Ich hoffe, daß mein Thema hier in diesen Stang passt, weil es mehr oder weniger darum geht, wieviele Kinder "zu einem erfüllten Leben gehören". Wenn es nicht passt, bitte verschieben.
Fast jede Mutter kennt die Situation:
Kaum ist das Kleine etwa 9 Monate alt -man hat sich gerade erst wieder in die Vor-Schwangerschaftshose hineingehungert(oder auch nicht) und die Nächte werden etwas ruhiger, kommen die ersten Fragen nach dem zweiten Kind. Und die erstaunten Gesichter, wenn ich ihnen sage, daß es kein Zweites geben wird.
Als ich jünger war hätte ich gerne relativ viele Kinder gehabt (4 oder 5!), aber wie das Leben so spielt: Erst spät den Richtigen getroffen und Mutter geworden und nun sehe ich meine Familie als komplett an und bin glücklich mit dem Status Quo.
Ich liebe mein Kind über alles, aber muß euch ehrlich sagen:
Mit einem kleinen Kind bin ich völlig ausgelastet. Ich bin mit der Arbeitsteilung zwischen Mr Hall und mir sehr zufrieden, wir packen beide mit an, bei allem was das Kind angeht ebenso wie im Haushalt. Und trotzdem: Mit Arbeit, Haushalt und Familie-so wie sie ist- habe ich alle Hände voll zu tun.
Ein weiteres Baby würde ich gar nicht packen und ein großer Alterunterschied zwischen Kindern käme für mich wegen meines Alters nicht in Frage.
Ich sehe Freundinnen mit 2 oder 3 kleinen Kindern sehr schnell hintereinander und wundere mich, wie man das schaffen kann. Ich würde auf dem Zahnfleisch gehen, ohne die kleinen Ruheinseln, die ich mit einem inzwischen Zweijährigen wieder haben kann-zumindest ab und zu.
Trotzdem beschäftigt mich das Thema, gerade wiel man mit Fragen nach weiteren Kindern (meist von praktisch Fremden übrigens) geradezu überschüttet wird.
Gibt es hier Frauen, dei sich -bewußt oder weil es sich so ergeben hat- für ein einziges Kind entschieden haben?
Wie geht es euch mit eurer Entscheidung?
Habt ihr manchmal das Gefühl, eurem Kind etwas vorzuenthalten? Oder könnt ihr ihm etwas bieten, was sonst (bei mehreren Kindern) nicht drin' wäre? Damit meine ich weniger materielle Dinge (obwohl das natürlich auch ein Aspekt ist) sondern denke vor allem an Zeit oder Geduld.
Das soll keinen Strang mit Schlagabtausch zwischen Verfechtern verschiedener Familienmodelle auslösen, lieb wären mir wirklich Erfahrungen, z.B. von anderen Müttern in ähnlicher Situation.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 41
Thema: Entscheidung für EIN Kind
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01.05.2012, 13:07Inaktiver User
Entscheidung für EIN Kind
Geändert von Inaktiver User (01.05.2012 um 13:46 Uhr)
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01.05.2012, 13:42
AW: Entscheidung für EIN Kind
Hallo du,
ich denke mal, der wunsch nach weiteren kindern ist total unterschiedlich..
Ich bin selbst kinderlos und finde es total klasse und freue mich dazu.
Meine Schwägerin hat auch 3 Kinder.., die beiden älteren sind ca. 2 Jahre auseinander und dann noch ein Nesthäcken als der älteste schon fast 10 Jahre war...
Sie findet es total klasse und ist selbst mit zwei geschwistern groß geworden..
Ich glaub einige Frauen brauchen das.., die finden es toll 2-3 kinder zu haben.., immer leben im Haus usw. usw...
.....und es ist denen wohl auch dann egal wenn mal alles nicht so glatt läuft, der Haushalt liegen bleibt , sie selbst auf vieles verzichten müssen ..., das tun sie dann wohl gerne...
Hätte ich den Kinderwunsch gehabt, denke ich.......hätte ich auch nur ein Kinde haben wollen...,aber liegt vielleicht auch daran das ich selbst auch ein Einzelkind bin...
