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    Freundschaften zwischen Eltern und Kinderlosen

    Servus alle miteinander:

    Ein ewige Dilemma zwischen Familien und Kinderlosen ist wie man Freundschaften irgendwie am Laufen halten kann. Ich würde da gerne irgendwie einen Ausgleich finden.

    Drei meiner vier engsten Freunde haben in den letzten Jahren Kinder bekommen.
    Ich weiss natürlich dass kleine Kinder anstrengend sind, und dass man sich primär um seine Kinder und sein eigenes Wohlbefinden kümmern muss. Ich habe das nun auch mehrere Jahre „mitgemacht“, sprich bin immer zu den Eltern gefahren weil man sich ja nur bei ihnen treffen kann, ich habe fleißig bei Umzügen geholfen, und hab als Studentin öfters tagsüber kränkelnde Kinder meiner Freundinnen betreut, wenn die Eltern arbeiten mussten. Ich meine es wirklich ernst, es ist offensichtlich alles sehr, sehr anstrengend für Eltern.

    Nun ist es so, dass ich gerade selbst im privaten auf mehreren Baustellen gleichzeitig extrem gefordert bin und eben gerade keinen Partner habe der mich unterstützen kann (eskalierende Demenz und Pflegefälle in der Familie, dazu meine Promotion im Endstadium). Ich merke, dass ich selber auf der letzten Rille fahre und auch mal etwas Zuwendung benötige. Meine Freundinnen halten sich da aber auffällig zurück. Eine psych. Beraterin an der Uni riet mir, meine Bedürfnisse im Freundeskreis mal deutlich anzumelden.

    Gesagt getan, ich habe kurz per Messanger (Coronabedingt eh unser Hauptkommunikationsmittel, persönliche Treffen gehen aus zeitlichen Gründen nicht) was bei mir alles los ist (sachlich, ich will ja die Leute nicht mit Jammern vergraulen), und geschrieben dass ich mir wünschen würde, wenn ich neben den ganzen Klagen über die schwierige Situation der Eltern auch ab und zu gefragt werden würde wie s mir geht, dass man mir mal eine halbe Stunde zuhören könnte oder mich fragen würde, ob ich mal etwas unternehmen möchte.

    Die Reaktion der vermeintlich besten Freundin: „Ich würde auch gerne meine Probleme so gut und analysieren können wie du!“. Eine weitere Freundin antwortete dass es zu viel für sie sei zu hören wie mies es mir geht weil sie selber mental so belastet sei?! Mein Highlight war eine Karte der 3-fach Mami mit dem Inhalt „Ich vermisse deine Freundschaft, du warst immer für mich da!“.

    Ich gebe zu, ich habe darauf hin kurz mal den heiligen Zorn bekommen. In dem Moment war der Gedanke in etwa „Nur weil ich mich noch nicht fortgepflanzt habe, bin ich doch nicht der Müllschlucker für Mamis!“. Habe mir aber verkniffen so drastisch zu antworten, weil die Leute ja nix dafür können, dass sie mit ihren Kindern so gefordert sind. Auf meine ruhigere Antwort, dass so etwas ja auf Gegenseitigkeit basieren sollte kam nur, dass es von ihrer Seite derzeit nicht geht weil die familiäre Situation so schwierig sei.

    Entschuldige ich zu viel?

    Ist das normal, dass man so darauf reagiert, wenn eine Freundin berichtet dass es ihr nicht gut geht? Kommuniziere ich falsch und müsste mehr Drama machen, damit die Damen meine Probleme ernst nehmen?

    Was wäre denn eurer Meinung nach (gerne auch von Eltern!) eine passende Reaktion und wie kann man die Freundschaften retten? Geht das überhaupt?

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    AW: Freundschaften zwischen Eltern und Kinderlosen

    Hm, ja ist oft nicht so einfach mit Freunden die kleine Kinder haben.
    Ich würde aber an Deiner Stelle Deine Probleme nicht in den Gruppenchat stellen sondern im persönlichen Kontakt erzählen wie es mir geht und was ich brauche. Oder auch konkret die jeweilige Person anfunken und nach einem Treffen fragen, weil Du jemanden zum Reden brauchst.

