Hallo zusammen,
ich gehöre auch für Gewöhnlich zu den "stillen Lesern" aber heute gehe ich mal aufs Ganze ; )
Es könnte etwas länger werden, für die, die es dennoch lesen und evtl sogar noch antworten möchte ich von vorneherein herzlich danken.
Ich lebe mit meinem Partner seit drei Jahren in einer neuen Stadt - in der wir immer noch, bis auf seine Kollegen oder ein paar sehr lose Bekanntschaften im Verein, niemanden kennen. Mein Freund hat einen sehr ausfüllenden Job, ich habe bis auf einen Befristeten in der neuen Stadt immer noch keinen festen, dauerhaften gefunden trotz super Zeugnissen. Ich werde von potenziellen Arbeitgebern grundsätzlich in Schublade 1: "oh sie sind über 30 und leben in einer Partnerschaft? Dann kommt ja jeden AUgenblick ein Kind aus Ihnen raus geflutscht" gesteckt, oder in Schublade 2: "sie kommen nicht von hier? Sie sind sich aber schon sicher das sie hier bleiben und nicht bald wieder zum Rest der Familie zurück wollen?".
- Das nur am Rande -
Bei meinem Partner erwacht langsam der Kinderwunsch, klar, mit Mitte 30. Er ist schon Patenonkel von 2 Kindern und hat ein gutes Händchen. Ich bin da anders. Ich habe mit 3 von 4 Kindern unsrere Freunde ebenfalls sehr viel Freude, wie deren Mutter sagt eine übermenschliche Geduld und Ruhe. Dennoch bin ich keine der Frauen die zu jedem Kind hin rennt und in entzückendes Gluksen ausbricht. Manchmal sehe ich sogar Kinder (Supermarkt o.ä.) wo ich denke "oh Schreck, schnell wieder weg hier" ; ).
Mein bisheriger Lebensinhalt waren immer meine Tiere und Tiere im Allgemeinen, ich muss auch sagen das ich ohne sie, also mit welchen zusammen zu leben oder mich drum zu kümmern/zu beschäftigen, eingehen würde wie eine Priemel.
Das führt mich zu dem rießen Klos in meiner Brust. Ich habe mein ganzes Leben gedacht, denke das immer noch, das Kinder zu einer Familie dazu gehören, das es selbstverständlich ist. Einerseits freue ich mich auch auf das "Unternehmen" und die Vervollständigung von "mir". Doch mir macht es eine Heidenangst das dann von mir erwartet wird, das ich mich komplett verliere, das ich nur und einzig noch Mama bin, keine Ehefrau, Geliebte, Freundin mehr und noch weniger ein egoistischer Mensch der einfch seine Hobbies nicht ad acta legen möchte für die ersten 15 Jahre bis der Nachwusch flügge wird. Bitte denkt jetzt nicht das ich der Egoismus in Person bin!
Ich habe eine chronische Erkrankung die dazu führt das ich verdammt wenig schlafe, sprich ich bin oft sehr müde und hole Schlaf nach wann immer ich kann. Dazu bin ich eine Leseratte, das hat sich wohl durch meinen Schlaf entwickelt, aber ich werde verrückt wenn ich dran denke das ich dann nur noch Babybücher lesen werde, wenn überhaupt, und einen Roman ein halbes Jahr rumschleppe bevor ich es aufgebe ihn zu Ende zu lesen. Nur zwei Beispiele; jeder Mensch hat ja Hobbies und Vorlieben, das ist mir schon klar, aber ich hatte in meinem Leben nicht besonders viel Glück (ich würde zb so gern mal das Meer sehen - nicht Nord- oder Ostsee ; ) ) und ich bekomme so viel mit von den Frauen aus dem Dorf oder aus der Litertur, oder auch von meiner Großmutter, das man nur dann eine gute Mutter ist wenn man sich quasi selber aufgibt, wenn man nur noch das Kind sieht und alles andere egal wird.
Bin ich darum nicht bereit für ein Kind? Weil ich mich vor dieser Selbstaufgabe so fürchte? Werde ich dann je bereit sein?
