Hier ist jede Menge Raum für die Diskussion, die in diesem Strang
http://bfriends.brigitte.de/foren/ge...n-so-satt.html
neben dem eigentlichen Thema entstanden ist.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 633
-
18.07.2010, 16:30
Kind, Job, Familie - wie vereinbaren?
Geändert von ikara (26.07.2010 um 10:30 Uhr) Grund: Eröffnung neues Thema
I am the master of my fate: I am the captain of my soul.
William E. Henley
-
19.07.2010, 12:41Inaktiver User
Kind, Job, Familie - wie vereinbaren?
Und dazu müsste man erst mal noch mehr über die Rahmenbedingungen wissen, finde ich.
Den Job zu glorifizieren und die Kinderzeit zu dämonisieren find ich halt auch nicht hilfreich.
Man kann den Kuchen nicht essen und behalten, so schön das auch wär.
Und wenn man aus Lust an der Selbstverwirklichung weiter viel Energie in den Job steckt (gilt auch für Männer), dann find ich es halt ungut, quasi dem Kind vorzuhalten, dass man dafür ja auch noch Energie braucht.
Vielleicht war einfach auch der Titel und das Eingangspost zu frustig runtergeschrieben, aus einem Moment heraus. Grundsätzlich tut es mir einfach weh, wenn man dann in der Situation das Kind irgendwie als Bremsklotz beschreibt, der einen vom wahren Spaß im Leben abhält. Das ist tiefgreifender als eine schlaflose Nacht mit quengelndem Kind zu verfluchen, für mich jedenfalls.
-
19.07.2010, 12:53
AW: Manchmal hab ich das Mamasein so satt
Ich kenne in den alten Bundesländern viele Leute, die bei Vollzeit 1000 bis 1200 € BRUTTO verdienen. Noch Fragen, warum man damit keine dreiköpfige Familie ernähren kann?
Das muss ja nicht zwingend teurer sein, als Miete zu bezahlen. In meinem Heimatdorf gab es Eigentumswohnungen, bei denen der Kauf wesentlich günstiger war als Miete.
-
19.07.2010, 13:00
AW: Manchmal hab ich das Mamasein so satt
Hast du das denn nie gedacht, dass du alles hinwerfen möchtest. Ich habe es schon manchmal gedacht und deswegen empfinde ich mich schon lange nicht als schlechte Mutter. Besser die Wut in die Tasten hauen, als am Kind auszulassen, oder. Ich habe Zeiten gehabt, wo ich am liebsten auf dem Weg zur Arbeit gegen den nächsten Baum gefahren wäre, um endlich mal meine Ruhe zu haben, weil ich einfach so erschöpft war. Trotzdem habe ich mein Kind über alles geliebt und tue es heute noch auch wenn mich mein Pubi gerade in den Wahnsinn treibt. Ich frage mich manchmal, warum habe ich mir das angetan. Aber das sind Momente. Man spricht mit einer Freundin oder schreibt z. B. hier und eigentlich weiß man doch, dass man sein Kind niemals hergeben würde.
Übrigens haben viele meiner Freundinnen auch genau diese Momente. Mag aber vielleicht auch daran liegen, dass sie alle voll berufstätig ihre Kinder erziehen. Wie das bei weniger Jobpensum ist, mag ich nicht beurteilen.
Ich würde hier die Überschrift und die die Wortwahl nicht überbewerten.
-
19.07.2010, 13:08
AW: Manchmal hab ich das Mamasein so satt
ja und nein
richtig: da es bei uns finanziell nicht notwendig ist, kann man mein arbeiten rein als "ich tue etwas für mich" sehen. ist es in erster linie auch, da ich sonst durchdrehen würde.
... was allerdings auch für die entwicklung meines kindes nicht eben hilfreich wäre. ich bin nunmal nicht die "ich kümmere mich um haus, kind, hund, wohltätigkeit" mutter, die im kindergartenvorstand ist. und damit möchte ich diese mütter keinesfalls (ab)werten - im gegenteil! schön, wenn es so'ne und solche gibt, denn das ergänzt sich dann irgendwo.
wie ich schon schrieb: das wichtigste ist: eltern die mit sich und ihrer situation zufrieden sind. dann isses auch das knd - und zwar unabhängig davon ob es zu hause von mama/papa oder von ner tagesmutter oder in ner krippe betreut wird.
ich finde es auch keinesfalls fragwürdig, zeit ohne mein kind für mich haben zu wollen. ich empfinde das als gesund und -für alle beteiligten - wichtig.