    Wenn die Situation über lange Zeit so anhält, dass Deine Freunde kein offenes Ohr oder keine Zeit mehr für Dich haben, dann würde ich mich nach anderen Freunden umschauen und mit denen dann die Probleme bequatschen. Ich würde auch nicht selbstverständlich als babysitter einspringen, sondern nur wenn ich Zeit und Lust habe....oder es ein echter Notfall ist (Mutti muss ins Krankenhaus).

    Ich hoffe diese Freundinnen stehen Dir auch mit Rat und Tat zur Seite wenn Du mal Mutter bist.

  3. VIP

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    AW: Freundschaften zwischen Eltern und Kinderlosen

    „Mir geht es gerade nicht gut, hat jemand Zeit zu telefonieren?“ fände ich besser als das was du geschrieben hast:

    dass ich mir wünschen würde, wenn ich neben den ganzen Klagen über die schwierige Situation der Eltern auch ab und zu gefragt werden würde wie s mir geht, dass man mir mal eine halbe Stunde zuhören könnte oder mich fragen würde, ob ich mal etwas unternehmen möchte
    Denn im Grunde hast du den Eltern vorgeworfen zu Klagen und keine Zeit für dich zu haben. Und du schreibst im Konjunktiv, in der Möglichkeitsform. Da muss man sich nicht angesprochen fühlen.

    Es ist wie bei einem Unfall, viele Menschen schauen weg und tun nichts - in der Hoffnung, ein anderer macht’s, wenn nicht einer die Umstehenden konkret auffordert etwas zu tun.

    Ruf die Leute an, wenn du Probleme hast und vielleicht hat die ein oder andere gerade Zeit.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

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    AW: Freundschaften zwischen Eltern und Kinderlosen

    Hmm, mir kommen deine Freunde ziemlich egozentrisch vor.

    Als meine Kinder klein waren, war ich froh um jedes Gespräch was sich nicht um die Konsistenz ihrer Ausscheidungen oder ähnliche wichtige Probleme drehte.

    Daher meine ich, deine Freunde wollen einfach nichts von deinen Problemen hören.

    Vielleicht solltest du mal etwas Abstand nehmen, neue Bekanntschaften schließen.

    Leider gehen Freundschaften über das Kinderthema manchmal auch auseinander.

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    AW: Freundschaften zwischen Eltern und Kinderlosen

    Mmh, ich verstehe die Schubladen von dir nicht.

    Du bist mit Person x befreundet. Ob diese nun Kinder hat oder nicht spielt erstmal keine Rolle.

    Wenn ich meiner Freundin sage: mir geht es nicht gut - können wir telefonieren?


    Und dann kommt kein Anruf, dann ist es eben keine Freundin.
    .......

    Deine Freundinnen schieben ihre Kinder vor und du veranstaltet bei dem Thema einen eiertanz des Verständnis

    Sei doch authentisch und fertig.
    Betrunken flirten ist wie hungrig Einkaufen gehen.

    Man geht mit Sachen nach Hause, die man eigentlich gar nicht will
    .

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    AW: Freundschaften zwischen Eltern und Kinderlosen

    Ich vermute dass du in den letzten Jahren leider etwas ausgenutzt worden bist.
    Ich hab auch 3 Kinder groß gezogen, deshalb aber Freude, die Hilfe brauchten, nicht hängen gelassen.
    Vllt kannst du deine Freundinnen noch mal persönlich ansprechen und konkret benennen wobei du Hilfe brauchst.
    Sollten da weiter nur Ausflüchte kommen würde ich diese Freundschaften ausschleichen lassen.
    Grundsätzlich denke ich aber nicht dass der Umstand ob man Kinder hat oder nicht ausschlaggebend dafür ist ob man befreundet sein kann oder nicht.
    Geändert von Candalita (18.09.2021 um 12:50 Uhr)

  7. Moderation

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    AW: Freundschaften zwischen Eltern und Kinderlosen

    Ich finde diese Nachricht, so wie du sie hier schreibst, ganz unglücklich. Du verbindest sie mit einem Vorwurf ("neben den ganzen Klagen der Eltern"). Es klingt außerdem sehr pauschal - hat dich wirklich nie jemand in den letzten vier Jahren gefragt "wie geht es dir?"? Und du fragst nicht konkret um Hilfe, sondern um irgendwas irgendwann von irgendwem. Da würde ich auch eher ratlos reagieren.

