Ich glaube auch nicht, dass die Kinder der Stressfaktor sind, sondern die Lebensumstände.
Wo ich wohne müssen häufig beide Eltern arbeiten, entweder 50/100 oder 70/85 oder 25/125 oder so. Und wir reden hier nicht von Einfamilienhäusern und zwei Autos die finanziert werden müssen, sondern von Reihenhäusern, Wohnungen, ein Auto und ein Jahresticket für den ÖNV. Oder so.
Wenn man sich dann mal mit der Familienorganisation eingerichtet hat und alles gut und ohne Stress läuft, kommt das Kind in die Schule und es gibt keinen Betreuungsplatz für das Schulkind. Das ist hier ein großes Problem und stresst natürlich. Wer arbeitet weniger oder im Home-Office, wer muss pünktlich gehen, wann hat der Opa oder die Oma frei, wenn können wir am Freitag fragen, etc.
Dann muss man sich vielleicht noch mit einem nicht ganz so verständnisvollen Chef oder missgünstigen Kollegen rumärgern, die einen jedes Mal anpampen, weil man pünktlich gehen will bzw. geht.
Ob es früher so viel stressfreier war, glaube ich auch nicht. Ich erinnere mich daran in einer Baustelle gelebt zu haben, weil meine Eltern unser Haus saniert haben. Als das fertig war baute der Bruder meines Vaters, natürlich ohne Gewerk, nur mit verwandtschaftlicher Hilfe, danach die Schwester meiner Mutter und dann der Cousin vom Nachbarn und und und.
Allerdings glaube ich auch, dass man einen gelasseneren Blick auf die Vergangenheit bekommt, je länger diese zurückliegt und die Gefühle zum Erlebten verblassen.
Meine Mutter behauptet mittlerweile steif und fest, ich hätte früh durch geschlafen. Vor 20 Jahren gestand sie mir, beim Arzt gewesen zu sein, damit mir für nachts ein Schlafmittel verabreicht wird.
Wenn Kinder nachts schlafen und Eltern schlafen können, dann sind die Tage natürlich entspannter, nicht nur im Rückblick.
Ansonsten: es gibt anstrengende Phasen. Mir mach(t)en am meisten die unruhigen Nächte zu schaffen, während ich Trotzphasen und Spielzeugchaos leichter ertrage. Bei meinem Mann ist es umgekehrt.
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30.09.2014, 18:24
AW: ist es wirklich so anstrengend Kinder zu haben?
Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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30.09.2014, 18:34
AW: ist es wirklich so anstrengend Kinder zu haben?
Es ist doch erstaunlich, dass in Zeiten des Handys die Ängste und der Druck größer werden. Ich bin in den 80er Jahren aufgewachsen, kein Handy, wir waren draußen unterwegs und sind zum Abendessen heim. Mutter hatte keine Möglichkeit uns zu kontrollieren, wir keine um Muttern anzurufen. Hat geklappt.
Heute: Meine Tochter hat ein Handy. Wenn ich sie nicht erreiche, fange ich an nervös zu werden - Ich versuche mir das abzugewöhnen, weil: was soll denn großartiges passieren? Es lauern nicht an jeder Ecke böse Menschen. Und wenn da ein böser Mensch lauert, wird das Handy das auch nicht verhindern können.
Die Welt ist mitnichten böser geworden. Bloß wir bekommen viel schneller und in größerer Quantität mit, was alles passiert. Das heißt aber nicht, dass mehr als früher passiert.
Ich habe an mir selbst gemerkt, dass die Beschäftigung mit Kindern viel mehr Gewicht bekommen hat als früher. Und das stresst! Meine Mutter hatte gar nicht die Zeit jeden irgendwo hinzubringen, jeden zu bespaßen usw.
Es ging uns aber gut, wir hatten eine schöne Kindheit.
Heute glauben wir doch oft, dass wir rund-um-die-Uhr-Entertainment/Hausaufgabenbetreuung leisten müssen. Müssen wir das?
Ich fühl(t)e den Druck schon auch, aber ich habe mich zu einem guten Teil davon gelöst.
