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    Entwicklung Beziehung nach dem Kinder kriegen

    Hallo Zusammen,

    ich weiß nicht, ob es dies Thema schon mal gab...ich habe es jedenfalls nicht über die Suchfunktion gefunden...also hoffe ich einfach mal.

    Mein Freund und ich haben bereits vor einigen Monaten entschieden, dass wir ein Baby wollen. Bis vor einem Jahr, war das für uns nicht ansatzweise denkbar... Dann kam das erste Baby im Freundeskreis und wir waren irgendwie gleich gefangen vond em süßen Knirps...und dann entwickelte sich einfach alles von alleine.

    So sehr ich mich auch darauf freue, dass es klappt....ich habe auch viele Bedenken und Ängste.

    Eine davon ist, wie wird sich die Beziehung nach der Geburt des Kindes, verändern? Wir haben seit 9 Jahren eine wunderschöne Beziehung (ich bin 29, er 33).. und ich habe Angst, dass sich daran etwas zum Negativen verändern kann. Einfach, weil ich es mir kaum NOCH schöner vorstellen kann und Dinge, wie Zweisamkeit und Sexualität ja doch etwas auf der Strecke bleiben werden. Eigentlich stelle ich es mir eher noch (!) verbindender vor....aber, wenn man all die Trennungen im Umfeld sieht, wo die Kiddies gerade mal 3,4 sind, fängt man an zu zweifeln....Wie war/ ist das bei euch???

    LG

  2. Inaktiver User

    AW: Entwicklung Beziehung nach dem Kinder kriegen

    Liebe Sandy,

    wir haben uns getrennt, als unsere Tochter 4 war

    Man kann schon sagen, dass sich die Beziehung nach der Geburt des Kindes verändert hatte - das lag allerdings nicht am Kind!

    Mein Ex-Mann hat nur plötzlich festgestellt, dass er statt der voll arbeitenden Gattin, mit der er sich Haushalt und Kindererziehung gleichberechtigt teilt, lieber eine Vollzeithausfrau hätte, die sich ausschließlich um ihn, Haushalt und Kind kümmert.

    Es war abgesprochen, dass ich nach 18 Monaten wieder voll einsteige, die Betreuung des Kindes war gesichert. Als es dann so weit war, war er dagegen.
    Hat alle Absprachen über den Haufen geworfen.
    Hat versucht, mir ein schlechtes Gewissen zu machen, von wegen, das Kind braucht die Mama den ganzen Tag über
    Hat seinen Anteil im Haushalt einfach verweigert. Ich dann allerdings auch... Es war eine unschöne Zeit, ich fühlte mich sehr hintergangen.

    Unsere Beziehung war seitdem einfach kaputt und wir haben schließlich die Scheidung eingereicht.

    Er ist nun in zweiter Ehe verheiratet, hat mit seiner neuen Frau gerade das zweite Kind auf den Weg gebracht und ist offensichtlich sehr glücklich, dass er nun mit ihr die Art von Familienleben pflegt, das er gerne mit mir gehabt hätte. Diese beiden scheinen die Kinder tatsächlich noch näher zueinander zu bringen (wir haben gottseidank mittlerweile, unserer Tochter zuliebe, ein gutes und entspanntes Verhältnis, so dass ich immer wieder mitbekomme, wie die beiden miteinander umgehen).

    Und ich habe nun einen Mann, mit dem ich Kind, Beruf und Haushalt gleichberechtigt unter den Hut bekomme - uns geht es also beiden besser .

    Ich wünsche Dir, dass Ihr einen Modus findet, der Euch beiden gerecht wird - und dass sich jeder, wenn die Zeit gekommen ist, auch an die Absprachen hält!

  3. Inaktiver User

    AW: Entwicklung Beziehung nach dem Kinder kriegen

    Hallo,

    Ich glaube- das Wichtigste gegen eine schlechtere Beziehung nachdem ein Kind da ist ist- sich Vieles bewusst zu machen!
    Denn- sehr sehr viele Beziehungen verschlechtern sich durch ein Kind. Etwas, was kaum ausgesprochen wird, aber durchaus der Wahrheit entspricht.

    Warum ist das so?

    Zum einen wird ja gerne von der "Krönung der Liebe" gesprochen, wenn ein Kind kommen soll- und dabei ist das zuerst mal die unabwendbare Veränderung von allen Beteiligten und genauso DER Zweisamkeit, wie man sie kannte.