    Ich würde eine Person ganz konkret um etwas bitten, das du klar formulierst: "Karin, ich brauche jemanden, der mir zuhört. Hast du diesen Samstag Zeit?"

    Als Sparringspartner für eine Promotion würde ich mir Menschen suchen, die in ähnlicher Situation sind.

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    AW: Freundschaften zwischen Eltern und Kinderlosen

    Du läßt dich ausnutzen und wenn du etwas hast, ist keiner da. Denke über die Freundschaften nach.
    Ich bin eine Raupe und du ein Reh. Doch ich werd ein Schmetterling und du wirst Filet.

    Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch (Dalai Lama)

    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)


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    AW: Freundschaften zwischen Eltern und Kinderlosen

    Zitat Zitat von Chaoskaiserin Beitrag anzeigen
    Kommuniziere ich falsch und müsste mehr Drama machen, damit die Damen meine Probleme ernst nehmen?
    Die Kommunikation war wirklich ungeschickt.

    Nein, *mehr Drama* wäre gewiss der falsche Weg.
    Wer lässt schon gerne freiwillig Drama in sein Leben?

    Ich sehe es wie meine Vorschreiberinnen:

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Denn im Grunde hast du den Eltern vorgeworfen zu Klagen und keine Zeit für dich zu haben.
    Zitat Zitat von Cariad Beitrag anzeigen
    Ich finde diese Nachricht, so wie du sie hier schreibst, ganz unglücklich. Du verbindest sie mit einem Vorwurf ("neben den ganzen Klagen der Eltern").

    Um wie viele Freundinnen handelt es sich denn?

    Ich würde wohl eher jede nochmal anrufen (oder antexten) und mich für die missglückte Wortwahl entschuldigen. Und dann konkret, wenn es geht, einen Termin für ein Telefonat oder Treffen vereinbaren.

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    AW: Freundschaften zwischen Eltern und Kinderlosen

    Zitat Zitat von Chaoskaiserin Beitrag anzeigen
    Gesagt getan, ich habe kurz per Messanger (Coronabedingt eh unser Hauptkommunikationsmittel, persönliche Treffen gehen aus zeitlichen Gründen nicht) was bei mir alles los ist (sachlich, ich will ja die Leute nicht mit Jammern vergraulen), und geschrieben dass ich mir wünschen würde, wenn ich neben den ganzen Klagen über die schwierige Situation der Eltern auch ab und zu gefragt werden würde wie s mir geht, dass man mir mal eine halbe Stunde zuhören könnte oder mich fragen würde, ob ich mal etwas unternehmen möchte.
    Hallo,
    durch so eine Nachricht von einer Freundin („…neben den ganzen Klagen…“) hätte ich mich ganz schön vor den Kopf gestoßen gefühlt. Vor allem, falls mir vorher nie klar signalisiert wurde, dass mein Thema nervt, zu viel Raum einnimmt oder als anstrengend empfunden wird. Denn für eine Freundin würde ich keine Belastung sein wollen.

    Letztendlich vermischt du zwei Themen: deine Bereitschaft, zuzuhören und zu helfen einerseits (obwohl es dir vielleicht manchmal zu viel war) und deine persönliche hohe Belastung.
    Eine kurze Nachricht im Sinne von „Mir geht’s nicht gut und ich würde am Wochenende gerne mal mit dir drüber reden“ hätte völlig ausgereicht.
    Und unabhängig davon vielleicht weniger Hilfsbereitschaft signalisieren oder auch weniger Bereitschaft, die immer gleichen Themen anzuhören.
    Ein Beispiel: Das Hauptthema einer meiner Nachbarinnen sind die (harmlosen!) Erkrankungen ihrer Kinder (mal Halsschmerzen, ne Schürfwunde, Schnupfen etc.). Wenn ich es zulasse, würde es ein Dauerthema bis ins kleinste Detail. Da wechsel ich schnell das Thema.

    Ich habe auch Freundinnen ohne Kinder und die Themen halten sich im Gleichgewicht. Aber auch als die Kinder noch klein waren, fand ich es ätzend, wenn es bei Treffen keine anderen Themen als die Kinder oder familiäre Schwierigkeiten gab…

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