z.B des Christentums, betrachten die meisten Religionen bis heute Krankheit/Behinderung als göttliche Strafe. Leidensmystik jedoch ist nicht jedermanns Sache und aus eigener Erfahrung weiß ich , dass Leid nicht zwingend zur Besserung der Seelen oder des Charakters führen muss.

    Viele Ehen zerbrechen daran, dass Kinder schwerstbehindert geboren werden. Wenn also ein Paar ein Wunschkind zeugt, und innerhalb der gesetzlichen Abbruchsfrist erfährt, dass dieses Kind schwerstbehindert sein wird und einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lässt, kann man m.E schon von "Schicksal" sprechen, weil die Schwerstbehinderung für das Paar "höhere Gewalt" und der Abbruch nur die vernunftgeleitete Konsequenz im Sinn einer persönlichen "Not"-wehr"- Handlung, ist

    M.M.n steht gerade im Zusammenhang mit dem Thema Abtreibung eine "fundamentalistische Lebensschützerhaltung" echtem Humanismus entgegen. Die Verabsolutierung des Pränatalen Lebensschutzes wurzelt in der klassischen Antike und wurde von den Katholiken übernommen. Das Judentum von dem Jesus v.Nazareth kommt, war durchaus weniger fanatisch.
    "Is it my fault if belief in Divinity has become a suspected opinion; if the bare suspicion of a Supreme Being is already noted as evidence of a weak mind; and if, of all philosophical Utopias, this is the only one which the world no longer tolerates? Is it my fault if hypocrisy and imbecility everywhere hide behind this holy formula?"

    J.P Proudhon

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