-
19.07.2010, 13:16Inaktiver User
AW: Manchmal hab ich das Mamasein so satt
Klugscheißmodus an:
Für Eigentumserwerb braucht man gemeinhin Eigenkapital. Und nein, die Bank leiht einem das Geld nicht umsonst.
Ich möchte jetzt hier nicht über Sinn und Unsinn von Wohneigentum sprechen. Darüber diskutieren selbst Menschen, die Ahnung von der Sache haben. Aber klar ist doch: zunächst einmal ist es eine finanzielle Belastung. Dass diese sich langfristig rentieren mag, ist eine andere Frage.
Im Übrigen habe ich Manuelas Beitrag auch so verstanden, dass sie sich einfach mal kurz auskotzen wollte. Und da ist es doch viel besser, sie lässt es hier raus als an ihrem Kind.
-
19.07.2010, 13:18
-
19.07.2010, 13:19Inaktiver User
AW: Manchmal hab ich das Mamasein so satt
Ich finde es toll, wenn Mütter sich eine Auszeit für sich nehmen können.
Mich persönlich hat das im zweiten Lebensjahr meines Kindes gerettet. Ich war ziemlich zerrissen zwischen Kind, Job, Haushalt und eine Freundin meinte, ich bräuchte ein Hobby. Erst habe ich gedacht, sie hat einen Knall, ich wüsste ja jetzt schon nicht, wo mir der Kopf steht. In Wirklichkeit war das aber (für mich) die Rettung. Ich hatte einen Abend in der Woche für mich gebucht. Das hieß, das dort nur etwas stattfand, was mir gut tut, wo niemand etwas von mir will, sondern ich nur mache, was ich gern tue. In meinem Fall war es damals eine Theatergruppe, später wurde es eine Doppelkopfrunde, heute ist es Musikmachen. Es war ein ganz wichtiger Schritt für mich, das so durchzusetzen (vor allem auch mir selbst gegenüber) und mir klarzumachen, dass mein Kind nicht pausenlos "mich" braucht, sondern eine zufriedene Mutter.
Für manche Frauen ist es vielleicht die Lösung, wenn sie noch viel mehr exklusive Zeit mit dem Kind verbringen, für mich war es das nicht. Das ist jetzt 18 Jahre her und wenn ich mir den ehemals Kleinen begucke, denke ich, dass alles richtig gelaufen ist – auch ohne megaviel Mutter-Sohn-Exklusiv-Zeit.
-
19.07.2010, 13:30
AW: Manchmal hab ich das Mamasein so satt
In meinem Beispiel war das konkret 15 T € für eine 70 qm 3 Zimmer Wohnung, die in Schuss ist. Das kann man sehr gut auch mit einem kleinen Bankkredit finanzieren. Bei uns wäre das günstiger gewesen als die Wohnung zu mieten und damit meine ich nicht mal über 30 Jahre...
Aber darum geht es hier ja eigentlich auch gar nicht...
Jeder von uns hat andere Voraussetzungen und niemand sollte am Lebensmodell des anderen herumkritteln. Hier geht es um Tipps, wie eine offensichtlich überlastete Mutter mal den Kopf frei bekommt. Da waren ja schon ganz gute Sachen dabei.
-
19.07.2010, 13:56Inaktiver User
AW: Manchmal hab ich das Mamasein so satt
Oh, hatte ich vergessen, zu schreiben: so klang es mir auch.
Und ich weiß, dass ich mein Kind speziell in diesem Alter auch manchmal supernervig fand. Beginn der sogenannten Trotzphase, stimmt`s? Ich habe damals in einem Buch gelesen, dass diese Heftigkeit bei den Kindern später nur noch in der Pubertät auftritt. In der Pubertät blieb ich davon glücklicherweise verschont, aber dieses Trotzalter habe ich schon auch als Riesenherausforderung empfunden, eben weil das Kind anfängt, "ich" zu sagen und "immer ich" zu wollen, weil die Symbiose der Babyzeit aber eben nicht mehr funktioniert und letztlich auch ich selbst lernen musste, mich vom Kind abzugrenzen. Kurzum: ich hatte einige (zum Teil heftige) Abgrenzungskämpfe mit meinem Kind auszutragen damals, es ging, soweit ich mich erinnere, darum, dass eben nicht immer das Kind alles sofort bekommen kann/muss. Im Rückblick kommt mir das eher wie Kämpfchen vor, aber als ich mittendrin steckte, hatte ich auch mehrfach das Gefühl, ich könnte mein Kind gerade aus dem Fenster schmeißen.


Zitieren

