In der letzten Zeit habe ich ein Problem, das ich nur schwer benennen kann. Ich fang mal so an: viele meiner "alten" Freundschaften zu Frauen haben sich gelöst. Umzug, Interessen, die sich auseinander entwickeln, unterschiedliche Lebensformen usw. Ich will das nicht bewerten oder analysieren- manchmal laufen Leben eben nach einiger Zeit andere Wege.
Mein Problem ist, dass ich es immer schwieriger finde, neue Freundschaften zu schließen. Ich lerne nette Frauen kennen (ob über gemeinsame Bekannte oder über Hobbys wie Sport etc,)- aber den Sprung von einer netten Bekanntschaft zu einer Freundschaft schaffe ich oft nicht. Ich bin 38 und merke, dass mir das "Freundschaftschließen" nicht mehr so leicht fällt wie früher. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass die meisten Menschen in meinem Alter entweder "alte" - d.h. aus der Jugendzeit- Freundschaften pflegen oder eben meist mit Menschen zu tun haben, die auf eine Art zur Familie gehören. Ein Großteil hat Kinder und es entstehen darüber Kontakte zu anderen Eltern. Kinder habe ich aber nicht (was auf keinen Fall der Grund bedeuten soll, dass ich Mütter als Freundinnen ausschließe!). Aber es fällt schwer eine Freundschaft um ihrer selbst willen aufzunehmen. Letztens war ich kurz davor, eine Frau (Sportbekanntschaft) zu fragen, ob wir uns nicht mal außerhalb des Vereins treffen sollen. Da erzählte sie mir, wieviel Terminstreß sie hat, dass alle was von ihr wollen usw.- und ich war entmutigt. Ich will mich auch nicht anbieten oder aufdrängen. Das klingt vielleicht blöd- aber ich möchte mich auch nicht anpreisen wie einen Trostpreis. Zu einer ehemaligen Schulfreundin habe ich vor Monaten Mail- Kontakt aufgenommen. Ich habe ihr regelmäßig geschrieben- sie antwortet - wenn überhaupt- nur kurz und berichtet wie ausbelastet sie beruflich ist. Das bin ich auch- aber muss es ja nicht ständig ausbreiten.
Wie bekommt ihr den Sprung hin? Sollte ich doch forscher sein?
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19.02.2008, 21:56
Von der "Bekanntschaft" zur Freundschaft?
LaDiva
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20.02.2008, 07:46
AW: Von der "Bekanntschaft" zur Freundschaft?
Hallo LaDiva,
Du wohnst nicht zufällig im Rheinland? Dann könnten wir uns nämlich zusammentun!
Mir geht es ganz genauso wie Dir: der alte Freundeskreis schrumpft zusammen, neue engere Freundschaften entstehen einfach nicht. Meist bleibt es bei einer losen Bekanntschaft, die schnell wieder einschläft. Auch ich habe immer den Eindruck, dass alle so wahnsinnig gestresst sind, so viele Termine und Freunde haben, dass für neue Kontakte keine Zeit mehr bleibt. Ich habe es auch schon über Kontaktanzeigen versucht, ohne Ergebnis.
Vor zehn Jahren, als ich für ein paar Jahre im Ausland lebte, habe ich die letzten richtig guten Freundschaften geschlossen, die auch bis heute und über hunderte von Kilometern weit weg, sehr gut halten. Aber mir fehlen halt gute Freundinnen vor Ort.
Einen Rat habe ich leider auch nicht. Aber manchmal hilft es ja schon zu sehen, dass man nicht allein ist.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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20.02.2008, 09:17Inaktiver User
AW: Von der "Bekanntschaft" zur Freundschaft?
Schade das Du im Rheinland wohnst und nicht in Berlin ....
Zitat von Malina70
Ansonsten stimmt es, was LaDiva schreibt .... Ich leide einerseits auch drunter, daß sich Freundschaften verflüchtigt haben und hätte gern neue Kontakte - andererseits bin ich schon froh, wenn ich die "verbliebenen" Freundinnen zwischen 2 Dienstreisen etc mal "einschieben" kann ....
Ist schon schwierig heute.
