+ Antworten
Seite 1 von 55 1231151 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 547

  1. Registriert seit
    02.03.2005
    Beiträge
    302

    verwirrt "Wir sind komplett!" - Erleichterung, Zweifel, Wehmut

    Hallo Ihr Lieben,

    meinen Mann und mich beschäftigt gerade die Frage, ob wir ein weiteres (letztes) Kind bekommen möchten oder die Familienplanung abschließen.

    Wir haben zwei Jungs (4 und 1), mein Mann hat außerdem eine dreizehnjährige Tochter aus erster Ehe, für die er Unterhalt zahlt.

    Ich liebe meine Süßen über alles, empfinde aber das Leben mit den Zwergen gerade als sehr anstrengend. Wir arbeiten beide und die Jungs fordern viel Aufmerksamkeit. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich - zurzeit - im Falle eines Falles über eine weitere Schwangerschaft freuen würde. Die Vorstellung, noch ein Kleinkind zu versorgen und zu erziehen, erfüllt mich im Moment nur mit Grauen

    Andererseits stelle ich mir vor, wie es wird, wenn die Kinder mal etwas größer sind und mir nicht mehr den ganzen Tag über am Rockzipfel hängen - und dann denke ich meist, dass ein weiteres Geschwister unsere Familie sehr bereichern würde... und beäuge voller Bewunderung und Neid glückliche Drittschwangere und Mehrfachmütter...

    Ich habe selbst zwei Geschwister, mein Mann hat drei. Wir wollten natürlich keines davon missen

    Da die Jungs noch klein und ich selbst "erst" 32 bin, muss diese Frage natürlich nicht heute und auch nicht morgen geklärt werden. Aber ich würde sie gern aus rein emotionalen Gründen für mich klären... innerhalb der nächsten Monate vielleicht?

    Aktuell verhüten wir "natürlich", d.h. ich ermittle meine fruchtbare Zeit und wir verzichten während dieser Phase auf Sex. Ich war noch nicht einmal in Versuchung, während der "heißen Phase" Sex zu haben, zu groß ist meine derzeitige "Angst" vor einem weiteren Kind. Da uns gerade keines der gängigen Verhütungsmittel anlacht, haben wir uns auch schon mit dem Thema Sterilisation beschäftigt. Mein Mann war lange davon überzeugt, kein weiteres Kind mehr zu wollen - er habe ja schon drei und Angst vor Altersarmut bzw. sei zu alt dafür (45). Ich war lange der Meinung, unbedingt noch ein drittes zu wollen - irgendwann schlug das um und ich war froh darüber, da ich glaubte, das Thema nun abschließen zu können. Und genau in dem Moment, als ich ihm das mitteilte, wurde er wieder ambivalent... und so wechseln wir uns gerade munter ab und kommen zu keinem Schluss

    Mich würde interessieren, wie und warum Ihr Euch für oder gegen ein weiteres (zweites, drittes, siebtes...) Kind entschieden habt. Und zwar bewusst - nicht, weil es "eben nochmal passiert ist" oder so. Und wie es Euch damit ergangen ist. Ewige Sehnsucht, leises Bedauern, große Erleichterung? Erfüllung des "Groß-"Familientraumes, Nicht-mehr-missen-wollen, Überlastung, gar Reue?

    Auf Eure ungeschönten Antworten freut sich

    Muthase

  2. Avatar von Itsybitsy
    Registriert seit
    03.08.2012
    Beiträge
    840

    AW: "Wir sind komplett!" - Erleichterung, Zweifel, Wehmut

    Ich bin gerade mit Kind 2 schwanger, zu dem ich meinen Mann schon ein Stück weit überreden musste- und plötzlich fantasiert er noch in dieser SchwSch von einem Dritten

    Meine Anti-Gründe: keine wirtschaftliche Basis. Das Alter und die Gesundheit meines Mannes. Keine familiäre Unterstützung in Reichweite. Ich will nicht auf Hartz4 alleinerziehend mit 3 Kindern sein. Gut, das will ich auch nicht mit 2, aber ich hoffe einfach mal das Beste

