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  1. Inaktiver User

    Unerfüllter Kinderwunsch - und wieder tut's weh

    Hallo alle miteinander!

    Mein Mann und ich (Anfang 40 und Ende 30) sind seit dem Frühjahr verheiratet, wir sind seit 2,5 Jahren zusammen, und wussten von Beginn unserer Beziehung an, dass es eher schwierig sein wird, eigene Kinder zu haben. Weil wir unsere Zweisamkeit sehr genießen, gerne reisen und auch beruflich voll eingespannt sind, stand der Wunsch nach eigenen Kindern nicht im Vordergrund - auch, weil ich eigentlich aus einer Art von Psychohygiene heraus, mit der Tatsache, nur sehr schwer und mit hohem (mir persönlich zu hohem Aufwand) schwanger werden könnte, umzugehen gelernt habe.

    Bis ich dann letzte Woche binnen von wenigen Momenten heraus von einer Person, die erfuhr, dass ich in diesem Jahr geheiratet habe, zweimal mir die Äußerung anhören müsste: "Dann wünsche ich Ihnen viele Kinder." Natürlich war das vielleicht eher flapsig daher gesagt. Nach dem zweiten Mal war ich es leid und habe ganz unwirsch gesagt, dass wir mit dem Kinderwunsch abgeschlossen haben und noch hinten ran setzte: "Wir können nicht so easy eigene Kinder haben." Es waren noch zwei andere Personen im Raum, es folgte betretenes Schweigen. In mir zog wieder die alte Traurigkeit auf, aber auch eine Art Genugtuung über das betretene Schweigen à la: "Siehste, und nun bist Du peinlich berührt - geschieht Dir recht, geh gefälligst sensibler mit solchen Äußerungen um." Ich hab's nur gedacht, nicht ausgesprochen, wollte meine Verletztheit nach außen hin nicht zeigen. Außerdem war ihr Wunsch hinsichtlich eigener Kinder ja auch nur gut gemeint.

    Nun lässt mich das Ganze seitdem nicht los, spüre meine Traurigkeit ganz doll, obwohl ich dachte, dieses Thema längst für mich abgeschlossen zu haben. Mit meinem Mann konnte ich bislang noch nicht reden, wir arbeiten beide im Moment viel und sehen uns kaum - dies ändert sich zum Glück in ein paar Wochen.

    Geht es hier sonst noch jemandem so? Eigentlich abgeschlossen mit dem unerfüllten Kinderwunsch, aber dennoch scheinbar nicht wirklich...?

    LG Ella

  2. Inaktiver User

    AW: Unerfüllter Kinderwunsch - und wieder tut's weh

    Wusste die Person wie alt du bist?
    Manche Menschen schätzt man jünger... Z.b. dich Mitte 30. Vielleicht war es ein wenn auch sehr unbedarfter, wirklich gut gemeinter Wunsch?

    Vielleicht hilft es dir dich doch nochmals mit dem Thema auseinanderzusetzen und Frieden damit zu schließen?
    Dann hatte man vielleicht auch locker flapdig darauf reagieren können ala "sehen eir mal was die Zukunft bringt"

  3. Inaktiver User

    AW: Unerfüllter Kinderwunsch - und wieder tut's weh

    .
    Geändert von Inaktiver User (24.09.2014 um 00:14 Uhr) Grund: doppelt

  4. Inaktiver User

    AW: Unerfüllter Kinderwunsch - und wieder tut's weh

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich hab's nur gedacht, nicht ausgesprochen, wollte meine Verletztheit nach außen hin nicht zeigen. Außerdem war ihr Wunsch hinsichtlich eigener Kinder ja auch nur gut gemeint.
    Schade. Ich denke auch, die meinte es ja gut mit dir und hat dir was in ihren (und in deinen ja auch) Schönes gewünscht. Ich denke, hättest du gezeigt dass du traurig bist dass es so leicht nicht werden wird, dann wäre da ein Moment der Offenheit und der Nähe entstanden, und mehr an gegenseitigem Verständnis. Wie soll jemand verstehen dass es dir wehtut wenn du selbst so tust als täte es das nicht???

    Aber egal: ich versteh dich gut, und ich denke, das ist kein Thema was man irgendwann mal für immer abhaken kann, und fortan prima damit leben - das wird einen ein Leben lang begleiten. Ich denke, das solltest du lernen anzunehmen, anstatt es zu verdrängen - lass es doch einfach zu. Wieso Energie reinstecken in den Versuch, die Traurigkeit zu unterdrücken? Nehm sie an, und schau wie du sie in dein Leben integrieren kannst. Ich denke, das ist der beste Weg.

    Vielleicht war diese Situation der Schlüssel dazu. Dann wär doch schon was gewonnen.

  5. Inaktiver User

    AW: Unerfüllter Kinderwunsch - und wieder tut's weh

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wusste die Person wie alt du bist?
    Manche Menschen schätzt man jünger... Z.b. dich Mitte 30. Vielleicht war es ein wenn auch sehr unbedarfter, wirklich gut gemeinter Wunsch?

    Vielleicht hilft es dir dich doch nochmals mit dem Thema auseinanderzusetzen und Frieden damit zu schließen?
    Dann hatte man vielleicht auch locker flapdig darauf reagieren können ala "sehen eir mal was die Zukunft bringt"
    Hallo Siza,

    ja, das mag sein - ich werde immer jünger geschätzt. Und ich nehme es der Person durchaus auch ab, dass es ein wie Du schreibst "unbedarfter, wirklich gut gemeinter Wunsch" war. Definitiv hat mir die Situation gezeigt, dass ich noch nicht Frieden damit geschlossen habe (anders, als ich vorher hätte gedacht).

  6. Inaktiver User

    AW: Unerfüllter Kinderwunsch - und wieder tut's weh

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Schade. Ich denke auch, die meinte es ja gut mit dir und hat dir was in ihren (und in deinen ja auch) Schönes gewünscht. Ich denke, hättest du gezeigt dass du traurig bist dass es so leicht nicht werden wird, dann wäre da ein Moment der Offenheit und der Nähe entstanden, und mehr an gegenseitigem Verständnis. Wie soll jemand verstehen dass es dir wehtut wenn du selbst so tust als täte es das nicht???

    Aber egal: ich versteh dich gut, und ich denke, das ist kein Thema was man irgendwann mal für immer abhaken kann, und fortan prima damit leben - das wird einen ein Leben lang begleiten. Ich denke, das solltest du lernen anzunehmen, anstatt es zu verdrängen - lass es doch einfach zu. Wieso Energie reinstecken in den Versuch, die Traurigkeit zu unterdrücken? Nehm sie an, und schau wie du sie in dein Leben integrieren kannst. Ich denke, das ist der beste Weg.

    Vielleicht war diese Situation der Schlüssel dazu. Dann wär doch schon was gewonnen.
    Hallo Hilfskonstruktion,

    es war irgendwie ne doofe Situation - konkret: beim Frisör, da wollte ich nicht tiefer ins Thema einsteigen.
    Du hast vollkommen recht, dass ich dieses Thema mehr verdrängt habe, als es zu integrieren. Dieser Gedanke hilft mir sehr!

  7. Inaktiver User

    AW: Unerfüllter Kinderwunsch - und wieder tut's weh

    Definitiv hat mir die Situation gezeigt, dass ich noch nicht Frieden damit geschlossen habe (anders, als ich vorher hätte gedacht).
    Das hab ich jetzt so recht nicht verstanden.
    Es ist doch eine Entscheidungsfrage, ob ich Kinder will oder keine will und wenn diese Entscheidung vom Herzen her kommt müsste es gut sein.
    Falls man keine eigenen bekommen kann wäre auch ein Pflegekind eine Option.

    Wolltest du nun wirklich keine Kinder Ella? Oder hast du dir das nur eingeredet, weil es schwierig werden könnte mit einer Schwangerschaft?

    Wenn du aus beruflichen Gründen und all dem was du schreibst "wirklich" keine Kinder willst, müsste doch alles klar sein, oder?

    Karla

    Karla

  8. Inaktiver User

    AW: Unerfüllter Kinderwunsch - und wieder tut's weh

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das hab ich jetzt so recht nicht verstanden.
    Es ist doch eine Entscheidungsfrage, ob ich Kinder will oder keine will und wenn diese Entscheidung vom Herzen her kommt müsste es gut sein.
    Falls man keine eigenen bekommen kann wäre auch ein Pflegekind eine Option.

    Wolltest du nun wirklich keine Kinder Ella? Oder hast du dir das nur eingeredet, weil es schwierig werden könnte mit einer Schwangerschaft?

    Wenn du aus beruflichen Gründen und all dem was du schreibst "wirklich" keine Kinder willst, müsste doch alles klar sein, oder?

    Karla

    Karla
    Liebe Karla,

    ich habe doch nirgendwo geschrieben, dass es nie Thema war eigene Kinder haben zu wollen. Gewollt hätte ich schon gerne, aber mir wurde sehr früh vom Gynäkologen schon gesagt, dass es schwierig werden würde. In meinem damals näheren Umfeld kannte ich eine Frau, die an unerfülltem Kinderwunsch wirklich zerbrochen ist. Dies mitzuerleben, hat mir die "Überzeugung" nahe gebracht, selbst, wenn ich jemals ungewollt kinderlos bleiben würde, wollte ich nicht daran verzweifeln, zerbrechen oder im Leben keinen anderen Sinn zu sehen, als eigene Kinder zu haben. Daher der Hinweis auf den Versuch, alleine schon aus Gründen der Psychohygiene, sich damit abzufinden.

    Dass ich letztlich aber mich doch nicht damit abgefunden habe, hat mir die Situation letzte Woche gezeigt.
    Pflegekinder oder Adoptivkinder kommen für meinen Mann und mich nicht in Frage. In unserer Familie gibt es auch Nichten und Neffen, die hin und wieder bei uns sind und wir finden's dann auch wieder gut, sie wieder abgeben zu können.

    Ich kann gut verstehen, dass Du vielleicht eine Ambivalenz in meinen Postings findest, aber ich kann nicht erklären, warum das so ist. Wäre alles gesundheitlich ok bei mir (es sind hormonelle Gründe, warum es schwierig ist), wären wir sicherlich dabei, das Eltern werden anzugehen. Ich kann mir für mich allerdings nicht vorstellen, Kinderwunschbehandlungen durchführen zu lassen. Ich habe eine große Achtung vor Paaren, die sich für diesen Schritt entscheiden und oftmals einen sehr mühsamen Weg in Kauf nehmen. Es ist nicht mein/unser Weg.

    Aber trotzdem ist das Traurig-Sein da. Den Gedanken von Hilfskonstruktion, es zu integrieren und nicht zu verdrängen (wie ich es sicher getan habe - aus Angst einmal genauso dazustehen wie die Frau aus meinem Umfeld, von der ich weiter oben in diesem Posting schrieb).

    Ich hoffe, ich habe mich jetzt verständlicher für Dich ausgedrückt.

    LG Ella

  9. Inaktiver User

    AW: Unerfüllter Kinderwunsch - und wieder tut's weh

    Liebe Ella, ich möchte dir nichts einreden, aber kurz nachfragen: Wie genau hast du dich informiert über deine Möglichkeiten? Wenn dir schon "ziemlich früh" von einem Gynäkologen gesagt wurde, dass es schwierig sei, ist diese Information schon alt, oder? Hast du seither mal mit einem Experten darüber gesprochen?
    Für mich liest es sich auch so, als sei ein Kinderwunsch noch vorhanden.

    Die Information finde ich auch wichtig, um eventuell einen Wechsel des Blickwinkels zu erreichen: Du hast dich aus guten Gründen gegen eine Kinderwunschbehandlung entschieden. Dinge, für die man sich selbst entscheidet, sind oft leichter zu tragen als Umstände, deren Opfer man ist.

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    AW: Unerfüllter Kinderwunsch - und wieder tut's weh

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Schade. Ich denke auch, die meinte es ja gut mit dir und hat dir was in ihren (und in deinen ja auch) Schönes gewünscht. Ich denke, hättest du gezeigt dass du traurig bist dass es so leicht nicht werden wird, dann wäre da ein Moment der Offenheit und der Nähe entstanden, und mehr an gegenseitigem Verständnis. Wie soll jemand verstehen dass es dir wehtut wenn du selbst so tust als täte es das nicht???
    Das ist nach meiner Erfahrung ein sehr zweischneidiger Rat. Ich habe zwei Freundinnen gegenüber offenbart, dass ich ungewollt kinderlos bin. Das hatte bei beiden im ersten Moment einen Überschwang Mitgefühl zur Folge - auf lange Sicht wurde ich aus allen Kinderthemen ausgeschlossen. Bis hin zur Nichteinladung zur Taufe. Weil sie mir nicht wehtun wollten.

    Auch andere meinten, mich 'schonen' zu müssen, von Schwangerschaften erzählte man mr nicht mehr etc.

    Gut gemeint, aber eben nicht gut. Es isoliert einen noch mehr, einige Kontakte sind sogar ganz abgebrochen. Nicht auf meinen Wunsch!

    Es ist schmerzhaft, aber ich finde es inzwischen erträglicher, über eine unbedachte Bemerkung hinwegzuhören als fürsorglicherweise
    dauerhaft ausgeschlossen zu werden. Die Wunde bleibt, lebenslang. Aber man lernt, damit umzugehen.

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