Hallo Bri-Com,
brauch mal Eure Meinung.
Meine Freundin (beide knapp über 30) und ich sind seit einem Jahr zusammen. Obwohl uns die privaten Umstände wenig gemeinsame Zeit lassen und sich dadurch so etwas wie Alltag kaum einschleichen kann, versuchen wir soviel wie möglich mit einander zu unternehmen und führen eine sehr ausgefüllte und harmonische Beziehung. Kurzum ich liebe die Frau und ich kann mir gut vorstellen mit ihr zusammen alt zu werden
Hört sich eigentlich alles ganz gut an. Aber ich befürchte, Ihre biologische Uhr tickt so langsam hörbar. Sie spricht das Thema nicht offensiv an (soweit ich das als Mann beurteilen kann *g*). Wir "stolpern" mehr oder weniger beim gemeinsamen Luftschlossbauen darüber. Bisher habe ich dann eigentlich klar gemacht, daß ich der Kinderfrage nach langem, langem Grübeln negativ gegenüber stehe.
Zwischen uns ist das Geben und Nehmen durchaus ausgewogen, und ich würde für diese Frau viel aufgeben bzw. vieles tun, wogegen ich mich normalerweise mit Händen und Füßen wehren würde, aber ihren Kinderwunsch werde ich nicht erfüllen. Bei vielen kleinen Dingen gebe ich normalerweise nach. Bisher gab es auch nie wirklich einen großen Streitpunkt, der es mir wert gewesen wäre, mich bis zur letzten Konsequenz auf die Hinterbeine zu stellen.
Ich befürchte, daß sie deswegen vielleicht meine Bedenken nicht ernst nimmt - oder schon aus Selbstschutz nicht wahr haben will.
Als kleinerer Punkt kommt dazu, daß ihre und meine Eltern noch keine Enkel haben und so langsam entsprechende Andeutungen machen (ich weiß, es ist unser Leben und sowas nach einem Jahr Beziehung ist Wahnsinn....es macht das Ganze trotzdem nicht einfacher).
Wir haben bei dem Thema eindeutig Klärungsbedarf, aber irgendwie habe ich das Gefühl, wir schleichen dabei wie Katzen um den heißen Brei. Vielleicht weil wir uns beide nicht verlieren wollen.
Andererseits, müßte ich Ihr doch möglichst schnell klar machen, wie meine Position ist, damit sie für sich entscheiden kann, ob sie ihren Wunsch nach einer Familie mit jemanden anderen realisieren will, oder? (auch wenn das verdammt weh tun würde)
Ich weiß im Moment nicht weiter. Ist/war vielleicht jemand in einer ähnlichen Situation?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 141
-
10.12.2009, 20:07
Kein Kinderwunsch - wie es ihr sagen?
Geändert von Deovid (10.12.2009 um 20:24 Uhr)
-
10.12.2009, 20:21
AW: Kein Kinderwunsch - wie es ihr sagen?
Verabrede Dich mit ihr an einem neutralen Ort.
Sage Ihr dann auf den Kopf zu, daß Du definitiv keinen Kinderwunsch hast.
Gib ihr die Chance, sich zu trennen und gegebenenfalls einen anderen Partner mit Kinderwunsch zu finden.
Für mich wäre es ein Trennungsgrund, wenn mein Partner keine Kinder haben möchte. Für mich gehören Kinder zur Lebensplanung. Ich habe meinem Lebensgefährten ausdrücklich erklärt, daß Kinderwunsch eine "Geschäftsgrundlage" für unsere Beziehung ist.
"Ich kann sagen, daß ich nur in Rom gefunden habe, was ein Mensch eigentlich sei. Zu dieser Höhe, zu diesem Glück der Empfindung bin ich später nie gekommen. Ich bin, verglichen mit meinem Zustand in Rom, eigentlich nachher nie froh geworden."
- Goethe -
-
10.12.2009, 20:28
AW: Kein Kinderwunsch - wie es ihr sagen?
Guck mal hier:
http://bfriends.brigitte.de/foren/ge...erzichten.html
(ist allerdings aus Frauensicht, also Sicht deiner Freundin)
-
10.12.2009, 20:46
AW: Kein Kinderwunsch - wie es ihr sagen?
Hallo Deovid,
ich bin mir nicht sicher, ob ich so eine Knall-auf-Fall-Situation herbei organisieren würde wie ixyz, aber ihr müsst ehrlich sprechen und eine Lösung herbeiführen. Nur nicht warten, denn dass verlängert Unsicherheit und Leiden.
Ich war vor ca. zwei Jahren in einer ähnlichen Situation und musste meinem damaligen Freund erklären, dass ich keinen Kinderwunsch habe. Nicht damals und auch jetzt nicht. Wie du an der gewählten Vergangenheitsform bemerkst, wir sind nicht mehr zusammen. Letztlich stimmten unsere Vorstellungen vom Leben nicht überein.
ch habe mich getrennt. Es war schmerzhaft, aber im Nachhinein befreiend.
Gruß,
hunting-high
-
10.12.2009, 21:17
AW: Kein Kinderwunsch - wie es ihr sagen?
ja, sag es ihr...aber ohne VIELLEICHT...sag ihr dass du dir sicher bist keine Kinder zu wollen!
