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  1. Inaktiver User

    regrettingmotherhood: Mütter bereuen ihre Mutterschaft

    Wenn sie die Zeit zurückdrehen könnte, würde sie sich gegen Kinder entscheiden - darf eine Mutter so etwas sagen? 23 israelische Frauen haben es getan, ihre Bekenntnisse befeuern seit Tagen eine hitzige Debatte.

    Kaum eine Mutter, die ich kenne, vermisst nicht etwas aus ihrem alten Leben, bevor sie Kinder bekam. Frauen, die früher ihre Unabhängigkeit liebten, hadern mit dem Gefühl, nie mehr allein sein zu können. Frauen, die vor der Geburt die Zweisamkeit mit ihrem Partner schätzten, sind traurig über den Verlust dieser Zeit. Frauen, die ihren Beruf lieben, fühlen sich durch das Kind eingeengt. Frauen, die viel Wert auf ihr Äußeres legen, hadern mit den Veränderungen ihres Körpers. Alle diese Frauen mussten lernen, mit diesen Entbehrungen zurechtzukommen.

    Wer sich für ein Kind entscheidet, legt sich unwiderruflich fest, dafür gibt es kein Schnupperpraktikum. Trotz bewusster Entscheidung ist das Leben mit Kindern dann oft ganz anders, als es sich Eltern vor der Geburt ausgemalt haben. Ob der Mutter ihre neue Rolle nun zusagt oder nicht und wie sie mit dieser Ambivalenz und möglichen Enttäuschungen umgeht, sollte eine ganz persönliche Sache sein, eine Typfrage.


    Quelle: #regrettingmotherhood: Mütter, seid nicht so hart - SPIEGEL ONLINE

    Heute wurde darüber im Fernsehen berichtet.
    Ich kenne eigentlich nur überforderte Mütter und nehme an das es Viele gibt die diese Gedanken, wenn auch nicht ständig, hegen.
    Ich selbst habe mich ganz bewusst gegen Kinder entschieden, weil ich einfach nicht dafür gemacht bin und dahingehend noch nie ein Wunsch bestand.

    Was sagt ihr zu dem Thema? Ich finde es gut das darüber nun öffentlich gesprochen wird.

  2. Inaktiver User

    AW: regrettingmotherhood: Mütter bereuen ihre Mutterschaft

    Ich weiß nicht so recht, was jetzt der Sinn davon sein soll. Mir kommt es so vor, als wär das eine Modeerscheinung, möglichst negativ über Kinder und die Zeit mit ihnen zu reden, und als wär es irgendwie hip, sich als emotional distanzierte Rabenmutter zu präsentieren, deren Kinder sie eigentlich nur von viel spannenderen und erfüllenderen Dingen abhalten.

    Natürlich ist das Mutterdasein nicht das pure Idyll - sondern hat Schattenseiten und Nachteile und hängt einem manchmal zum Hals raus. Und ja, für manche war es vielleicht die falsche Entscheidung.

    Und - genau wie alles andere im Leben - kann man hinterher bereuen sich darauf eingelassen zu haben. Was eine Erkenntnis.

    Bei manchen dieser Berichte denk ich mir aber: hätten sie kein Kind gekriegt würden sie dann daran leiden.

    Ich weiß nicht, ich möcht an meinem Leben nicht leiden, und manches das ich nicht mehr ändern kann nehm ich halt so wie es ist und mach das Beste draus. Ich hab mich damals dafür entschieden, und dann ist es jetzt so. Daran rumzudeuteln was wäre gewesen wenn oder wenn nicht finde ich ziemlich unsinnig. Was sollen einem solche Gedanken bringen???

  3. Avatar von Mitternachtsblau
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    AW: regrettingmotherhood: Mütter bereuen ihre Mutterschaft

    Ich wollte ganz bewußt immer Kinder und das schon sehr früh.
    Davon ab komme ich aus der Ex-DDR, wo Kinderkriegen und -großziehen mit einer anderen Selbstverständlichkeit gehandhabt wurde. Viel früher als heute Mutter zu werden war allgemein üblich und gesellschaftlich anerkannt.

    Als ich ganz willentlich mit meiner Erstgeborenen schwanger war, lag ich zeitweilig im Krankenhaus mit zwei anderen werdenden Müttern im Zimmer - eine davon war 16, ja, die war noch 'n Küken. Ganz schön früh für's erste Kind. Die andere war 19 - das war so das gefühlt "normale" Alter für's erste Kind. Und ich feierte im Klinikbett meinen 21. Geburtstag. Ich war damals unter den Schwangeren "die Alte". Kaum zu glauben.

