Hallo Mary,
ich habe keine Kinder wünsche mir aber welche.
Ich sehe auch das sich ein Richtung* Akzeptanz berufstätiger Mütter ein bisschen was getan hat.
Eine moralische Abwertung zu Hause bleibender Mütter kann ich aber wirklich nicht erkennen.
Oder fühlen sie sich gleich durch die Förderung von berufstätigen Müttern herabgesetzt.
Es war ja jahrelang so, das die mütterliche Berufstätigkeit für Kinder las schädlich galt.
Und viele Mütter, die zu Hause bleiben haben auch gern betont wie wichtig das fürs Kind ist, damit es sich gut entwickelt, sozusagen als Opfer das sie gebracht haben.
Heute ist die Ansicht eine etwas andere und* wenn das lange Ausscheiden einer Mutter aus dem Beruf kein Automatismus mehr ist, dann ist das eben eine eigene Entscheidung und kein Opfer das man zwangsläufig bringen muss und vielleicht fühlt man sich dann mehr unter Rechtfertigungszwang.
Es tut sich ein bisschen was aber sehr langsam und in den Köpfen noch langsamer.
Kleine Anekdote von meinem Exarbeitgeber. Mein damaliger Chef (Vater Mitte40) meinte über eine schwangere Teamleiterin (Die einzige TeamleiterIN, die wir hatten , eine sehr durchsetzungsfähige Frau)
„Mal sehen ob sie sich durch das Kind zum positiven entwickelt (sprich weicher, weiblicher wird)* oder ob sie es nur schnell rausdrückt und abschiebt“
LG
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Thema: Neue Männer...
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02.02.2012, 09:42
AW: Neue Männer...
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02.02.2012, 10:20
AW: Neue Männer...
Warum wird hier konsequent vereinfacht? Es gibt nur DIE moderne, selbstständige Frau, die ihre Kinder in die Kita bringt und die Anderen die NUR zu Hause bleiben.
DAS stimmt einfach nicht! Damit wird JEDE Frau die nicht der neuen Norm entspricht abgewertet! Die Lebenswirklichkeit ist viel bunter als es die grossen VereinfacherInnen oftmals darstellen.
Übrigens entwickelt sich die Gesellschaft nur scheinbar in og. gewünschte Richtung. Die Kinder mit Migrationshintergrund stellen mittlerweile in fast allen grösseren Städten die Mehrheit und da sinkt die Berufstätigkeit der Mütter. In den Teilen mit "traditionellem" Frauenbild wird auch eine zunehmende Geschlechtertrennung, geschlechtsspezifische Erziehung und Toleranz gepflegt.
Da aus diesen, iW. geschlossenen Gesellschaften aber fast keine Userin berichten kann - bleiben diese Entwicklungen dem Erfahrungsschatz verschlossen.
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02.02.2012, 10:25
AW: Neue Männer...
Nicht nur aus Liebe zum Kind? Warum dann?
Der Punkt ist doch (auch), dass man sich das erstmal gönnen können muss.
Ich denke auch, dass die meisten Arbeiterinnen, die um 6.30 Uhr auf den Bus warten (und erst recht die, die um 4 oder 5 auf den Bus warten, davon gibt es ja nicht wenige) dies nicht begeistert tun, sondern dass ihnen gar nichts anderes übrigbleibt. Weil nämlich das Einkommen des Mannes zum Unterhalt einer Familie nicht ausreicht. Für diese Familien braucht es eine verlässliche Kinderbetreuung, das hat mit Ideologie gar nichts zu tun.
Der Ehemann/Lebensgefährte geht nämlich ebenfalls um 6 Uhr morgens oder früher aus dem Haus (und vermutlich auch nicht sonderlich begeistert
). Oder er ist auf Montage, steuert einen LKW durch Europa, ist chronisch krank und deshalb absehbar einige Wochen im Jahr im Krankenhaus. Da gibt es vielleicht eine Oma/Nachbarin/ älteres Geschwister, die das Kleinkind in den Kindergarten/Krippe bringen können, aber als Mutter drei Jahre zuhause zu bleiben, ist in diesen Familien schlichtweg keine Option.
Bevor dieses Missverständnis hier noch Kinder bekommt: nein, ich verglich nicht mit der Nazizeit, das liegt mir fern. Ich fragte mich nur, woher die in D noch sehr verbreitete Vorstellung "das Kind gehört zur Mutter", historisch gesehen, kommt. Aber diese Frage führt vielleicht vom Strangthema zu sehr ab, deshalb ist es sicher besser, sie einfach so stehen zu lassen.
Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.
... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs
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02.02.2012, 10:38Inaktiver User
AW: Neue Männer...
