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  1. Registriert seit
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    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Ich kann jeder Entscheidung akzeptieren die Menschen im Hinblick auf Abtreibung und deren Gründe. Ein Problem habe ich definitiv damit wenn das Kind gesund und die wirtschaflichten Umstände in Ordnung sind, dann eine Abtreibung noch vor nehmen zu lassen. Frei nach dem Motto, ach nö, wir wollen nicht mehr noch ein Kind...

    Dass ist das einzige wo ich wirklich ein emotionales Problem habe... Aber auch das akzeptiere ich einfach und habe das damals als Freund uns ins Boot nahmen das niemals komentiert, fiel mir schwer, aber nicht meine Entscheidung....
    Das Leben macht was es will und ich auch!

  2. Inaktiver User

    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Zitat Zitat von Antje3 Beitrag anzeigen
    Ich denke, für was sich eine Familie entscheidet, steht einzig und allein der Familie zu. Die Entscheidung trifft wohl kaum jemand leichtfertigt.

    Außenstehende, die sich ein Urteil anmaßen, sind in den seltendsten Fällen die, die dann wirklich unterstützend da wären.

    Und auf welche Art eine Mutter dann die Abtreibung eines Kindes verarbeitet, die Entscheidung darf man wohl ebenfalls der Mutter überlassen.

    Meines Wissens wird heute von Psychologen empfohlen, richtig Abschied zu nehmen - mit Trauerfeier und Beerdigung. Warum auch nicht? Für die Eltern war das ihr Baby.

    Ich halte es für vermessen und dreist, wenn Außenstehende ohne detaillierte Info sich ein Urteil anmaßen, ob der Familie eine Abtreibung "zugestanden" wird oder sie doch in der Lage gewesen wäre, das Kind zu bekommen und was dann der angemessene Umgang mit dem Verlust auszusehen hat.
    Ich habe selber einen leichten "Defekt", der sich bis heute nicht vorgeburtlich diagnostizieren lässt. Dank rasanter Fortschritte in der Medizin kann es ganz gut sein, dass man die Sache in zehn oder fünfzehn Jahren mit einem einfachen Gentest feststellen kann.

    Nun sehe ich die Sache eigentlich recht rational. Ich würde nicht darunter leiden, wenn man mich damals abgetrieben hätte. Ich würde mich mit einem schwerbehinderten Kind vermutlich selber überfordert fühlen. Und eigentlich habe ich auch nicht den Hang, die Entscheidungen anderer Menschen zu verurteilen.

    Aber es bleibt eben ein gewisses Unbehagen wenn ich mir ausmale, in ein paar Jahren eine Freundin zu trösten, die über ihr "geliebtes Sternenkind" weint und dann im Nachhinein zu erfahren, dass das Kind aufgrund der Diagnose X aussortiert worden ist.

    Wenn ich mich umgekehrt entscheiden sollte, eine Schwangerschaft aufgrund einer Trisomie abzubrechen, dann würde ich es reichlich makaber finden, meinem Cousin eine Todesanzeige zu schicken. Oder gar zu erwarten, dass er mit seiner Tochter (die das Down-Syndrom hat) zur Beerdigung erscheint.

    Das Thema ist nicht einfach und bei allem Verständnis für die betroffenen Eltern muss man es auch akzeptieren, dass es bei manchen Menschen Unbehagen und Ängste auslöst. Es kann ja jeder die Meinung vertreten, dass ein Leben im Rollstuhl nicht lebenswert ist. Aber man muss den Rollstuhlfahrern auch eine abweichende Meinung zugestehen.


  3. Registriert seit
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    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich habe selber einen leichten "Defekt", der sich bis heute nicht vorgeburtlich diagnostizieren lässt. Dank rasanter Fortschritte in der Medizin kann es ganz gut sein, dass man die Sache in zehn oder fünfzehn Jahren mit einem einfachen Gentest feststellen kann.

    Nun sehe ich die Sache eigentlich recht rational. Ich würde nicht darunter leiden, wenn man mich damals abgetrieben hätte. Ich würde mich mit einem schwerbehinderten Kind vermutlich selber überfordert fühlen. Und eigentlich habe ich auch nicht den Hang, die Entscheidungen anderer Menschen zu verurteilen.

    Aber es bleibt eben ein gewisses Unbehagen wenn ich mir ausmale, in ein paar Jahren eine Freundin zu trösten, die über ihr "geliebtes Sternenkind" weint und dann im Nachhinein zu erfahren, dass das Kind aufgrund der Diagnose X aussortiert worden ist.