Ich bin bei meinen Eltern + Großeltern aufgewachsen, meine Mutter hat nach 3Monaten wieder begonnen zu arbeiten. Da unsere Familien so weit weg leben haben beide Großeltern schon gesagt das sie in Abständen ihren Enkel gern je einige Tage da hätten, was ich auch toll finde, es soll schießlich auch mit den Großeltern leben und nicht, wie heute so oft, sie nur Ostern und Weihnachten sehen. Dazu denke ich das man diese Tage, auch wenn einem der Knirps dann sicher fehlt, nutzen kann/muss um nochmal nur Mann und Frau und nicht Mama+Papa zu sein, auszugehen, zu kochen, eine Nacht zu reden und anderes was ja sonst häufig auf der Strecke bleiben wird...inkl für mich um nach noch weniger Schlaf wie jetzt schon ; ) ... wieder Kraft zu tanken. Dennoch musste ich mir anhören das ich, obwohl noch nicht mal schwanger, ich schon jetzt überlege wie und wo ich Freiräume schaffen kann. Ich mache mir eben im Vorfeld viele Gedanken, vieles kann man nicht planen, das wäre naiv. Aber die Hilfe der Familie etc mit ein zu planen kann doch nicht so ein "Verbrechen" sein?
Und wie "verkaufe" ich das meinem Zukünftigen? WIr haben uns ungewöhnlich kennen gelernt, sind wirklich keines der Vorstadtpaare sondern etwas "anders" und wir haben in allem immer gut zusammen gepasst, bis zu der Kinderfrage. Er will von vorne herein zwei, ich kann und will mich nicht auf 2 direkt festlegen bevor ich nicht bei Nummer eins schauen konnte wie ich Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach hin kriege - auch und besonderns wegen meiner Krankheit. Punkt zwei ist das abrutschen in die ROllenverteilung, sicher würde ich zu Haus bleiben (er hat ja den Job wegen dem wir her gezogen sind) aber wenn er abends kommt bin ich keine der Frauen die ihm dann noch alles nach schleppt nach 24h Baby-Job sondern ihm das Schnuckelchen mal in die Hand drückt und mich was weiß ich wohin verdrückt - raus oder in eine Buch oder die Wanne oder ins Internet.
Diese Gesellschaftlichen Vorgaben heute gehen an kaum jemandem vorbei, ich weiß das ich mir zu viele Gedanken mache, aber wenn man hört das sich bei der Geburt das Wort "ich" auflöst und dann nur noch das "wir" existiert oder das es Frauen gibt die andere Frauen meiden weil sie es als Vernachlässigung deklarieren das das Kind ne Woche bei den Großeltern am Land ist...naja, da bekommt man doch mit der Angst zu tun, oder?
Sorry wenn alles etwas wirr geschrieben ist, es ist nur so gesprudelt gerade und wenn man sich wochenlang nur Gedanken macht, ist der Wortschatz und ei Grammatik nicht mehr so ganz makellos ; )
LG
Niya
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Ergebnis 1 bis 10 von 23
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13.10.2010, 15:13
Bin ich unnormal? Erwarte ich zu viel oder zu wenig?
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13.10.2010, 17:13
AW: Bin ich unnormal? Erwarte ich zu viel oder zu wenig?
also ehrlich gesagt, befürchte ich, dass du da einige entwicklungen in unserer gesellschaft direkt verschlafen hast.
m.e. ist es nämlich genau andersrum: von dir als mutter wird eben justament erwartet, dass du nicht nur eine tolle muter bist, sondern eine super ehefrau, eine sexy geliebte, deine freundschaften kompromisslos weiterpflegst, ne mene spannender hobbies hast, immer perfekt aussiehst etc. pp
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13.10.2010, 18:21Inaktiver User
AW: Bin ich unnormal? Erwarte ich zu viel oder zu wenig?
Das mache ich GENAUSO und ich kenne fast nur Frauen, die es auch so machen. Und die Väter finden das sogar ok.
Wenn du kein Kind haben willst, dann musst du doch keins bekommen. Du sprichst so oft gesellschaftlichen Druck etc. an, der ist an manchen Stellen wirklich vorhanden, aber so abhängig ist man in unserer Gesellschaft davon auch nicht gerade.
