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    AW: Erwartungen an Freundschaften

    Hallo zusammen,
    vielen Dank für eure Rückmeldungen.
    Ihr habt mich gefragt was ich von den Freunden erwarte.?
    Ich denke Empathie, Anteilnahme, Einfach mal sprechen und vorallemich sein dürfen und wie ich Mut meiner Trauer umgehen darf, sowie ich es für mich fühle.
    Ich wurde gestern gefragt über whats wie es mir geht. Gestern schrieb ich echt schlecht. Ich hatte einen Besuch bei meinem Papa, wo er stark halluziniert und es war schwierig für mich. Zumal leider coronabedingt nur ein Besucher am Tag erlaubt ist. Das hätte ich versucht zu erklären, aber es bleibt immer ein Gegühl der Rechtfertigung. Das ist aber kein neues Thema in der Freundschaft. Heute morgen bei der Arbeit fragte eine Kollegin , wie es mir geht. Ich könnte kurz erzählen, weil ich mich gestern so schlecht gefühlt hatte, weil ich mit der Situation überfordert fühlte. Es war ein Verstehen....
    Ich habe keine Geschwister, meine Mutter ist noch da , um die ich mich auch kümmern muss. Ich habe Kinder, die sich kümmern aber weiter weg wohnen und einen Partner.
    Ich habe mir bei der Hospizbewegung Hilfe und Unterstützung geholt. Wenn wir es noch schaffen meinen Papa nach Hause zu holen, werden wir Palliativ unterstützt. Ich suche mir Freiräume und die Arbeit lenkt mich ab.
    Aber was die Freundschaften betrifft, hänge ich fest......
    Willich wirklich zu viel? Hab ich falsche Vorstellungen?
    Liebe Grüße
    Wolkenfeld

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    AW: Erwartungen an Freundschaften

    In einer ähnlich schwierigen Situation habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich das Umfeld neu sortiert. Da gibt es Leute, die sind ganz plötzlich da, verstehen einen, geben einem ohne viel Worte zu verstehen, dass sie mitfühlen. Da stand eine Frau vor mir, die ich nur flüchtig kannte, die mich spontan umarmte - so als Beispiel. Lange verschollene, weit weg wohnende Freunde meldeten sich auf einmal und waren ernsthaft besorgt.

    Und die ganz nah waren .. hm ... Zum Teil wollte ich gar nicht mit denen reden, weil sie einfach keine Ahnung hatten, wie sich das alles für mich anfühlte. Da bekam ich fröhliche Fotos geschickt, Urlaubsgrüße, sowas. Und dann gibt es auch Leute, die sondern nur Allgemeinplätze ab. Das braucht kein Mensch. Solche ungeschickten Verletzungen kamen meist aus dem unmittelbaren Umfeld, leider. Manchmal legt sich das wieder, manches bleibt, leider.

    Das hängt halt auch davon ab, welche Erfahrungen die schon so gemacht haben. Manche meiden auch das Unglück anderer, weil sie irgendwie fürchten, es könne sie auch ereilen.

    Guck, wer dir guttut, und guck nicht nur auf die, die du schon lange kennst, Suche eher den Kontakt zu solchen, die in einer ähnlichen Situation sind, da kann man sich eher verständigen.

    Die Frage, was jetzt das Richtige ist und ob deine Vorstellungen falsch sind, führen gerade nicht wirklich weiter, fürchte ich. Manchmal hält man eine Freundschaft vielleicht auch wirklich für belastbarer, als sie ist.

    Viel Kraft und alles Gute für dich!

  3. Inaktiver User

    AW: Erwartungen an Freundschaften

    Zitat Zitat von Wolkenfeld Beitrag anzeigen
    Ich denke Empathie, Anteilnahme, Einfach mal sprechen und vorallemich sein dürfen und wie ich Mut meiner Trauer umgehen darf, sowie ich es für mich fühle.
    Ich kann mir da immer noch nicht viel drunter vorstellen und ich glaube, ich könnte als Freundin wohl nicht gut damit umgehen. Mehr als Bedauern ausdrücken und Hilfe in konkreten Belangen anbieten kann man doch dann auch nicht. Vermutlich wäre mir Deine Trauer zu viel, aber ich kann da nur für mich sprechen.

