Hallo liebe Forenmitglieder,
ich möchte mich gerne mit Gleichgesinnten über folgendes Dilemma austauschen. Ich bin gerade 40 geworden und bin gezwungen, meinen Familienwunsch zu begraben. Vielleicht gibt es da Frauen in ähnlicher Position, egal welchen Alters, die ihren emotionalen Erfahrungsschatz mit einbringen wollen.
Zu mir: Ich bin, wie gesagt, gerade 40 geworden. In meinen Zwanzigern hatte ich eine wilde Zeit und sie sehr genossen. In den dreissigern schwoll in mir der Wunsch, eine Familie mit einem netten Mann, der in mich und ich in ihn verliebt ist, gründen zu wollen. Zu spät? Ich bin völlig unbedarft an die Sache rangegangen und dachte, die Männer stehen Schlange. Weit gefehlt. Ich hatte einige Männer kennengelernt aber sie wollten nur Sex und ich Depp hatte mich dann auch noch in sie verliebt. Mit Mitte 30 hatte ich eine Beziehung, die sehr vielversprechend anfing aber es gab nach zwei Jahren irgendwann keinen Sex mehr und er wollte dann auch wieder lieber alleine sein. Die Trennung war sehr schmerzhaft für beide Seiten. Ich fand die Männer alle sehr toll, ich war, besonders in meine letzte Beziehung sehr verliebt, er auch in mich aber eine Beziehung mit Kindern wollte er auch nicht. Zuviel Verantwortung, meinte er! Nun frage ich mich, woran das liegt. An mir? An meiner Männerauswahl? Am Schicksal? Am Glück?
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Ergebnis 1 bis 10 von 194
Thema: Familienwunsch begraben
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03.07.2015, 18:23
Familienwunsch begraben
Geändert von Partnerlos (03.07.2015 um 18:44 Uhr)
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03.07.2015, 20:54
AW: Familienwunsch begraben
eins kommt zum anderen.
Natürlich spielt Glück bzw. Zufall immer eine Rolle.
Aber "leichtsinnig und naiv" scheinst du die Sache schon angegangen zu sein.
Garantien hätte es auch andernfalls nicht gegeben - aber wie groß die Chance ist, das hängt schon vom eigenen Verhalten ab.
"Wilde Zeit" - heißt das, dass du gar keine Erfahrung mit längeren Beziehungen hast und das auch lange nicht angestrebt hast?
Und als du dann mit Ü30 den Wunsch nach Familie hattest - hast du denn da darauf geachtet, nur noch mit Männern mit Kinderwunsch zusammen zu sein?
Wie kann es sein, dass du zwei Jahre mit einem Mann zusammen warst, der keine Kinder möchte und der keine Verantwortung übernehmen möchte?
Ich bin übrigens in ganz anderer Situation - aber das beobachtet man ja doch öfter, dass Frauen lange meinen "Kinder" sei etwas "für später" oder dass sie sich sehr lange gar keine Gedanken machen (was hast du in deinen 20ern denn darüber gedacht?) und dann plötzlich merken, dass die Zeit arg oder sogar zu knapp geworden ist.
Jetzt ist es aber so. Einen lieben Partner kannst du in jedem Alter noch finden, aber die Familiengründung ist aller Wahrscheinlichkeit nach "durch".
Ich hätte sicher auch einiges zu verarbeiten gehabt, wenn ich keine Kinder hätte - aber natürlich kann man auch ohne Kinder ein erfülltes Leben leben - darauf sollte dein Fokus liegen.
Ist es denn in deiner Umgebung irgendwo/irgendwie möglich, eine Beziehung zu anderen Kindern aufzubauen? Auch das kann ein Weg sein - wenn du es nicht als "Ersatz", sondern als Entschluss und Bereicherung siehst.
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03.07.2015, 22:33
AW: Familienwunsch begraben
Aus meiner Sicht ja. Ich sehe es mit Befremden, dass das Thema Kinder immer weiter auf später verschoben wird.
Ich denke auch - von jedem etwas.
Schön, dass Du das auch im Nachhinein so siehst. Es wird wahrscheinlich gut sein, sich das auch immer wieder vor Augen zu führen und sich bewusst zu machen, was man positives in seinem Leben gemacht hat und derzeit macht.
Mit jeder Entscheidung (und auch manchmal Nicht-Entscheidung) für etwas im Leben entscheidet man sich eben auch immer gegen etwas anderes.
Dem Vorschlag von Marta-Agata, eine Beziehung zu einem anderen Kind aufzubauen, kann ich nur begrenzt zustimmen. Wenn dieser Kontakt dann unterbunden wird, kann das dann auch sehr schmerzhaft werden.
Zudem bedarf es eines großen Zufalls, dass das gelingt - nicht nur mit dem Kind, sondern auch mit dessen Eltern.Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben.