Entweder du möchtest gerne ein Kind haben oder du kannst es dir nicht vorstellen, so unnormal bist du in beiden Fällen nicht. Inwieweit deine Mutterschaft zur Selbstaufgabe führt, hängt eigentlich hauptsächlich von dir ab, finde ich, bzw. von der Unterstützung des Vaters deines Kindes. Wenn du deine Hobbies weiter fortführen möchtest, oder einfach das nachholen möchtest, was du meinst im Leben verpasst zu haben, kannst du das zum Teil auch mit Kind, wenn vielleicht auch nicht sofort.
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13.10.2010, 19:36
AW: Bin ich unnormal? Erwarte ich zu viel oder zu wenig?
Carmelona hat mir die Worte aus dem Mund genommen. Ein braves Hausmütterchen, das dem Papa abends die Schlappen bringt, ihm sein Essen serviert und nebenbei ein blitzsauberes wohlgelauntes Kind präsentiert? Du hast nicht zufällig einen Film aus den 50igern gesehen und die falschen Schlüsse gezogen?
Moderne Väter nehmen selbstverständlich Elternzeit, um an der Entwicklung ihrer Kinder teilzuhaben. Sie können Windeln wechseln, Flasche geben (wenn nicht gestillt wird) und ganz selbstverständlich Babysitten, wenn Frau mit ihren Freundinnen ausgehen möchte.
Niya, immer eines nach dem anderen. Erst mal ein Kind wollen und bekommen, dann ist immer noch Zeit für weitere Überlegungen. Ich habe auch einen Mann, der zwei Kinder wollte, ich aber nicht. Es ist bei einem Kind geblieben, weil ich nicht bereit war mein Leben total auf Kinder auszurichten, während mein Mann hauptsächlich durch berufliche Abwesenheit glänzt.
Tu das, die meisten Frauen machen das nämlich so.
Ja, um Himmels Willen, wo hast du nur deine antiquierten Vorbilder her? Wo steht geschrieben, dass man nicht mehr reisen kann mit Kind? Ich kenne ein Paar, die sind mit ihrem Baby (obwohl ich das übertrieben fand) vier Wochen mit dem Auto quer durch Neuseeland gefahren.
Klar, Städtetouren mit Museenbesuchen sollte man mal für einige Zeit ad acta legen, aber dafür könnte man z.B. Kanuwandern in Schweden, man hat endlich eine Ausrede um ins Disneyland Paris zu fahren, man kann nochmal neue Sportarten lernen, wenn die Kinder größer werden und ihre Interessen vielschichtiger.
Kinder und Urlaub muss keine Einschränkung bedeuten, ich sehe es als Bereicherung die Begeisterung zu erleben, mit denen Kinder Neues entdecken. Mit Kind entdeckst du im Urlaub mehr als ohne Kind und sei es nur, weil der Nachwuchs ständig den Boden scannt und neue Raupen und Krabbeltiere entdeckt.
Ich möchte dich nicht zu einem Kind überreden, aber mach dich bitte frei von Korsett überholter Ansichten. Du lebst deinen Alltag mit Kind so, wie ihr das als Elternteil gemeinsam entscheidet."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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13.10.2010, 20:24
AW: Bin ich unnormal? Erwarte ich zu viel oder zu wenig?
Liebe Niya,
erstmal möchte ich meinen Vorschreiberinnen anschließen, es wird von keiner Frau erwartet, dass sie sich komplett aufgibt, weil sie Mutter wird, noch ist das nötig.
Hier mußte ich sehr grinsen. Ich bin auch eine ziemliche Leseratte. Habe aber selten soviel gelesen, wie in den ersten Monaten mit meinen Kindern (und nicht BabybücherDazu bin ich eine Leseratte, das hat sich wohl durch meinen Schlaf entwickelt, aber ich werde verrückt wenn ich dran denke das ich dann nur noch Babybücher lesen werde, wenn überhaupt, und einen Roman ein halbes Jahr rumschleppe bevor ich es aufgebe ihn zu Ende zu lesen.