  4. Inaktiver User

    AW: Erwartungen an Freundschaften

    Zitat Zitat von Wolkenfeld Beitrag anzeigen
    Ich wurde gestern gefragt über whats wie es mir geht. Gestern schrieb ich echt schlecht. Ich hatte einen Besuch bei meinem Papa, wo er stark halluziniert und es war schwierig für mich. Zumal leider coronabedingt nur ein Besucher am Tag erlaubt ist. Das hätte ich versucht zu erklären, aber es bleibt immer ein Gegühl der Rechtfertigung. Das ist aber kein neues Thema in der Freundschaft.
    Du hast also schon länger (immer?) das Gefühl, dass du dich bei dieser Person rechtfertigen muss?
    Es nie ein einfaches Erzählen ist?

    Diese Beziehung ist also- genau genommen- so wie immer.........

    Hast du erwartet, dass die jetzige Situation diese Beziehungsdynamik verändern würde?

    Zitat Zitat von Wolkenfeld Beitrag anzeigen
    Ich denke Empathie, Anteilnahme, Einfach mal sprechen und vorallemich sein dürfen und wie ich Mut meiner Trauer umgehen darf, sowie ich es für mich fühle.
    Ganz ernsthaft.....was du gerne hättest, können die wenigsten erfüllen.

    Und es geht dabei nicht darum, dass DU das erlebst und erzählen möchtest- sondern dass deine Worte etwas in dem anderen bewegen/auslösen.
    Wer kann solche Geschichten aushalten? Wer kann mit Sterben und Tod umgehen? Wer will sich auf solche Geschichten einlassen?
    Wie unerträglich fühlt sich das Leid an, von dem erzählt wird - wie soll man reagieren? was soll man sagen? Wie soll man mit den Gefühlen des anderen oder den eigenen umgehen, die aufkommen könnten?

    So sehr wir Menschen Beistand brauchen, wenn soviel Leid da ist- sehr sehr ist es auch Glück und Segen, wenn wir dann Menschen begegnen, die DA sein können, zuhören können und das Leid aushalten.
    Das ist für viele sehr schwierig- denn wie sollte einen die Geschichte des anderen nicht berühren?

    Ich wünsche dir, dass du Menschen triffst, die damit umgehen können und du dich verstanden fühlst und, dass du die Kraft hast, dich dort abzuwenden, wo es dir jetzt nicht geht geht.

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    AW: Erwartungen an Freundschaften

    Zitat Zitat von Wolkenfeld Beitrag anzeigen
    Ich denke Empathie, Anteilnahme, Einfach mal sprechen und vorallemich sein dürfen und wie ich Mut meiner Trauer umgehen darf, sowie ich es für mich fühle.
    Ich wurde gestern gefragt über whats wie es mir geht. Gestern schrieb ich echt schlecht.
    Mir ist immer noch nicht klar, ob du ganz klar sagst, dass du reden möchtest. Also im Sinne von „Mir geht es wegen meinem Vater nicht gut. Ich muss mal drüber reden. Hast du diese Woche mal abends Zeit?“

    Mal so eben zwischendurch haben Freunde vielleicht nicht den Kopf frei, um sich auf ein schweres Thema einzulassen.
    So kenne ich es von mir. Ich kann gut zuhören und bekomme diese Rückmeldung auch von Freunden. Und trotzdem kann ich das nicht immer im Alltag und möchte es auch nicht (wenn ich selbst viel zu tun habe, es mir nicht gut geht o.ä.). Da nehme ich mir lieber bewusst Zeit.

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    AW: Erwartungen an Freundschaften

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich kann mir da immer noch nicht viel drunter vorstellen und ich glaube, ich könnte als Freundin wohl nicht gut damit umgehen. Mehr als Bedauern ausdrücken und Hilfe in konkreten Belangen anbieten kann man doch dann auch nicht. Vermutlich wäre mir Deine Trauer zu viel, aber ich kann da nur für mich sprechen.
    Nicht unbedingt "zuviel" aber zu diffus.
    Zu sehr "ich muss! fühlen können, was du fühlst und so"

    Das kann ich durchaus - aber ich finde unfair, wenn man mir als Freundin! vorwirft, wen ich es nicht kann.