...ich selbst finde, jeder Mensch fühlt sich anders wohl.....keiner soll sich rechtfertigen müssen für sein Leben.., warum kinder. ..warum keine.., warum nur eins...warum nur zwei...., das gleiche kann man fortsetzen mit anderen Dingen..wie Eigenheim , Mietswohnung.....,warum jetzt ein Urlaub in Deutschland und nicht im Ausland ..bla bla..., na ja..das noch mal am RAnde...gehört ja nicht zum Thema...
Ach ja.. übrigens bin ich Einzelkind weil wir doch recht viele behinderte in der Familie haben, meine Eltern waren froh das ich gesund war und wollten das Risiko nicht ein weiteres mal eingehen...
Lg jette...
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01.05.2012, 13:51Inaktiver User
AW: Entscheidung für EIN Kind
Für diese Leute solltest du dir einen etwas abgeklärt klingenden Satz zurecht legen und einfach nicht weiter nachdenken. Versuche ja nicht irgendwas zu erklären. Wenn man da einmal anfängt...Trotzdem beschäftigt mich das Thema, gerade wiel man mit Fragen nach weiteren Kindern (meist von praktisch Fremden übrigens) geradezu überschüttet wird.

Du kannst es anderen nie ganz Recht machen, nur dir selbst.
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01.05.2012, 16:13
AW: Entscheidung für EIN Kind
Ich bin überzeugte Ein-Kind-Mutter. Sogar in der seltenen Konstellation, dass mein Mann sehr gerne ein zweites Kind gehabt hätte, es finanziell keine Rolle gespielt hätte, Platz genug gewesen wäre und und ….
Ein Kind ist kein Kind, höre ich oft und ich muss ganz ehrlich sagen, es ist viel dran an diesen Worten. Für jemanden wie mich, der sich generell schwer mit der Entscheidung pro Kind getan hat, ist es die ideale Konstellation. Ein Kind, das mal für ein paar Tage bei der Oma Urlaub macht und schwupps, schon ist man im Erholungsmodus. Nur ein Kind, das krank wird, mit genau einem Termin zum Elternabend, Sprechstunde, Basteln, überschaubaren Aktivitäten zu denen es gebracht werden muss, usw.
Mit einem Kind ist man autark. Ein Kind hätte ich ungeachtet einer gescheiterten Partnerschaft immer noch durchgebracht ohne, dass ich körperlich und finanziell auf dem Zahnfleisch daherkomme. Ja, es ist eine egoistische Grundeinstellung, die dahinterliegt. Aber es ist wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen und sich nichts vorzulügen. Es wäre niemanden gedient, wenn ich eine gereizte Mutter zweier Kinder geworden wäre, wenn ich nur die Nerven für eines habe.
Mein Umfeld hat mir das übrigens sofort abgekauft, als ich verkündet habe, dass ich kein zweites Kind will. Ich wüsste nicht, dass mich jemand zweimal gefragt hat. Ich habe das anscheinend sehr überzeugend rübergebracht."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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01.05.2012, 16:35
AW: Entscheidung für EIN Kind
schreib mal nicht als Mutter (habe (noch?) keine Kinder), sondern als das einzige Kind meiner Eltern:
Meine Eltern haben sich aus verschiedenen Gründen für nur EIN Kind entschieden:
- wir kamen nach Deutschland als ich 4 war und mussten uns erst in das neue Land einfinden, dazu kamen große finanzielle Schwierigkeiten (wir kamen nur mit den Kleidern an unserem Körper und sonst NICHTS an). Das hat sicherlich ganz viel Energie gekostet, aber es waren eben auch nur sehr begrenzte finanzielle Mittel da, außerdem wohnten wir die ersten Jahre nur in einem Zimmer (Asyl-Wohnheim)
- Meine Mama wollte nochmal Medizin studieren - ein zweites Kind wäre in diesem Stadium hinderlich gewesen (weil sie ja nicht "nur" studiert, sondern nebenbei noch Deutsch gelernt, sich alleine in einem neuen Land durchgeschlagen hat etc. pp.)