), denn man kann prima lesen, wenn Kind beim Stillen einschläft und man sich rechtzeitig ein Buch in Reichweite gelegt hat
Auch auf das Reisen hab ich nie verzichtet und möchte es auch in Zukunft nicht, fühle mich durch meine Kinder da aber auch keineswegs eingeschränkt.
Ich würde bei vielen Deiner Befürchtungen sagen, es ist alles halb so wild, wie Du es Dir vielleicht grade vorstellst.
Redest Du mit deinem Partner darüber? Hast Du gute Freunde mit Kindern, mit denen Du mal sprechen kannst?
Alles Gute,
Finchen
drei Söhne, 2000, 2007 und 2010 geboren 
Meine Binomette ist MoechtegernMami
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13.10.2010, 20:58
AW: Bin ich unnormal? Erwarte ich zu viel oder zu wenig?
... mit der Mutterrolle gibst Du Dich nicht auf - im Gegenteil - Du entwickelst Dich weiter ;-)
Leben und leben lassen
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14.10.2010, 12:15
AW: Bin ich unnormal? Erwarte ich zu viel oder zu wenig?
Kann es sein, dass hier der Knackpunkt liegt? Ist in deinem Umfeld die "klassische" Rollenverteilung noch derart in den Köpfen verankert, dass du es als normal empfindest, dich als Mutter später komplett selbst aufgeben zu müssen; bzw. dass du denkst, jeder würde das von dir erwarten?
Das erstaunt mich etwas, denn ich hatte bisher den Eindruck, dass das glücklicherweise nicht mehr so ist (die vorangegangenen Antworten bestätigen dies ja auch).
Aber warum ich eigentlich hier schreibe und ebenfalls mein stilles Mitlesertum aufgebe: Ich kann dich sehr gut verstehen, denn was du schreibst, könnte teilweise auch aus meiner virtuellen Feder stammen, ganz besonders die "Ausgangsposition", wie du sie hier schilderst.
Ich bin im Frühjahr 30 geworden, und da ich ebenfalls mit jemandem zusammen bin, der sehr gerne Kinder hätte und ein paar Jahre älter ist, beschäftigt mich diese Thematik doch zunehmens. Und das, obwohl ich für mich zu 99% gegen Kinder entschieden habe. Aber dieses eine Prozent lässt mich nicht in Ruhe; ich grübele über den verschiedenen Szenarien, stelle mir immer wieder die Frage, ob ich das wirklich (nicht) will; versuche mich mir als Mutter vorzustellen (was nicht so recht klappen will), treffe irgendwo kleine Kinder und denke mir in den meisten Fällen "ach nein, lieber nicht", aber manchmal sehe ich dann eine Mutter mit ihrem Kind zusammen und denke "Hmm, und was wäre wenn doch?"
Ja, ich drehe da momentan eine Runde nach der anderen in meinem kleinen Gedankenkarussell. Aber ich denke mir, dass es einem Kind gegenüber nicht gerecht wäre, das Ganze einfach versuchsweise anzugehen und dann schlimmstenfalls zu merken, dass es die falsche Entscheidung war. Lieber bereute ich dann später, den Zug verpasst zu haben.
Und ja, ich habe teilweise auch diese Horrorvorstellungen von der bedingungslosen Selbstaufgabe; von schlaflosen Nächten und schreienden Kindern; von der kompletten Umwälzung des Alltags. Ich weiß natürlich auch, dass das an einem selbst liegt, wie man die Mutterrolle gestaltet. Aber die Zweifel sind da, eben weil ich es aus meiner Familie auch nur so kennen gelernt habe, dass Muttern zu Hause sich um Kinder und Haushalt kümmerte (später noch mit einem Halbtagsjob nebenbei), und abends meinem Vater das Essen vorsetzte. Das prägt, ob man will oder nicht.
Ich wünsche dir, dass du dir darüber klar wirst, ob du wirklich ein Kind möchtest oder nicht. Das klang jetzt nämlich für mich aus deinem Beitrag noch nicht so deutlich heraus, ob du willst und "nur" die damit einhergehenden Veränderungen fürchtest, oder ob du dir noch gar nicht sicher bist, ob du überhaupt ein Kind willst... Wenn du dir diese essentielle Frage beantwortet hast, kannst du dir ja immer noch über das wie und wann den Kopf zerbrechen.The intelligence of the creature known as a crowd, is the square root of the number of people in it.
