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    AW: Erwartungen an Freundschaften

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen

    Und aus Neugierde, @Massashi, echt, Du fändest es befremdlich, wenn eine Freundin Dich bäte: "Mir geht es gerade sehr schlecht, hast Du die Tage mal Zeit zum Quatschen?" ?
    Das ganz bestimmt nicht. Wie ich Dich, Wolkenfeld aber lese, mangelt es nicht an Zeit, sondern an Empathie. Und das finde ich seltsam. Wenn eine Person, selbst eine relativ unbekannte, von ihrem Unglück erzählt, dann reagieren doch viele Menschen, und ganz gewiss Freunde, mit Empathie. Wenn mir also eine Freundin ihren Kummer erzählt und wirft mir dann vor, meine Reaktion sei nicht ausreichend empathisch, dann fände ich das befremdlich. - Daher nehme ich an, dass es an einer anderen Stelle bei Wolkenfeld hakt.

  2. Moderation

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    AW: Erwartungen an Freundschaften

    Ah, verstehe Massashi, vielen Dank. Wie gesagt, ich steh hier auch leicht auf dem Schlauch.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    "Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".
    Maxi Gstettenbauer

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    AW: Erwartungen an Freundschaften

    Also ich verstehe es immer noch nicht.
    Freunde kennen einen doch.
    Die wissen doch, wie man bei kleineren Problemen tickt. Ob man eher von der "Heiter mich auf"-Fraktion ist oder von der "Lenk mich ab", "Lass mir eine Weile Ruhe" oder der "Gib mir Rat" oder "Hör mir einfach nur zu."

    Dann kann man sich doch ausrechnen, was der Freund braucht, wenn enorm die Hütte brennt.
    Wer da noch rumrätselt, ist doch nicht wirklich befreundet.
    Ich sehe das nicht so, dass man als Betroffener dann die Pflicht hat zu sagen, was man gerne hätte, wenn's nicht kommt.
    In so einer Situation sollte man sich darauf verlassen können, dass es die Freunde wissen, weil sie einen kennen.
    Und wenn sie es nicht wissen, kennen sie einen nicht und sind keine Freunde oder sie wollen es nicht wissen und sind erst recht keine.

    Wenn ich es als Freundin nicht leisten kann, da zu sein, weil mir das Thema unangenehm ist, weil es nicht zu meiner Art gehört, helfendes zu sagen, dann sollte ich das benennen und nicht erwarten, dass der andere mir sagt, wie ich damit umgehen könnte und mir dann am Ende noch den Text vorgeben.
    Himmel, echt jetzt...
    Willst du uns nicht mal ein Eis holen? - Ja, ich denke, das könnte eine Lösung sein.
    Downton Abbey

  4. Moderation

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    AW: Erwartungen an Freundschaften

    Im Grundsatz hast Du Recht, Spatz, aber ich glaube Du unterschaetzt, erstens was fuer eine Ausnahmesituation das fuer die TE und damit auch fuer die Freunde ist. Als meine Grosseltern ploetzlich und unerwartet starben, wollte ich nicht darueber sprechen. Ich habe meinen engsten Freundinnen das prompt mitgeteilt (ich wusste, dass sie es ueber unsere Eltern erfahren werden) und sie gebeten, mich nicht anzurufen, denn das war eine fuer mich voellig untypische und auch eine fuer mich ueberraschende Reaktion, diese wirklich heftige Abneigung, jetzt zu reden. Also man "tickt" in so einer Extremsituation nicht notwendig wie immer.

    Zweitens zieht sich Wolkenfelds Situation offenbar laenger hin, was es natuerlich fuer ihren Vater und fuer sie umso schwerer macht. Leider geht ohne "Neuigkeitswert" das aber auch immer mal wieder im Alltagsrauschen unter. Das hat nichts mit einem grundlegenden Mangel an Interesse zu tun. Aber wie oben schon jemand schrieb: Will man 3 oder 5 oder 6 Monate lang immer wieder fragen, was es so gibt und wie es so geht, wenn man genau weiss: Es geht k@cke und der Vater stirbt "vor sich hin"? Das hat nichts bzw. hat nicht notwendig etwas damit zu tun, dass man diese betruebliche Sitation nicht aushalten koenne, aber man kommt sich vielleicht einfach doof und machtlos vor, Wolkenfeld das immer wieder konstatieren zu lassen. Wie gesagt: Viele von uns sind schon sehr darauf geeicht, irgendwas zu "machen", und wenn das nicht geht, verstummen viele. Nicht aus Desinteresse oder Furcht, aber aus Machtlosigkeit. Glaube ich wenigstens.

