Hallo Ihr,
wir schlagen uns jetzt seit einiger Zeit mit dem Thema rum, sind inzwischen einer Meinung, aber ich mag Eure Kommentare und Meinungen trotzdem hören.
Situation:
Er: Vertrag mit Teilzeitstelle, der bis zum nächsten Frühjahr läuft, wobei aber schon seeehhhr deutlich kommuniziert wurde, dass der von Beginn an vorgesehene Anschlussvertrag (für 5 Jahre) so gut wie sicher ist. Mein Mann arbeitet an der Uni, ist der einzige reguläre Mitarbeiter des Profs und macht auch ziemlich viel Kram für's Institut, in den nur er richtig eingearbeitet ist. Die Diss ist auch fertig. (Voraussetzung für die nächsten 5 Jahre, in der dann die Habilschrift geschrieben werden soll.) Meine einzige Angst: Einsparungen an Unis. Aber der Prof hat eine unbefristete Stelle und den einzigen MA wird man ihm doch nicht streichen?!
Ich: kleiner Nebenjob (völlig fachfremd, wirft aber zusammen mit TZ-Stelle meines Mannes genug ab), noch nicht ganz fertig mit der Diss, aber guter Hoffnung, dass ich in den nächsten 6-9 Monaten abgeben kann.
Gerade habe ich gute Aussicht auf einen neuen TZ-Job, und zwar in genau der Branche, auf die ich die letzten Jahre hingelernt und -gearbeitet habe (einschließlich Fernstudium) und in der ich beruflich Fuss fassen will. Das ganze ist erst mal befristet auf 3 Monate, aber das Interesse scheint auf beiden Seiten gleich groß, einschließlich bereits erfolgter Frage, ob ich auch länger dort arbeiten könnte.
Sooo... Und nun kommt der seit Wochen, Monaten, Jahren gärende beidseitige Kinderwunsch, der aufgrund der bisherigen Ausbildungssituation unterdrückt wurde.
Seit über 4 Jahren ist klar, dass "Unfälle" Wunschkinder wären. Seit fast einem Jahrzehnt ist aber klar, dass wir keine "Unfälle" produzieren - wir sind beide neurotisch veranlagt.
Plan meines Mannes (und auch meiner) war immer, ich brauche erst meinen Berufseinstieg. Andererseits sehe ich an Freundinnen mit "Karriere", dass die Berufslaufbahn oft auch erst nach 2,3 Jahren richtig Schwung nimmt. Ob ich dann Lust habe, auszusteigen? Und der Karriereknick ist ja dann auch häufig unumgänglich.
Andererseits haben wir EIGENTLICH perfekte Voraussetzungen:
- eine relativ sichere Stelle bis 2016 mit freier Zeiteinteilung und viel Arbeit von zu Hause
- Eltern- und Kindergeld im ersten Jahr (angenommen, es klappt in 12 Monaten) ist so hoch, dass mein zeitweiser Jobausstieg (egal aus dem bisherigen unqualifizierten oder dem evt. neuen qualifizierten) keine großen finanziellen Einbußen hätte
- Großstadt mit sehr guter Kinderbetreuungsdichte, auch ab 8 Wochen (nein, ich will keine Fremdbetreuung ab 8 Wochen, aber ab 6 Monaten würden wir eine TM in Betracht ziehen)
- Großmutter, die nachmittags das Kind betreuen könnte
- Bruder/Onkel, der im Notfall einspringen kann
- zusätzliche Großeltern, die sehr jung, aber schon Rentner sind, die nicht für die regelmäßige Betreuung in Frage kommen, aber bei Notfällen ebenfalls da wären
- Freunde in Laufnähe mit (bald) Kind, mit denen wir uns Betreuungskooperationen gut vorstellen können
- finanzielles Polster, mit dem wir selbst bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit von uns beiden die wichtigsten Kosten für mehrere Monate tragen könnten
Fändet Ihr es fahrlässig, jetzt einfach mal ein paar Monate zu schauen, was passiert, bis dahin (schon schwanger) Diss abzuschließen und neuen Nebenjob zu machen und evt. (falls es klappen sollte, was ja nun wahrlich nicht garantiert ist) vor dem "richtigen" Berufseinstieg noch mal für 6 -10 Monate auszusetzen? (Das Promotionsverfahren würde sich ja dann eh noch hinziehen, aber die Verteidigung bekomme ich schon irgendwie hin mit Kind - haben meine Eltern auch geschafft.)
Ich habe bei beiden Versionen Angst: Ich will mir weder in 10 Jahren vorwerfen müssen, die "Kinderphase" verpasst zu haben, noch mir meinen Beruf verbauen. Andererseits sind Teilzeitjobs (25-30 h) gerade für Einsteiger in der Branche nicht so selten - und zwei TZ-Jobs mit gutem Betreuungsnetz ist doch eigentlich der Traum für Paare mit kleinen Kindern, oder? Und selbst wenn ich eine VZ-Stelle bekäme, ist mein Mann an 2-3 Tagen die Woche für Kinderbetreuung, Abholung, Arzttermine einsetzbar.