Mein Ex-Freund war sich jahrelang sehr sicher und hat mir gegenüber zwar auch immer gesagt dass er keine Kinder wolle aber es schwang immer ein Vielleicht mit... es war nie klar und so hoffte ich dennoch und trennte mich eben nicht GERADE WEIL unsere Beziehung gut lief...12 Jahre lang.... bis mein Kinderwunsch aufgrund meines Alters so stark wurde dass es in der Beziehng dann auch nicht mehr klappte....
ich trennte mich dann...und hab bis heute keine Kinder :(
und werd wohl auch eine mehr haben....:C
im Grunde mach ich ihn nun dafür verantwortlich, weil er mir so ne Resthoffnung ließ - obwohl ich es eigentlich wußte....
Ich wär froh gewesen mein Ex hätte es mir sobviel klarer gesagt!
Ich weißnicht ob ich mih getrennt hätte, aber ich hätte die Entscheidng klarer bei mir ansiedeln können....
Red mit ihr!
Klar! Und Deutlich!Betty
"Wir wussten nicht, dass es unmöglich ist, deshalb haben wir es geschafft!" (Jean Cocteau)
-
10.12.2009, 21:19
AW: Kein Kinderwunsch - wie es ihr sagen?
°
Geändert von fraeulein_minza (11.12.2009 um 09:18 Uhr)
-
11.12.2009, 00:07
AW: Kein Kinderwunsch - wie es ihr sagen?
Danke für Eure Antworten!
@ixyz: Was es mir auch schwer macht, ist daß bisher nie von ihr eine eindeutige Aussage zur "Geschäftgrundlage" kam. Viele Andeutungen, viel Konjunktiv. Darauf fällt es schwer mit einem unumstößlichen "100% nicht mit mir!" zu antworten. Quasi wie wenn jemand' nen kleinen Luftballon steigen läßt und man mit ner Flak drauschießt...
@Historia02: Kannte den Thread bereits. Wie angedeutet, beschäftige ich mich schon sehr lange mit dem Frage Kinder? ja/nein, und hab alles aufgesogen, was ich finden konnte, um meine Entscheidung dagegen abzuklopfen. Auch mit Blick auf die Frauensichtweise wie in dem Thread vertreten, wollte ich klare Verhältnisse schaffen, damit sie die Chance hat, ihr Leben so zu leben, wie sie möchte.
@Bettyblu: Ich denke auch, daß meine für mich klare Ansage für sie noch zuviel Raum für Interpretationen läst. Dieses "vielleicht" ist ja auch keine Unsicherheit oder ein absichtliches Hinhalten, sondern einfach ein schwer unterdrückbarer Reflex, eine schmerzhafte Aussage die Schärfe zu nehmen...
Hmm, vermutlich werde ich beim nächsten Mal, wenn unser Gespräch in die Richtung geht, klipp und klar fragen, ob für sie Familienplanung ein Muss ist.
Ich weiß, das hört sich nach typischen Fall von "Warum habt ihr nicht schon längst mal darüber gesprochen?" an, aber es gibt eben noch ein paar Umstände, die alles etwas verkomplizieren plus jede Menge Verlustängste von beiden Seiten
-
11.12.2009, 06:52
AW: Kein Kinderwunsch - wie es ihr sagen?
Wenn ich solche Beiträge lese, beneide ich die Generation meiner Großmütter. Da gab es solche Fragen nicht. Von Sex wurde man schwanger. Punkt.
Die Möglichkeiten, sehr zuverlässig verhüten zu können, haben ihren Preis.
Wenn du ganz sicher bist, keinen Nachwuchs haben zu wollen, dann lass dich sterilisieren. Denn es könnte auch ein Unfall oder ein "Unfall" passieren. Außerdem weiß dann jede Frau, woran sie bei dir ist.
-
11.12.2009, 07:03
AW: Kein Kinderwunsch - wie es ihr sagen?
Ähnlich argumentiert meine Freundin auch. Nur, war in der guten alten Zeit wirklich alles besser? Wir können uns nunmal nicht einen Aspekt aus den Wertevorstellungen unserer Großelterngeneration herauspicken und so tun, als ob es die ganze Menge negativen Begleiterscheinungen nicht gegeben hätte.
Es einfach drauf ankommen zu lassen, führt doch bloss zu noch mehr Alleinerziehenden/unglücklichen Beziehungen...(s. sehr viele andere Threads hier in der Bricom)
Unfall kann immer passieren, indem Fall würde ich zum Kind stehen, "Unfall" weniger, da ich die Verhütung übernehme.Geändert von Deovid (11.12.2009 um 07:09 Uhr)
-
11.12.2009, 07:38
AW: Kein Kinderwunsch - wie es ihr sagen?
Keine Frage. Wobei, ich bin da parteiisch: Mein Vater wäre vielleicht nie geboren worden, wenn Großmutter das im Griff gehabt hätte.
Hier eröffnen nicht diejenigen Leute threads, die zufrieden und glücklich sind. Das ist hier nicht repräsentativ.
Ich kenne natürlich Beziehungen, für die das Kind, das er bestenfalls halbherzig wollte, zum Problem wurde.
Aber auch genug andere, wo gerade noch recht junge Männer (wobei ich Anfang 30 im Zusammenhang mit "Vater werden" alles andere als extrem jung finde, wie alt soll der Mensch denn sein, wenn er Vater wird? 45?!) zu ihrem Glück gezwungen werden mussten. Vorher konnten sie es sich nicht vorstellen, fanden den Gedanken "Kind" fremd und unbehaglich. Heute sind es die begeistertsten Väter weit und breit.



Zitieren

