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    AW: Freundschaften zwischen Eltern und Kinderlosen

    Zitat Zitat von meistens-heiter Beitrag anzeigen
    Das sollte bei einer Freundschaft nicht nötig sein. Ein Freund spürt, wenn es dem anderen nicht gut geht und fragt nach.
    Was für eine "witzige" Erwartungshaltung!

    Noch nicht mal eine Mutter, kann behaupten- bei ihrem Kind immer zu spüren, dass es dem Kind nicht gut geht!
    Eine Mutter- aus der man kommt- die in einer bestimmten Zeit, der Mensch mit der größten Nähe ist und den besten Antennen zu einander!!
    Noch nicht mal da funktioniert das!

    Und ein "Freund"- der sein eigenes Leben lebt, der aus seiner ganz individuellen Lebensgeschichte kommt, den ich ab und zu sehe, weil doch jeder sein Leben lebt- der seine eigenen Gedanken und Überzeugungen hat (die ich doch seltenst gut kenne, geschweige alle)-- der soll in der Lage sein zu erkenne, wann es mir nicht gut geht???
    Der soll das SPÜREN???

    Perfekter Anspruch für ein einsames Leben

    Zitat Zitat von meistens-heiter Beitrag anzeigen
    Alles andere sind lose Bekanntschaften oder Schönwetterfreundschaften oder wie bei TE Ausnützen von Gutmütigkeit.
    Wertung, Wertung, Wertung - aus engen Sichtweisen.
    Es geht aber auch anders!

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    AW: Freundschaften zwischen Eltern und Kinderlosen

    Guten Abend!

    Vielen Dank für eure Kommentare und Denkanstöße! Mir geht es auch darum andere Blickwinkel auf die Situation zu sehen, da haben eure Kommentare mir schon weitergeholfen.
    Vorangehend möchte ich sagen, dass ich wirklich die Freundschaften retten möchte. Auch wenn sie sich jetzt anders entwickeln, aber wir kennen uns zum Teil ja schon ewig. Deshalb hirne ich ja so rum.

    Das eine schriftliche Nachricht nicht optimal ist sehe ich ein. Man muss dazu aber wissen, dass fast die gesamte Kommunikation in diesem Kreis seit ca. 1,5 Jahren über Messenger läuft bzw. dadurch eingeleitet wird. Spontan anrufen geht bei zwei von drei Damen nicht, weil man Babys wecken oder Abendessen/ins Bett bringen stören könnte. Das kommt mir auch seltsam vor, und weder die Kollegen noch meine Väter im erweiterten Freundeskreis kennen solche "Terminprobleme".

    Für mich hat die schriftliche Kommunikation aber auch Vorteile :) Erstens fällt es mir nicht so leicht über solche Dinge zu reden und zweitens (wichtiger) wollte ich eben vermeiden, im Gespräch ärgerlich zu werden oder zu viele Vorwürfe abzufeuern. Das ganze war also deutlich besser formuliert als ich das in meinem Eingangspost wiedergegeben hatte. Ich habe z. B. auch ganz konkret angemeldet, dass man mir echt helfen würde, wenn man mich aus der Schreibhöhle zum spazieren gehen "entführt".

    Ich hatte den Eindruck ihr glaubt dass meine Freundinnen "riechen" sollen, was bei mir los ist. Ich denke ja auch nicht, dass die Damen nun alle postpartum fiese Möpp geworden sind. Es fällt mir aber tatsächlich schwer, bei den seltenen Treffen im Cafe meine Probleme mit anzusprechen. Da gibts immer Themen, die akuter sind als z. b. meine demente Tante. Das letzte Treffen wurde mit einem Pseudokruppanfall, dem monatelange nicht Durchschlafen und den ganzen Corona-Calamitäten bestimmt.
    Und ja, ich versteh auch, dass das für die Mütter in der Gruppe sehr beherrschende Themen sind, und ich kann auch mitfühlen dass die von solchen Ereignissen sehr mitgenommen sind.

    Deshalb fällt es mir dann so schwer im Gespräch zum Beispiel mit meiner dementen Tante sozusagen "noch einen drauf zu setzen", weil ich selber das Gefühl habe, dass die jetzt nicht so akut ist.
    (Ha, das schreiben dieses Posts hat mir jetzt echt geholfen meine Gedanken zu sortieren :))

    Was wäre nun meine Taktik: ein persönliches Treffen mit der am wenigsten geforderten Mutter vereinbaren. Würdet ihr es komisch finden, wenn eure Freundin euch um ein Treffen bitten würde und dabei gleich anmeldet, dass sie sich was von der Seele reden muss?

