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    Wer kümmert sich eigentlich später um mich?

    Wer kümmert sich eigentlich später um mich?

    Das war der Titel der gestrigen "Münchner Runde" im Bayerischen Fernsehen.

    Eingeladen waren Jochen Vogel (3 Kinder), Barbara Rütting (kein Kind), Markus Breitscheidel, Journalist und Autor: „Abgezockt und totgepflegt“ und der Rentenexperte Bernd W. Klöckner, Finanzberater und Autor „Die gierige Generation“ (4 Kinder).

    Alle vier hatten unterschiedliche Vorstellungen darüber, wer sich später mal um sie kümmert.

    http://www.br-online.de/bayern-heute...enchner-runde/

    Die älteren und realistischeren suchten nach Alternativ-Modellen zur häuslichen Betreuung beispielsweise durch die eigenen Kinder (Mehrgenerationenhäuser, gute Seniorenheime oder humane Pflegeeinrichtungen).

    Der jüngste, der Klöckner (sorry!) mit 4 Kindern hat allerdings andauernd betont, dass er davon ausgeht, dass ihn seine Kinder später mal pflegen. Es war deutlich herauszuhören, dass er ein Anhänger der "Überalterungsthese" aufgrund zu wenig geborener Kinder ist. Er fordert mehr Kinder und mehr Familienbetreuung.

    Selbst Jochen Vogel sprach sich nicht (!) dafür aus, dass die Kinder ihn zwangsläufig pflegen müssten, deshalb sei er in ein gutes Seniorenheim gezogen!

    Jetzt frage ich mich:

    Sollte ich lieber noch Kinder bekommen oder adoptieren, damit diese mich später pflegen? Ernsthaft?

    Ist das nicht die Blauäugigkeit schlechthin?

    Und was machen die, die unfreiwillig oder freiwillig als nun einmal Single leben? Verrecken die in der "vergreisten" Gesellschaft???

    Es muss doch sinnvolle Alternativen geben?

    Geändert von Elwyn (10.08.2006 um 14:29 Uhr)

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    AW: Wer kümmert sich eigentlich später um mich?

    Nee, Elwyn.
    Man wird dann von den Enkeln gepflegt. Die eigenen Kinder müssen schuften, damit sie die Ausbildung der Enkel finanzieren können.
    Ich denke ja schon, dass es problematisch ist. Meine Oma erwartet auch, dass sie von ihrem Sohn respektive dessen Frau gepflegt wird- die ist allerdings selbst nicht mehr fit genug um ihre Schmiegermutter zu pflegen...

    Aber kinder bekommen um versorgt zu sein, das kann es ja nicht sein. Das kann auch nicht funktionieren.
    Gerade weil man heute auch älter wird! Oder soll ich als 70jährige meinen dann 95jährigen Vater in die Badewanne heben?

    Das kann man ja total vergessen...
    Das Leben ist wie eine Flasche Ketchup: Erst kommt lange nichts und dann alles auf einmal!

  3. Inaktiver User

    AW: Wer kümmert sich eigentlich später um mich?

    Hallo,

    hab die Sendung leider nicht gesehen, allerdings beschäftigt mich das Thema schon seit einiger Zeit. Ich bin kinderlos und werde es mit ziemlicher Sicherheit auch bleiben - meine Schwester ebenfalls.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendwer ernsthaft und realitätsnah daran glaubt, auf jeden Fall von den eigenen Kindern gepflegt zu werden. Das bedingt doch dann auf jeden Fall völlige Flexibilität, im Extremfall auf beiden Seiten - sollen die Kinder (incl. evtl. dann schon vorhandener nachfolgender Generation) ihr bisheriges Leben in möglicherweise zighundert Kilometern aufgeben, um dann beim zu Pflegenden einzuziehen? Wie soll das Wohnraumtechnisch funktionieren? Soll man auf jeden Fall soviel Platz vorrätig halten, dass da notfalls eine Familie einziehen kann? Oder sollen die Kinder so großzügig wohnen, dass da noch jemand (oder sogar beide Elternteile) mal eben mit einziehen können? Will der Großstadt-Senior zum Kind aufs Land ziehen? oder erwartet man dann, dass die Kinder Gefallen am Großstadtleben finden müssen? Was soll das mit Leib und Seele berufstätige Kind (möglicherweise mit häufigen Dienstreisen oder längeren Einsätzen an entfernten Orten) machen? muss das dann den Beruf aufgeben und vom Pflegegeld leben? Was passiert mit geschiedenen Eltern - streiten die sich dann drum, wer beim Kind wohnen darf oder gibt's dann zwangsweise Wiedervereinigung?