    Nie mehr wird man so NUR auf den Partner fixiert sein, wie es ohne Kind ist!
    Man kann den Partner lieben- dennoch ist die Wichtigkeit, die ein Kind dann einnimmt in keinen Vergleich zu setzen.

    Gerade in der ersten Zeit leiden Väter durchaus unter der veränderten STellung, die sie nun haben.
    War man DER wichtigste Teil beim anderen- steht man nun nicht mehr dort.......das muss durchaus schon verdaut werden
    Die Mutter erlebt das Mutterdasein überhaupt ja schon in der Schwangerschaft während es für den Vater so richtig erst losgeht, wenn das Baby dann da ist.......bei manchen dauert es noch länger- nämlich, wenn man mit dem Kind dann auch "was anfangen" kann

    Dazu kommt- das sich das Leben des Vaters nicht wesentlich ändert.
    Er geht morgens zur Arbeit, hat denselben Job, dieselben Arbeitskollegen- ein Grossteil des Tages ist damit unberührt.
    Der Unterschied- wenn er heimkommt ist dort Frau und Kind......oft genug möglicherweise die Frau fix und fertig, hundemüde......oder mal motzig, weil sie sehr gefordert ist.

    Ja- die Beziehung wie sie mal war- wird nie mehr so sein-- das muss einem klar sein.
    Natürlich treten andere Dinge ins LEben, aber was gut von aussen aussieht oder sich schön denkt muss sich nicht für jeden auch gut anfühlen, wenn er es dann erlebt.

    Ebenso ein Thema- welche Vorstellungen bringt jeder mit?
    Für so manchen Mann ist erst wenn er alles durchlebt klar, daß er vielleicht kein Kind windeln möchte oder das "halt nicht kann".....daß sein Hobby doch einen ziemlichen Stellenwert hat- auch mit Kind ("das Hobby muss ja nicht unter dem Kind leiden") und da die Mutter ja da ist (vor allem in der ersten Zeit), dann ja auch weg kann (wenn mans so sehen will).
    Manch einer- wird zum totalen Familienmensch- ein anderer ist es einfach nicht......und Gemeinsamkeiten werden wenig gemacht.....-- es gibt einfach sovieles, was man erst an sich selber erkennt, wenn man in den Situationen ist - was für alles im Leben gilt, aber in Bezug auf Kinder eben auch eine harte Sache werden kann.

    Nicht zuletzt- beklagen ja viele Männer auch, daß die Frau zum Thema Lust - wenig beizutragen hätten.
    Da ist wohl jede Frau anders- aber es können durchaus Durststrecken entstehen, die wiederum für den Mann als persönliche Ablehnung empfunden werden. Selbst mit dem Mitbekommen, daß man nächtelang aufsteht und ständig übermüdet, gefordert und fertig ist.

    Nun- das soll alles kein Dogma GEGEN Kinder sein!!
    Nur sollte einem durchaus klar sein, daß Kinder ein unumkehrbarer Schritt ist, der eine Beziehung durchaus belastet.
    Man kann durchaus eine Beziehung gut halten-erhalten......man kann Sex haben, man kann seine Kinder abgöttisch lieben, man kann Zeit für alle finden.....aber das kommt nicht zwangsläufig von alleine sondern man muss was dafür tun.

    kenzia

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    AW: Entwicklung Beziehung nach dem Kinder kriegen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Man kann durchaus eine Beziehung gut halten-erhalten......man kann Sex haben, man kann seine Kinder abgöttisch lieben, man kann Zeit für alle finden.....aber das kommt nicht zwangsläufig von alleine sondern man muss was dafür tun.
    Da kann ich kenzia voll zustimmen. Es muss nicht nur jeder einzelne damit klarkommen, dass er jetzt Mama/Papa ist und für ein anderes Wesen 100% die Verantwortung trägt und dem vieles unterzuordnen hat. Es müssen auch beide zusammen lernen, dass sie zukünftig nicht nur ein Paar, sondern auch gemeinsam Eltern sind.

    Da gibt es dann schon die eine oder andere heftigere Diskussion, wie wer was wann macht. Aber das ist halt ein Lernprozess, wo man durch muss.

    Aber ein Kind hebt (zumindest ist es so für uns) eine Beziehung auch auf ein anderes Level. Ein Kind ist ein Teil von beiden und doch etwas ganz eigenes. Es wird, so lange es lebt, beide Eltern verbinden.

