Ihr Lieben,
da das mein erstes Thema in dieser Rubrik ist, erst einmal hallo und ganz liebe Grüße! Ich wende mich an Euch, weil ich insbesondere von den Kinderlosen und von Eltern mit älteren Kindern gerne wissen würde, wie sie es im Umgang mit den Kleinkindern anderer Leute handhaben, wenn sie beispielsweise mit zu Besuch kommen.
Ich habe mich stets darum bemüht, als Kinderlose den Kontakt zu Freundinnen zu halten, wenn sich deren Leben durch Familie schlagartig änderte. Das funktionierte meist auch gut, bis die lieben Kleinen etwa drei Jahre alt waren. Nun gibt es bisher mehrere "Parteien" mit Kindern im Alter zwischen drei und dem früheren Schultalter, bei denen ich mittlerweile soweit bin, die Treffen möglichst ohne Kinder zu organisieren. Und das hat folgenden Grund:
Wenn sich die Leute bei mir zu Hause mit Kindern ankündigen, bereite ich mich vor. Ich erkundige mich danach, was die Kindern gerne essen und trinken, habe dann geeignete Vorräte zu Hause, eine kleine Überraschung zum Auspacken parat, ebenso etwas zu spielen oder zu malen. Ich räume vorher auf und sogar um, damit nichts in Greifhöhe liegt, was gefährlich werden könnte, damit ständige Ausrufe "nein!" oder "pass auf" unterbleiben können. Die ersten Minuten funktionieren dann meist noch recht gut, doch gerade in Anwesenheit der Drei-bis Vierjährigen ist eine Unterhaltung zwischen der Mutter und mir dann bald nicht mehr möglich. Ob alleine oder in Anwesenheit eines jüngeren Geschwisterkindes werden dann schnell sämtliche Register gezogen, auch bei einem gemeinsamen Spiel. Zwischen jeden Satz der Erwachsenen wird dazwischengequakt ("Mama, mal du jetzt", "Mama, bau den Turm für mich" etc.). Auch nur wenige Minuten Selbstbeschäftigung mit neuem und interessantem Spielzeug sind nicht möglich.
Verlagern wir uns alternativ nach draußen, beispielsweise auf einen nahegelegenen Spielsplatz, oder drehen wir eine Runde um den Block (Kleinkind bei mir an der Hand, Mutti schiebt Baby im Wagen), geht es im ähnlichen Stil weiter. Jede Abwendung beider Erwachsenen vom Kleinkind insofern, als dass man ein kurzes Gespräch untereinander führt oder sich rasch dem Baby zuwendet, führt zu einer kombinierten Wut- und Heulattacke des älteren Kindes.
Ich komme mit den kleinen Schreihälsen dann meist recht gut zurecht und bleibe konsequent. Das Wording ist dann in etwa wie folgt: "Ich will nicht, dass du so laut schreist, sag mir das leiser" oder "Ich gebe dir das gerne, frage aber vorher deine Mama, ob sie das auch will", beispielsweise, wenn das Kind noch mehr naschen möchte. Meine Ansagen tätige ich mit fester Stimme und bleibe auch dabei, wobei mich dann manchmal die Mütter auch schon ein wenig irritiert von der Seite ansehen. Zudem ignoriere ich diese weinerlichen Trotzattacken weitgehend und führe mit den Kindern weder Endlosdiskussionen noch Verhandlungen, zumindest nicht mit den ganz kleinen. Es gibt klare Ansagen, die sich, so meine Beobachtungen, stimmlich und inhaltlich von denen der Mütter unterscheiden, von denen ich auch nach Stufe III der Protestattacke eher ein schwächliches oder sogar halbsingendes "würdest du das bitte sein lassen" höre.
Mehrfach habe ich nun erlebt, dass meine Konsequenz von den Müttern skeptisch beobachtet wird, wobei sie dann durchaus auch feststellen, dass das Kind auf mich hört. Aber grundsätzlich wundere ich mich schon darüber, wie sehr sich diese Eltern dem Grenzenaustesten ihrer Kinder unterwerfen, ohne die Grenzen zu setzen. Ich setze die Grenzen, eben für mich, für gewisse Regeln in meiner Wohnung und für den Umgang mit meinen Sachen, wobei es m. E. Elternsache wäre, da den Kindern gegenüber ein Signal zu setzen. Miterzieher möchte ich nicht werden.
Meine Frage: Wie geht Ihr mit so etwas um, wenn es fremde Kinder auf Eurem Terrain zu bunt treiben?
Antworten
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27.03.2014, 14:59
Kinderlose als Gastgeber von Müttern mit Kindern
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27.03.2014, 15:01
AW: Kinderlose als Gastgeber von Müttern mit Kindern
ich habe (bin etwas älter als du) Freundinnen nicht mehr eingeladen, sondern sie lieber abends besucht . .
das ist stressfreier!
luci
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
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27.03.2014, 15:46
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27.03.2014, 15:55
AW: Kinderlose als Gastgeber von Müttern mit Kindern
Vor einer Weile hatten wir in unserer Wohnung eine Feier . Geladen waren Freunde mit und ohne Kinder
Einige Eltern hat es interessiert was ihre Kinder machen. Andere nicht. Irgendwann als ich schon einiges zu Bruch hab gehen sehen hab ich dann mal was gesagt. Ergebnis war ein ernstes Gespräch wo uns mitgeteilt wurde, dass es uns auch in unserer Wohnung nicht zusteht etwas zu entsprechenden Kind zu sagen. Seitdem sehe ich von Einladungen dieser anderen Eltern in ihrer Kinder ab
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27.03.2014, 16:07
AW: Kinderlose als Gastgeber von Müttern mit Kindern
Sorry, wenn ich hier ungehoerigerweise eine Frage mit einer Gegenfrage beantworte
, aber ich finde sie tatsaechlich zentral: Was sagen denn Deine Freundinnen, wenn Du sie darauf ansprichst? Also nicht, in der Situationen, in denen Du mit dem jeweiligen Kind sprichst, sondern allgemein, zu der Situation, dass Du den Umgang unter den gegebenen Umstaenden schwierig findest?
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27.03.2014, 16:30
AW: Kinderlose als Gastgeber von Müttern mit Kindern
Was ist denn ungehörig daran? Die sehen das durchaus ein, dass eine Begegnung anstrengend ist. Ich finde es schade, dass sich die Freundschaften, in einigen Fällen auch nur Bekanntschaften, wegen der Kinder auflösen. Ich finde es grundsätzlich schön, die Kleinen dabei zu haben. Nur scheinen mir ihre Mütter in der eigenen Situation gefangen zu sein und irgendwie zu erwarten, dass man das dann alles so hinnimmt und sich mit unterordnet. Und als Außenstehende in die Erziehung einmischen, das möchte ich mich nicht, es ist deren Angelegenheit.
@Strickliesl: Ja, auf das Abstandnehmen von solchen Treffen läuft es hinaus, leider.
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27.03.2014, 16:38
AW: Kinderlose als Gastgeber von Müttern mit Kindern
Du kommst mit den "Schreihälsen" deshalb gut zurecht, weil Du sie ein paarmal im Jahr für ein paar Stunden ertragen musst. Kein Grund für eine Selbstbeweihräucherung, sorry.
Achtung, jetzt kommt sie, die abgedroschenste Phrase aller Zeiten!
Hab erstmal selbst Kinder, dann reden wir weiter!
Treffe Dich mit Deinen Mütter-Freundinnen zu einem Picknick auf einem schönen Spielplatz, bei schlechtem Wetter in einem Cafe mit Spielecke. Das ist viel entspannter! Für ALLE!
Reich sind nur die Zufriedenen!
Mit dem Räuber *2009 und der Elfe *2013
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27.03.2014, 16:40
AW: Kinderlose als Gastgeber von Müttern mit Kindern
Danke, schneegans. Ich wollte halt nicht, dass meine Frage so rueberkommt wie: "Ey, belaestige uns hier nicht sondern rede gefaelligst mit denen." Du hast ja eine konkrete Frage gestellt und auch Hintergrundinfo geliefert, da stoesst es manchen ein wenig auf, wenn als erstes kommt: "Und was ist mit...?" Schoen, dass Du mich richtig verstanden hast.

Hm. Leider bleibt's auch mit dieser Antwort schwierig. Ich bin leider nicht ganz Deine Zielgruppe, weil mein Kind noch in dem Alter ist, indem Du Treffen als unproblematisch erlebt hast. Flauschi spielt im Moment auch ganz gut alleine. Natuerlich nicht stundenlang, und natuerlich kann es immer sein, dass ich ein Gespraech unterbrechen muss um ihm etwas wegzunehmen / ihn nach einem Sturz aufzurichten / ihn abzufangen... Das kennst Du ja. Aber er reagiert bisher nicht prinzipiell motzig, wenn ich mit anderen Leuten rede. Aber es koennte ja sein, dass so eine Phase um drei Jahre herum normal ist, wenn Du das so oft erlebst.
Rein theoretisch gesprochen wuerde ich mir wuenschen, dass eine Freundin das anspricht: "Du, gerade habe ich das Gefuehl, ich kann keine zwei Saetze am Stueck mit Dir sprechen", und dann Loesungen finden. Wenn das eine normale Phase ist, und sich das Kind eben nicht durch Ansagen beeinflussen laesst, waeren das ganz klar Treffen ohne Kinder. Logischerweise das geht nicht jede Woche. Aber man kann doch mal Freitag oder Samstag Abend weggehen, und der Papa huetet das Kind bzw. die Kinder, und vielleicht uebernimmt er auch die Morgenschicht, wenn die Mama sich nach dem Weiberarbend ausschlafen moechte? Oder sind viele Deiner Freundinnen alleinerziehend? Dann stelle ich es mir schon schwierig vor.
Was ich mir - auch als Mutter eines juengeren Kindes - gut vorstellen kann, ist dass es den Muettern jeweils gar nicht so auffaellt. Man stellt sich eben auf die "Normalitaet" des eigenen Kindes ein (sonst wuerde man ja auch rappelig) und verliert manchmal ein bisschen den Blick aus anderen Richtungen. Aber trotzdem muss man ja irgendwie reagieren, wenn eine Freundin sich in der Freundschaft allein gelassen fuehlt.
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27.03.2014, 16:54
AW: Kinderlose als Gastgeber von Müttern mit Kindern
Vielleicht wäre es einfacher, wenn die Treffen bei den Freundinnen stattfinden statt bei dir, weil das Kind dann seine gewohnte Umgebung hat.
Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
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27.03.2014, 17:12
AW: Kinderlose als Gastgeber von Müttern mit Kindern
Das haben wir bisher meist so gehalten. Nun hatten mehrere Mütter den Wunsch, mich auch mal zu besuchen, weil sie aus den eigenen vier Wänden raus wollten.
@Ulani: Schon klar, aber ich wollte damit eher klarstellen, dass ich, auch wenn ich als Außenstehende gewissermaßen einen strategischen Vorteil genieße und in diese Dauermühle, wie ihn Flau sehr schön beschrieben hat, eben automatisch nicht mit einsteige, dass ich das Verhalten der Kinder eher normal als merkwürdig empfinde. Das Problem ist, dass die Mütter, mit denen ich zu tun habe, mehr oder wenig durchgängig kapituliert haben, mir gegenüber äußern, überanstrengt und mit der Situation unzufrieden zu sein, und dann auch noch schräg gucken, wenn ich wenigstens für mich in der Situation eine Lösung mit ihren Kindern finde. Irgendwie scheinen sie von mir zu erwarten, dass ich dann auch noch meine Außenperspektive ablege und mich den Kindern dann mitunterwerfe, warum auch immer.
@Flau: Genial erkannt! Meine Freundinnen und Bekannten haben das Glück, die Kinder nicht alleine erziehen zu müssen. Allerdings sind die Papas beruflich sehr eingespannt, so dass die meiste Arbeit den Müttern zufällt. In gewisser Weise sind sie dann zwar finanziell abgesichert, jedoch im Alltag fast alleinerziehend unterwegs.
Grundsätzlich: Beweihräucherung nein, Beobachtungen äußern, ja. Mir geht es ja darum, eine Lösung zu finden, durch die ich den Kontakt zu dieser "Familienwelt" halte. Meine Freundinnen wollen ja mich treffen, um wieder einmal zu schnakken, auch wenn´s ein Schnakk mit Kindern und kein "Mädelskaffeetrinken" ist. Ansonsten haben sie im Kreise von Kindergarten und Krippe genügend andere Mütter mit adäquaten Themen und ich meinerseits "meine" Erwachsenen, mit denen ich erwachsen plaudern kann.Geändert von schneegans (27.03.2014 um 17:20 Uhr)


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