    Für mich bleiben da extrem viele Fragen offen und ich sehe nicht, dass das eine Lösung für die Mehrheit der in Zukunft pflegebedürftig werdenden Menschen sein kann, was natürlich nicht ausschliesst, dass es in Einzelfällen eine Lösung ist. Allerdings müssen sich auch dann alle Beteiligten über die Konsequenzen und Belastungen dieser Variante im Klaren sein.

    Selbst wenn ich Kinder hätte, würde ich mich auf keinen Fall darauf verlassen, dass ich damit in Sachen Pflegebedürftigkeit ausgesorgt hätte und mir keine weiteren Gedanken machen müsste.

    Liebe Grüße
    Wäschefee

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    AW: Wer kümmert sich eigentlich später um mich?

    es waere mir ein greuel, wenn meine eltern darauf setzen wuerden, dass ich sie im alter mal pflege! man muss seine kinder irgendwann ihr eigenes leben leben lassen und nicht erwarten, dass man in spaeteren jahren eine laengst vollzogene trennung wieder rueckgaengig machen kann. richtig gut funktionieren tut das eh in den wenigsten faellen.

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    AW: Wer kümmert sich eigentlich später um mich?

    Meine Eltern , die meine Oma fast bis zur Selbtaufgabe gepflegt haben, haben mir gesagt dass sie lieber ins Pflegeheim möchten als dass ich nich ihretwegen so kaputtmache wie sie es getan haben.

    Leandra
    Ich bin Tipplegasthenikerin.

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    AW: Wer kümmert sich eigentlich später um mich?

    Brutal gesagt: Krankenkasse, Rente, Altervorsorge bestimmen, wie es einem im Alter gehen wird und wer sich um einen kümmert. Ich habe zwar (noch?) keine Kinder würde aber nie im Leben davon ausgehen, dass die sich um mich kümmern, während ich vergreise.
    Meine Eltern haben sich nicht um die Großmutter gekümmert, die 800 km entfernt im Pflegeheim war. Pflichtbesuche, zwei Mal im Jahr. Ganz ehrlich, darauf könnte ich auch verzichten.
    Das wird in den nächsten dreißig Jahren noch sehr düster für uns alle werden - alle, die heute um die dreißig sind, werden mit die erste Generation, bei der die staatliche Rente keine große Rolle mehr spielt, wir aber immer älter werden.
    Werden wie alle superfitte vielreisende Rentner werden? Oder vegetieren wir einfach in Pflegeheimen vor uns hin bis die Zeit gekommen ist?

  7. Inaktiver User

    AW: Wer kümmert sich eigentlich später um mich?

    Ich (fast 30) habe mich sofort um meine Versorgung gekümmert, nachdem ich meine Oma zwei Jahre betreut hatte (sie war notgedrungen im Pflegeheim, da beidseitig gelähmt, dafür habe ich mich dumm und dämlich zubezahlt, um ihr einen Hauch von Lebensqualität in unserem satt-und-sauber-System zu ermöglichen, die liebenden Kinder haben lediglich versucht ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen, ein Besuch war zuviel verlangt etc. pp.).

    Meine Versicherungen (=Rente, ich gehe nicht vom Staat aus, da kommt eh nix rüber, da mache ich mir nichts vor) sind so aufgeteilt, dass ich mir im Pflegeheim mal den Hintern mit Hakle feucht abputzen lassen kann (ihr versteht schon, was ich meine) des weiteren habe ich eine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, damit mich kein Mediziner zum Krüppel operieren, bzw. künstlich verlängert leiden lassen kann.

    Sollte ich jemals Kinder haben, so empfinde ich es als meine Aufgabe, sie zu selbstständigen Menschen mit eigenem Leben zu erziehen, dies passt nicht zu einem Versorgungsanspruch einer alten Mutter, demzufolge ist es mein Job, mein Leben im Alter frühzeitig zu organisieren.

    LG
    Estrella

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    AW: Wer kümmert sich eigentlich später um mich?