Christian Fürchtegott Gellert (1715-69)
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03.07.2015, 22:46
AW: Familienwunsch begraben
Hallo Partnerlos,
es tut mir sehr leid für dich
.
Ich glaube auch, dass du es zu sehr "dem Gang des Schicksals" überlassen hast.
Ich selber hatte immer einen starken Kinderwunsch und wusste dies schon als junges Mädchen. Mit Ende Zwanzig damals hatte sich "der geeignete Mann" nicht so ganz von selbst eingestellt, so dass ich damals ganz konkret ausschließlich gedatet habe, wenn ich Klarheit finden konnte, dass der Mann grundsätzlich an einer Familiengründung interessiert war. Hört sich blöd an, fand ich aber gar nicht so schlimm, so eine Frage zu stellen.
Das hat sicherlich auch bedeutet, dass ich den einen oder anderen ausgeschlagen habe, mit dem ich hätte viel Spaß haben können.
Meine Ehe hat immerhin 17 Jahre gehalten und es sind zwei tolle Kinder daraus hervorgegangen.
Ich würde es wieder so machen.
Gruß
Capbreton
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04.07.2015, 06:22
AW: Familienwunsch begraben
Danke für eure Antworten

Ja. Ich hatte zwar lockere, freundschaftliche Beziehungen zu Männern (auch mit ab und an Sex) aber keine Beziehung in der klassischen Form. Es waren in den Zwanzigern ganz andere Dinge in meinem Kopf, als an eine längere Beziehung zu denken. Das hätte sich mit meinem Leben, dass ich damals führte auch gar nicht vereinbaren lassen und hätte es sich vereinbaren lassen, hätte ich es nicht gewollt. Es wäre vielleicht anders gewesen, wenn ich mich verliebt hätte.
Das Leben, das ich führte, war in meinem Umfeld aber nichts untypisches, es war eher gängig.
Ich checkte die Männer bei den ersten Treffen nicht sofort danach ab, ob sie Kinder wollen oder nicht, sondern wollte das nach einiger Zeit Kennenlernen ins Gespräch einfließen lassen aber soweit kam es dann nicht. Als es etwas enger wurde, waren sie weg, teilweise sogar sehr plötzlich, vom Erdboden verschluckt und ich verstand die Welt nicht mehr.Und als du dann mit Ü30 den Wunsch nach Familie hattest - hast du denn da darauf geachtet, nur noch mit Männern mit Kinderwunsch zusammen zu sein?
Ich war vier Jahre mit ihm zusammen. Weil er zuerst welche wollte und dann doch wieder nicht, dann wieder doch. Es hat ihm schwer zu schaffen gemacht, dass er nicht so ganz wusste, was er will und dass er mich dadurch natürlich auch verletzt. Als es dann anfing, dass es sexuell den Bach runter ging, da wusste ich, ok er hat sich innerlich entschieden. Ja, hätte ich früher beenden sollen. Das werfe ich mir im Nachhinein noch vor.Wie kann es sein, dass du zwei Jahre mit einem Mann zusammen warst, der keine Kinder möchte und der keine Verantwortung übernehmen möchte?
Ich habe schon immer Kinder in meinem Bekannten- und Freundeskreis gehabt, zu denen ich eine recht gute Beziehung habe. Aber ich merkte in letzter Zeit, dass mir das nicht mehr gut tut und fing an, mich davon etwas zu lösen. Ich schraube gerade auch etwas den Kontakt zu meinen Freundinnen runter, die Kinder haben und konzentriere mich eher auf die Singles in meinem Umfeld, wovon es glücklicherweise einige gibt.Ist es denn in deiner Umgebung irgendwo/irgendwie möglich, eine Beziehung zu anderen Kindern aufzubauen? Auch das kann ein Weg sein - wenn du es nicht als "Ersatz", sondern als Entschluss und Bereicherung siehst.
Darf ich fragen, ob du die Frage dann gleich bei den ersten Treffen gestellt hast.
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04.07.2015, 06:23
AW: Familienwunsch begraben
Ich habe mehrere Freundinnen, die noch nach 40 schwanger geworden sind. Du kannst Dir ja 2 Jahre geben um nach einem Mann zu schauen, der auch eine Familie will (gibt es da nicht bestimmte dating websites dafuer?).
Und mit 43 kannst Du Dich kuenstlich befruchten lassen, so dass Du wenigstens noch ein Kind bekommst. Den Vater dazu kannst Du danach immer noch suchen. Es tut mir leid, dass ich zu lange auf den richtigen Mann gewartet habe und es mit 46 nicht mehr ging. Auch nicht mehr mit kuenstlicher Befruchtung oder so.
Also, ich wuenschte ich waere noch mal 40! Dann koennte ich wenigstens noch ein Wunschkind bekommen. Zur Not ohne Partner.
