Hallo,
ich bin sehr verunsichert und unschlüssig was Familienplanung betrifft. Mein Freund und ich sind vor ca 1,5 Jahren aufs Land gezogen und jetzt kam seinerseits gleich der Wunsch Kinder zu haben, weil genug Platz vorhanden und ich ja nicht mehr so jung sei (Ich werde bald 35 Jahre). Wir diskutieren immer noch darüber, verhüten aber nicht mehr seit einem Vierteljahr. Ich finde das zu klischeehaft: Haus - dann Kinder - dann heiraten, und sträube mich, das Leben so standardisiert abzuklappern. Wir haben jetzt auch viel mehr Aufgaben mit Vollzeitjob, Haus, einigen Haustieren und großem Garten -mit letzterem beschäftige ich mich gern und ausgiebig in der Freizeit. Meine Zeit dann gleich noch für ein Kind aufteilen zu müssen, hat mich sehr ratlos, mutlos gemacht.
Viele Freunde und Bekannte sind jetzt mit Familienplanung beschäftigt (außer meine Arbeitskollegen) und es fällt mir schwer, dem Thema Nachwuchs aus dem Weg zu gehen, z.B. bei einer Feier letztens gab es nur Schwangere, deren Männer und mich. Da habe ich mich sehr unwohl mit den Schwangeren gefühlt und wusste nicht, was ich mit denen reden soll, so unterhielt ich mich lieber mit den Männern. Auf diese Weise habe ich wohl schon einige Kontakte verloren und mein Freundeskreis ist sehr geschrumpft.
Ich will meinen Freund nicht enttäuschen (er ist kinderlieb) deshalb habe ich dem Kinderwunsch zugestimmt aber trotzdem kommt mir das alles mehr so wie eine Aufgabe vor, die gemacht werden muss, also wie auf Arbeit. Mit so 3-Jährigen kann ich umgehen, aber ich fühle mehr so als Freund und würde denen nicht vorschreiben wollen was sie tun und lassen sollen. Babys sprechen mich emotional nicht so stark an, wie zB. Tierbabys. Ich habe mal 3 Katzen-Findelkinder großgezogen, das war schön.
Dazu kommt, dass ich an Schilddrüsenunterfunktion erkrankt bin, das wird medikamentös behandelt, aber nun ängstige ich mich, dass es mit dem mühsam zustande gekommenen Kinderwunsch nun nichts mehr werden wird.
Ich freue mich über neue Ideen und Erfahrungen.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 112
Thema: Reif für Familie?
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11.07.2013, 16:06
Reif für Familie?
Geändert von byzantina (11.07.2013 um 16:53 Uhr)
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11.07.2013, 16:58Inaktiver User
AW: Reif für Familie?
Naja ... erst Rente, dann Privatinsolvenz und dann Kinderwunsch ist zwar unkonventioneller, aber auch keine optimale Abfolge.

Ein Kind zu bekommen, "weil man das eben so macht", ist ebenso blöd wie kein Kind zu bekommen, "weil man unbedingt anders sein will".
Horch in dich hinein. Und wenn du unsicher bist, wie wäre es mit einem Jahr Aufschub, in dem du alles machst, was du mit Kleinkind nicht mehr machen kannst?
Das ist übrigens weniger als man glaubt - nur fürs Protokoll: wenn man nicht für Kinder, aber mit Kindern leben will, kann man so ziemlich alles auch als Eltern machen. Nur wollen das viele gar nicht mehr - so wie auch die meisten ohne Kinder nicht ein Jahr auf Weltreise gehen.
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11.07.2013, 17:10Inaktiver User
AW: Reif für Familie?
PS: Ich konnte mit Babys nie etwas anfangen und bin im Moment passionierte Babymama. Mein Säugling hat mich aber auch schon überall hin begleitet, ins Büro zur Arbeit ebenso wie auf die Alpenwanderung.
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11.07.2013, 19:59
AW: Reif für Familie?
Die TE verhütet bereits nicht mehr, insofern ist wohl schon eine Vorentscheidung gefallen.
Unabhängig davon, 35 ist ein Alter in dem ich nicht mehr viel verschieben würde aus Gründen der Fruchtbarkeit. Die TE ist bereits vor 1,5 Jahren aufs Land gezogen mit Platz für Hund, Katz und auch Kind, zudem hat sie einen Freund mit Kinderwunsch. Ich denke, es war genug Zeit sich mit den Gedanken an Nachwuchs anzufreunden.