    Ich (fast 30) habe mich sofort um meine Versorgung gekümmert, nachdem ich meine Oma zwei Jahre betreut hatte (sie war notgedrungen im Pflegeheim, da beidseitig gelähmt, dafür habe ich mich dumm und dämlich zubezahlt, um ihr einen Hauch von Lebensqualität in unserem satt-und-sauber-System zu ermöglichen, die liebenden Kinder haben lediglich versucht ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen, ein Besuch war zuviel verlangt etc. pp.).
    @Estrella,

    habe ich das richtig verstanden, du als Enkelin hast das übernommen, aber deine Eltern nicht?

    Hut ab!!!!!


    Meine Versicherungen (=Rente, ich gehe nicht vom Staat aus, da kommt eh nix rüber, da mache ich mir nichts vor) sind so aufgeteilt, dass ich mir im Pflegeheim mal den Hintern mit Hakle feucht abputzen lassen kann (ihr versteht schon, was ich meine) des weiteren habe ich eine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, damit mich kein Mediziner zum Krüppel operieren, bzw. künstlich verlängert leiden lassen kann
    Wenn ich dich richtig verstehe, dann sparst du bereits jetzt privat an, ja? Alle Achtung - ja, das mache ich auch, aber ehrlich gesagt noch nicht so gezielt.

    Vermutlich ist eine gewisse Menge Geld fürs Alter unabdingbar. So kam es übrigens auch in der Sendung rüber. Ich finde es auch in Ordnung, dass von berufstätigen Kinderlosen grundsätzlich erwartet wird, privat vorzusorgen (was aber noch nicht heisst, dass man ihnen gleich die halbe Rente nimmt, wie es im Raum steht). Allerdings gibts schliesslich auch unter Kinderlosen und Singles Arbeitslose oder Geringverdienende.


    Sollte ich jemals Kinder haben, so empfinde ich es als meine Aufgabe, sie zu selbstständigen Menschen mit eigenem Leben zu erziehen, dies passt nicht zu einem Versorgungsanspruch einer alten Mutter, demzufolge ist es mein Job, mein Leben im Alter frühzeitig zu organisieren.
    Wenn man - wie in Frauenbewegung andiskutiert - für die Kinder insbesondere als Frau alles aufgegeben hat, liegt es später nahe, und wird ja zu meiner Überraschung auch von dem Rentenexperten und vierfachen Familienvater Breitschedel postuliert, entweder vom Staat dafür zu kassieren, oder, wenn alles zusammenbricht, sich auf seine Kinder zu verlassen.

    Geld hat man als Frau ohne Berufstätigkeit oder Erbe ja nicht, um es selbst beiseite zu legen.

    Ich habe persönlich noch nie erlebt, dass Kinder ihre Eltern "mit Freuden" versorgt hätten. Meine Vorgängergeneration hat sich zwar gekümmert, mal mehr mal weniger, mal durch Finanzhilfen, mal durch häusliche Pflege, aber es wird als deutliche Belastung empfunden und geht nur dort gut, wo ein wirklich gutes Verhältnis zwischen Eltern und Kindern herrscht. Letzteres ist durch die Veränderung der Persönlichkeiten weiss Gott nicht immer gegeben.

    Wie auch schon im Forum irgendwo angesprochen wurde, liegen Kinder eher den Eltern bis ins hohe Alter auf der Tasche. Die Eltern finanzieren fleissig mit, erst die Ausbildung, dann das Haus, dann die Enkel - zum Schluss stehen sie als die "gierige Generation" da, wie Klöckner (sorry!) es formuliert, und dürfen nicht mal auf Hilfe hoffen.

    Das finde ich tragisch, vor allem vor dem Hintergrund der neuen Familienseligkeit einiger Rentenexperten.

    Deshalb muss man neue Wege finden, ob mit oder ohne Kinder!!!

    Geändert von Elwyn (10.08.2006 um 14:29 Uhr)

  9. User Info Menu

    AW: Wer kümmert sich eigentlich später um mich?

    Des Rätsels Lösung ist Geld. Nur mit ausreichend finanziellen Mitteln kann sich Frau/Mann den Lebensabend gönnen, den sie gerne haben möchte. Welche Form des Wohnens man wählt ist nebensächlich, das kann von der Seniorenwohnung bis hin zur einer Wohngemeinschaft älterer Menschen reichen. Aaaaber, ohne Geld ist das alles graue Theorie.