    Wenn ich mich umgekehrt entscheiden sollte, eine Schwangerschaft aufgrund einer Trisomie abzubrechen, dann würde ich es reichlich makaber finden, meinem Cousin eine Todesanzeige zu schicken. Oder gar zu erwarten, dass er mit seiner Tochter (die das Down-Syndrom hat) zur Beerdigung erscheint.

    Das Thema ist nicht einfach und bei allem Verständnis für die betroffenen Eltern muss man es auch akzeptieren, dass es bei manchen Menschen Unbehagen und Ängste auslöst. Es kann ja jeder die Meinung vertreten, dass ein Leben im Rollstuhl nicht lebenswert ist. Aber man muss den Rollstuhlfahrern auch eine abweichende Meinung zugestehen.
    Man muss seine Entscheidung ja auch nicht jedem mitteilen oder gar öffentlich machen.
    Wenn ich im 3. 4. oder 5. Monat abtreibe, weil das Kind nicht gesund ist, wissen meist noch gar nicht viele im Umfeld, dass man schwanger ist.
    Zumindest im 3.oder 4. Monat.
    Im 5. sieht das schon anders aus.
    Dann hätte ich halt eine Fehlgeburt und ich brauche mich nicht zu rechtfertigen und vermeide es andere mit meiner Entscheidung zu verletzen.
    Meine Abtreibung ist nur dem Arzt und mir bekannt.
    Meine Schwester hat ihr Trisomie Kind in aller Stille beerdigt und keine Todesanzeigen verschickt.....

  4. Inaktiver User

    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Zitat Zitat von honigkuchen71 Beitrag anzeigen
    Man muss seine Entscheidung ja auch nicht jedem mitteilen oder gar öffentlich machen.
    Ich glaube, das war genau der Punkt mit dem die TE im Eingangsbeitrag so ihre Probleme hatte.

    Zitat Zitat von IOLANDA
    Vor ein paar Tagen bin ich in einem anderen Forum über einen Thread gestolpert, in dem eine junge Frau nach Erfahrungen mit Spina bifida fragte. Sie stand vor der Entscheidung, ob sie ihr (Wunsch-)Kind, für das sie auch schon einen Namen ausgewählt hatte, in der 18. Woche deshalb abtreiben lassen sollte. Es war war eine Gehbehinderung zu erwarten, die Blase wäre ebenfalls betroffen gewesen. Binnen eines Tages entschied sie sich zur Abtreibung und ließ diese auch umgehend durchführen. Sie wolle nicht, dass ihr Kind kein völlig normales Leben führen könne. Ein Leben im Rollstuhl erschien ihr als (für sie persönlich) nicht lebenswert.
    Was mich jetzt so erstaunt ist, dass in der Folge der Anschein erweckte wurde, und zwar hauptsächlich von der TE selbst, der Tod des Kindes sei schicksalhaft und unausweichlich gewesen und nicht etwa eine bewusst herbeigeführte Abtreibung. Plötzlich war von "stiller Geburt" und "Sternenkind" die Rede. Das Kind soll beerdigt werden mit Pfarrer und drum und dran.
    Für Betroffene mit Spina bifida muss es schwer erträglich sein, in einem solchen Strang mitzulesen. Es kann einem ja keiner das Recht absprechen, sich gegen das Kind zu entscheiden und trotzdem tiefe Trauer zu empfinden. Aber in diesem öffentlichen Rahmen...

    Man würde das Thema doch auch nicht in großer Lautstärke in einer Gartenwirtschaft diskutieren, während eine Gruppe von Rollstuhlfahrern am Nebentisch sitzt.

  5. gesperrt Avatar von Ebayfan
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    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Die meisten Abtreibungen betreffen gesunde Kinder und haben soziale Gründe. Da müssen sich die Behinderten den Schuh eigentlich nicht anziehen.

  6. Inaktiver User

    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Naja, hier zumindest wird diskutiert, dass das Leben als sogenannter "Behinderter" und für sicher (!) lebenslang sichaufopfernde und "pflegende" Eltern nicht lebenswert sei.