    Tatsächlich hatte ich nie Zweifel an der Entscheidung fürs Baby, ich hatte alles an Ausbildung fertig, was man bis dahin günstigenfalls unter Dach und Fach hatte. Wir heirateten noch fix, als ich im 7. Monat schwanger war.

    Die Tochter wurde geboren...Mitte November `89.

    Das war das allerdämlichste timing, was mir einfallen konnte. Als wir die Schwangerschaft planten, war vom gesellschaftlichen Umbruch noch nichts zu ahnen, zumindest nicht annähernd von dem Ausmaß.

    Hätte ich eine Chance gehabt, die Zeit zurückzudrehen, hätte ich da was anders geplant, da bin ich sicher. Nur - hätte es dann jemals den idealen Zeitpunkt für ein Kind gegeben? Hätte ich sechs Jahre später ein zweites bekommen, weil ein zweites Kind nur "eins mehr", aber nicht annähernd so einschneidend ist wie das erste Kind? Vielleicht hätte ich heute gar keine Kinder, wenn ich damals nur noch einfach ein Jahr gewartet hätte.
    Und DAS hätte ich mit Sicherheit bereut.

    Das Muttersein an sich habe ich niemals bereut und war auch nicht grundsätzlich überfordert. Aber über den Zeitpunkt habe ich mir schon im Nachhinein so allerlei Gedanken gemacht. Nur letztlich muss man ja so oder so die Konsequenzen seiner Lebensentscheidungen tragen, da ist es wohl relativ wenig zielführend, sich da mit Reue zu sehr auseinanderzusetzen.
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde

  4. Moderation Avatar von skirbifax
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    AW: regrettingmotherhood: Mütter bereuen ihre Mutterschaft

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was sagt ihr zu dem Thema? Ich finde es gut das darüber nun öffentlich gesprochen wird.
    Gut für wen? Wie soll sich ein Kind, vom mir auch ein inzwischen erwachsenes Kind fühlen, wenn es hört, dass die/seine Mutter, stünde sie noch einmal vor der Entscheidung, sich "natürlich" gegen Kinder entscheiden würde? Warum natürlich?

    Man kann nicht auf zwei Hochzeiten tanzen - diese Erkenntnis ist nicht neu, aber sie stimmt. Wenn ich mich für Kind(er) entscheide, bin ich für ein paar Jahre nicht mehr Herr über meine Zeit, muss ich als Mutter/Eltern mich zurücknehmen. Wer das nicht möchte, soll keine Kinder bekommen, das ist für mich der Vorteil der heutigen Zeit. Man wird als Frau nicht mehr zwangsläufig Mutter.
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
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  5. Moderation Avatar von maryquitecontrary
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    AW: regrettingmotherhood: Mütter bereuen ihre Mutterschaft

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich kenne eigentlich nur überforderte Mütter. ...

    Ich nicht.


    Ich kenne Mütter, die sich auch mal überfordert fühlen, ebenso wie Mütter, die dies nicht tun (außer in solch denkwürdigen Augenblicken, wo das Kind nachts zum zweiten Mal das Bett vollk* oder einem das Kirschkompott in den Isolierungsfalz des Kühlschrankes fällt, da fühlen sich auch normalerweise nicht überforderte Mütter überfordert). Hängt auch aber durchaus nicht nur von der Kinderzahl, dem Temperament, dem eigenen Perfektionismus sowie Flexibilität, sehr auch vom mitverantwortlichen Vater sowie Umfeld ab.


    Ich finde es allgemein gut, wenn man ohne Erfolgsdruck und ohne Absolutheit (regretting finde ich ein absolutes Wort, wird im Artikel ja auch differenziert verwendet) über Elternschaft reden kann.


  6. Registriert seit
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    AW: regrettingmotherhood: Mütter bereuen ihre Mutterschaft

    Zitat Zitat von skirbifax Beitrag anzeigen
    Gut für wen? Wie soll sich ein Kind, vom mir auch ein inzwischen erwachsenes Kind fühlen, wenn es hört, dass die/seine Mutter, stünde sie noch einmal vor der Entscheidung, sich "natürlich" gegen Kinder entscheiden würde?
    Dieser Gedanke kam mir auch.

    Wie soll sich ein Kind fühlen, wenn es davon erfährt, dass es unerwünscht war, dass die Mutter dies sogar hinausposaunt hat für jeden, der es lesen will? Dies zu wissen, wird es im Innersten schmerzen.

    Auch für einen Erwachsenen ist dieses Wissen eine große Last, wie soll ein Kind damit umgehen?

    Nein, der Preis, den diese Kinder dafür zahlen müssen, dass andere nun über dieses Thema diskutieren können, ist zu hoch.

