Hallo, (ich weiß nicht, soll das ins Hochzeitsforum? Mir geht's um meine Freunde...)
ich wollte mich gerade hier einklinken, hab dann aber gemerkt, dass mein Anliegen doch allgemeiner ist. Ist nicht so sehr zum Diskutieren gemeint, sondern mehr zum Austausch und vielleicht auch einfach nur zum von-der-Seele schreiben.
Die Hochzeitsvorbereitungen laufen, in zwei Monaten ist es soweit, der Termin, zu dem die geladenen Gäste Bescheid geben sollten, ob sie kommen oder nicht, war jetzt am Wochenende.
Es gibt solche, die haben abgesagt, da ist es schade, aber nicht überraschend (zu alt/zu weit weg/Geburt des ersten Kindes vier Wochen vorher "veranschlagt"), und andere, bei denen der mangelnde Rücklauf oder dann die Absage richtig weh tut.
Man lädt ja nicht "ins Blaue" ein, bzw. wir haben das nicht getan. Mein Freund und ich wohnen 400-500 km von unserer "alten Heimat" entfernt (er kommt aus dem Norden, ich aus dem Süden), ich arbeite seit gut drei Jahren und bin für den Job weggezogen, er ist schon länger weg. Und diese Absagen bzw. das Schweigen, das zum Teil von Leuten kommt, mit denen man "damals" recht nah war, verdeutlichen einfach, dass man sich auseinander gelebt hat. An und für sich ja erstmal nicht Schlimmes - aber: Heul. Hiermit.
Ich weiß, ich habe neue Freunde, bzw. es tut sicher gut, auch mal zu "sieben" und zu schauen, mit wem hält der Kontakt, gerade als Paar - wenn man zwei Freundeskreise zusammenführt (muss ja nicht deckungsgleich sein, aber so mit Schnittmenge und so), dann bröckelt es an den Rändern schon mal.
Aber - es fiel mir bei der Zusammenstellung der Gästeliste schon wie Schuppen aus den Haaren, zu sage: "die ja, aber der nicht..." Und jetzt diese enge Kehle, wenn man wieder eine liebe, gut begründete Absage bekommt.
Bitte trösten bzw. mitjammern. Rational denke ich in solchen Sachen sowieso 58 Minuten die Stunde. Schlimm sind nur die zwei emotionalen
P.S. Okay, okayes waren bisher nur drei Absagen, die mich echt getroffen haben. Alle sehr gut begründet (burnout/Geburt anstehend/Auslandsaufenthalt und Weg zu weit bzw. teuer), aber nochmal: Heul.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 12
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19.05.2008, 14:37
Hochzeit als (Bewusstwerden von) Zäsur
Der Crew gewidmet:
„Wir sind gleichsam Zwerge, die auf den Schultern von Riesen sitzen, um mehr und Entfernteres als diese sehen zu können - freilich nicht dank eigener scharfer Sehkraft oder Körpergröße, sondern weil die Größe der Riesen uns zu Hilfe kommt und uns emporhebt.“
Bernhard von Chartres
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19.05.2008, 14:48
AW: Hochzeit als (Bewusstwerden von) Zäsur
Liebe Njarka,
ich wünsche Dir alles Gute für Deine/Eure Hochzeit und das gemeinsame Leben danach.
Dein Beispiel "burnout" ist ein guter Grund, nicht an so einem Ereignis, wie es eine Hochzeit darstellt, teilzunehmen, finde ich.
Denn soviel Glück kann nicht jeder ertragen.
Andererseits ist es ja leider so, dass heutzutage viele Beziehungen wieder auseinander gehen und deshalb eine Hochzeit nicht mehr von jedem Menschen so ernst genommen wird.
Zudem sind viele Menschen so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse wichtiger nehmen (wenn zum Beispiel jemand gerade zum Hochzeitstermin seinen Tauchurlaub geplant hatte, dann sagte er den nicht ab, weil das ja für ihn wichtiger ist ... )
Das kann man auch niemanden verdenken, jeder Mensch meint, sein Leben sei halt grad das Wichtigste überhaupt.
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19.05.2008, 15:29Inaktiver User
AW: Hochzeit als (Bewusstwerden von) Zäsur
Also wirklich .... Das sind doch absolut nachvollziehbare Begründungen ?!
Zitat von Njarka
Warum nimmst Du das persönlich ??
Kann ich nicht verstehe, ganz ehrlich. Ich wäre bei diesen Leuten garnicht erst davon ausgegangen, daß sie kommen.