Ich bekam alle Liebe und Aufmerksamkeit, die ich mir wünschen könnte - oft genug auch zuviel von beidem. Und meine Eltern konnten das neue Leben nach ihren Vorstellungen meistern (Vorteil!). Heute meinen sie aber, dass sie gerne noch ein Kind gehabt hätten (ich bin halt wohl einfach sehr gut geraten
). Den Spruch "Ein Kind ist kein Kind" hat meine Mutter auch zur Genüge gehört. Daraufhin erwiderte sie einmal "Ein Kind ist zu wenig, zwei sind zuviel" - das war schlagfertig und hat alle zur Ruhe gebracht.
Wenn Du Dir persönlich nicht mehr Kinder wünschst, dann brauchst Du Dich nie und niemandem gegenüber zu rechtfertigen.
Aus der Sicht eines Einzelkinds kann ich sagen: Ich hätte mir schon meistens Geschwister gewünscht. Um einen "partner in crime" zu haben, aber auch heute als Erwachsene hätte ich gerne ein Geschwisterkind, das vieles versteht, was Leute außerhalb der Familie (nicht mal mein Freund) nicht verstehen. Die dummen Kommentare vonwegen "Einzelkinder sind verzogene, selbstbezogene Wesen" nerven, auch wenn dann meistens noch nachgeschoben wird "Aber du bist ganz normal" - danke auch.
Zudem hab ich auch häufig das Gefühl, dass meine Mama sehr an mir klammert. Aber das ist wohl wieder Typsache.
Alles in allem, ich hab es überlebt, meine Eltern auch und ich finde unsere kleine Familie im Großen und Ganzen ganz wunderbar
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01.05.2012, 16:42Inaktiver User
AW: Entscheidung für EIN Kind
Ich habe ein Kind.
In jungen Jahren, also vor der Familiengründung, wollte ich immer ein oder zwei Kinder, lieber zwei - unter der Voraussetzung, dass ich Familie und Beruf vereinbaren kann.
Es hat sich so ergeben, dass mein Leben mit einem Kind vollauf ausgelastet war und es deshalb eben bei einem blieb.
Später - so mit 40 - wäre es kapazitätsmäßig wieder gegangen.
Da war aber mein Sohn schon 7 Jahre und ich wollte mit Kinderkriegen nicht noch mal von vorne beginnen.
Für mich ist es so wie es ist gut, auch wenn ein Großteil meiner Cousinen und Schwägerinnen 2-3 Kinder hat.
Musste mir da von der Verwandtschaft die eine oder andere blöde Bemerkung anhören, aber die sind - vor allem seit dem neuen Scheidungsrecht - jetzt ruhig.
Mein Sohn hätte gerne Geschwister gehabt.
Wenn ich ihn - er ist 17 - jetzt nach seiner Kindheit frage, sagt er, er habe eine schöne Kindheit gehabt, auch wenn er später wahrscheinlich mal mehr Kinder haben möchte.
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02.05.2012, 20:15Inaktiver User
AW: Entscheidung für EIN Kind

So ist das hier auch. Es hat allerdings eine Weile gedauert bei mir, bis ich überzeugt sagen konnte "Wir haben ein Kind und das ist gut so und das soll auch so bleiben."
Irgendwo war lange der Zweifel, ob ich es später nicht bereuen werde und ob es gut ist, dass ich unsere Tochter ohne Geschwister aufwachsen lasse.
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02.05.2012, 20:24
AW: Entscheidung für EIN Kind
Hallo mrs_hall,
guck mal hier, das Thema gab's schon öfter:
http://bfriends.brigitte.de/foren/ge...tschieden.html
http://bfriends.brigitte.de/foren/ge...ge-fragen.html
Ich selber habe bis jetzt auch nur ein Kind, möchte aber gerne noch ein zweites. Allerdings habe ich die Babyzeit als sehr anstrengend in Erinnerung und bin auch sehr froh, jetzt wieder in der "Komfortzone" (so nenne ich es immer) angekommen zu sein. Wenn von meinen Arbeitskollegen Fragen nach einem 2. Kind kommen, sage ich immer, dass mein erster recht anstrengend war und mich der Gedanke an eine erneute Babyzeit gruselt. Dann ist erstaunlicherweise meistens Ruhe.