    Für die Diss und all die spezifischen Probleme habe ich Uni-Kollegen zum Austausch. Aber mit denen redet man ja über andere Dinge wie mit den Mädels, die man seit 15, 20 Jahren kennt.

    Das mit dem nicht mehr sofort helfend zur Seite zu hüpfen wenn man gefragt wird muss ich mir aber echt zu Herzen nehmen. Das Motto "Was du willst, dass man dir tu, dass füge allen andren zu" geht wohl im allgemeinen Lebenschaos der Menschen unter. Ich bewundere ja Leute, die mit einer scheinbaren Leichtigkeit, gut gelaunt in jeder Lebenslage gefühlt der ganzen Welt zur Seite stehen können. Aber irgendwas machen die wohl anders als ich :)

  3. Moderation

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    AW: Freundschaften zwischen Eltern und Kinderlosen

    Zitat Zitat von Chaoskaiserin Beitrag anzeigen
    Was wäre nun meine Taktik: ein persönliches Treffen mit der am wenigsten geforderten Mutter vereinbaren. Würdet ihr es komisch finden, wenn eure Freundin euch um ein Treffen bitten würde und dabei gleich anmeldet, dass sie sich was von der Seele reden muss?
    Fände ich gar nicht. "Können wir uns mal treffen? Ich brauch ein offenes Ohr/einen Rat/ deine Klugheit, und habe Tee" ist in meinem Freundeskreis völlig normal.

    Aber das läßt sich natürlich nicht auf jeden Menschen oder jeden Kreis verallgemeinern.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Freundschaften zwischen Eltern und Kinderlosen

    Zitat Zitat von Chaoskaiserin Beitrag anzeigen
    Deshalb fällt es mir dann so schwer im Gespräch zum Beispiel mit meiner dementen Tante sozusagen "noch einen drauf zu setzen", weil ich selber das Gefühl habe, dass die jetzt nicht so akut ist.
    (Ha, das schreiben dieses Posts hat mir jetzt echt geholfen meine Gedanken zu sortieren :))

    Was wäre nun meine Taktik: ein persönliches Treffen mit der am wenigsten geforderten Mutter vereinbaren. Würdet ihr es komisch finden, wenn eure Freundin euch um ein Treffen bitten würde und dabei gleich anmeldet, dass sie sich was von der Seele reden muss?
    Mit Taktik hat das aus meiner Sicht gar nichts zu tun. Unter engen Freunden ist es für mich völlig normal, um ein Treffen oder Telefonat zu bitten, weil ich oder eine Freundin Kummer hat.
    Und deine Sorgen sind nicht „weniger“ wichtig, nur weil es sich nicht um die Belastung durch den Kinderalltag handelt. Sprich diejenige an, bei der du dich in dem Moment am besten aufgehoben fühlst.

    Zitat Zitat von Chaoskaiserin Beitrag anzeigen
    Ich bewundere ja Leute, die mit einer scheinbaren Leichtigkeit, gut gelaunt in jeder Lebenslage gefühlt der ganzen Welt zur Seite stehen können. Aber irgendwas machen die wohl anders als ich :)
    Das mag manchmal auch nur nach außen so wirken. Ich bin zum Beispiel eher introvertiert (aber nicht schüchtern) und finde mich oft eher in der Zuhörerrolle wieder. Zum Glück geht’s dabei nur in Ausnahmefällen um Probleme. Und trotzdem wollen mir immer wieder auch lose Bekannte (z.B. Kollegin, die ich noch nicht lange kenne) ihre Sorgen erzählen. Oft aus dem Nichts heraus. Das blocke ich mittlerweile ganz schnell ab. Für Freunde nehme ich mir gerne Zeit, das ist etwas anderes.
    Ja, ich kann gut zuhören und dieses „Raum geben“, wie eine Freundin es neulich genannt hat, fällt mir leicht. Aber trotzdem WILL ich es nur bei engen Freunden, sonst wäre meine Leichtigkeit im Leben ganz schnell weg.
    Wer gefühlt der ganzen Welt mit Freude und Leichtigkeit zur Seite steht, zieht vielleicht seine Kraft daraus, gebraucht zu werden. Und ob das so erstrebenswert ist, muss jeder für sich entscheiden.

