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    AW: Dossier: Machen Kinder glücklich?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Der Vergleich hinkt - die Entscheidung für die Wissenschaft/Kunst/whatever ist immer wieder eine aktive.
    Du bleibst immer der aktive Part in der Geschichte.
    Diese Leidenschaft wird durch Dein inneres Selbst motiviert.

    Das ist keine Fremdbestimmung durch eine andere Person.
    Dein Kind kannst Du nicht "abstellen" - Du kannst nur reagieren.
    Kunst ist fuer mich noch mal ein anderes Thema. Malen, Musik machen, schreiben, etc. gehoert fuer mich NICHT in den Bereich der Hingabe an etwas AUSSERHALB meiner Selbst. Fuer mich ist das Selbstverwirklichung/Selbstausdruck pur. Eben genau das Gegenteil von Selbsthingabe. (Und deshalb muessten Kuenstler eigentlich gar kein Interesse am Publikum haben, oder er muesste das Publikum bezahlen, dafuer, dass es das Ergebnis seines Selbstausdruckes anerkennt, wenn er dies denn braucht, und nicht umgekehrt. Aber das nur am Rande)


    Natuerlich kann man ein Kind "abstellen". Es gibt tausend Arten ein Kind "abzustellen.

    Wenn man es aber bewusst nicht "abstellt", liegt das vielleicht daran, dass man die Chance auf etwas Einzigartiges spuert, eben dieses gewisse 'Transzendente" (Scheisse, und dieses Wort aus meiner Tastatur), das genau dadurch entsteht, dass man es eben nicht abstellen kann (... und da ich an der Idee des "freien Willens" haenge, nicht abstellen will).

    Um nochmal den Unterschied zu Kunst machen und Altruismus/Hingabe anzusprechen:
    Vielleicht der Unterschied von Picasso zu Mutter Theresa. Obwohl mir der religioes motivierte Hintergrund von Mutter Theresa nicht behagt.
    Oder zum Beispiel der Unterschied in den Aussagen zweier Politiker: der eine sagt: "Der Staat, das bin ich", und der andere nennt sich "den ersten Diener seines Staates".

    Es geht darum, die unbedingte Verantwortung fuer etwas zu uebernehmen, sich in den Dienst von etwas oder jemanden zu stellen, das mir nichts nutzt, und nicht meiner Selbstverwirklichung dient. Das als "reagieren" zu beschreiben, greift zu kurz. Einerseits reicht "reagieren" nicht aus, um "ein Kind" gluecklich zu machen und aktiv zu begleiten, andererseits wuerde man wenn man nur reagiert, ziemlich schnell ziemlich aggressiv reagieren. Kinder verlangen ja ein bisschen mehr als ein Tamagotchi. Nur reagieren waere fast schon wieder "abstellen". Hingabe wird nur dadurch, dass es ein bewusster Akt ist, oder meinentwegen als bewusste Entscheidung erlebt wird, eine positive Erfahrung. Man kann sich gar nicht aus Zwang hingeben, sowenig wie man auf Befehl lieben kann.

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    AW: Glück?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Das ist keine Fremdbestimmung durch eine andere Person.
    Dein Kind kannst Du nicht "abstellen" - Du kannst nur reagieren.
    Aber, liebes Gyldensternchen, hier geht es doch letztlich auch um eine zwischenmenschliche Beziehung. Natuerlich ist das Kind zunaechst in einer schwaecheren Position und muss versorgt werden.
    Dann jedoch muss ich verdammt aktiv werden, um eine gut funktionierende Eltern-Kind-Beziehung aufzubauen.
    Und es geht um Liebe. Die fuer mich auch nicht ohne Hingabe funktioniert. Ich wuesste nun aber nicht, warum die Liebe und Hingabe zu meinem Kind mich negativ beeinflussen sollte, waehrend die Liebe und Hingabe zu meinem Partner positiv ist?!?
    Vielleicht juckt Dich dieser Punkt:
    Man kann sich heutzutage von allen Beziehungen relativ problemlos trennen, sei es zu Deinem Lebensgefaehrten, sei es zu der Firma, bei der Du arbeitest, sei es ein Wohnumfeld zu wechseln. Aber Mutter / Eltern bleibst Du ein lebenlang. Das kann Angst machen. Diese Beziehung ist und bleibt kompromisslos. Ich kann mit meinem Kind nicht ueber eine "offene Beziehung" sinnieren, kann nicht "Schluss machen", kann es nicht vor die Tuer setzen. Egal was auch immer kommen mag, er bleibt mein Sohn.
    Diese Tatsache ist fuer mich jedoch ungeheuer beruhigend. Solange man sich mit Hingabe darauf einlaesst.