  7. gesperrt Avatar von Ebayfan
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    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Das ist eben relativ. Es ist eine Frage, ob ein Leben mit einer später auftretenden Behinderung noch lebenswert ist und eine ganz andere, ob man Zeit und Energie dafür von Anfang an einsetzen will. Denn, ein gesundes Paar vorausgesetzt, die Alternative ist, eine Abtreibung vorzunehmen und stattdessen im Jahr drauf ein gesundes Kind zu bekommen und seine Ressourcen in das gesunde Kind zu investieren. Mal ganz nüchtern betrachtet ist das doch eigentlich der sinnvollere Weg.

    Je nach Behinderung führt doch die Investition in ein behindertes Kind in eine familiäre Sackgasse. Und ob es sich zu einem charakterlich sehr wertvollen und liebenswerten Menschen entwickeln würde, was ja den Behinderten immer unterschwellig unterstellt wird, ist ja auch noch nicht raus. Auch sie können sich zu besserwisserischen Nervensägen entwickeln, das Eine hat mit dem Anderen wenig zu tun.

    Man kann es auch ganz pragmatisch sehen, so wie ein Gärtner. Der packt immer 2 Gurkensamen in einen Topf und verkauft dann die Töpfe mit zwei Jungpflanzen. Es ist gedacht, dass der Kunde die schwächere von beiden rausrupft und die stärkere hegt und pflegt. So ist es wirtschaftlich, denn es lohnt sich nicht, einen Topf zu pflegen, wo dann hinterher gar keine Pflanze rauskommt. Bei mir kommt immer nur ein Samen an dieselbe Stelle, damit jeder eine Chance bekommt. Aber oft fällt bei den schwächeren die Ernte einfach aus.

    Jetzt stellt sich die Frage, warum bekommen Leute Kinder? Möchten sie sich um was Kleines, Hilfsbedürftiges kümmern? Möchten sie den Familienstammbaum weiterführen? Möchten sie möglichst schnell einen neuen, lieben Verwandten dazubekommen, der vielleicht auch im Familienbetrieb mit anpackt? Vor diesem Hintergrund - welchen Sinn macht die Hege und Pflege eines behinderten Keimlings? Denn mehr ist es zum Zeitpunkt der Diagnose noch nicht. Wer sichergehen will, startet nochmal neu. Evolutionär und langfristig betrachtet ist es die einzig vernünftige Option.

    Wer aber nur was zum Betüddeln haben will, ist mit einem behinderten Kind sogar besser dran. Aber das würde auch keiner zugeben. Wer also irgendwie rational/vernünftig handeln will, wird sich zur Abtreibung entscheiden. Aber das ganz klar nüchtern so zu sagen ist in diesen Zeiten mit viel PC natürlich unpopulär. Aber fast jeder wird sich das insgeheim denken. Selbst ein Behinderter, der klaren Verstandes ist, sollte zum selben Ergebnis kommen. Auch wenn es vielleicht weh tut, zu erkennen, dass man selbst eine Sackgasse ist (die ich selbst wegen fehlendem Kinderwunsch übrigens auch bin - evolutionär betrachtet ist auch das eine Behinderung, wenn auch nicht pränatal diagnostizierbar). Der eigentliche Sinn des Lebens ist die Fortpflanzung und die Fortführung der Familienlinie. Da kann man drum herumreden, soviel man will, es ist am Ende das Einzige, was richtig zählt. Deshalb sollte man idealerweise nur Nachwuchs aufziehen, der die Aussicht hat, das auch gut umzusetzen. Entweder durch möglichst viele Nachkommen oder einige wenige besonders erfolgreiche Nachkommen. Das sind die zwei Strategien in der Natur, die man bei allen Lebewesen beobachten kann.

    Andererseits kann man aber auch argumentieren, dieser Sinn des Lebens ist auch sinnlos, denn spätestens, wenn sich die Sonne zum roten Riesen aufbläht und die Erde verglüht, ist sowieso alles vorbei. Solange das Leben hier es bis dahin nicht schafft, ins All aufzubrechen. Betrachtet man es so, kann man auch behinderte Kinder bekommen und aufziehen, so wie ich die schwächlichen Pflänzchen. Oder sich gleich von der Brücke stürzen. Dann ist alles egal.

    So gesehen sind alle Entscheidungen individuell nachvollziehbar und jeder soll das tun, was er für sinnvoll hält. Die Freiheit haben wir ja auch und das ist auch richtig so.