Entschuldigung, aber was ist dies hier, außer konsequenter Vereinfachung:
Ich bezweifle, dass Du Erfahrung hast mit den Äußerungen der Umwelt, wenn eine Frau sich entscheidet, für hiesige Verhältnisse früh in den Beruf einzusteigen. Ich bezweifle auch, dass Du Erfahrung mit Äußerungen der Umwelt hast, wenn ein Mann sich entscheidet, für längere Zeit Elternzeit in Anspruch zu nehmen. Von wegen suggeriertes Ideal der Kindererziehung.
Wenn Dein Lebensmodell zu Dir passt, dann ist es doch prima. Andere Menschen haben andere Lebensmodelle und ja, auch diese Menschen müssen es leider hinnehmen, dass ihre Lebensmodelle hinterfragt werden.
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02.02.2012, 11:40
AW: Neue Männer...
#centralreservation
Nicht ich habe vereinfacht, sondern ich habe die vereinfachte Sicht beschrieben!
Natürlich habe ich Erfahrungen mit "wohlgemeinten" Äusserungen zur Kindeserziehung und ich äussere mich auch zu anderen Erziehungsmodellen - darum geht es doch nicht!
Es geht doch um das Bild das die sogenannten und vor allem selbst ernannten starken und modernen Frauen (also Kind möglichst früh und ganztags in die Kita) von anderen Erziehungsmodellen zeichnen. Ich verurteile nicht und erwarte im Gegenzug keine einseitige finanzielle Bevorzugung und keinen Habitus der Überlegenheit.
Beispiel: Es ist ja modern von einem Sabbatjahr zu träumen oder dies zu auch durchzuziehen. Also Frau steigt einfach mal für ein Jahr aus dem Berufsalltag aus, reist um die Welt, lernt neue Menschen, Sprachen und Kulturen kennen.
WARUM ist dann ein Berufsausstieg AUF ZEIT für die Kindererziehung altmodisch? Ist nicht auch die Schwangerschaft, die Geburt und der enge Kontakt zu einem Kleinkind eine neue Reise, erschafft eine neue Perspektive und eine körperliche und seelische Erfahrung die GERADE durch den Alltag und eben nicht durch Event- und Kernzeiterlebnisse in ein oder zwei Morgen- und Abendstunden erlebt wird?
WENN es beruflich keinerlei Alternativen zu einer Kita gibt, dann müssen diese zumindest angeboten werden. WENN es zBsp. viele Ärztinnen mit diesen Problemen gibt und Ärzte dringend gesucht werden, warum wird dann in der nächsten Tarifrunde nicht ein Begleitprogramm für die Erziehungszeit und eine Eingliederungsgarantie gefordert? Wenn da alle auf 1 % Gehaltsforderung verzichten ist dies sicherlich durchsetzbar ... WENN man das auch wirklich will ... und gerade das bezweifle ich!
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02.02.2012, 11:53
AW: Neue Männer...
Eigentlich geht es mir, der TE, nicht darum. Soweit ich den Strang nun verfolge, ist hier auch nicht von starken und modernen Frauen die Rede, die ihr Kind möglichst früh und ganztags in die Kita bringen wollen. Mir ging es um veränderte Haltungen in der Gesellschaft, besonders von Seiten der Väter.
In meinem letzten Beitrag habe ich versucht, eine Veränderung zu skizzieren, von der ich hoffe, dass sie stattfindet. Dass im Zuge von Veränderungen sowohl Privilegien verlorengehen als auch manchmal Leitbilder übertrieben werden, ist wohl so - aber ich kann beim besten Willen nicht sehen, wo massenweise selbsternannt starke Frauen die Zuhausebleibenden diskreditieren sollen. Was ich hingegen sehe, ist, dass der Rechtfertigungsdruck für ihr Lebensmodell, den früher die Rabenmütter spürten, nun auch mehr auf den Hausmüttern (Anführungszeichen bitte selbst dazudenken, bevor ihr euch evt. echauffiert) lastet. Und ich finde, die Polarisierung, die du durch deine Charakterisierung 'reinbringst, trägt mit dazu bei, das scheinbare Entweder-Oder aufrechtzuerhalten, von dem du doch selbst sagst, dass du es nicht willst.
Kannst du erklären, was du damit meinst? Oder dich ansonsten zum Strangthema mitbeteiligen?that was the river - this is the sea
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02.02.2012, 12:15Inaktiver User
AW: Neue Männer...
Siehst Du - ich verurteile auch nicht. Hingegen werde ich von allen Seiten gefragt, weshalb ich mein Kind so früh in die Kita gebe. Mit einem deutlichen Unterton. Mein Mann arbeitet in einem relativ konservativen Umfeld und hat zwei mal Elternzeit genommen (einmal 3 Monate, einmal 5). Dies hat ihm durchaus positive, aber auch eher verächtliche (nach dem Motto: 'jetzt mal ein paar Monate faulenzen, hm?) Kommentare eingebracht.