  3. Inaktiver User

    AW: Dossier: Machen Kinder glücklich?

    Wenn man es aber bewusst nicht "abstellt", liegt das vielleicht daran, dass man die Chance auf etwas Einzigartiges spuert, eben dieses gewisse 'Transzendente" (Scheisse, und dieses Wort aus meiner Tastatur), das genau dadurch entsteht, dass man es eben nicht abstellen kann (... und da ich an der Idee des "freien Willens" haenge, nicht abstellen will).
    Das Gefühl der Transzendentalität geht mir ebenso ab wie jede Form der Religiösität, Spiritualität und Esotherik.

    Es geht darum, die unbedingte Verantwortung fuer etwas zu uebernehmen, sich in den Dienst von etwas oder jemanden zu stellen, das mir nichts nutzt, und nicht meiner Selbstverwirklichung dient.
    Kannst Du Dir vorstellen, dass man genau das partout nicht in seinem Leben haben will?

  4. Inaktiver User

    AW: Glück?

    Man kann sich heutzutage von allen Beziehungen relativ problemlos trennen, sei es zu Deinem Lebensgefaehrten, sei es zu der Firma, bei der Du arbeitest, sei es ein Wohnumfeld zu wechseln. Aber Mutter / Eltern bleibst Du ein lebenlang. Das kann Angst machen. Diese Beziehung ist und bleibt kompromisslos. Ich kann mit meinem Kind nicht ueber eine "offene Beziehung" sinnieren, kann nicht "Schluss machen", kann es nicht vor die Tuer setzen. Egal was auch immer kommen mag, er bleibt mein Sohn.
    Diese Tatsache ist fuer mich jedoch ungeheuer beruhigend. Solange man sich mit Hingabe darauf einlaesst
    Für Dich ist das beruhigend (gut für Dich und Deinen Sohn) - für mich ist das eine gedankliche Horrorvorstellung.

  5. Inaktiver User

    AW: Dossier: Machen Kinder glücklich?

    Sich in den Dienst von etwas zu stellen, dass mir nichts nutzt und nicht meiner Selbstverwirklichung dient, schreibt Sisyphos.
    Ich finde, dass das nun aber wirklich an der Realität vorbeigeht.
    Selbstverständlich "nutzen" Kinder Dir etwas.
    Und wie viele Menschen werden Eltern aus rein egoistischen Gründen und um sich als Mutter oder Vater selbst zu verwirklichen!!

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    AW: Glück?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Für Dich ist das beruhigend (gut für Dich und Deinen Sohn) - für mich ist das eine gedankliche Horrorvorstellung.
    Na, dann haetten wir ja den Punkt getroffen!
    Lg indiac

  7. Inaktiver User

    AW: Dossier: Machen Kinder glücklich?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Und wie viele Menschen werden Eltern aus rein egoistischen Gründen und um sich als Mutter oder Vater selbst zu verwirklichen!!
    Aus welchen Gründen sonst kann man denn Kinder bekommen? Fürs Vaterland doch wohl kaum? Für eine bessere Welt?

    Nein, wenn dann tut man es, weil man sich vorstellen kann, dass einem z.B. dieses Leben gut tut.

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    AW: Dossier: Machen Kinder glücklich?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Das Gefühl der Transzendentalität geht mir ebenso ab wie jede Form der Religiösität, Spiritualität und Esotherik.