    Es mag sich kitschig anhören, aber:

    Wir sitzen manchmal zusammen vor ihrem Bett und schauen ihr einfach nur beim Schlafen zu. Und dann schauen wir uns an und wissen einfach: Das haben wir gut gemacht. Das ist ein ganz besonderes Gefühl, kann ich schwer beschreiben.

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    AW: Entwicklung Beziehung nach dem Kinder kriegen

    Ganz lieben Dank schon mal für eure ehrlichen und ausführlichen Ausführungen.
    Das ist sehr interessant.

    @Nellifer Weißt du, warum dein Mann wollte, dass du komplett zu Hause bleibst? War es aus Sorge um die Kleine, oder vielleicht auch das Streben danach, dass du dadurch mehr Zeit hast? Mehr Zeit für ihn? Also, dass er sich vielleicht doch plötzlich vernachlässigt fühlte? Mehr Zweisamkeit vermisst?

    @Kenzia Ich glaube, mit der Aussage, sich vieles bewusst zu machen und immer was zu tun, damit es entsprechend läuft, hast du so was von Recht!

    @t_Lager Ich finde nicht kitschig, was du geschrieben hast, sondern total schön. So stelle ich es mir ein auch ein stückweit vor und male mir auch genau solche Situationen aus. Das muss einen wirklich beflügeln.

    ….aber es erschreckt einen doch zunehmend, dass so viele Paare sich, mit kleinen Kindern, trennen. Aber würdet ihr für EUCH persönlich denn sagen „ja, das Kind hat meine Beziehung noch schöner u noch intensiver gemacht….oder zumindest auf dem vorherigen Leven gehalten?“ Habt IHR es hin bekommen, auch noch so weit aufeinander eingehen zu können, dass Gespräche, Gefühle und kuscheln/Sex, wenn auch ggf. mit einigen „Durstphasen“, nicht komplett hinten runter fallen?
    @Nellifer ggf bezogen mit deinem neuen Mann?
    Und, habt ihr euch mit diesem Gedanken vorher gar nicht (!) befasst?

    Freu mich über weitere Antworten…

  6. Inaktiver User

    AW: Entwicklung Beziehung nach dem Kinder kriegen

    Zitat Zitat von Sandy99942 Beitrag anzeigen
    Und, habt ihr euch mit diesem Gedanken vorher gar nicht (!) befasst?
    Ich- wir haben uns natürlich schon Gedanken gemacht- das wird schon jedem so gehen, wenn man sich dann entscheidet, daß ein Kind kommen könnte.....
    Aber die Gedanken beziehen sich dann eher auf einen selber- wird man das schaffen?, wie verändert sich das Leben dann?, ist man ne gute Mutter?....usw.
    Es betrifft eher dieses Gesamtkonstrukt Leben, was einen nachdenken lässt und wir waren schon länger zusammen also kam die Frage, was aus uns wird nicht auf.
    Unabhängig davon- hab ich auch vorher nie gehört, daß eine Beziehung durch Kinder schlechter werden kann.- Es ist wohl ein gutgehütetes Geheimnis

    Ich glaube, daß eine Beziehung durchaus bereichert, erweitert werden kann durch Kinder- diese dann ein anderes Level bekommt- aber das ist eben Arbeit und vor allem auf die ganzen Jahre betrachtet niemals "einfach so".

    Mein Ex-Mann ist an sich durchaus ein Familienmensch- so habe ich ihn zumindest in seiner Familie erlebt und daher niemals einen Gedanken verschwendet, es könnte dann bei uns anders werden.
    Fakt war aber und ist-- er will zwar Familie haben......aber es soll so einen Charakter haben, wie er es von zuhause kennt-- es gibt alle aber jeder macht, was er will. Er hat es nur so kennengelernt und kennt- kann es nicht anders.

    Nur- so funktioniert gelebte Familie nunmal nicht (für mich nicht!) und so stand ich mit meinen Kindern- sehr alleine da.
    Für mich hätte die Beziehung auf ein anderes Level kommen können, aber so alleingelassen werden brachte natürlich auf DAuer sehr viel Enttäuschung.
    Und natürlich hab ich geredet- gesagt, was ich mir wünsche.......nur braucht es dazu einen Gegenüber, der den Ernst wahrhaben will- was einfach nicht so war!

    Und das ist was ich meinte- bestimmte Teile in einem werden erst dann wirklch sichtbar, wenn man darin LEBT.
    Ich weiss, er kann nicht anders sein.....und ich mache ihm auch heute keinen Vorwurf mehr, aber ich hatte eine andere Vorstellung von Familie-leben und darin sind wir einfach nciht auf einen Nenner gekommen.