Redet es mir aus oder zeigt mir meine Denkfehler!![]()
Antworten
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09.06.2010, 18:02
Geplante Schwangerschaft und baldiger Jobstart?
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09.06.2010, 20:56
AW: Geplante Schwangerschaft und baldiger Jobstart?
Na dann!

Deine geschilderten Voraussetzungen klingen doch perfekt. Worauf willst du warten?
Zugegeben, ich selbst habe erst den soliden beruflichen Einstieg abgewartet (5 Jahre inkl. einem entscheidenden beruflichen Schritt) und dann, mit Anfang 30, mein erstes Kind gekriegt. Und bin dann nicht ausgestiegen sondern (nach je 6 Monaten Pause) beruflich voll dran geblieben.
Wie alt bist du? Willst du noch 5 Jahre warten? Ich kann das Gerede, dass frau heutzutage auch mit 40 noch lässig zum ersten mal Mutter werden kann, nicht mehr hören. Klar kann das klappen. Aber ich kenne auch (zu viele) Frauen, bei denen es mit Anfang/Mitte 30 trotz aller "Hilfe" nicht klappt.
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10.06.2010, 07:32Inaktiver User
AW: Geplante Schwangerschaft und baldiger Jobstart?
Huhu,
würde für mich eindeutig an eurem Alter hängen.
Grundsätzlich habe ich auch gerne erstmal alles in ganz trockenen Tüchern und nicht in geschätzt trockenen Tüchern.
Eins ist mir aufgefallen. So gut das auch geplant ist, es ist nicht so leicht ein 6 Monate altes Kind bspw. an eine Tagesmutter abzugeben. Da müsstest du dir noch die Option offenhalten, ggf. auch länger daheim bleiben zu können.
Ich habe das nach dem ersten Lebensjahr anvisiert, weil ich gerne arbeite und ahne schon jetzt, dass das verdammt schwer für mich wird.
Aber da ist jeder anders
Ansonsten grundsätzlich: Nur Mut ! Ist ja alles gut durchdacht.....
Auf den durchzusetzenden Kinderwunsch im "höheren" Alter (was für mich ab Mitte 30 ist) würde ich mich auch nicht verlassen.
Und zuletzt ein Spruch meiner Oma: Eins kriegt man immer durch..... ;-)Geändert von Inaktiver User (10.06.2010 um 07:36 Uhr)
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10.06.2010, 07:56
AW: Geplante Schwangerschaft und baldiger Jobstart?
Danke Ihr beiden.
Unser Alter hatte ich eigentlich geschrieben, aber wohl wieder gelöscht.
Wir sind Ende Zwanzig/Anfang Dreißig. Ende Zwanzig gilt leider nicht mehr lange. 
Laufrad,
eben, fünf Jahre will ich eigentlich nicht mehr warten. Und in zwei, drei Jahren habe ich vielleicht auch Skrupel, schon wieder für 6-8 Monate (mit Mutterschutz) auszusteigen, zumal wenn ich zu Beginn nur einen 2-Jahresvertrag habe und dann eh noch mal die Stelle wechsele. Die Stelle meines Mannes ist dann auch nur noch zwei Jahre sicher. Und 35 ist für mich die absolute Schmerzgrenze. Ich komme selbst aus einer "alten" Familie und fand es weder toll, dass meine Großeltern sämtlich während meiner Teenagerzeit (in durchaus betagtem Alter) gestorben sind, noch dass meine Eltern seit meiner Studienzeit doch deutliche Altersmalessen zeigten. Die Erfahrungen der letzten 15 Jahre haben mich an meiner früheren Einstellung "alte Eltern und Großeltern sind toll" doch etwas zweifeln lassen.
Peppi,
wir haben uns beide für einen Weg entschieden, bei dem die unbefristete Vollzeitstelle noch lange hin sein kann. Mein Mann kann daran frühestens in 6 Jahren denken. Dann bin ich über 35. Meine Mutter, die fest in die Kinderbetreuung eingeplant ist, wäre dann über 70. Das finde ich alles suboptimal.
TM ab 6 Monaten ist der Plan, weil ich keine zu große Lücke haben möchte. Finanziell machbar wären 12 Monate für mich zu Hause schon - ich hätte einfach Angst vor dem "Danach", wenn ich mich für eine neue Stelle bewerbe. Wenn ich nicht gleich was finde, bin ich länger zu Hause. Im Idealfall kann mein Mann auch noch 2 Monate das Kind betreuen, das hängt dann von der konkreten Konstellation ab - das ist bei aller Planungsliebe nicht absehbar.