    Jedenfalls ist derjenige, der abtreibt kein schlechter Mensch und nicht behindertenfeindlich. Er entscheidet sich nur für seinen Weg in seinem Leben. Niemand hat einen Anspruch, auf die Welt zu kommen. Es ergibt sich aus den Handlungen unserer Vorfahren. Jeder von uns wäre so nicht da, hätten unsere Eltern an einem anderen Tag miteinander geschlafen. Dann wäre ein potentieller Bruder oder eine Schwester an unserem Platz. Wir haben alle Milliarden von potentiellen Geschwistern, die nie gezeugt wurden. Man kann nicht jedem einzelnen hinterhertrauern. Egal ob behindert oder nicht.


  8. Registriert seit
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    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Zitat Zitat von Ebayfan Beitrag anzeigen
    Das ist eben relativ. Es ist eine Frage, ob ein Leben mit einer später auftretenden Behinderung noch lebenswert ist und eine ganz andere, ob man Zeit und Energie dafür von Anfang an einsetzen will. Denn, ein gesundes Paar vorausgesetzt, die Alternative ist, eine Abtreibung vorzunehmen und stattdessen im Jahr drauf ein gesundes Kind zu bekommen und seine Ressourcen in das gesunde Kind zu investieren. Mal ganz nüchtern betrachtet ist das doch eigentlich der sinnvollere Weg.

    Je nach Behinderung führt doch die Investition in ein behindertes Kind in eine familiäre Sackgasse. Und ob es sich zu einem charakterlich sehr wertvollen und liebenswerten Menschen entwickeln würde, was ja den Behinderten immer unterschwellig unterstellt wird, ist ja auch noch nicht raus. Auch sie können sich zu besserwisserischen Nervensägen entwickeln, das Eine hat mit dem Anderen wenig zu tun.

    Man kann es auch ganz pragmatisch sehen, so wie ein Gärtner. Der packt immer 2 Gurkensamen in einen Topf und verkauft dann die Töpfe mit zwei Jungpflanzen. Es ist gedacht, dass der Kunde die schwächere von beiden rausrupft und die stärkere hegt und pflegt. So ist es wirtschaftlich, denn es lohnt sich nicht, einen Topf zu pflegen, wo dann hinterher gar keine Pflanze rauskommt. Bei mir kommt immer nur ein Samen an dieselbe Stelle, damit jeder eine Chance bekommt. Aber oft fällt bei den schwächeren die Ernte einfach aus.

    Jetzt stellt sich die Frage, warum bekommen Leute Kinder? Möchten sie sich um was Kleines, Hilfsbedürftiges kümmern? Möchten sie den Familienstammbaum weiterführen? Möchten sie möglichst schnell einen neuen, lieben Verwandten dazubekommen, der vielleicht auch im Familienbetrieb mit anpackt? Vor diesem Hintergrund - welchen Sinn macht die Hege und Pflege eines behinderten Keimlings? Denn mehr ist es zum Zeitpunkt der Diagnose noch nicht. Wer sichergehen will, startet nochmal neu. Evolutionär und langfristig betrachtet ist es die einzig vernünftige Option.

    Wer aber nur was zum Betüddeln haben will, ist mit einem behinderten Kind sogar besser dran. Aber das würde auch keiner zugeben. Wer also irgendwie rational/vernünftig handeln will, wird sich zur Abtreibung entscheiden. Aber das ganz klar nüchtern so zu sagen ist in diesen Zeiten mit viel PC natürlich unpopulär. Aber fast jeder wird sich das insgeheim denken. Selbst ein Behinderter, der klaren Verstandes ist, sollte zum selben Ergebnis kommen. Auch wenn es vielleicht weh tut, zu erkennen, dass man selbst eine Sackgasse ist (die ich selbst wegen fehlendem Kinderwunsch übrigens auch bin - evolutionär betrachtet ist auch das eine Behinderung, wenn auch nicht pränatal diagnostizierbar). Der eigentliche Sinn des Lebens ist die Fortpflanzung und die Fortführung der Familienlinie. Da kann man drum herumreden, soviel man will, es ist am Ende das Einzige, was richtig zählt. Deshalb sollte man idealerweise nur Nachwuchs aufziehen, der die Aussicht hat, das auch gut umzusetzen. Entweder durch möglichst viele Nachkommen oder einige wenige besonders erfolgreiche Nachkommen. Das sind die zwei Strategien in der Natur, die man bei allen Lebewesen beobachten kann.

