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  1. Inaktiver User

    ungewollt kinderlos

    Nun habe ich mir endlich ein Herz gefasst und beginne ein neues Thema.

    Ich (w) werde im nächsten Monat 46 Jahre und wie es aussieht, wird sich mein Kinderwunsch nicht mehr erfüllen. Daran trage ich schwer, verdammt schwer. Ich habe mir sehnlichst Kinder gewünscht, vier wollte ich immer haben. Ich habe manchen Tag das Gefühl, ich zerbreche an dem Kreuz, welches mir auferlegt wurde.

    Ich lese immer vom Rückgang der Geburten, nur subjektiv empfinde ich das nicht so. Ganz im Gegenteil, ich habe das Gefühl, ständig um mich herum werden alles schwanger.

    Mehr will ich vorerst nicht dazu schreiben, denn es werden sich im Verlaufe des Strangs sicherlich weitere Fragen, Anregungen ergeben, auf die ich gerne eingehen möchte.

    Wie seid ihr damit fertig geworden?

    clara

  2. Inaktiver User

    AW: ungewollt kinderlos

    Kam für dich nie eine Adoption in Frage?

  3. Inaktiver User

    AW: ungewollt kinderlos

    Gute Frage.
    Aus welchen Gründen auch immer kam für mich nie eine Adoption in Frage. Mein Mann und ich haben uns einmal vor ein paar Jahren damit kurz beschäftigt und wir beiden kamen zu dem Entschluß.

    Mit hat lange Jahre der passende Partner für ein Kind gefehlt. Mein Mann wollte am Anfang unsere Ehe (wir sind jetzt 9 Jahre verheiratet) noch keine Kinder, dann klappte es nicht. Zwiscshenzeitlich hatte ich die 40 überschritten und nun weiß ich tief im Inneren, es ist zu spät. Mit das so einzugestehen, ist verdammt schwer.
    Mir tut das weh, meine Mann leidet nicht so sehr darunter.

    Es fällt mir schwer, darüber zu reden, aus diesem Grund habe ich das Wagnis unternommen, hier einfach zu posten und meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Ich bin ansonsten sehr kommunikativ.

    Wenn es immer heißt, Kinder sind unsere Zukunft, dann komme ich mir vor, als hätte ich keine mehr.

    clara

  4. User Info Menu

    AW: ungewollt kinderlos

    Liebe Clara,

    das Thema "Kinderwunsch/Kinderlosigkeit" beschäftigt mich unter einem etwas anderen Blickwinkel zur Zeit auch stark - siehe meinen Strang weiter unten - deshalb hat mich Dein neu eröffneter Strang sehr interessiert.

    Klar, es gibt immer medizinische Ausnahmen, aber mit 46 dürfte der Zug in aller Regel abgefahren sein. Deshalb finde ich es gut, dass Du so offen damit umgehst, den Tatsachen ins Auge blickst und diesen Strang eröffnet hast. Schon das Darüber-Reden bzw. -Schreiben wird Dir sicher helfen, die eigenen Gedanken und Gefühle ein wenig zu ordnen und mögliche Wege in die Zukunft aufzeigen. Ich wünsche es Dir jedenfalls.

    Ich kenne Dich und die genauen Umstände Deiner Kinderlosigkeit nicht, so kann ich hier nur sehr allgemein schreiben. Ich hoffe, es klingt nicht zu sehr nach Hobby-Psychologie. Aber vielleicht kannst Du mit dem einen oder anderen Gedanken etwas anfangen.

    Eventuell hilft es Dir ja, mal konkret zu überlegen, welche Wünsche & Vorstellungen Du mit eigenen Kindern und mit dem Mutter-Sein verbunden hast - und wie Du die nun auf andere Weise verwirklichen könntest. Wenn Du einfach gerne von Kindern umgeben bist und Dir der Umgang mit ihnen Freude macht, dann wäre u. U. die ehrenamtliche Arbeit mit Kindern (in der Hausaufgabenbetreuung, in Sport- oder Spielgruppen, als Vorleserin etc.) etwas für Dich. Kann gut sein, dass das im Moment noch zu schmerzhaft ist, da Du gerade erst begonnen hast, Dich von Deinem eigenen Kinderwunsch zu verabschieden. Aber es muss ja nicht von jetzt auf gleich sein, sondern eine Option für später.

    Es stimmt schon in gewisser Weise, dass Kinder unsere Zukunft sind. Aber ein Mensch, der keine eigenen Kinder hat - ob nun gewollt oder ungewollt - ist deshalb nicht weniger wert! Ich bin überzeugt, man kann im Leben auch etwas Bleibendes erschaffen und in der Welt Spuren hinterlassen (z. B. durch soziales oder politisches Engagement oder durch kreatives, schöpferisches Arbeiten) ohne ein Kind geboren zu haben. Überleg einfach mal ganz in Ruhe, was Du gerne tust, worin Du völlig aufgehen kannst, wofür Du "brennst" … da gibt es eigentlich bei jedem Menschen etwas, mit Sicherheit auch bei Dir!