    Ich verstehe aber auch nicht, was daran so schlimm und schwierig sein soll, sich einfach zu aeussern, wie Wolkenfeld das teils auch tut: "Es geht mir nicht gut", der Freundin gegenueber, der Kollegin vom aktuellen Gesundheitszustand des Vaters erzaehlen. Einfach zu sagen: Ich moechte (nicht) reden / muss mich mal ausweinen / koennte etwas Ablenkung gebrauchen / moechte davon erzaehlen...
    Ich kann nur verstehen, dass es die TE momentan anstrengt.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    "Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".
    Maxi Gstettenbauer

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    AW: Erwartungen an Freundschaften

    Zitat Zitat von Spatz33 Beitrag anzeigen
    Also ich verstehe es immer noch nicht.
    Freunde kennen einen doch.
    Die wissen doch, wie man bei kleineren Problemen tickt. Ob man eher von der "Heiter mich auf"-Fraktion ist oder von der "Lenk mich ab", "Lass mir eine Weile Ruhe" oder der "Gib mir Rat" oder "Hör mir einfach nur zu."

    Dann kann man sich doch ausrechnen, was der Freund braucht, wenn enorm die Hütte brennt.
    Das mag oft so sein. Aber nicht bei jedem oder in jeder Situation.
    Ich „ticke“ zum Beispiel so, dass ich erstmal für mich alleine sein möchte, wenn die Hütte brennt. Und wenn ich mich ein bisschen selbst sortiert habe, kann und möchte ich drüber reden. Das hat im Freundeskreis durchaus schon für Unverständnis gesorgt, weil ich über das rede(n kann), was mich zum Beispiel im Alltag belastet.

    Für beide Seiten ist es meiner Meinung nach mit klaren Worten einfacher und wenn es nur ist „Mur geht’s wegen meinem Vater schlecht. Ich weiß selbst nicht, was ich brauche, aber hast du am Wochenende Zeit für mich?“.

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    AW: Erwartungen an Freundschaften

    @Sunflower, Flau:
    Ok, so betrachtet...
    Leuchtet mir ein.
    Willst du uns nicht mal ein Eis holen? - Ja, ich denke, das könnte eine Lösung sein.
    Downton Abbey

  7. Inaktiver User

    AW: Erwartungen an Freundschaften

    Ich hab immer noch nicht herauslesen können, was die Freund der TE nun eigentlich machen oder nicht machen, daher kann ich auch keine Empfehlung abgeben.

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    AW: Erwartungen an Freundschaften

    Liebe TE, du durchlebst gerade einen sehr schweren Lebensabschnitt, für den du all deine Kraft brauchst. Und in dem sich, zusätzlich zu dem ganzen Kummer, leider die Spreu vom Weizen trennt.

    Freunde denen ich erklären muss, dass solch eine Situation belastend und schmerzhaft ist, statt nachzufragen und Hilfe anzubieten, dürfen gerne weiterziehen. Das ist bitter, aber was will man mit "Freunden", bei denen man Empathie einfordern musst. Das ist doch absurd und unmöglich obendrein.

    Ich wünsche dir die Kraft die du brauchst, um diesen langen, schweren Abschied von deinem Vater zu durchleben und das Glück, neue, wahrhaftigere Freunde zu finden .
    Geändert von beklamo (26.10.2021 um 01:17 Uhr)
    Man wandelt nur das, was man annimmt.

    C.G. Jung


    Nein ist ein ganzer Satz.


    Keine Ahnung von wem

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    AW: Erwartungen an Freundschaften

    Zitat Zitat von beklamo Beitrag anzeigen
    Freunde denen ich erklären muss, dass solch eine Situation belastend und schmerzhaft ist, statt nachzufragen und Hilfe anzubieten, dürfen gerne weiterziehen.
    fett von mir

    Aber es wird ja offenbar nachgefragt --->

    Zitat Zitat von Wolkenfeld Beitrag anzeigen
    Ich wurde gestern gefragt über whats wie es mir geht. Gestern schrieb ich echt schlecht.

    Liebe Wolkenfeld,
    schade, dass Du nicht ein wenig mehr schreibst.

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    AW: Erwartungen an Freundschaften

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    fett von mir

    Aber es wird ja offenbar nachgefragt --->
    Ja, das stimmt. Aber Wolkenfeld sprach im Eingangsposting davon, dass der Krankheits- und Sterbeprozess ihres Vaters ja schon sehr lange geht. Und ihr in der Zeit die Empathie der "Freundinnen" gefehlt hat. Darauf bezog sich meine Aussage.
    Man wandelt nur das, was man annimmt.

    C.G. Jung


    Nein ist ein ganzer Satz.


    Keine Ahnung von wem

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