  7. Avatar von Mitternachtsblau
    Registriert seit
    15.09.2012
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    10.808

    AW: regrettingmotherhood: Mütter bereuen ihre Mutterschaft

    Zitat Zitat von Massashi Beitrag anzeigen
    Wie soll sich ein Kind fühlen, wenn es davon erfährt, dass es unerwünscht war, dass die Mutter dies sogar hinausposaunt hat für jeden, der es lesen will? Dies zu wissen, wird es im Innersten schmerzen.
    Da fällt mir ein - als ich schwanger war, sagte meine Mutter dazu, sie hätte ja gehofft, ich würde nicht denselben Fehler machen wie sie... (Mit dem Fehler war ich gemeint, ich war ein Einzelkind.)
    Das fand ich tendenziell zum k***en. Abgesehen davon war meine Mutter aber auch ohne diese Aussage ein überaus spezielles Exemplar.
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde

  8. Inaktiver User

    AW: regrettingmotherhood: Mütter bereuen ihre Mutterschaft

    Zitat Zitat von Massashi Beitrag anzeigen

    Wie soll sich ein Kind fühlen, wenn es davon erfährt, dass es unerwünscht war, dass die Mutter dies sogar hinausposaunt hat für jeden, der es lesen will? Dies zu wissen, wird es im Innersten schmerzen.

    Auch für einen Erwachsenen ist dieses Wissen eine große Last, wie soll ein Kind damit umgehen?

    Nein, der Preis, den diese Kinder dafür zahlen müssen, dass andere nun über dieses Thema diskutieren können, ist zu hoch.
    Ich behaupte mal das die Kinder es sowieso spüren. Ausgesprochen werden sollte es auf diese Weise natürlich nicht gegenüber den Kindern. Als erwachsener Mensch kann man Verständnis dafür aufbringen, wenn man sich in die Lage der Mutter hineinversetzt, finde ich.

    Ich bin in einer Großfamilie aufgewachsen und mir sehr sicher, dass meine Mutter das so nicht gewollt hat. Aber damals war eine andere Zeit, mit anderen gesellschaftlichen Zwängen ectr. ohne das ich das näher ausführen möchte.
    Vielleicht interessiert mich das Thema deswegen.

    Ich finde es von den Frauen mutig das sie das so gesagt haben. Ich denke nämlich das man damit gesellschaftlich sehr schnell geächtet wird. Eine Mutter hat ihre Kinder zu lieben und sich dafür aufzuopfern - Punkt! So scheint mir ist die öffentliche Meinung dazu.
    Wenn nicht, kann sie das vielleicht gerade noch einem Therapeuten erzählen ohne fürchten zu müssen dafür verurteilt zu werden.

    Vielleicht ist es eine Anstoß für manche denen es ebenso geht, ihre Situation in irgendeiner Weise zu verbessern, darüber zu reden, Lösungen im Kleinen zu finden. Leugnen und verschweigen hilft Keinem.
    Geändert von Inaktiver User (15.04.2015 um 07:24 Uhr)


  9. Registriert seit
    12.07.2007
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    73.261

    AW: regrettingmotherhood: Mütter bereuen ihre Mutterschaft

    Es gibt mehr Mütter als anzunehmen ist, die diese Gefühle ein Leben lang mit sich rumtragen und sich dafür schämen.
    Z.T quält es diese Mütter sehr, und teilweise werden sie krank, weil darüber sprechen nicht erlaubt und gesellschaftskonform ist.
    Tun sie es doch, werden sie ausgegrenzt, gemieden und verurteilt.
    Viele Mütter "leiden" genau an diesen Gefühlen!
    Sie möchten die Kinder nicht loswerden, aber wenigstens mal die Gefühle aussprechen dürfen, die einfach so aufgetaucht sind und die sie niemals vorher erwartet hätten ...
    keiner wollte darüber mit seinen Kindern reden ...vielleicht mit Menschen, die nicht verurteilen und nur mal zuhören?

    Es ist an der Zeit, auch diese Gefühle ansprechen zu dürfen!


  10. Registriert seit
    15.06.2007
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    7.410

    AW: regrettingmotherhood: Mütter bereuen ihre Mutterschaft

    Also ich kenne solche Aussagen auch von Müttern- allerdings immer dann, wenn die Kinder erwachsen und groß sind und die Mütter zum einen kein gutes Verhältnis zu den Kindern haben und keinen Einfluss nehmen können.

    Habe das also immer nur in Bezug auf die Mutter-Kind- Konstellation gehört und niemals, weil die Frauen "was verpasst" haben.

    lg kenzia

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