Deine Behauptung, heute sei die Erwartung, ein Kind möglichst früh und möglichst ganztags in die Kita zu geben & dass sich Männer und Frauen die KInderbetreuung 50/50 teilen, ist mehr als simplifizierend - es ist schlicht falsch.
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02.02.2012, 12:17
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02.02.2012, 12:31Inaktiver User
AW: Neue Männer...
Dann will ich jetzt auch zum Strangthema etwas beitragen:
Ich erlebe in meinem Umfeld durchaus Veränderungen zu früher. Diese sind einerseits dadurch bedingt, dass Väter ihre Rolle aktiver wahrnehmen wollen, andererseits durchaus dadurch, dass das Elterngeld die Wahrnehmung von Elternzeit durch Väter quasi gesellschaftsfähig gemacht hat.
Mein persönliches Idealmodell wäre auch Teilzeit beider Elternteile. Wie sich dies in Zukunft bei uns entwickeln wird, ist von vielen Faktoren abhängig und noch nicht abzusehen. Klar ist freilich, dass wir in unserer Partnerschaft im dauernden Gespräch über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind.
Mary, spontan fiel mir bei Deinem ersten Beitrag allerdings folgende Begebenheit ein: Als mein Mann damals 5 Monate Elternzeit nahm, um mich ins Ausland zu begleiten, wurde er von einer (nicht seiner direkten) Führungsperson im Unternehmen darauf mit positiver Resonanz angesprochen. Nun ist es in diesem Unternehmen üblich, dass Männer, wenn sie Karriere machen wollen, den Standort wechseln müssen (Frauen üblicherweise nicht). Diese Führungsperson äußerte nun, in Zukunft (bei stärkerer Familienorientierung der Männer) könne auch von den Frauen erwartet werden, zwecks Karriereplanung solche Standortwechsel hinzunehmen. Ich bin mir also nicht sicher, ob die Angleichung der 'Geschlechterbedingungen' stets nur positive Folgen auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat.
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02.02.2012, 13:47Inaktiver User
AW: Neue Männer...
Aus meinen Beobachtungen kann ich ehrlich gesagt auch nicht bestätigen, daß heutzutage voll zuhausebleibende Mütter massiv angefeindet werden. Ähnlich wie in diesem Strang schon von anderen gesagt, sehe ich meist, daß nach einem Kind 1,5 Jahre Elternzeit genommen werden (von der Mutter) und daß nach dem zweiten, allerspätestens nach dem dritten Kind für die Frau der Wiedereinstieg in den Job gar kein Thema mehr ist.
Mary, ich denke, du hast recht, wenn du sagst, daß sich vielleicht ein schleichender Wandel anbahnt und es das ist, was die "Vollzeitmütter" spüren und als Angriff werten.
Wir hier in Deutschland sind als Gesellschaft wohl gerade einmal an dem Punkt, an dem die Konstellation "Papa arbeitet Vollzeit, Mama verdient ein bischen dazu" zur Norm wird. Wie sinnvoll das finanziell in dem veränderten wirtschaftlichen Klima (Stichworte Downward Mobility und Kampf um den Verbleib im Mittelstand) für viele Familien ist, kann ich hier nicht genau sagen.
Natürlich sollte jeder nach seiner Facon glücklich werden, das "alte" Modell (Vater Vollzeit/Mutter Vollzeit- Hausmutter) sehe ich deswegen kritisch, weil dabei die volle finanzielle Verantwortung für die gesamte Familie auf einem Paar Schultern liegt. Was passiert bei längerer Arbeitslosigkeit oder bei Auseinanderbrechen der Familie? Wie ist die Frau fürs Alter abgesichert?
Ich kenne sicher einige Familien, bei denen das alles aufgrund einer hervorragenden finanziellen Lage kein Thema ist. Aber weit mehr, die diese Fragen verdrängen, weil man momentan mit einem Gehalt "über die Runden kommt".
Meine Erfahrung ist, daß man als Frau mit einem Kleinkind doch recht bald gefragt wird, wann man wieder arbeitet, allerdings gibt es schon erstaunte, teilweise misbilligende Kommentare, wenn man mehr als 20 max. 25 Stunden arbeiten will oder aus finanziellen Gründen "muss".
Für diejenigen Frauen, die gerne Zuhause geblieben sind, ist diese Art von Druck, auf allen Gebieten etwas leisten zu müssen neu. Ausser Haus arbeitende Mütter kennen ihn in Deutschland von jeher.
Was ich gerne sehen würde ist mehr Flexiblität bei einer wöchentlichen Arbeitszeit beider Eltern von ca 30 Stunden. Mein Ideal!


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