Terry Pratchett
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14.10.2010, 13:26
AW: Bin ich unnormal? Erwarte ich zu viel oder zu wenig?
Hallo Niya,
was mir persoenlich bei Deinen Ueberlegungen fehlt, ist der potentielle Vater.
Du sagst, er moechte Kinder - prima. Wie stellt er sich denn seine Rolle als Vater und Deine als Mutter eines (oder zweier) Kinder vor? Polemisch gesprochen, er gibt den von Dir frisch gebadeten Kindern abends um 8 einen Gutenachtkuss, relaxt anschliessend vor dem Fernseher und entschwindet am Wochenende zum Golfen mit seinen Kumpels? Oder er nimmt einige Monate Elternzeit und beteiligt sich auch sonst an Hege und Pflege
der Kinder? (Im ersten Fall wuerde ich mich fragen, wieso er eigentlich Kinder will
). Habt ihr darueber mal en detail gesprochen?
Ich war in einer ansatzweise aehnlichen Lage wie Du (ohne chronische Krankheit), ich sehe mich nicht als sonderlich muetterlichen Typ, kann manche Kinder ue-ber-haupt nicht ausstehen, brauche meine Abschaltzeiten und war auch nicht 100% davon ueberzeugt, dass ich Kinder will. Bei meinem Mann hingegen wusste ich von Anfang an, dass er definitiv Kinder will. Fuer mich persoenlich kam das nur in Frage, wenn er sich an der Betreuung mit ca. 50% beteiligen wuerde. Und das habe ich ihm auch ganz klar gesagt.
Das hat in den ersten 2 1/2 Jahren nicht so ganz geklappt, weil es hier keine Elternzeit gibt und ich nach der Gebuert meines Sohnes keinen Job mehr hatte, aber er hat sich auch im ersten Jahr schon insgesamt 2 1/2 Monate freigenommen und sich sehr um unseren Sohn gekuemmert. Ich habe nach einem Jahr auf Stundenbasis angefangen zu arbeiten - anfangs bloss 4-6 Stunden die Woche, spaeter um die 20, und, seit mein Sohn 2 1/2 ist, arbeiten wir beide 80% und betreuen je einen Tag unseren Sohn. Und das klappt eigentlich sehr gut, etwas Zeit fuer andere Dinge bleibt schon noch
Viele Gruesse,
VicEsistnureinePhaseesistnureinePhaseesistnur...
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14.10.2010, 19:17
AW: Bin ich unnormal? Erwarte ich zu viel oder zu wenig?
Vielen Dank für Eure ganzen ANtworten, ob ihr es glaubt oder nicht, die haben mir wirklich gut getan!
Ich stecke wohl in dieser Rollenverteilung drin weil ich ja be Eltern und Großeltern aufgewachsen bin - wobei meine Mutter für die 70er ja schon sehr frei war direkt wieder voll zu arbeiten und bei einer 40-50 Woche Nachts schlafen wollte und musste was mich eben unter der Woche bei den Großeltern nächtigen lies. Und beide hat wohl abgefärbt - von meiner Mutter habe ich das unabhängige, freie Erziehungsmodell das sie weiter gemacht hat - und von meiner Oma, eben einer Generation in den 50ern/60ern. Beides habe ich also mitbekommen. Von dem wie ich geraten bin durch meine "vier Eltern" bin ich sehr glücklich, darum möchte ich auch einen guten Kontakt meines Kindes zu meinen Eltern.
Aber diese Manifestierung in meinem Kopf muss ich los werden, da habt ihr alle samt Recht. Vielleicht liegt es auch ein bisschen daran das sich meine beste Freundin und die Freundschaft nach unserem Wegzug aufglöst hat damals und neben einem guten Freund ich zur Zeit als weiblichen Bezugspunkt nur meine Mutter und Oma habe, also wenn mal einfach mal was bequatschen muss über den Mann oder einen Streit etc.