    Andererseits kann man aber auch argumentieren, dieser Sinn des Lebens ist auch sinnlos, denn spätestens, wenn sich die Sonne zum roten Riesen aufbläht und die Erde verglüht, ist sowieso alles vorbei. Solange das Leben hier es bis dahin nicht schafft, ins All aufzubrechen. Betrachtet man es so, kann man auch behinderte Kinder bekommen und aufziehen, so wie ich die schwächlichen Pflänzchen. Oder sich gleich von der Brücke stürzen. Dann ist alles egal.

    So gesehen sind alle Entscheidungen individuell nachvollziehbar und jeder soll das tun, was er für sinnvoll hält. Die Freiheit haben wir ja auch und das ist auch richtig so.

    Jedenfalls ist derjenige, der abtreibt kein schlechter Mensch und nicht behindertenfeindlich. Er entscheidet sich nur für seinen Weg in seinem Leben. Niemand hat einen Anspruch, auf die Welt zu kommen. Es ergibt sich aus den Handlungen unserer Vorfahren. Jeder von uns wäre so nicht da, hätten unsere Eltern an einem anderen Tag miteinander geschlafen. Dann wäre ein potentieller Bruder oder eine Schwester an unserem Platz. Wir haben alle Milliarden von potentiellen Geschwistern, die nie gezeugt wurden. Man kann nicht jedem einzelnen hinterhertrauern. Egal ob behindert oder nicht.
    Starker Text. du bringst es auf den Punkt und sprichst aus, was politisch vielleicht unkorrekt erscheinen mag, aber was in der Natur einfach Fakt und Sache ist.


  9. Registriert seit
    17.11.2010
    Beiträge
    3.335

    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Ich finde es auch recht anmaßend, wenn Menschen mit gesunden Kindern oder gar keinen anderen vorschreiben wollen, ob sie ein Leben mit einem behinderten Kind gewachsen sind oder nicht.

    Etwas OT: Aber ich fand die Reaktionen einiger Behinderten-Institutionen auf die sehr persönlichen Aussagen von Monika Lierhaus auch total daneben.

    Gott sei Dank haben sich inzwischen einige Betroffene sehr positiv dazu geäußert.


  10. Registriert seit
    08.05.2009
    Beiträge
    593

    AW: Abtreibung wegen Körperbehinderung

    Ich habe diesen Strang jetzt erst entdeckt und der allgemeine Tenor macht mich etwas fassungslos.
    Erstmal scheint hier keiner die Rechtslage bei Spätabtreibung zu kennen. Da gibt's nämlich keinen Zeitdruck. Die einzige Gesetzliche Regelung die es da gibt, besagt, dass zwischen Diagnosemitteilung und Abtreibung drei Tage liegen müssen, damit keine übereilte Entscheidung getroffen werden muss.
    Spina bifida ist eine rein körperliche Behinderung. Die meisten haben eine inkomplette Querschnittlähmung. Heutzutage werden in der Feindiagnostik eigentlich alle Fälle erkannt, und normalerweise auch in welchem Wirbelbereich die Schädigung liegt und es können erste Aussagen zum späteren Behinderungsbild gemacht werden. Leider haben viele Ärzte überhaupt keine Ahnung von den Behinderungen die sie diagnostizieren oder sehr veraltetes Wissen. Es wäre schön, wenn die Eltern dann Ansprechpartner in Selbsthilfeorganisationen genannt bekommen. Leider passiert das nur selten.
    Bei Spina bifida leben die Betroffenen nämlich recht normal eigentlich bin ich fassungslos das man das immer noch so erklären muss. Also in der Regel mit Ausbildung oder Studium, zumindest für die Frauen ist auch Kinder bekommen möglich. Rein körperlich Behinderte Menschen leben in Deutschland im Normalfall selbstbestimmt in der eigenen Wohnung, da ist keine lebenslange Abhängigkeit von den Eltern gegeben (ja ich weiß aus eigener Erfahrung wovon ich rede). Und wenn ihr mir nicht glaubt, wendet Euch an den nächstgelegenen Selbsthilfe Verein. Oder haltet einfach mal in Der Stadt die Augen auf. Wenn ihr darauf achtet, werdet ihr bestimmt den ein oder anderen Rollstuhlfahrer sehen der alleine unterwegs ist und gar nicht unglücklich aussieht.

    Und ganz ehrlich, mit den Vergleichen, die hier kamen aus dem Pflanzenreich, man müsse die schwachen Keimlinge aussortieren.. . die Ideologie hatten wir schon mal in Deutschland. Mehr muss man dazu nicht sagen.

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