Habt ihr es mal über dieses Forum versucht ? Ich habe hier schon vor 3 Jahren eine liebe Freundin gefunden.
Eine andere Userin fand ich auch schon seit längerer Zeit interessant, so von ihren Beiträgen her ..... Habe mich aber erst kürzlich getraut, sie mal anzumailen und einen Treff vorzuschlagen....
Sie ist auch total nett und wir haben einige Gemeinsamkeiten - mal sehen, was sich draus entwickelt.
Geändert von Inaktiver User (20.02.2008 um 09:31 Uhr)
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20.02.2008, 10:50Inaktiver User
AW: Von der "Bekanntschaft" zur Freundschaft?
Tja,da geht es nicht nur mir so
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20.02.2008, 14:28
AW: Von der "Bekanntschaft" zur Freundschaft?
Hallo,
dann reihe ich mich mal ein hier.
Ich habe schon lange mit mir gerungen, ob ich mal was in der Sache hier schreibe. Bin dann irgendwie erst mal zum Nachdenken in den Keller um zu sehen, ob mit mir vll. irgendwas nicht stimmt in Bezug auf Freundschaften. So selbstreflektionsmässig in der Art - oder so oder wie ??!! Rausgekommen ist -ausser im Selbstmitleid zu versinken und denken, die anderen sind die Problembären - nix !!
Nach der Trennung von meinem Mann habe ich zig Versuche gestartet, nette Menschen kennzulernen. Stammtische besucht, Sportkameradinnen gesucht - gefunden - wieder verloren. Was ich so am Wegesrande in ca. 5 Jahren fand hat erst mich bestürzt - was es doch für seltsame Leudde gibt auf der Welt - zum anderen würde es hier Heiterkeit verursachen, die einzelnen Charaktere zu beschreiben.
Eine Freundinn hat am Telefon die Freundschaft beendet mit den Worten: ich habe keine Lust und keine Zeit mehr, mit Dir zu telefonieren ! Wenigstens ehrlich war sie ! Die Gründe weiss ich.
Eine der letzten Freundinnen meldet sich nicht mehr nach meinem Zusammenzug mit meinem Freund. Nach 3 Anrufen bei denen sie mitteilte meine Tel.-Nr. verlegt zu haben, gab ich auf.
Freundinn A. (44) aus M. kann sich nur mit mir treffen, wenn Freund nicht eifersüchtig wird, ist er aber immer ! Alles klaro ?
Tja, diese 3 Freundinnen bezeichne/te ich als Freundinnen. Die Suche nach Freundschaften in den letzten Jahren ist über "Bekanntschaft" nicht hinausgekommen.
Selbst aufs Tapet muss ich mir aber schreiben, und Euch geht es ab einem bestimmten Alter wohl auch so, ich bin kritischer geworden und bezeichne eine lose Bekanntschaft nicht gleich euphorisch als Freundinn. Da muss schon einiges seine Richtigkeit haben.
Jo.... in der letzten Zeit fühle ich mich richtig alleine ! Blödes Gefühl.Gruß
DD

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20.02.2008, 15:34Inaktiver User
AW: Von der "Bekanntschaft" zur Freundschaft?
Stimmt - aber eine nette Bekanntschaft ist ja auch schon mal was.
Zitat von DaisyDee
Eine Freundin ist für mich nur die, der ich vorbehaltlos auch intime Probleme erzählen kann/würde.
Ist der Draht (noch) nicht da, ist es eben eine nette Bekannte.
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20.02.2008, 15:52Inaktiver User
Bestätige!
Also, ich für meinen Teil bin schon lange zu dem Schluss gekommen, daß es in meinem Leben an der Lebensphase und somit am Alter (Anfang 40) liegt. Die meisten hocken nun mal zuhause und passen auf die Kinners auf. Und die anderen haben ihren Terminkalender mit allem möglichen vollgestopft. Oder sind einfach nur schlapp nach dem Tagwerk. Ich habe z.T. resigniert. Ich habe nämlich auch bei meinen Änderungsversuchen gelernt, daß es allerhand unterschiedliche Menschen auf der Welt gibt. Und es gar nicht so einfach, jemanden mit gleicher Wellenlänge zu finden. Und dann auch noch mit Zeit. Aber so what? Ich versuche es doch ab und zu mal und meistens kommt nur ne neue merkwürdige Geschichte bei raus.