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19.05.2008, 16:09
AW: Hochzeit als (Bewusstwerden von) Zäsur
Ich nehme die nicht persönlich!!!!!!
Zitat von Inaktiver User
Ich finde es nicht schlimm, dass die Personen abgesagt haben, oder warum, sondern - na, dass sie halt nicht da sein werden!
Das kann doch auch zusammenfallen: dass man jemandem was nicht krumm nimmt, und es trotzdem schade findet, dass er/sie nicht kommt?
Vor allem, weil ich weiß - wäre alles fünf Jahre vorher gewesen, hätten wir noch näher beieinander gewohnt, wären wir noch "enger" gewesen und es wäre sowohl logistisch als auch von den freundschaftlichen Prioritäten her einfach eine andere Situation gewesen.
Es driftet eben auseinander... generell jetzt. (Was sich auch darin zeigt, dass ich - außer bei der Schwangeren - gar nicht wusste, was ansteht. Jetzt, wo ich's weiß, ist mir auch klar, dass das nicht geht! Würde ich an deren Stelle ja auch nicht machen!)
(und ich wollte ja auch nur hören, ob es anderen auch so geht und so... ich werde doch meinen Freunden nicht ankreiden, wenn mal ein Termin nicht passt?!)Der Crew gewidmet:
„Wir sind gleichsam Zwerge, die auf den Schultern von Riesen sitzen, um mehr und Entfernteres als diese sehen zu können - freilich nicht dank eigener scharfer Sehkraft oder Körpergröße, sondern weil die Größe der Riesen uns zu Hilfe kommt und uns emporhebt.“
Bernhard von Chartres
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19.05.2008, 16:50
AW: Hochzeit als (Bewusstwerden von) Zäsur
ich kann deine enttaeuschung schon verstehen, aber es ist nun mal schwer, so viele leute terminlich unter einen hut zu stecken und absagen muss man in kauf nehmen. die meisten, die absagen muessen, tut es bestimmt genau so leid wie dir, dass sie nicht dabei sein koennen... die wenigsten werden ueberhaupt absagen, weil sie nicht kommen wollen... ich empfinde es schon auch als eine "ehre" zu einem solch wichtigen fest eingeladen zu werden.
wir mussten auch die teilnahme an der hochzeit eines guten freundes einen tag vorher absagen, weil unser sohn, damals ein paar monate alt, ploetzlich sehr hohes fieber bekam und der kinderarzt uns von der reise dringend abgeraten hatte. das ist nun mehr als 15 jahre her und tut mir heute noch leid. ich hatte damals schon den koffer gepackt...
ich wuensche dir "trotzdem" ein schoenes fest!
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19.05.2008, 17:01
AW: Hochzeit als (Bewusstwerden von) Zäsur
Danke!
Der Crew gewidmet:
„Wir sind gleichsam Zwerge, die auf den Schultern von Riesen sitzen, um mehr und Entfernteres als diese sehen zu können - freilich nicht dank eigener scharfer Sehkraft oder Körpergröße, sondern weil die Größe der Riesen uns zu Hilfe kommt und uns emporhebt.“
Bernhard von Chartres
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19.05.2008, 19:03
AW: Hochzeit als (Bewusstwerden von) Zäsur
Hallo Njarka,
ich kann Dich auch gut verstehen. Ich habe auch einige sehr enge Freundinnen, die sehr weit weg wohnen. Im Fall einer Hochzeit wäre ich mir auch nicht sicher ob sie kämen (würde vermuten eher nein). Und ich wäre auch traurig, könnte es aber auf der anderen Seite auch verstehen. Eine Hochzeit, die mit langer Anreise und mindestens einer Übernachtung verbunden ist, ist einfach ein anderer logistischer Angang, als wenn man in derselben Stadt wohnt.
Das ist traurig, aber ich finde, es muss nicht die Freundschaft an sich in Frage stellen. Es ist schließlich in erster Linie Dein großer Tag, der für andere Menschen naturgemäß einfach nicht dieselbe Bedeutung hat. Ich find es ganz toll, wenn jemand so etwas wichtig nimmt und trotzdem kommt. Aber verlangen oder erwarten würde ich es nicht.