    Alles Gute für Dich,
    Avarua

  5. Inaktiver User

    AW: ungewollt kinderlos

    Wenn es niemanden stört, dann werde ich hier mal meinen Empfindungen und Gedanken freien Lauf lassen.
    Ich habe eine Freundin, mit der ich darüber reden kann, auch mein Mann hört gerne zu. Ich selber habe immer Sorge, meinen Gefühlen völligen Raum zu geben, dann fange ich an zu weinen und kann nicht mehr aufhören.
    Für mich stand immer fest, ich möchte Kinder; für mich gehören Kinder zu einem erfüllten Leben dazu. Wahrscheinlich muß ich sagen, gehörten.
    Das macht es so schwer, da ich fühle, irgendwie habe ich den Sinn verloren. Ich bin berufstätig und ehrenamtlich in zwei Vereinen tätig. Wir (mein Mann und ich) führen eine sehr liebevolle und vertrauensvolle Beziehung, wir sind in einem netten Freundeskreis eingebunden, von außen alles wunderbar. Wenn da nicht immer das Gefühl der Leere wäre.
    Nachdem unsere sexuellen Aktivitäten ohne Erfolg blieben, haben mein Mann und ich beschlossen, es „laufen zu lassen“. Wir wollten kein langes Suchen, an wen es liegen könnte, Einnehmen von Hormonen etc . Wir haben das an einem befreundeten Ehepaar erlebt. Die Enttäuschung ist dann noch größer.
    Wir beide sind auch kirchlich gebunden. Ich habe mir immer gedacht, Gott wird schon einen Plan mit mir haben, wer weiß für was es gut ist.
    Ich bin Patin eines behinderten Kindes und weiß nicht, ob ich das bewältigen könnte.
    Trotzdem ist da diese tiefe Traurigkeit in mir, fast so, als hätte ich wirklich ein Kind verloren.
    Vor ein paar Wochen habe ich – wie man landläufig so sagt – mir einen Hexenschuß zugezogen. Nach einem langen Gespräch mit meiner Freundin habe ich für mich entdeckt, ich habe mir mit dem Aufbürden „meines Kreuzes“ wohl zuviel zugemutet.

    Ach, es tut gut, hier mal alles, niederzuschreiben. Danke
    clara

  6. Inaktiver User

    AW: ungewollt kinderlos

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Trotzdem ist da diese tiefe Traurigkeit in mir, fast so, als hätte ich wirklich ein Kind verloren.
    Vor ein paar Wochen habe ich – wie man landläufig so sagt – mir einen Hexenschuß zugezogen.
    Clara, das was Du zur Zeit durchmachst, ist ja im Grunde auch die Tauer um ein verlorenes, bzw. in Deinem Fall vielmehr jene um ein nie geborenes Kind. Nach vielen Jahren des Hoffens und Wünschens ist nun für dich, so klingt es zumindest für mich durch, der Zeitpunkt des endgültigen Abschiednehmens von Deinem Kinderwunsch gekommen. Sich dieser Tatsache zu stellen fordert viel Kraft und braucht seine Zeit.

    Das hast Du für Dich erkannt und das ist natürlich eine sehr harte, schwierige und sehr traurige Phase. Meiner Meinung nach ist sie aber wichtig und - auch wenn das jetzt vielleicht blöd klingt - gesund. Sie ist Voraussetzung dafür, dass Du diesen Abschied irgendwann annehmen kannst und mit der Situation Deinen inneren Frieden schließt. Und dann auch wieder neue Perspektiven und Ziele für Dein weiteres Leben aufbauen kannst.

    Lass diese Trauer und die damit verbundenen Gefühle zu, weine, wenn Dir danach ist und sprich mit Menschen, die Dir nahe stehen über das, was in dir vorgeht. Und lass Dir soviel Zeit dafür, wie Du brauchst.

    Ich wünsche dir viel Kraft

    Grüße, Spellbound

  7. User Info Menu

    AW: ungewollt kinderlos

    Liebe Clara,

    ich begleite Dich durch Deiner Trauer , auch wenn es nur beim "Zuhören".

    Clara, leb Deine Trauer aus, denn Trauer gehört einfach zu unserem Leben. Sie ist eine spontane, natürliche, normale Reaktion unserer ganzen Person auf Verlust, Abschied und Trennung.