    Was auch eine grosse Rolle spielt und seltenst vorher klar wird-- die Grosseltern.
    Was sich im Leben ohne Kinder als "ist ganz ok" darstellt- nämlich die Eltern/Schwiegereltern so nehmen wie sie sind-- kann mit Kindern zu einem totalen Chaos werden.
    Plötzlich werden sie Grosseltern und dann kommen ganz andere Seiten zum Vorschein!
    Besitzansprüche, Einmischung, Mitreden oder Mitbestimmen......so hab ich es bis an und über meine Grenzen erlebt und da Grenzen ziehen ist uU ganz ganz schwer.

    Auch da- geht es mit um den Partner- Wie ist er und man selber gestrickt?
    Denn sehr oft wird genau bei der Konstellation auch klar, wie tief noch die Verflechtung oder Abnabelung zur Herkunftsfamilie vorliegt.
    Kann sich abgegrenzt werden? Steht man zu seiner eigenen kleinen Familie oder will man seinen Frieden mit allen?

    Ich bin getrennt- und neben anderen Faktoren, war das fehlende Familiengefühl durchaus ein grosser Punkt bei mir.
    Und wie nun schon öfter erwähnt- erst wenn man IN den Situationen ist- erlebt man wie man selber reagiert oder der andere.
    Man kann sich viel denken- genauso wie man viel reden kann.....TUN ist was ganz anderes und kommt aus der inneren Haltung, die natürlich auch sehr tief angelegt ist.

    kenzia

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    AW: Entwicklung Beziehung nach dem Kinder kriegen

    Zitat Zitat von Sandy99942 Beitrag anzeigen

    ….aber es erschreckt einen doch zunehmend, dass so viele Paare sich, mit kleinen Kindern, trennen. Aber würdet ihr für EUCH persönlich denn sagen „ja, das Kind hat meine Beziehung noch schöner u noch intensiver gemacht….oder zumindest auf dem vorherigen Leven gehalten?“ Habt IHR es hin bekommen, auch noch so weit aufeinander eingehen zu können, dass Gespräche, Gefühle und kuscheln/Sex, wenn auch ggf. mit einigen „Durstphasen“, nicht komplett hinten runter fallen?
    Das verwundert mich nicht, denn auch ich muss zugeben, wir haben uns noch nie soviel gestritten wie in den letzten acht Wochen. Und zwar immer zum gleichen Thema: Wer macht was wann wie.

    Von Seiten meines Mannes her haben wir einen sehr konservativen Freundeskreis, bei dem alles zum Thema Kind Frauensache ist. Die Männer leben ihr bisheriges Leben weiter, zum Teil werden die Ausser-Haus-Hobbies sogar noch intensiviert, weil daheim ja soviel Stress ist. Geredet wird kaum mehr, man hat ja keine gemeinsamen Themen. Die meisten der Frauen aus dem Freundeskreis meines Mannes haben resigniert, weil sie mit ihren Männern nicht dauernd streiten wollen, sind aber todunglücklich. So will ich nicht leben.

    In meinem Freundeskreis teilen sich dagegen die Paare die Arbeit und EZ wurde nahezu bei allen halbe-halbe genommen. Ich verstehe ja, dass tagsüber unter der Woche Kind mein Thema ist, aber warum auch zu 100% am Abend und am Wochenende?

    Hatten jetzt ne Woche Urlaub und da war das immer wieder Thema. Waren zB am Samstag auf ner Gartenparty, sein Freundeskreis, strikte Trennung Männchen/Weibchen, ich die einzige mit Baby. An sich wollten wir uns das Aufpassen teilen. Nach zwei Stunden immer noch keine Anstalten meines Mannes dazu, da habe ich ihm die Kleine in die Hand gedrückt und bin was essen gegangen. Begeistert hat er nicht geschaut, von selber hätte er sie nicht genommen. Seine Freunden haben ihn nur blöd angeredet, weil er sich dann sehr liebevoll um sie gekümmert hat. Aber da hat er wenigstens Rückgrad bewiesen und gesagt, dass ist auch sein Kind, er sei nicht nur ein Vorzeigepapa, sondern ein wirklicher.