    Ich kenne Altersheim nur so, wie ich sie von meiner Großtante erlebt habe. Einrichtungen, in die alte Menschen kommen, die selber nicht mehr für sich sorgen können. Da lebt man dann im besten Falle allein in einem winzigen Zimmerchen mit Waschbecken und Toilette, zum Esssen geht’s in den Speisesaal. Es gibt gute Heime, aber dort sollte man sich bereits mit 60 (wegen der Wartezeit) anmelden, wenn man sich noch lange nicht mit diesem Thema beschäftigen möchte. Wer sich dagegen erst kümmert oder von Staats wegen gekümmert wird, wenn man zum Pflegefall geworden ist, muss nehmen was gerade irgendwo frei ist, kein berauschender Zustand.

    Besten Dank nein. Ich erwarte nicht von meinem Kind, dass er mich pflegt, nicht mal in meinen Träumen. Als Realist halte ich es für möglich, dass mein Kind im Zuge der Globalisierung in einem anderen Land leben wird. Es liegt also in meinen eigenen Händen und die einzige Lösung ist Geld.

    Ich habe mich finanziell an einem Projekt meiner Gemeinde beteiligt, ein Neubau eines Betreutes-Wohnen-Modells. Dort werden seniorengerechte (barrierfrei, Notrufsystem, usw) Wohnungen in einer guten Lage errichtet in einer Wohnanlage, die sich nicht von anderen unterscheidet. Je nach gesundheitlichem Zustand werden Pflegeleistungen hinzugenommen per Kooperationsvertrag mit dem örtlichen Pflegeanbieter. Bis hin zum Schwerstpflegefall können so ältere Menschen in ihren eigenen vier Wänden versorgt werden. Auch für die weniger schönen Fälle des Älterwerdens (Demenz) wird Rechnung getragen. Herrschaften, die eine Beaufsichtigung brauchen, können in die geschützte Demenzabteilung des Hauses umziehen.

    Meine Eltern (betagt und gesundheitlich angeschlagen) werden Ende nächsten Jahres dorthin umziehen und quasi den Pilotversuch machen. Ich werde dann Erfahrungen aus erster Hand sammeln und notfalls noch Korrekturen für den eigenen Lebensabend einplanen, falls nötig.

    Die Schwiegereltern fahren einen anderen Weg, sie möchten auf keinen Fall mehr umziehen. Sie haben für Einkäufe, Saubermachen, Essen vorbereiten eine Haushaltshilfe engagiert, die viermal pro Woche kommt. Wenn Pflegeleistungen dazukommen würden, wird das ebenfalls über externe Betreuung geregelt. Diese Möglichkeit ist zwar die angenehmere Variante von beiden, bietet aber im Falle einer größeren gesundheitlichen Beeinträchtigung nicht dieselbe Lebensqualität, da die Wohnung, Treppenhaus, ec nicht rollstuhlgeeignet sind und sie nicht mehr nach draußen könnten.

    Man wird sehen, welche Variante die bessere ist. Aber wie schon einmal erwähnt, ohne Moos nix los. Ohne frühzeitige finanzielle Vorsorge werden sehr viele Menschen krasse Abstriche ihres Lebensstandards hinnehmen müssen, geschweige denn vom vielzitierten Altern in Würde zu reden.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

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    AW: Wer kümmert sich eigentlich später um mich?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Was passiert mit geschiedenen Eltern - streiten die sich dann drum, wer beim Kind wohnen darf oder gibt's dann zwangsweise Wiedervereinigung?
    @Waeschefee,

    das ist bei mir schon jetzt eine gute Frage!

    Meine Mutter hat ausser mir keine Kinder und möchte, sobald mein Stiefvater nicht mehr da ist, gerne in unsere Nähe ziehen.

    Zumindest hat sie finanziell gut vorgesorgt.

    Mein Vater hat noch eine jüngere Frau geheiratet und noch vier Kinder, allesamt sehr viel jünger als ich.

    Dafür hat er praktisch kaum Geld, die Kinder auch nicht, da sie alle entweder noch in der Ausbildung sind oder als Nur-Hausfrauen eigene Kinder haben.

    In jedem Falle wäre es praktisch unmöglich, dass beide in meiner Nähe wohnen. Die sind sich immer noch absolut spinnefeind - nicht einmal getrennte Wohnungen in derselben Stadt, geschweige denn ein gemeinsames Kaffeetrinken bei mir wäre da drin.

    Nun gut, da mein Vater ja eine grosse Familie hat samt jüngerer Frau wird das wohl kaum auf ein Zusammenwohnen in meiner Nähe hinauslaufen...

    Glücklicherweise ist es auch noch nicht soweit...

    Aber da soll mir mal jemand mit "Familienseligkeit" kommen...


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