Ja, Kinder haben bedeutet auch Stress, bedeutet auch gewisse eigene Bedürfnisse (sei es Hobby, sei es Job) bis zu einem gewissen Grad und je nach Alter des Kindes teilweise hinanzustellen.
Aber ich habe im Keißsaal nichts unterschrieben, dass ich ab sofort meine Bedürfnisse auf Eis lege.
Und es gibt für mich nichts Schlimmeres als Kindergeburtstage, wo Mütter nur noch über diesen und jenen Kus fürs Kleine und diese oder jene Gefahr oder wie kann die Schule nur dieses oder jenes verlangen reden. Ne, das halt ich nicht aus. Und die beschreiben sich alle als fuchtbar gestresst (und m.M.n. sind sie das, weil sie sich nur noch auf das Kind fixieren: Helicopter parents). Grusel.
Ich habe mir meine Feiräume genommen, habe das Naserümpfen so mancher Mutter tapfer ertragen
und mich nie so eingeschränkt gefühlt (außer im 1.Lebensjahr). Und das alles als Alleinerzieherin.
Die gestresstesten Mütter, die ich bislang erlebt habe, sind alle verpartnert. Und die lassen die Männer schön außen vor und/oder die Männer lassen sich selbst außen vor.Geändert von bazeba (30.09.2014 um 18:37 Uhr) Grund: mein r mag nicht so wie ich
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30.09.2014, 18:42Inaktiver User
AW: ist es wirklich so anstrengend Kinder zu haben?
Den Eindruck habe ich auch. Alleinerziehende kriegen das meist cooler hin, da gibts schließlich auch nur eine Meinung / Richtung und weniger Konflikt und keinen Mann, der sich evtl. wie ein Kleinkind benimmtDie gestresstesten Mütter, die ich bislang erlebt habe, sind alle verpartnert.
Natürlich ist es am schönsten, wenn die Familie gut harmoniert...
Karla
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30.09.2014, 19:03
AW: ist es wirklich so anstrengend Kinder zu haben?
Die Chinesen sagen "die Erinnerung malt mit goldenem Pinsel"...

Mir geht es ehrlich gesagt etwas auf den Zeiger wenn Frauen mit längst erwachsenen Kindern sich über die "Mütter von heute" aufregen und nicht müde werden zu betonen wieviel lockerer und souveräner sie das alles gewuppt haben..
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30.09.2014, 19:10
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30.09.2014, 19:17
AW: ist es wirklich so anstrengend Kinder zu haben?
Ich habe einen vierjährigen Sohn.. und ich bewerte andere Mütter nicht ständig, auch wenn sie manches anders machen als ich.
Ich muß auch nicht alles verstehen, Mütter sind sehr unterschiedlich, Kinder auch.
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30.09.2014, 19:19Inaktiver User
AW: ist es wirklich so anstrengend Kinder zu haben?
Brombeerkatze, ich glaube wirklich, dass es früher einfacher war.
Da war noch nicht so viel Druck da, da sind die Kinder nicht so hochgelobt worden, da sind sie einfach mitgelaufen im normalen Lebensfluss. Da sind noch alle Kinder mit dem Radl gefahren, wurden kaum mitm Auto kutschiert, da gabs keine PCs mit Gewalt- und Sexeinfluss, Handys und all die Dinge mit denen die Kinder in der heutigen Zeit konfrontiert werden. Da gingen die Kinder abends noch raus aufn Sportplatz im Sommer... und, und, und
Ich sehe den Vergleich an meiner 10 Jahre jüngeren Schwester. Meine Kinder sind heute erwachsen, ihre Kinder sind 4 und 6 Jahre; sie leben in einer Großstadt, Schule, U-Bahn, Hort... - all das hatte ich nicht. Meine sind bis zur 4ten Klasse in die Mittagsbetreuung einer kleinen Schule und gut war, manchmal hat sie die Nachbarin mitgenommen, sie sind alleine ihre Wege gegangen, zum Sport, zum Zahnarzt, ich war Arbeiten und hab mir wirklich über Gefahren keinen Kopf gemacht. Das ist gut gelaufen. Ich hatte auch Glück, es gab keine Komplikationen, zumindest nicht Wesentliches,
Karla
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30.09.2014, 19:23Inaktiver User
AW: ist es wirklich so anstrengend Kinder zu haben?