    Das sind alles praktische Gründe, rein vom Gefühl würde ich sonst eine Fußballmannschaft in die Welt setzen
    Mit Klein Itsy (2012) und Klein Bitsy (2015)
    ... und dem inneren Schweinehund, der das Avatar gefressen hat


  3. Registriert seit
    11.04.2010
    Beiträge
    116

    AW: "Wir sind komplett!" - Erleichterung, Zweifel, Wehmut

    Hallo Muthase!

    Ich habe immer von 3 Kindern geträumt und habe nun 2 Kinder. Dass es dabei bleiben wird, liegt bei mir vorrangig am lieben Geld. Durchfüttern könnte ich ein drittes wohl noch, aber der Lebensstandard würde sinken und ich könnte den Kindern insgesamt weniger bieten.
    Ein Sieg der Vernunft also, manchmal von etwas Wehmut begleitet...

    Tinta80

  4. Inaktiver User

    AW: "Wir sind komplett!" - Erleichterung, Zweifel, Wehmut

    Hallo Muthase,

    hmmm... mit dieser Aussage, dass man als Familie nun komplett sei, kann ich nichts anfangen. Wie fühlt man das? Ich fühle das nicht, heißt das, dass wir noch nicht komplett sind?

    Wir wollten immer drei Kinder. Nach unserem Sohn haben wir relativ schnell unsere Zwillingstöchter bekommen, die bald 3 werden (endlich!!!) und für uns war klar, wir wollen kein weiteres Kind mehr. Trotzdem war der "Abschied" nicht einfach, rein emotional. Inzwischen bin ich froh, wenn der letzte Buggy, der im Keller herumliegt, auch weg ist und diese Miniklamotten etc. wegkommen.

    Andererseits stelle ich mir vor, wie es wird, wenn die Kinder mal etwas größer sind und mir nicht mehr den ganzen Tag über am Rockzipfel hängen
    Herrliche Vorstellung!

    Lass dir doch noch Zeit. Du bist noch so jung, da kann sich deine Einstellung noch ändern bzw. verfestigen. In die eine oder andere Richtung. Du sagst, dein Mann ist ambivalent. Das ist doch prima. Ihr müsst doch jetzt nichts entscheiden.

    Bauchneid? Ja, hier auch! Weil Schwangere einfach schön sind. Die Vorstellung, ein Baby zu versorgen? Nein, danke.

    LG


    Una

  5. Avatar von Paraplumeau
    Registriert seit
    03.11.2014
    Beiträge
    9.806

    AW: "Wir sind komplett!" - Erleichterung, Zweifel, Wehmut

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo Muthase,

    hmmm... mit dieser Aussage, dass man als Familie nun komplett sei, kann ich nichts anfangen. Wie fühlt man das? Ich fühle das nicht, heißt das, dass wir noch nicht komplett sind?
    Dazu mal mein persönlicher Erklärungsversuch zur Formulierung "Komplett":

    Ich habe in sehr kurzem Abstand sehr jung zwei ungeplante Kinder bekommen.
    Die Umstände waren nicht optimal, aber die Kinder waren natürlich willkommen.
    Alles fügte sich wunderbar, wir wurden eine glückliche Familie.

    Aber mit 27/28 spürte ich dann erstmalig einen drängenden Kinderwunsch....
    Ich wollte einmal das Ob und das Wie für ein Kind selbst bestimmen.
    Es sprach nichts gegen die Erfüllung des Kinderwunsches und so bekamen wir ein Drittes.
    Seitdem sind wir als Familie rund und komplett.
    Die Schwangerschaft und die Geburt hat mich mit den beiden vorangegangenen versöhnt, es fühlt sich einfach gut an. Selbstbestimmt.
    Wenn ich anderer Leute Innerstes sehen wollte, wäre ich Gerichtsmedizinerin geworden.