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04.07.2015, 09:00
AW: Familienwunsch begraben
Liebe Partnerlos,
so ganz genau kann ich mich jetzt auch nicht mehr erinnern, aber vermutlich habe ich nicht gleich beim ersten Treffen danach gefragt... ich meine, so nach 2-3 Begegnungen kam das Thema auf. Dann hätte ich noch die Reißleine ziehen können.
Mir ging es nämlich seinerzeit auch so wie dir: ich hatte mehrere "Bekanntschaften", die mit mir zusammen sein wollten, wenn es enger wurde, waren sie weg...
also keinesfalls dein individuelles Problem...
und mir war es wichtig, von vornherein zumindestens die Chance auf eine Familie zu erhalten. Ich habe mich auch immer gefragt, wieso das bei anderen Frauen offenbar so selbstverständlich funktioniert hat. (Vielleicht war es ja gar nicht so, aber das habe ich damals nicht bemerkt...)
Den Gedanken von annakathrin finde ich auch überlegenswert, das würde aber definitiv bedeuten, allein dafür gerade zu stehen. Wäre das eine Option für dich?
LG
Capbreton
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04.07.2015, 09:26
AW: Familienwunsch begraben
Das beruhigt mich, dass es anderen Frauen auch so ergangen ist. Ich wundere mich auch, wie das bei anderen so entspannt klappt aber man sieht ja in vieles auch nicht hinein.
Danke für den Tipp mit der künstlichen Befruchtung, annakathrin. Ich habe mich in den kühlen Morgenstunden mal ein bisschen mit dem Thema auseinandergesetzt und im Internet recherchiert. Es ist wohl so, dass künstliche Befruchtungen gesetzlich nur bei Paaren erlaubt sind und die Altersgrenze bei 40 liegt. Es gibt die Option, eine Samenspende im Ausland zu erhalten. Bei dem Gedanken stoße ich etwas an meine Pietätsgrenzen. Hypothetisch betrachtet, sieht man dann sein Kind jeden Tag an und weiß nicht, woher es die Gesichtszüge hat. Mit alleine dafür gerade zu stehen, hätte ich kein Problem.Den Gedanken von annakathrin finde ich auch überlegenswert, das würde aber definitiv bedeuten, allein dafür gerade zu stehen. Wäre das eine Option für dich?
Nach einem Mann schaue ich sowieso. Ich denke, es ist aber besser, jetzt die "Hoffnung" auf Familie zu begraben. Warum sollte es jetzt noch klappen, was ich die letzten zehn Jahre nicht hinbekommen habe. Es gibt Dating-Websites, in denen man angeben muss, ob man einen Kinderwunsch hat oder nicht. Viele Männer mit Kinderwunsch orientieren sich eher an jüngeren Frauen und viele Männer wissen's auch immer noch nicht, ob sie Familie haben wollen. Da steht dann Vielleicht. Ich selbst komme mir ja komisch vor, in meinem Alter überhaupt bei Kinderwunsch ein Ja anzugeben.
Ich ärgere mich so über mich selber, dass ich die letzte Beziehung nicht durchschaut habe. Die letzten Jahre meines fruchtbaren Lebens vergeudet. Nun ja, die Vergangenheit kann man jetzt nicht mehr ändern.Geändert von Partnerlos (04.07.2015 um 09:40 Uhr)
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04.07.2015, 09:41
AW: Familienwunsch begraben
Ich kenne eine Frau, die das (vor irgendwelchen Websites) so gemacht hat: sie hatte ein jahrelanges Verhältnis mit einem verheirateten Mann, der Kinder hatte und zudem sterilisiert war. Dann hat sie damals auf einem Seminar einen One-Night-Stand "genutzt", um schwanger zu werden. Hat geklappt. Ob es ihr gelungen ist, den Vater vor dem Sohn zu verheimlichen, weiß ich nicht, da ich keinen Kontakt mehr habe.
Aber möglich ist das schon.
Und ich weiß auch einen Fall, in dem es mit Hilfe einer "Spende im Röhrchen" dazu kam. War aber auch vor den Zeiten, in denen rechtlich alles geregelt war.
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04.07.2015, 09:50
AW: Familienwunsch begraben
Daran hatte ich auch schon gedacht. Mir einen ONS suchen und mich schwängern lassen (Ist jetzt ja einfacher gesagt, es muss dann auch gleich klappen und der Mann muss dann auch ein bisschen hohl in der Birne sein, damit er selber nicht an ein Kondom denkt). Aber es ist eine Möglichkeit. Allerdings besteht dadurch auch die Gefahr, sich bei ungeschütztem Sex mit einem Unbekannten, auch was anderes einzufangen.
Irgendwie schon komisch. Für die natürlichen Wege gibt es keine Regeln, Kinder zu bekommen.Und ich weiß auch einen Fall, in dem es mit Hilfe einer "Spende im Röhrchen" dazu kam. War aber auch vor den Zeiten, in denen rechtlich alles geregelt war.


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