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02.05.2012, 21:13
AW: Entscheidung für EIN Kind
Ich melde mich zu Wort, bin aber mit dem 2ten Kind schwanger.
Bei mir war das eine reine Bauchentscheidung. Eigentlich habe ich nie ein Für- und Wider abgewägt. Ist meiner Meinung nach ähnlich wie beim Kinderwunsch mit dem ersten Kind.
Rationale Gründe dafür gibt es nicht. Rechtfertigen müssen dafür sollte sich keiner. Weder beim Nicht-Kinderwunsch, auch nicht dafür, dass es 3 oder 4 werden oder halt bei dem Einen bleibt.
Wie man es macht, es gibt eh was zu motzen ;-) Wichtig ist, dass man mit sich und seiner Entscheidung im Reinen ist.
Ein (mein) Kind war sau anstrengend ;-), wir befinden uns jetzt auf dem aufsteigenden Ast, wo er selbständiger wird, ich bin grad wieder im Job zurück, dieser Eine ist prima zu händeln, gutes Netzwerk aus Großeltern usw. geht mit dem Einen prima.
Und dennoch, ziemlich früh hatte ich das im Hinterkopf, dass ich gerne 2 Kinder haben möchte.
Das Einzige was ich schonmal für mich so anführe ist, dass ich selber Einzelkind bin (das aber füher immer total prima fand), nur heute, wo ich älter bin, da hätte ich gerne Geschwister. Aber das war nicht ausschlaggebend.
So wie andere dann noch ein 3tes kriegen, weiß ich bspw. jetzt sehr genau, dass ich das nicht möchte.

Edit:
Ich bin ja eine recht späte Mutter und bevor ich überhaupt mit meinem ersten Kind schwanger war, habe ich immer überzeugt gesagt, dass ich genau EIN Kind möchte und nicht Kinder.
Mein Mann hat immer zu mir gesagt, dass ich mit einem Bein im alten Leben stehen bleiben wollte. So ein bisschen muss ich ihm recht geben, denke ich, wobei ich da noch nicht mitsprechen kann.
Ich denke mir aber, dass 2 Kinder halt auch doppelt soviel Arbeit sind, aus der Natur der Sache heraus.
Und ja, ich kann mir vorstellen, dass Nervenkostüme unterschiedlich stark ausgeprägt sind und so manches Einzelkind von einer Mutter sehr profitiert, die viel Zeit und Geduld für das Eine mitbringt, während sie bei 2 halt schon genervt wäre.
Man sieht ja genau das oft genug in der Öffentlichkeit. Völlig überforderte Mehrfachmama.
Ausschlaggebend für das zweite Kind ist allerdings bei mir mein Mann. Er integriert sich gleichwertig mit mir in die Kindererziehung- und aufgaben, dass ich mir das auch nur mit ihm für mich vorstellen konnte.
Tjo, bei mir hats sichs geändert. Reine Herzensangelegenheit.....Kann ich anders nicht beschreiben...Geändert von Peppis (02.05.2012 um 21:48 Uhr)
In allen Dingen ist hoffen besser als verzweifeln
Johann Wolfgang von Goethe
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06.05.2012, 13:21Inaktiver User
AW: Entscheidung für EIN Kind
Danke euch allen für die tollen Beiträge! Schön, solche Stimmen auch 'mal zu hören!

@Historia: Danke für die Links, ich habe mit Interesse nachgelesen, allerdings leider auch wieder die aggressiven Töne von denjenigen gehört, die eine Entscheidung für ein Kind nicht verstehen können.
Drücke dir die Daumen fürs Zweite, vielleicht ja dann aufgrund deiner Erfahrung doch weniger anstrengenden Babyzeit?
@Peppi:
Alles Liebe noch für die restlichen Wochen der Schwangerschaft!
Geändert von Inaktiver User (06.05.2012 um 13:24 Uhr)



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