  6. Registriert seit
    29.12.2010
    Beiträge
    518

    AW: "Wir sind komplett!" - Erleichterung, Zweifel, Wehmut

    Unsere beiden ersten Kinder haben einen sehr geringen Altersabstand (ca.1,5 J.), war aber so geplant. das 2.Kind war extrem anstrengend, so dass der Gedanke an ein weiteres Kind erstmal Panik in mir auslöste.
    Der Gedanke an ein drittes Kind war immer mal wieder da, aber ich wollte dann mit spätetestens 35 Jahren das letzte Kind. Und als ich 34 war, war die Situation noch so, dass das für mich nicht in Frage kam. Also haben wir erstmal mit dem Thema abgeschlossen.

    Einige Jahre später bekamen Freundinnen , die so alt oder älter waren als ich, Kinder, geplant und ungeplant, das 1., 2. oder 3. Ich erinnere mich an den Besuch bei einer Freundin mit ihrem 4 Wochen alten Baby, das ich im Arm hielt. Als sie mich dann fragte, ob ich nicht doch noch einmal Kinderwunsch verspürte, sagte ich nein, aber nicht aus voller Überzeugung. 4 Wochen später war ich schwanger , nicht geplant (zumindest nicht bewusst). Nach der 1. Schrecksekunde habe ich mich gefreut, mein Mann sowieso.

    Und im Nachhinein war es das beste, was uns passieren konnte. Wir bekamen ein völlig pflegeleichtes Kind. Die anderen beiden waren aus dem Gröbsten raus, alles lief gut. Und nach diesem Kind war nie wieder der Gedanke an noch ein Kind da, nur noch das Gefühl, dass die Familie jetzt komplett ist.

    Du bist 32, hast noch viel Zeit. Lass es doch einfach auf dich zukommen.

  7. Inaktiver User

    AW: "Wir sind komplett!" - Erleichterung, Zweifel, Wehmut

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    hmmm... mit dieser Aussage, dass man als Familie nun komplett sei, kann ich nichts anfangen. Wie fühlt man das?
    So:

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Inzwischen bin ich froh, wenn der letzte Buggy, der im Keller herumliegt, auch weg ist und diese Miniklamotten etc. wegkommen.
    vielleicht?


  8. Registriert seit
    02.03.2005
    Beiträge
    302

    AW: "Wir sind komplett!" - Erleichterung, Zweifel, Wehmut

    Danke

    Genau das sollte meine Frage sein: wie fühlt sich "komplett" an? Und wie fühlt sich "wir wollen unbedingt noch eines" an? Ich fühle nämlich auch weder noch - oder manchmal beides: gut, dass die MaxiCosi-Schlepperei, die wunden Brustwarzen, die elenden Karatekämpfe beim Wickeln aufhören; schade, dass das zarte Strampeln im Bauch, der süße Milchduft eines Babyköpfchens, das selige Strahlen meines Großen mit dem winzigen Brüderchen im Arm nie mehr wiederkommen sollen.

    Klar, wir haben noch Zeit. Ich möchte allerdings keinen "späten Nachzügler" mit einem Altersabstand von mehr als 3 oder höchstens 4 Jahren, mein Mann fühlt sich dafür auch definitiv zu alt. Und die Verhütungsfrage nervt. Eine endgültige Lösung (noch ein Kind und dann Vasektomie oder sofort Vasektomie) würde mich gerade sehr entlasten.

    Wir wollten immer unbedingt mehr als ein Kind und haben deshalb für unser zweites auch medizinische Hilfe in Anspruch genommen, mit der es dann im 23. Übungszyklus geklappt hat. Damals war sonnenklar, dass wir sehr weit gehen würden, um Zuwachs zu bekommen. Ich glaube, dass ich das nicht noch einmal möchte - allerdings finde ich die Vorstellung, es "einfach so laufen zu lassen" und dann nach ein, zwei Jahren wieder zu verhüten (weil es dann irgendwann "zu spät" wird) auch unangenehm. Aber ich schweife ab...