Geändert von Halina (10.06.2010 um 08:07 Uhr)
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10.06.2010, 08:40Inaktiver User
AW: Geplante Schwangerschaft und baldiger Jobstart?
Erstens Mal:
Den "idealen" Zeitpunkt für ein Kind gibt es nicht... irgendwas ist immer, was den einen Moment zu keinem besseren als jeden anderen macht.
Wenn also grundsätzlich alles stimmt und ihr Euch in Eurem Kinderwunsch einig seid (und das scheint ja bei Euch der Fall zu sein) - dann findet sich das schon.
Allerdings fiel mir eines auf:
Du schreibst einerseits, dass Deine Eltern schon "seit Deiner Studienzeit doch deutliche Altersmalessen zeigen" - gleichzeitig planst Du aber Deine Mutter als feste Betreuung maßgeblich in Deine Planung ein.... ?
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10.06.2010, 08:54Inaktiver User
AW: Geplante Schwangerschaft und baldiger Jobstart?
Zur Hülf.... Ich bin auch so eine alte Mutter, mein Mann topt das noch....
Puhhh... Hoffentlich bin ich noch fit, bis ins hohe Alter.....
Will aber auch ganz ehrlich sagen, wenn die Partnerschaft steht und die groben Rahmenbedingungen auch, dann legt mal los, ne.
Muss nicht jeder, wie ich bald 37 drüber werden. Früher ist schon optimaler (für mich persönlich).
Und du hast es gut erkannt. Ist nicht planbar, so manches nicht.
Ich würde nie die Familie mit in der Planung berücksichtigen. Nicht weil sie sich nicht um den Job reissen würden, sondern weil es sich auch da anders entwickeln kann, wie erwartet.
Schön, wenn das klappt, aber bitte nicht drauf verlassen.
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10.06.2010, 09:16
AW: Geplante Schwangerschaft und baldiger Jobstart?
Halina,
es ist hier schon gesagt worden - wenn die Rahmenbedingunge und in erster Linie die Partnerschaft passen, dann zögert nicht.
Ich wünsch Euch von ganzem Herzen, dass es dann auch wirklich läuft wie geplant.
Eines vorweg: Ich kann Deine Überlegungen total nachvollziehen!!!
Ich habe meine Produktionsphase vor mittlerweile 2einhalb Jahren um ein halbes Jahr verschoben, weil meine Kollegin überraschend schwanger geworden ist und ich dachte, das kann ich ja der Firma und meinem Job nicht antun, dann auch schwanger zu werden. Letztlich hat es inklusive aufwändiger Kinderwunschbehandlung bis jetzt gedauert, endlich schwanger zu sein und mitten in der ersten Kinderwunschbehandlung vergangenen Sommer wurde ich nach 10 Jahren total überraschend auch noch gekündigt.
Und trotzdem ist es genau richtig so, wie es jetzt ist.
Wenn Dein Kinderwunsch wirklich da ist, gib ihm nach!
Alles GuteVize-Binomette von *Mesha0705*
Binomette von *Dolcezza"
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10.06.2010, 09:28
AW: Geplante Schwangerschaft und baldiger Jobstart?
Wolkentier, ich schrieb bewusst Malessen. Keine ernstzunehmenden oder langwierigen Krankheiten oder Dinge, die sie z. B. an ihrer momentan noch sehr anspruchsvollen Tätigkeit (Intensivmedizin) hindern. Aber immer wieder Dinge, die zeigen, dass die Widerstandskraft und Leistungsfähigkeit mit 60 doch abnimmt. Und natürlich war das für mich erst mal ungewohnt und auch schwierig, wenn die bisher immer starken, leistungsfähigen Eltern ihre Ängste und Leistungsdefizite thematisieren.
Aber ich bin ot... ich wollte nur sagen, dass der Beruf Belastungen hat , die mit üblichen Berufen oder gar einem Rentnerleben mit regelmäßiger 3stündiger Kinderbetreuung nicht zu vergleichen sind.
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10.06.2010, 09:40Inaktiver User
AW: Geplante Schwangerschaft und baldiger Jobstart?
.... unterschätz mal nicht eine 3stündige Kinderbetreuung....
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10.06.2010, 09:55
AW: Geplante Schwangerschaft und baldiger Jobstart?
Unsere Eltern bescheinigen uns ja ein absolutes Schlaftablettenkind, weil sowohl ich als auch mein Mann als Klein(st)kinder sehr pflegeleicht waren. Aber ich vertraue ganz sicher nicht darauf - sondern fürchte eher den Generationensprung. Und weder meine Mama noch mein Schwiegervater waren wohl so ganz einfache bzw. gesunde Kinder.


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