Ich finde auch immer, gerade wenn man sich ohnehin nur selten sieht, sind solche Feiern immer irgendwie undankbar. Man investiert eine Menge Zeit und Geld, um dann kaum die Gelegenheit zu haben, mit der gefeierten Person mal in Ruhe zu reden. Statt dessen unterhält man sich mit lauter mehr oder minder fremden Menschen - gut, wenn man Glück, schlecht wenn man Pech hat. Letztlich tut man so etwas nur dem anderen Menschen zum Gefallen (geht mir jedenfalls so).
Von daher: trag es mit Fassung, nimm es nicht übel und freu Dich darauf, die betreffenden Menschen später wieder mal in Ruhe zu treffen.
Aufmunternde Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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19.05.2008, 23:22
AW: Hochzeit als (Bewusstwerden von) Zäsur
Zitat von Malina70
nenn mich altmodisch oder dumm, aber das verstehe ich nicht.
Wenn ich sehr (!) enge Freunde haben, dann kommen die auch.
Aber Du meintest wahrscheinlich Bekanntschaften ?
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20.05.2008, 08:44
AW: Hochzeit als (Bewusstwerden von) Zäsur
...tja, und mir geht es um enge Freunde, die sich so langsam zu Bekanntschaften entwickeln... Solche, mit denen man sich zweimal im Jahr trifft, da weitermacht, wo man aufgehört hat, es ist Nähe da und Vertrautheit, aber im Grunde lebt jede/r ihr/sein Leben mittlerweile anderswo bzw. mit anderen Vertrauten. Das sind Leute, die ich in meinem Leben nie missen wollte, und wo ich einfach merke, dass sich was verändert hat.
Zitat von trambahn100
Diese Verschiebung zu bemerken ist ja sehr gut und heilsam. Aber auch ein bisschen schmerzhaft.
Ich bin ja froh, dass es nicht nur mir so zu gehen scheint, dass eine Hochzeit o.ä. als Aufhänger für eine "Standortbestimmung" dient und man sich vor Augen führt, wer Freunde sind, wer Bekannte und wer vielleicht auch Weggefährten für einen wichtigen Teil des Lebens. Fühlt sich schon an wie eine Schwelle.
(Nein, Lorelei, die genannten Beispiele - das gilt nicht, so unfair wäre ich nicht, solche Begründungen dazu zu verwenden, die Freundschaften generell in Frage zu stellen!!!)Geändert von Njarka (20.05.2008 um 08:55 Uhr)
Der Crew gewidmet:
„Wir sind gleichsam Zwerge, die auf den Schultern von Riesen sitzen, um mehr und Entfernteres als diese sehen zu können - freilich nicht dank eigener scharfer Sehkraft oder Körpergröße, sondern weil die Größe der Riesen uns zu Hilfe kommt und uns emporhebt.“
Bernhard von Chartres
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20.05.2008, 08:58Inaktiver User
AW: Hochzeit als (Bewusstwerden von) Zäsur
Mit meiner beste Freundin, die ich schon sehr lange kenne, geht es mir genau so. Die Nähe und die Vertrautheit ist da, sobald wir uns sehen oder Kontakt haben. Wir kennen unsere Familien und wir kennen unsere Lebensgeschichte und es gab eine Zeit, wo wir uns sehr, sehr nahe waren. All das ist da.Zitat von Njarka
...tja, und mir geht es um enge Freunde, die sich so langsam zu Bekanntschaften entwickeln... Solche, mit denen man sich zweimal im Jahr trifft, da weitermacht, wo man aufgehört hat, es ist Nähe da und Vertrautheit, aber im Grunde lebt jede/r ihr/sein Leben mittlerweile anderswo bzw. mit anderen Vertrauten. Das sind Leute, die ich in meinem Leben nie missen wollte, und wo ich einfach merke, dass sich was verändert hat.
Diese Verschiebung zu bemerken ist ja sehr gut und heilsam. Aber auch ein bisschen schmerzhaft.
Wir haben viele gemeinsame Interessen und Themen, es ist wunderbar, wenn wir uns treffen und etwas miteinander erleben.
Was fehlt ist die räumliche Nähe und der gemeinsame Alltag.
Mal zwischen durch einfach so - aus einer Laune heraus - eine paar schöne Momente miteinander erleben und teilen.
Das ist so, weil wir nicht mehr im gleichen Stadtviertel wohnen, sondern viele Kilometer von einander entfernt unsere Leben leben.




es waren bisher nur drei Absagen, die mich echt getroffen haben. Alle sehr gut begründet (burnout/Geburt anstehend/Auslandsaufenthalt und Weg zu weit bzw. teuer), aber nochmal: Heul.
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