@Nocturna: Das mit der beruflichen Abwesendheit ist bei uns genau das gleiche; ich denke wie du das man mit einem Kind noch mehr "Freiraum" hat sich selbst zu leben wie mit zweien, darum sehe ich das auch so mit nur einem Kind.
@Finchen: Da hast du Recht, gerade am Anfang wenn noch viel Babyschlaf an der Tagesordnung ist habe ich natürlich Gelegenheit für meine Bücher : ) Und Abends wenn Papa dann Begeckungspartner ist lässt sich das sicher auch einrichten ; )
Aber ich habe leider niemanden mit dem ich darüber reden kann, darum war mein Kopf vor dem Post hier auch kurz vorm Explodieren. Die einzigen Bekannten mit Kindern haben gleich vier und sie ist Amerikanerin, teilweise auch ein bisschen im Vorbild für mich da sie, von dem für mich persönlich zu großen Chaos bei 4 kleinen Kindern, immer noch ihren Kopf durchsetzt. Aber ich werde überlegen ob ich sie mal um ein Gespräch bitten werde.
@Squonk: DU sprichst mir aus der Seele, zwar sind es bei mir nicht 99% sonder ich hänge zwischen den 50/50, aber habe die selben Gedanken wie du. Ich bin eben nicht grundsätzlich Kinderverrückt und bei einigen Kindern (habe ein Jahr in einer gynäkologischen Praxis gearbeitet) kommt bei mir wirklich der Weglaufgedanke ; )...bei anderen dann aber auch mal der "die kleine würd ich auf der Stelle mitnehmen", es schwankt eben. Wobei ich denke und hoffe das es bei vielen Frauen so ist, also bei jenen die nicht hinter jedem Kleinkind her laufen und es "entzückend" finden ; ). Ich mache mir auch nur so viele Gedanken weil ich es auch nicht erstrebenswert finde zu denken "machen wir mal, dann schaun wir weiter", das ist dem Kind gegenüber, aber auch einem selbst und dem Partner nicht fair. Und die Horrorvorstellungen die du beschreibst, nun die machen m´den einen Teil meiner 50% aus ; ) das und meine chronische Krankheit.
@Vic: Gute Idee, das mit dem "obwohl du arbeitest bist du zu 50% in der Pflicht bei allem was Junior will/braucht etc", das mit den 4-6h in der Woch finde ich ebenfalls gut, so findet man sich auch schnell wieder als arbeitende, konstruktive Frau und nicht nur als Mama unter dem Schnuffeltuch ; ).
Wir reden schon über das Thema nur nicht so detailiert wie ich gern würde. Er meint eben das vieles erst kommt, wenn es kommt. Hat er Recht. Dennoch bin ich eben fürs Abstecken vom groben Rahmen, eben der Aufteilung und das er weiß das seine Frau kein Heimchen werden will und kann und er das weiß ohne das nachher klagen kommen, versteht ihr?
Ganz liebe Grüße
Niya
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14.10.2010, 19:43Inaktiver User
AW: Bin ich unnormal? Erwarte ich zu viel oder zu wenig?
In wie weit man sein altes Leben für ein Kind aufgeben muss, hängt natürlich auch davon ab, wie der Beruf und die Hobbys und die Reiseziele aussehen.
Ein Garten oder ein Pferdestall z.B. lässt sich prima mit (Klein-)Kind vereinbaren. Ein kleiner Schubkarren, ein kleiner Besen und die Kleinen sind mit Feuereifer dabei. Wenn Mama dagegen eine halbe Stunde konzentriert in ein Notenblatt schauen möchte und ein Instrument üben, dann kann man schon mal abschreiben. (Zumindest bei meiner Tochter.
)
Der Strandurlaub geht immer, der Kultur-Städte-Trip weniger.
Im Prinzip sollte man schon bereit sein, ein paar Jahre komplett zurückzustecken. Das Kind könnte auch ein anstrengendes, schwieriges werden oder vielleicht auch krank sein.
Wenn es dann nicht so kommt und alles einfacher wird, um so besser!


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