    Trauer darf weder verdrängt noch versteckt werden. Jeder Mensch muß trauern können. Wir müssen die Trauer zulassen, sie muß erlebt und durchlebt werden. Denn nur dann, wenn die Trauer bewältigt wird, wenn ihr Zeit und Raum gegeben wird, kann aus der Trauer heraus neuer Lebensmut entstehen.

    Alles Liebe
    Geändert von AnaPaula (06.05.2009 um 09:42 Uhr)
    ... "they say life´s what happens what you´re busy making other plans. But sometimes in New York, life is what happens while you´re waiting for a table."....S.J.P.

  8. User Info Menu

    AW: ungewollt kinderlos

    clara,

    willkommen im club der ungewollt kinderlosen . . du bist nicht alleine!

    ich habe das thema schon vor ein paar jahren bewaeltigt . . das ist eindeutig eine trauerphase, endgueltig damit abzuschliessen. das braucht seine zeit! gib sie dir!

    ich konnte lange auch nicht ohne emotionen an einem kinderwagen vorbei und der horror waren fuer mich besuche auf der entbindungsstation. . . da habe ich echt immer mit meinem schiksal gehadert.

    seit 13 monaten bin ich patentante vom kind einer freundin und bin ganz begeistert, den zwerg ranwachsen zu sehen. ohne groll, ohne frust. das ist das erste baby, das ich einfach nur lieben kann, ohne schmerzhaft an die eigene kinderlosigkeit erinnert zu werden. hat halt gedauert . .

    das kommt, versprochen!

    alles liebe!

    ps: . . da ich keine kids habe, die teure hobbies pflegen, lerne ich seit 2 jahren reiten . . . man muss alles positiv sehen wollen

    alles liebe!!!
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

  9. Inaktiver User

    AW: ungewollt kinderlos

    Vielen Dank für die lieben Worte. Ich habe mich jahrelang gegen die Tatsache gestellt, ich könnte kinderlos bleiben.
    Jetzt sehe ich sie klar und habe für mich erkannt, es ist eine wahrhaftige Trauer.

    Es ist nach wie vor schwer für mich, Schwangere und Kinderwagen etc zu sehen. Es beruhigt mich, daß dieser Zustand eines Tages vorüber geht.

    Es ist mir schon viel wohler, nachdem ich hier versuche, meine Gedanken zu Papier zu bringen.

    Danke für die Zeit, die ihr mir widmet.

    clara

  10. Inaktiver User

    AW: ungewollt kinderlos

    Hallo Clara,

    ja, Du bist tatsächlich nicht allein....hier in der BriCom nicht, aber auch nicht im wirklichen Leben, obwohl ich da den Eindruck habe, dass man sich selten mit der Offenheit begegnet, wie es hier in der Anonymität des Internets der Fall ist.

    Ich bin ebenfalls ungewollt kinderlos - mit 43 sehe ich der Realität ins Auge und verabschiede mich gerade sehr bewusst und unter großen Schmerzen von diesem Wunsch, der bei mir immer zu einer Lebensselbstverständlichkeit gehörte, aber nie in Erfüllung ging.
    Ich war zweimal schwanger und hatte zweimal einen Frühabort.......das heißt, ich konnte wohl schwanger werden, aber nicht schwanger bleiben.

    Solange es noch um das Hoffen und Bangen ging, lauerte die Trauer als Möglichkeit, die mitunter überhand nahm, sich jedoch stets zähmen ließ, im Hintergrund, seitdem ich mich damit abzufinden lerne, dass ich kinderlos bleiben werde, habe ich manchmal das Gefühl, durch ein tiefes Trauertal zu wandern.
    Aber wie hier schon geschrieben wurde: es ist nicht außergewöhnlich und ein Teil dieses Abschiedsprozesses.
    Es gibt keinen Toten zu beklagen, sondern die Trauer um einen Menschen, den man nie kennen gelernt und mit dem man kein Stück des Weges gemeinsam gehen konnte - das wiegt genauso schwer.

    Ich glaube auch, dass man diesen Schmerz aushalten und sich ihm stellen muss, so bitter es ist - mir hilft es manchmal, wenn es mir deswegen besonders schlecht geht, kurz auf die Metaebene zu hüpfen und mir den Schmerz zu erlauben....und glücklicherweise habe ich auch die Erfahrung mit anderen Trauerfällen gemacht und weiß, dass es irgendwie und irgendwann weitergeht.

    Für mich gibt es keinen tieferen Sinn in all dem....es ist, wie es ist, und das ist das Leben, mit dem wir uns auseinandersetzen müssen.
    Wenn Du in Deiner Religion Antworten findest, dann kann das sicherlich für Dich hilfreich sein

    Ich wünsche Dir Menschen um Dich herum, die Deine Trauer ernst nehmen und Dich nicht mit billigen Ratschlägen aufmuntern wollen!

    Alles Liebe

    Nes

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