    Ich denke wenn nicht klar gesagt wird, was man gerade braucht (kann sich ja öfters ändern) dann ist die Gefahr das Falsche zu tun groß.

    Die einen freuen sich über Fotos aus dem normalen Leben und fänden darin eine kleine Insel der Erholung und der Auszeit, die anderen fühlen sich dadurch ausgestoßen und in ihrem Leid nicht gesehen.

    Wer grad was fühlt oder braucht - das weiß man leider selber oft kaum oder erst im Nachgang. Dass andere das blind verstehen und dann auch noch situativ gut reagieren - das halte ich für möglich aber eher so im Bereich "Schwanger mit über 45" - also glücklicher Zufall.

    Ich würde mir in einer vergleichbaren schweren Situation nicht auch noch die Baustelle "Freundschaft quo vadis" aufladen.

    Kannst du dir vorstellen zu (d)einer Freundin konkret zu sagen "Lilo ich brauch dich mal. Kannst du mir morgen abend mal Ohr und Couch leihen? Ich muss mal weinen. Ich kann grad nicht mehr"

    Denkbar?

  7. Inaktiver User

    AW: Erwartungen an Freundschaften

    .
    Geändert von Inaktiver User (07.12.2021 um 10:41 Uhr)

  8. User Info Menu

    AW: Erwartungen an Freundschaften

    Ich hatte es bisher so verstanden, dass die Freunde sich durchaus gemeldet hatten (?)

    Die Frage "was Neues..." - rein exemplarisch rausgepickt um die Gefühlsgemengelage zu zeigen - könnte bei manchen als total instinktlos aufgefasst werden oder?

    Wenn das so empfunden wird "bitte, was soll schon Neues los sein???? Mein Vater stirbt."

    Das ist doch das Schwierige. Aber ich finde auch dass so total enge Freunde das besser hinkriegen. Bei der @TE klingt es eher nach nicht ganz so eng.

  9. Moderation

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    AW: Erwartungen an Freundschaften

    Die wenigesten Leute sind souverän darin, mit Kummer und Verlust und Tod im Freundeskreis umzugehen. Ich denke, die wissen einfach nicht, was sie tun sollen und haben Sorge, das falsche zu tun. Wer selber schon da war, kann zumindest von sich auf andere schließen, was angemessen ist.

    Sag deinen Freunden, was du von ihnen brauchst, Es sollte etwas sein, was sie tun können. (Also nicht "mehr Empathie"; denn da ist total unklar, was das überhaupt sein soll, und wie das bewertet wird.)

    Was tun sie, daß du dich verurteilt fühlst?
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Erwartungen an Freundschaften

    Zitat Zitat von Wolkenfeld Beitrag anzeigen
    Ihr habt mich gefragt was ich von den Freunden erwarte.?
    Ich denke Empathie, Anteilnahme, Einfach mal sprechen und vorallemich sein dürfen ...

    Ich wurde gestern gefragt über whats wie es mir geht. Gestern schrieb ich echt schlecht. .................Das hätte ich versucht zu erklären, aber es bleibt immer ein Gegühl der Rechtfertigung.
    Du bist aufgrund der belastenden Situation verständlicherweise sehr sensibel und verletzlich, liebe Wolkenfeld.

    Trotzdem kann ich mir aufgrund Deiner Zeilen leider kein Bild machen.

    Geben Dir Freunde wirklich das Gefühl, dass Du nicht Du selbst sein darfst?
    Woran machst Du das - und die von Dir erwähnten Verurteilungen - denn fest?

    Wenn Du per WhatsApp gefragt wirst, wie es Dir geht, dann denkt derjenige an Dich und zeigt Interesse an Deiner Befindlichkeit. Du hättest es ja erklären können, hast es aber nicht getan, weil es sich für Dich wie eine Rechtfertigung angefühlt hätte. Das ist aber Dein (!) Empfinden und hat vermutlich nichts mit den Freunden zu tun.

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