    Auch immer wieder gerne genommen: Das Thema Schlafen. Nie dürfe ER ausschlafen, nicht mal im Urlaub. Mit so nem Spruch ist er bei mir an der richtigen Stelle. Ich mache die komplette Nachtschicht, auch im Urlaub, er ist schlimmstenfalls mal ab acht gefragt, da ist Kind schon gefüttert, gewindelt, gewaschen, angezogen und zwei Stunden bespasst. Da kann er sich echt nicht beschweren. In diesem Urlaub habe ich mal ihn sie ab sechs bespassen lassen, und schon hatte sich das Jammern ganz schnell erledigt. Seitdem steht er auch früher auf und macht uns am WE Traumfrühstücke.

    Ist schade, dass es oft nur mit Diskussionen geht, aber wenigstens ist er lernfähig. Ist halt ein Lernprozess, den wir gemeinsam durchlaufen müssen. Viele andere Männer sind dann wohl stur, pochen auf ihr Recht und ich kann mir dann als Frau aussuchen, ob ich lieber streite, resigniere oder allein bin.

    Zum Thema Reden: Wenn er heimkommt, ist die Kleine meist schon lange im Bett. Er schaut kurz bei ihr rein, ich erzähle, wie der Tag mit ihr war, dann hocken wir uns zusammen in die Küche und er erzählt mir von seiner Arbeit usw. Ist genauso wie früher, nur noch mit zusätzlicher Babyinfo.

  8. Inaktiver User

    AW: Entwicklung Beziehung nach dem Kinder kriegen

    Zitat Zitat von Sandy99942 Beitrag anzeigen
    ….aber es erschreckt einen doch zunehmend, dass so viele Paare sich, mit kleinen Kindern, trennen. Aber würdet ihr für EUCH persönlich denn sagen „ja, das Kind hat meine Beziehung noch schöner u noch intensiver gemacht….oder zumindest auf dem vorherigen Leven gehalten?“ Habt IHR es hin bekommen, auch noch so weit aufeinander eingehen zu können, dass Gespräche, Gefühle und kuscheln/Sex, wenn auch ggf. mit einigen „Durstphasen“, nicht komplett hinten runter fallen?
    Ehrlich gesagt habe ich bei den Paaren, die sich mit kleinen Kindern trennen, oft das Gefühl, die wollten nicht sehen, was offensichtlich war. Kinder, die sich nur ein Partner wirklich wünscht, oder aus den falschen Gründen (Leben ist nicht so toll, mit Kindern wird es sicher besser - ein Trugschluss). Ganz oft sehe ich, dass wenn es nach dem ersten Kind dann weiterkriselt, sogar noch ein zweites Kind hinterhergeschoben wird (wenigstens die Kinder hat man ja), und dann wird's einem der beiden irgendwann zu bunt.

    Natürlich gibt es auch die Fälle, wie hier beschrieben, wo der Mann plötzlich trotz vorheriger anderer Ansagen ganz konservativ wird und alles an der Frau hängenbleibt, aber ich habe schon immer das Gefühl, das hätte man auch vorher sehen können. Wobei ich auch Freundinnen mit 4 Kindern habe, die total glücklich sind, den Mann tagsüber von den Hacken zu haben, auch wenn der abends erst gegen 20 Uhr von der Arbeit kommt, und mit den Kindern ihr Ding durchziehen zu können. Die beiden, an die ich da denke, haben trotzdem eine sehr gute Beziehung zum Mann - da bleiben die Kinder halt irgendwie außen vor, da gibt es größtenteils die Beziehung Mutter/Kinder und Frau/Mann (wenn die Kinder schlafen). Meins wäre das nicht, aber das muss jeder selbst wissen.

    Bei uns ist die Beziehung nicht schlechter geworden nach dem Kinderkriegen. Wir haben schon deutlich weniger Zeit füreinander, wobei wir uns das langsam (der Kleine von den beiden ist jetzt 2) wiedererobern. Man muss sich klarmachen, dass man mit Kindern mit der Zeit anders haushaltet - entweder man hat sehr wenig Zeit für sich selbst (das ist bei uns zur Zeit so) oder eben sehr wenig Zeit für die Partnerschaft. Viel Zeit für Kinder, sich selbst und die Partnerschaft ist anfangs einfach illusorisch. Bei uns sind halt die Hobbies weniger und weniger zeitaufwändig geworden und ich arbeite weniger, dadurch wird auch wieder Zeit frei.

    Ich glaube, wenn eine Beziehung durch und durch gut ist, wird sie durch Kinder nicht schlechter. Denn eine Beziehung kann nur durch und durch gut sein, wenn man immer wieder miteinander redet, sich füreinander interessiert und für Veränderungen offen ist - auch ohne Kinder. Und diese Eigenschaften sind ganz wichtig, wenn dann Kinder da sind.