Ich nehm's mittlerweile nur noch mit Humor
Naja, und einen soliden Stamm an langen und alten Freundinnen gilt es ja schließlich auch noch ein bißchen zu pflegen.
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20.02.2008, 17:05Inaktiver User
AW: Von der "Bekanntschaft" zur Freundschaft?
Hi!
ich reihe mich hier auch mit ein. ich habe mir vor einigen Jahren nach anstrengendem Beziehungsende ein neues leben weit weg neu aufgebaut. Aber selbst in diesem neuen Freundeskreis bröckelts schon....ich habe drei "alte Freundinnen" die ich selten sehe, die neuen, mit denen ich gerne zusammen bin, sind alle mehr oder weniger Workoholics, wir sehen uns regelmäßig und sie helfen mir z. B. dieses WE beim Umzug, aber oft fühle ich mich auch allein.
Bei "Stammtischen" und "Freizeitgruppen" finde ich oft Leute, die ienfach nicht allein sein können und regelrecht klammern.
Neulich hatte ich eine sehr nette Frau kennengelernt, die kann keinen Moment alleine sein, Freitag und Samstag habe ich mit ihr was unternommen und Sonntag rief sie an, ob sie nicht vorbeikommen kann....das war kein Einzelfall, das geht fast jedes Wochenende so. Das ist mir dann oft zu eng, ich brauche oft auch Zeit für mich oder für meine Hobbies.
ist schon komisch, mein Freundes-und Bekanntenkreis besteht nur aus leuten, die im Dauerstress sind oder die ich auf Abstand halten muss.
Monika
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20.02.2008, 17:09
AW: Von der "Bekanntschaft" zur Freundschaft?
Hallo Ihr,
ich würde ja sagen, es "beruhigt" mich, das zu lesen, aber es erschüttert mich
Ich bin vor wenigen Monaten umgezogen und daher gezwungen mir neue Bekanntschaften zu suchen - aber ich sehne mich nach Freundschaft und schon die neuen Bekanntschaften sind für mich irgendwie schwer zu verstehen. Diese Unverbindlichkeit die ganze Zeit! Ich hasse das! Ist das der Zeitgeist?
Ich vermisse meine alten Freunde so sehr! Ich war eingebunden in ein kunterbuntes Netz aus wirklichen Freundinnen jeglichen Lebensstils. Jetzt mache ich die Erfahrung, dass man mich schon gleich abschiesst, weil ich nur erwähne, dass ich evtl. ein Kind haben will. Mir wurde dann gesagt, sie hätte keine Lust mit mir auf dem Spielplatz zu sitzen
Ähm.. wohlgemerkt, ich denke lediglich drüber nach! Klar, bisher halten meine alten Freundschaften und ich hoffe, das bleibt. Aber wo sind die Frauen, die sich auf mehr einlassen als nur ein "wir telefonieren mal wieder"?
Ich bin wohl zu ungeduldig, aber wie gesagt, Eure Erfahrungen hauen da ja in die selbe Kerbe. Ich hoffe, dass ich eine treffe, wo die Chemie stimmt und wir gleich mal stundenlang bei 5 Litern Tee endlos klönen.... seufz.
Ach ja, übrigens: ich wohne in HH
Eure Silentium
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20.02.2008, 17:59Inaktiver User
AW: Von der "Bekanntschaft" zur Freundschaft?
Hallo,
da sind wir ja schon einige denen es so geht
Ich dachte immer ich wäre da ein schwieriger Einzelfall.
Ich habe ja hier auch schon versucht einen Thread zu eröffnen um vielleicht neue Kontakte zu knüpfen, bisher leider ohne Erfolg.
Einige Freundschaften gingen bei mir auch durch neue Lebenssituationen auseinander, andere durch meinen Umzug.
Na ja, mal schauen wie es weiter geht
Liebe Grüße
Luna


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