Ach, ich hab da durchaus sehr düstere Phasen in Erinnerung...
Vielleicht muss man das gar nicht so rum einordnen. Mir tut das eher leid wenn ich sehe, wie sich Mütter heute so enorm unter Druck setzen und unter Druck gesetzt werden. Das wär uns einfach nicht eingefallen, man hat in vielem keinen Sinn gesehen oder nicht groß drüber nachgedacht. Und zwar ohne dass das schreckliche Folgen gehabt hätte.Mir geht es ehrlich gesagt etwas auf den Zeiger wenn Frauen mit längst erwachsenen Kindern sich über die "Mütter von heute" aufregen und nicht müde werden zu betonen wieviel lockerer und souveräner sie das alles gewuppt haben..
Beispiel: Kleinkinder haben Breze oder Butterkeks gemampft wenn man unterwegs war und Ende Gelände. Allein sowas ist heut schon ein Megathema, und wessen Kind keine Bio-Reiswaffel bekommt schwebt doch gefühlt schon nahe am Abgrund...
Und ich finde, man kann das eine oder andere schon mal hinterfragen. Eine Entwicklung die dazu führt dass so viele darüber klagen kann man doch mal hinterfragen, es ist ja nicht alles ein begrüßenswerter Fortschritt was man heute anders sieht und anders macht? Nicht wenn er soooo viel Stress macht. Ich kenn wirklich kaum mehr junge Mütter die da ganz entspannt sind.
Und viel leisten oder viel ertragen müssen ist immer noch mal was anderes als sich dauernd unter Druck zu fühlen, finde ich. Ersteres hat sich nicht geändert, Zweijährige waren auch vor zwanzig Jahren anstrengend, genau wie eine Folgeschwangerschaft wenn man schon kleine Kinder hat - aber ich hatte den Eindruck man konnte das irgendwie besser einordnen und hat sich nicht dazu noch x anderes aufgeladen.
Vor allem eben nicht den Druck man hätte das alles perfekt im Griff zu haben.Geändert von Inaktiver User (30.09.2014 um 19:28 Uhr)
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30.09.2014, 19:27
AW: ist es wirklich so anstrengend Kinder zu haben?
Schön dass es so gut gelaufen ist bei dir, Karla!
Unsere Grundschule ist GsD auch sehr nah und ohne gefährliche Straßenüberquerung zu erreichen.. mit gerade 4 Jahren zieht mein Sohn natürlich noch nicht alleine los..
Schade für die Kinder dass sie so wenig Freiräume haben. Vielen bleiben nur die "funktionsdiffusen Resträume" wie es in der Pädagogik heißt - sprich verwaiste Supermarktparplätze am Wochenende.
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30.09.2014, 19:33
AW: ist es wirklich so anstrengend Kinder zu haben?
Ich beobachte da auch viel Druck unter Müttern. Welche Mutter getraut sich zu sagen, dass sie keine Frühförderungskurse ode sonstwas macht? Wie geht es Müttern, wenn sie schief angeschaut werden, weil sie ihr Kind nicht jeden Tag an der Hand in die Schule bringen?
Ich kenne solche Gespräche zur Genüge und ich verstehe die unglaublich große Angst, was den Kindern alles passieren könnte, nicht. Dabei bin ich ein relativ ängstlicher Mensch.
Vertrauen in sich selbst und das Kind, das wünsche ich allen Müttern. Und nein, ist mir auch nicht zugeflogen und muss ich mir auch immer wieder erarbeiten. Aber es lohnt sich!
Meine Schwester nudelt sich auf mit 2 Kindern (4 und 7). Ihren Mann juckt das wenig. Sie hat aber gleichzeitig das Gefühl, sie muss beiden alles emöglichen, trotz anspuchsvollem Vollzeitjob. Sie steht kurz vorm Burn out. Sie hat den Anspruch an sich selbst, ich rede gegen eine Wand.


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