  9. VIP

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    AW: Entwicklung Beziehung nach dem Kinder kriegen

    kinder kriegen ist eine zeit der veränderung. diese form der veränderung wird von vielen unterschätzt. sie beginnt langsam und startet dann auf verschiedensten ebenen durch und hält an, lange an.

    wichtig ist, dass man im gespräch bleibt, auch wenn es einem schwer fällt.

    bei uns haben viele absprachen funktioniert, z. b. durfte ich sonntags ausschlafen und mein mann samstags. das nächtliche füttern übernahmen wir beim ersten kind im wechsel, beim zweiten kind übernahm mein mann das wochenende. weil sich unsere berufliche situation geändert hatte.

    die entwicklung der kinder die organisation von betreuung - das alles beeinflusst natürlich das paarleben.
    also muss man alternativen schaffen. gingen wir ohne kinder gerne ins kino, so haben wir mit kindern ein dvd-abo.
    nach absprache gehen wir alleine mit unseren freunden weg und der andere passt auf die kinder auf oder organisiert einen babysitter und geht mit.
    regelmäßige kinderfreie wochenenden. hier haben wir den großelternvorteil. beide großeltern sind sehr gerne großeltern und sind bereit die kinder zu übernehmen.

    das sind sehr pragmatische ansätze - aber ich glaube, dass dies im alltag sehr hilft, nicht ungerecht dem partner gegenüber zu werden.

    durch unsere sich ständig verändernde berufliche situation, waren und sind wir gezwungen unser familienkonzept ständig neu zu überdenken. ich glaube, dies würde auch den eltern gut tun, die nicht diesen veränderungen unterworfen sind. einfach mal schauen: was brauche ich, was wünsche ich und was wünscht der partner und wie können wir das regeln.

    bei uns gibt es eine ausgelichene basis. mein mann ist im kinderalltag nicht so der held, aber er hat es auch schwer gegen mich (besser organisiert, pädagogisch vorbelastet, routine im umgang mit kindern). aber er achtet immer darauf, mir freie zeit zu schenken und unternimmt mit den jungs viele 'männersachen' (einkaufen im baumarkt und waschanlage oder zelten). er sorgt auch dafür, dass die jungs im haushalt mithelfen. darin ist er große klasse und wesentlich ordentlicher als ich.

    natürlich streiten wir uns manchmal darüber, dass ich die küche nicht so in ordnung halte, wie er sich das wünscht oder dass er ruhig mal ein brettspiel mit den jungs spielen könnte und nicht immer ich.

    mein fazit ist, dass unsere beziehung weniger abenteuerlich geworden ist, aber dafür vertrauter und sicherer.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

  10. Inaktiver User

    AW: Entwicklung Beziehung nach dem Kinder kriegen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Natürlich gibt es auch die Fälle, wie hier beschrieben, wo der Mann plötzlich trotz vorheriger anderer Ansagen ganz konservativ wird und alles an der Frau hängenbleibt, aber ich habe schon immer das Gefühl, das hätte man auch vorher sehen können.
    Hallo Tigerente

    ob man soviel vorher sehen kann??
    Ich will nicht abstreiten, daß ein sehr wissender, reflektierter Mensch in der Lage ist sich wie seine Umwelt anzusehen und Vieles zu erkennen.
    Aber- das setzt letztlich ein Wissen voraus, was die Wenigsten haben ( denn da bedarf es auch wirklicher psychologischer Schulung zu).

    Und dann bleibt doch immer noch die Frage "wie gut kennt man einen Menschen?".
    In unserem Fall kam noch ein schlimmer Schicksalsschlag dazu und der hat auch eine Veränderung im System bewirkt.
    Auf sowas- hat man keinen Einfluss.....so kann das Leben sein und dafür gibts dann auch keine Antwort- geschweige ein " das hätte man sehen können"!!

    Leben ist so ein riesiges Konzept- aus so Vielem zusammengesetzt-- man kann mit keiner Garantie planen- man kann nur hergehen und versuchen das Beste zu machen und da unterstelle ich nun wirklch den Menschen, daß sie genau DAS auch wollen!

    Ich persönlich finde solche Äusserungen immer überheblich, denn es steht keinem ein Urteil darüber zu- aber das weiss man erst dann.......nämlich, wenn man genug Erfahrung hat um zu wissen, ...daß man nichts weiss....

    kenzia

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