Byzantina, nur Mut. Ich war nie eine Vollblutmutter, ich konnte mich ebenfalls lange Jahre nicht entscheiden ob Kind oder nicht. Aber, sofern alles nach Plan läuft, kommen mit den Schwangerschaftshormonen auch zeitgleich die Glücksgefühle. Und ein Kind ist immer zu wuppen, auch mit Garten und Haustieren. Wenn du es nicht so spießig haben willst, heirate doch einfach nicht.
"Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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13.07.2013, 19:28
AW: Reif für Familie?
Liebe Byzantina
Ich kann mich den Antworten meiner Vorschreiberinnen irgendwie nicht anschliessen. Für mich klingst du nicht wie jemand, der wirklich einen Kinderwunsch verspürt. Du willst dich eher dem Wunsch deines Partners fügen. Und "dazugehören". Kinder hat man halt einfach und jetzt ist - nach aussen zumindest - der Zeitpunkt dafür gekommen. Und du wirst nicht jünger.
Fakt ist: der grosse Teil der Arbeit, der Verantwortung und der Veränderungen, die Kinder mit sich bringen, werden an dir als Mutter hängen bleiben. Erfahrungsgemäss ist das halt auch im Jahr 2013 noch so. Ich bin der Meinung, als Frau muss man das wirklich wollen und nicht eben mal mitmachen, weil der Partner möchte, der sich die Konsequenzen meistens auch nicht von A-Z durchüberlegt hat, aber halt meistens auch nicht so viele Änderungen in Kauf nehmen muss wie die Mutter.
Horch in dich hinein: Wie wäre es für dich, wenn dein Partner sagen würde, er möchte auf keinen Fall Kinder? Würdest du über Trennung nachdenken oder wärst du eher erleichtert?
Ich wünsche dir, dass du die für dich richtige Entscheidung triffst.
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13.07.2013, 23:02Inaktiver User
AW: Reif für Familie?
Unbeding!
Obwohl ich mit ganzem Herzen ein Kind wollte, habe ich sehr oft nach der Geburt und in den Kleinkindjahren widersprüchliche Gefühle erlebt.
Scham, ein Kind in diese Welt geboren zu haben, ohne, dass es sich dafür oder dagegen entscheiden konnte.
Angst, eine schlechte Mutter zu sein und der Verantwortung nicht gewachsen zu sein.
Wut über die mit der Mutterschaft einhergehenden persönlichen und beruflichen Einschränkungen.
Entsetzen, zu erkennen, dass es Momente gab, in denen ich mein Kind ganz und gar nicht lieben konnte.
Wenn ein nur halbherzig oder nicht gewolltes Kind diese Gefühle auslöst, kann das für alle Beteiligten eine Katastrophe sein.
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15.07.2013, 17:07
AW: Reif für Familie?
....
Geändert von Mailine (24.07.2013 um 23:07 Uhr)
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15.07.2013, 17:12Inaktiver User
AW: Reif für Familie?
Was verbindest du denn mit "Kind haben" was für dich negativ besetzt ist? Für mich klingt das nach idealem Umfeld, in dem ein Kind ganz unauffällig und ohne großes Gedöns mitlaufen kann - anders als wenn du jetzt eine fanatische Gleitschirmfliegerin oder Motorradbraut wärst...
Ich leb mit meinen Kindern auch eher so ein Villa Kunterbunt Leben, mit Haus und Tieren und leider nur kleinem Garten, ich finde das sehr entspannt - wie du das gestaltest schreibt dir doch keiner vor.
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15.07.2013, 17:16Inaktiver User
AW: Reif für Familie?
Das mag man so erleben - aber du schreibst von einer sehr begrenzten Phase. Das ist wie wenn man ein Leben mit Hund nur auf die Welpenzeit reduziert, wo man alle drei Stunden raus muss und der Hund ständig in die Wohnung bieselt und alles kaputtnagt. Das ist aber schwuppdiwupp vorbei - und du ertappst dich dabei wie du dir die Zeit sogar wieder zurückwünschst...
Ich meine, wenn das für alle so grausig wäre dann hätt ja jeder einen an der Waffel der sich das mehr als einmal freiwillig antut, oder??
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15.07.2013, 20:03Inaktiver User
AW: Reif für Familie?
@ Mailine: Das kann man nicht verallgemeinern. Mein Leben hat sich nicht komplett umgekrempelt. Ich weiß nicht, woran das liegt, aber abgesehen davon, dass ich in den letzten zehn Monaten ein paar Partys absagen musste, zu denen ich sonst gegangen wäre, ist mein Leben noch das gleiche. Okay, statt zweimal die Woche Sport ist es einmal, statt 40 Stunden Arbeit ist es ein bisschen weniger, und statt jeden Monat ein WE unterwegs zu sein, ist es nur jeder zweite. Ein bisschen "downshifting", aber alles ist noch da.
Kann also so oder so laufen.


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