    Kann ich eigentlich genau so unterschreiben. Deswegen komme ich immer ganz schoen ins schwitzen, wenn ich beschreiben soll, was genau Liebe ist. Und Du?? Hast Du schon geliebt. Beschreibst Du mir was Liebe ist, ohne ins Faseln ueber Transzendentalitaet zu kommen wie ich?



    Mein posting: Es geht darum, die unbedingte Verantwortung fuer etwas zu uebernehmen, sich in den Dienst von etwas oder jemanden zu stellen, das mir nichts nutzt, und nicht meiner Selbstverwirklichung dient.

    Deine Antwort darauf (kann mir jemand erklaeren, wie man jetzt ein Zitat im Zitat erstellt???) Kannst Du Dir vorstellen, dass man genau das partout nicht in seinem Leben haben will?


    Das muss ich mir gar nicht vorstellen. Das ist die Realitaet: Die zeitgeistige Antithese zu den Jahrhunderten der erzwungenen Vereinnahmung der Menschen durch Rollen. Genauso wie die Pornographisierung der Gesellschaft der Gegentrend ist zu den Jahrhunderten der Stigmatisierung der Sexualitaet, und die Trennung von Liebe und Sexualitaet durch die Religionen.
    Geändert von Sisyphos (08.09.2006 um 16:18 Uhr)

  9. User Info Menu

    AW: Dossier: Machen Kinder glücklich?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Sich in den Dienst von etwas zu stellen, dass mir nichts nutzt und nicht meiner Selbstverwirklichung dient, schreibt Sisyphos.
    Ich finde, dass das nun aber wirklich an der Realität vorbeigeht.
    Selbstverständlich "nutzen" Kinder Dir etwas.
    Und wie viele Menschen werden Eltern aus rein egoistischen Gründen und um sich als Mutter oder Vater selbst zu verwirklichen!!
    Na ja: ich schreibe ja nicht von "den Eltern". Es gibt ja auch nicht "die Kinderlosen" .... es soll sogar Kinderlose geben, die sich "in den Dienst stellen".

    Nutzt mir mein Kind was? Natuerlich waere ich eine andere ohne Kind geworden. Von daher hat es mir natuerlich "genutzt" so zu werden wie ich bin. Kann aber auch sein, dass es mir geschadet hat. Auf jeden Fall hat es mich veraendert. So wie eben alles was passiert mehr oder weniger Einfluss auf die eigene Entwicklung hat.

    Klar nutzt mir mein Kind. Er ist eine wahre Wonne. Ich freue mich saumaessig an diesem Menschen, der in dieser ganz besonderen Beziehung zu mir steht und immer stehen wird.

    Trotzdem ist das mit der Selbsthingabe und "in den Dienst stellen" auch wieder richtig. Scheint so zu sein, dass es erst dann mit der Mutter-Kind -Beziehung klappt, wenn man es einigermassen hinkriegt mit der bedingungslosen Liebe. Also erst, wenn es einem egal ist, ob es was nutzt, nutzt es. Komisches Paradox.


    Zitat Zitat von Indiac
    Ich wuesste nun aber nicht, warum die Liebe und Hingabe zu meinem Kind mich negativ beeinflussen sollte, waehrend die Liebe und Hingabe zu meinem Partner positiv ist?!?
    Das finde ich auch immer wieder seltsam. Irgendwas ist da ziemlich schraeg ....

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    AW: Dossier: Machen Kinder glücklich?

    Ich habe meine Tochter sehr spät bekommen, nach langer Karriere mit viel Einsatz und entsprechenden Lebensbedingungen. Jetzt ist alles ganz anders. Nach anfänglichem Glücksgefühl gab es eine ganze Zeit, wo ich nicht so glücklich war, denn als Alleinerziehende kam ich nicht mehr in meinen alten Beruf hinein. In der Zwischenzeit hat sich alles relativiert.
    Meine Tochter hat mein Leben total auf den Kopf gestellt. Das, was früher wichtig war, ist heute wurscht und umgekehrt. Mein Leben ist auf jeden Fall sehr viel bewußter und intensiver geworden.
    Gruß
    Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.
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