    Bauchneid? Ja, hier auch! Weil Schwangere einfach schön sind. Die Vorstellung, ein Baby zu versorgen? Nein, danke.
    Unazukin, Du bringst es auf den Punkt. Genau so ist es


  9. Registriert seit
    21.09.2007
    Beiträge
    352

    AW: "Wir sind komplett!" - Erleichterung, Zweifel, Wehmut

    Lieber Muthase,

    überlege dir das genau. Wenn du erst (wieder) schwanger bist, gibt's dann kein Zurück mehr.
    Bei uns war es ähnlich; die Kinder allerdings noch kleiner... der "Wunsch" nach einem dritten so halb schwebend im Raum, die Frage war eher nach dem richtigen Zeitpunkt. Da wir bei den ersten beiden ziemlich nachhelfen mussten (zwar keine medizinische Hilfe, aber Messer, Tests, etc.) war ich fast "sicher", dass uns einfach so kein drittes ins Haus schneien würde. Und genau das ist passiert, als mein Sohn 11 Monate alt war.

    Wir bekommen also in 6 Wochen unser drittes Kind und ich bin seit 9 Monaten immer am Rand der Erschöpfung. Mit dem Wissen, dass sich dieser Zustand in den nächsten 2-3 Jahren nicht ändern wird. Heute denke ich, dass die ganze Ausgangssituation besser ist, wenn man sich für ein (weiteres) Kind im Vorfeld wirklich bewusst entscheidet. Dann nimmt man die schwierigen Zeiten leichter ;-)

    Alles Gute

  10. Moderation Avatar von maryquitecontrary
    Registriert seit
    03.04.2003
    Beiträge
    6.221

    AW: "Wir sind komplett!" - Erleichterung, Zweifel, Wehmut

    Wir haben erst zwei Kinder im Abstand von 21 Monaten bekommen und dann 39 Monate später unser drittes Kind. Nach den beiden ersten hatte ich eine Fehlgeburt und mir hat danach immer das verlorene Kind gefehlt. Aber erst wollte mein Mann nicht mehr. Als wir uns dann zu "Nr. 3" entschieden, fühlte sich das sehr richtig und auch "komplett" an. Aller guten Dinge sind drei...


    Nun ist das jüngste Kind 11 und ich bin in dem Alter, in dem ich nicht wirklich, eigentlich wirklich nicht, noch einmal schwanger werden möchte. Aber vor ein paar Jahren habe ich doch noch mal eine Abschiedsphase vom Kinderbekommen gehabt, in der ich über ein weiteres Kind nachgedacht habe.

    Wirtschaftlich wäre es möglich gewesen, aber ich war unsicher - hauptsächlich wegen meines Alters, und da ich meinen Mann erst später kennenlernte und erst mit Ende 20 Mutter wurde, war eine andere Familienplanung für uns nicht möglich.

    Ich habe mich dann aber auch gefragt, ob ich für ein viertes Kind genug Zeit hätte, also Zeit, mich in Gedanken und im Leben mit diesem Kind zu beschäftigen, es im Blick zu haben, mit ihm etwas zu unternehmen - denn ich bin ja auch beruflich aktiv, habe eigene Interessen und die Beziehung zu meinem Mann.

    Mein Mann war weniger versucht, ein weiteres Kind zu bekommen, da er sich und uns ausgelastet fand, in einer Weise wohl "komplett".


    Und so haben wir es nicht bekommen, und ich bin sehr zufrieden mit unserer Kinderzahl. Wenn es aber das Schicksal so gewollt hätte, dann hätte ich mich auch über ein weiteres Kind gefreut.
    that was the river - this is the sea


    Moderation im Forum "Persönlichkeit"

+ Antworten
Seite 1 von 55 1231151 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •