Hallo zusammen!
Ich eröffne ein neues Thema, weil ich bei den anderen nicht so wirklich was passendes gefunden habe.
Mal zu meiner Situation: ich bin W34 und habe seit einiger Zeit einen Partner M39.
Von Anfang an habe ich immer klar gestellt, dass ich auf jeden Fall Kinder haben möchte. Kinder gehören für mich auf jeden Fall zu einem erfüllten Leben dazu. Und mein Partner hat mir von Beginn an auch immer das Gefühl gegeben, dass dieser Wunsch mit ihm umsetzbar sein würde. Ich sei die Liebe seines Lebens, er habe immer auf eine Frau wie mich gewartet, ich bin die tollste, schönste, beste! Ausserdem wolle er mich irgendwann mal im weissen Kleid vor dem Altar sehen und Kinder wolle er auch irgendwann mit mir.
Im September 2013 sind wir dann zusammengezogen. Ende Oktober 2013 bekam ich dann eine Diagnose, dass meine biologische Uhr etwas schneller tickt als die von gesunden Frauen und das mit dem schwanger werden sei "noch" ganz normal möglich. Was für ein Mist! Wir mussten uns mit dem ganzen Thema also deutlich früher detaillierter auseinander setzen, als wir das beide gedacht hatten. Zu allem überfluss wurde meine Partner im November 2013 auch noch arbeitslos!
Also war die Entscheidung ganz einfach: wir warten noch. Bei allem Risiko. Wir haben drüber geredet und gemeinsam entschieden, dass wir es ab August 2014 aktiv versuchen wollen.
Jetzt macht mein Partner aber einen Rückzieher! Er sage grundsätzlich zwar nicht "nein" zu einem Kind mit mir, aber nicht jetzt. Was soll ich denn davon halten?! Er ist sehr unsicher. Er hat kaum Freunde mit Kindern und keine Geschwister. Ganz anders als ich. Ich bin die älteste von 4 und alle meine Freundinnen haben bereits Kinder. Ich weiss also sehr genau worauf ich mich mit einem Kind einlassen würde. Er nicht. Er hat auch keine Ahnung, was ein Kind so alles braucht und so. Er hat sicher auch grosse Angst seine Freiheit und seine Selbstbestimmtheit zu verlieren. In Diskussionen schiebt er allerdings die finanzielle Situation vor und er fände unsere Beziehung nicht stabil genug!
Kurz dazu: wir arbeiten beide zu 100% in gut bezahlten, sicheren Jobs! Ich denke, dass seine finanzielle Angst auch aus Unwissenheit heraus besteht.
Unsere Beziehung hat unter der Arbeitslosigkeit schon sehr gelitten. Das muss ich zugeben. Aber wir haben es gemeinsam überstanden (bisher kleine und grössere Katastrophen) und wir lieben uns und sind nach wie vor sehr glücklich zusammen. Ich finde das wiederum ein Zeichen für Stabilität in der Beziehung.
Also: was tun?! Er redet leider kaum mit mir über das Thema. Macht vieles mit sich alleine aus. Ich bin aber nicht bereit noch weiter zu warten! Für mich wird es eh schwierig schwanger zu werden und all zu viel Zeit habe ich auch nicht mehr! Manchmal habe ich das Gefühl er will mich hinhalten, bis es zu spät ist. Dann wieder denke ich, dass er einfach nur Angst hat.
Ich ertappe mich sogar dabei, dass ich darüber nachdenke "aus versehen" schwanger zu werden!
Letzten Monaten war ich ein paar Tage überfällig und habe das meinem Partner sofort gesagt. (wir verhüten mit Kondom) Und mit einem Unfall scheint er keine grossen Probleme zu haben. Das wäre ok und er würde mich sicher nicht verlassen (sagt er). Aber sich bewusst dafür entscheiden kann er anscheinend nicht!
Kann man einen Mann irgendwie überzeugen? Vor vollendete Tatsachen stellen? Soll ich weiter warten? Soll ich die Beziehung beenden? Ich weiss es nicht! Hilfe...![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 257
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22.07.2014, 14:36
Kinderwunsch - Mann vor vollendete Tatsachen stellen?
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22.07.2014, 15:21
AW: Kinderwunsch - Mann vor vollendete Tatsachen stellen?
Er findet die Beziehung nicht stabil genug?

Was meint er denn damit? Hört sich so an, als sei er nicht sicher, ob das mit euch beiden was auf Dauer ist.
Nein, diesen Mann würde ich ganz sicher nicht "vor vollendete Tatsachen" stellen. Abgesehen davon ist das schwierig , wenn man mit Kondom verhütet.....Aber auch sonst sicher kein Vorgehen, dass ich empfehlen würde.
Was sagt er denn, wenn du ihn darauf ansprichst? Was soll "nicht jetzt" denn heißen?
ich denke, da ist dringend ein klärendes Gespräch fällig und er muß klar und deutlich Position beziehen.
Wobei es sich so anhört, als wäre "nicht jetzt" eher "nicht mit dir".
Kleine Raupe Mai 2013 
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22.07.2014, 19:36
AW: Kinderwunsch - Mann vor vollendete Tatsachen stellen?
Hallo Dannygirl!
Also unsere Beziehung wurde durch die Auseinandersetzung über das Baby-Thema und die vorübergehende Arbeitslosigkeit schon sehr belastet. Wir hatten viel Streit in der Zeit. Ich denke er meint das mit "nicht stabil genug". Er scheint auf den perfekten Zeitpunkt zu warten. Nur wann der gekommen ist, oder welche Voraussetzungen erfüllt sein müssten, das weiss er selber nicht. Zumindest kann er sie mir gegenüber nicht benennen.
Wenn ich ihn darauf anspreche macht er in der Regel sehr schnell zu. Er bezieht nicht konkret Stellung dazu. Er sagt nur immer wieder, dass er nie "nein" gesagt hat. Und er sagt "vielleicht Ende des Jahres" oder "vielleicht nächstes Jahr". Genauer wird er nicht.
Ich sollte ihn wahrscheinlich wirklich mal ganz konkret fragen, ob er sich ein Kind mit mir oder eine gemeinsame Zukunft mit mir überhaupt noch vorstellen kann. Aber dann bekomme ich mit Sicherheit wieder die gleichen Antworten.
Sicher. Mir ist auch klar, dass "vor vollendete Tatsachen stellen" total streitbar bzw nicht diskutabel ist. Wie gesagt, ich ertappe mich trotzdem immer wieder bei dem Gedanken daran. Und mit dem Kondom gibt es Mittel und Wege. Das ist überhaupt kein Problem. Aber das ist natürlich nicht die Art und Weise, wie ich mir das vorstelle. Ich habe mir eigentlich gewünscht, dass es ein gemeinsamer Entschluss ist und wir das dann gemeinsam durchziehen. Aber das kann ich mir wohl abschminken...
Ich denke nur, wenn es erstmal so weit wäre, dann würde er sich endlich mal ernsthaft damit beschäftigen und erkennen, dass seine Ängste und Sorgen unbegründet sind. Und dann würde er sich vielleicht auch mit mir auf das Baby freuen... Habe neulich ein Statement von einem Psychologen gelesen, dass einige Männer mit klaren Tatsachen deutlich besser umgehen können, als mit Wünschen, Vorstellungen und Hirngespinsten. Vielleicht ist meiner ja einer von denen...
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22.07.2014, 19:44Inaktiver User
AW: Kinderwunsch - Mann vor vollendete Tatsachen stellen?
Liebe TE,
da du selbst so zeitlich unter Druck stehst bei diesem Thema, wäre diese oben zitierte Schlussfolgerung mit all seinen Konsequenzen für dich natürlich eine mittlere Katastrophe.
Habe neulich ein Statement von einem Psychologen gelesen, dass einige Männer mit klaren Tatsachen deutlich besser umgehen können, als mit Wünschen, Vorstellungen und Hirngespinsten. Vielleicht ist meiner ja einer von denen...
Vielleicht auch nicht. Auf die Psychologen kannst du dich dann leider nicht mehr berufen.
Ja, mach das mal. Und bevor du das machst, überleg dir, wie du mit einer klaren Antwort umgehen wirst.Ich sollte ihn wahrscheinlich wirklich mal ganz konkret fragen, ob er sich ein Kind mit mir oder eine gemeinsame Zukunft mit mir überhaupt noch vorstellen kann.
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22.07.2014, 19:48Inaktiver User
AW: Kinderwunsch - Mann vor vollendete Tatsachen stellen?
wenn du von der guten fee des nächtens nur einen wunsch erfüllt bekommen würdest- was/wer ist für dich wichtiger? dein mann oder ein kind?
denke mal in ruhe darüber nach.
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22.07.2014, 20:00Inaktiver User
AW: Kinderwunsch - Mann vor vollendete Tatsachen stellen?
My two cent:
Dein M39 ist ein "typischer Kerl", bezogen darauf, dass er Angst vor der Verantwortung und der Endgültigkeit dieses Schrittes hat. Darum wird er sich nicht ausdrücklich für Kinder entscheiden. Never. Er hat Schiss, und das wird immer stärker sein als seine Einsicht und seine Traute.
Das heißt aber nicht, dass er kein toller Vater wäre.
Ich kenne mehrere Männer, die unerwartet und ungeplant Vater wurden und im Nachhinein sagten, das sei das Beste, was ihnen je passiert sei, und Gottseidank seien sie vom Leben vor vollendete Tatsachen gestellt worden, selbst hätten sie diesen Schritt nämlich nicht leisten können.
Man kann es so sehen, dass Du darauf warten sollst, dass er selbst zur Einsicht kommt. Das ist zumindest möglich. Vielleicht in zwanzig bis dreißig Jahren, wenn ihm vage dämmern wird, dass ihn keine dann fruchtbare Mittdreißigerin mehr als Vater ihrer Kinder in Betracht zieht. Muss aber noch nicht mal sein. Gibt garantiert auch Typen, die selbst dann noch sagen "hm, jetzt lieber noch nicht, vielleicht nächstes Jahr, lieber noch nicht festlegen".
Man kann es aber auch so sehen, dass du ihn, wenn du ihn beim Wort nimmst, um die einmalige, großartige Chance bringst, sich weiterzuentwickeln, am Leben zu wachsen, Vater zu werden.
Ideal ist es sicherlich, wenn Mann und Frau sich beide ein Kind wünschen, sich gemeinsam dafür entscheiden und bewusst Eltern werden. Wenn das einem Paar gelingt, ist das toll. Es ist aber nicht deine Ausgangssituation.
Du hast meiner Ansicht nach die Wahl zwischen drei Möglichkeiten.
1) Du nimmst deinen Partner ernst, entscheidest dich für deinen Kinderwunsch, trennst dich und hoffst, dass dir in deinem fruchtbaren Zeitfenster noch der Mann für die oben erwähnte Ideallösung begegnet.
2) Du nimmst deinen Partner ernst, bleibst bei ihm und entscheidest dich gegen deinen Kinderwunsch.
3) Du nimmst deinen Partner nicht ernst, versuchst aus Versehen schwanger zu werden und guckst, was passiert. Wenn er sich a) trennt oder sonst mit der Vaterschaft so wenig klar kommt, dass die Beziehung nicht mehr weitergeführt werden kann, dann wärst du alleinerziehend. Wenn er in die Vaterrolle b) prima reinwächst, ist alles in Butter, außer dass c) das absichtliche Schwangerwerden vermutlich dein Geheimnis bleiben müsste.
Persönlich würde ich dir auf jeden Fall zu 3) raten. Echt.
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22.07.2014, 20:01
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22.07.2014, 20:12
AW: Kinderwunsch - Mann vor vollendete Tatsachen stellen?
Ich halte nichts von "vor vollendete Tatsachen" stellen. Darauf, dass bei vermehrungsunwilligen Männern der Appetit beim Essen kommt, würde ich nicht setzen. Zudem entstehen dem Mann dann jahrelange Unterhaltspflichten für ein Kind, was er nicht wollte- und das finde ich mehr als mies.
Wenn ein Mann mit starkem Kinderwunsch die Pille seiner Partnerin gegen ein Placebo austauschen würde, dann wäre das Geschrei auch groß....
Ich würde für mich überlegen- will ich ein Kind, um seiner selbst willen- also "Hauptsache Kind, Vater eher nebensächlich" oder will ich ein Kind gerade und nur von diesem Mann?
Komme ich zur Entscheidung a-sage ich meinem Partner- ich will ein Kind ,ich habe nicht mehr viel Zeit, also entscheide Dich zügig für oder gegen Kinder- "nicht jetzt" ist keine Option, weil "irgendwann" nicht geht.
Und kann er sich dann immer noch nicht entschließen, trenne ich mich.
Komme ich zur Entscheidung b- stelle ich die gleiche Frage, aber mit der Betonung auf- "Wenn Du gar kein Kind möchtest, dann fände ich das sehr schade, das würde aber an der Beziehung an sich nichts ändern."
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22.07.2014, 20:14
AW: Kinderwunsch - Mann vor vollendete Tatsachen stellen?

finde ich wesentlich. Es ist eine Frage der Prioritäten. Gehts unbedingt ums Kind? Dann wirst du es auch riskieren es evtl allein großzuziehen, falls die Partnerschaft daran zerbrechen sollte. Ist dir der Mann bzw die Beziehung wichtiger, dann kannst auch dahin kommen, gelassener damit umzugehen, obs mal mit Schwangerschaft klappt oder nicht.
Das mit diesen Prognosen ist ja allermeist auch nicht 100%ig. Ich kenne da auch so Fälle.. naja
Was waren die Schwierigkeiten zwischen euch während seiner Arbeitslosigkeit?
Ich kann nur von mir selbst sagen, dass eine Arbeitslosigkeit schon sehr ernste existenzielle Ängste auslösen kann, vor allem, wenns einen das erste Mal und womöglich auch noch kalt erwischt. Es ist anders drinzustecken als es nur von außen zu erleben. Das kann deshalb auch noch längers nachhallen. Vielleicht ist das bei ihm nicht so gewesen, aber deshalb würde mich die Art eurer Schwierigkeiten während dieser Zeit interessieren.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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22.07.2014, 20:17
AW: Kinderwunsch - Mann vor vollendete Tatsachen stellen?
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.


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