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    AW: Freundschaften zwischen Eltern und Kinderlosen

    Hi Chaoskaiserin,

    Deine Beiträge könnten von mir kommen! Ich war in der Zeit, als die meisten kleine Kinder hatten, noch ohne Kinder und habe sehr darunter gelitten, plötzlich im Freundeskreis und in der Familie (!) mehr sichtbar zu sein. Es ging immer nur mehr um kleine Kinder, und es war völlig egal ob ich Verständnis hatte oder mich abgrenzte - ich war sowieso immer nur die Lückenbüßerin und konnte eh nicht mitreden. Ich bin absolut überzeugt davon, dass die Dynamik so stark war, dass ich dem nichts entgegensetzen konnte. Nebenbei hat es noch meinen Respekt vor dem Kinderhaben ins Uebertriebene gesteigert, weil da immer so massiv gejammert wurde.

    Jahre später hatte ich dann ein kleines Kind und war völlig erstaunt - ich fand es schön, nicht besonders anstrengend, hatte kein Bedürfnis, stundenlang nur darüber zu sprechen und hatte auch weiterhin Interesse an meinen Mitmenschen (die inzwischen Teenager haben). Natürlich hatte ich auch gewisse Einschränkungen und habe mich gefreut, wenn Leute darauf Rücksicht nehmen. Trotzdem glaube ich, bin ich nicht “so” geworden.

    Meine Freundschaften von früher bestehen (mit einer Ausnahme) weiter. Irgendwann werden die alle wieder normal. Bis dahin muss man irgendwie versuchen, durchzukommen, auch mit anderen, kinderlosen Bekannten, die vielleicht auch Freunde werden können. Die Erinnerung an diese Zeit ist trotzdem nicht toll. Und “Elterngejammer” kann ich bis heute überhaupt nicht ertragen, da ist meine Zündschnur quasi nicht vorhanden - sicher auch eine Folge dieser wirklich schmerzhaften Jahre. Für mich steht fest: Kinder zu haben ist KEIN Ausnahmezustand im Leben, und (abgesehen von Leuten, die um ihre Kinder ernste Sorgen haben) sind Kinder kein Grund, egozentrisch zu werden. Aber eine Dynamik von mehreren jungen Familien ist meiner Erfahrung nach kaum zu durchbrechen.

    Ich denke, du machst nichts falsch. Deinen Plan, dich erstmal mit der am wenigsten Gestressten gezielt zum Reden zu treffen, finde ich sehr gut. Deine Kommunikation im Chat finde ich jetzt nicht so dramatisch - auch wenn ich es vielleicht mit jeder einzeln etwas besser gefunden hätte.

    Vielleicht gibt es irgendwo Bekannte, die keine oder schon ältere Kinder haben, die Dir über diese Zeit weghelfen können. Bekanntschaften an der Uni hören sich schon mal gut an. Mit Deinen Freundinnen musst du ja deshalb nicht gleich brechen, sondern kannst die Gemeinsamkeiten gezielt suchen. Aber leider ist meine Erfahrung wirklich dass man das ein Stück weit aussitzen muss. Viel Glück dabei!

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    AW: Freundschaften zwischen Eltern und Kinderlosen

    Deine Kombination an Herausforderungen, familiäre Probleme, verbunden mit Demenz, dazu noch die Diss im finalen Stadium, das liest sich aus meiner Sicht "deftig" und irgendwie ziemlich "speziell".

    Mädels, die Du seit 15, 20 Jahren kennst, die gerade im Familienstress sind, sollen dabei Zuspruch spenden. Gleichzeitig hast Du an Dich den Anspruch, in einer sehr fordernden Situation Leichtigkeit verkörpern zu müssen. Warum stellst Du in dieser Situation noch diese Forderung an Dich?

    Du Liebe, an Familienmitgliedern auf Pflegestufe und oder mit Demenz zerbrechen auch Menschen, die keinerlei Berufstätigkeit (mehr) zu tätigen haben, die finanziell und karrieretechnisch vollkommen abgesichert sich und über einen hilfreichen Freundeskreis ohne jüngere Kinder verfügen.

    Meine Empfehlungen: zwing Dich nicht zur Leichtigkeit und organisiere Dir professionelle Hilfe für die Familie. Es gibt Kurzzeitpflegeplätze, es gibt Verhinderungspflege (heißt eventuell anders), erkundige Dich in diesem Bereich. Pflegedienste können beispielsweise Auskunft geben.

    Verschaffe Dir Luft im Alltag und verteile Deine Anliegen thematisch und überlege Dir gut, wer Dir wirklich die mentale Rückendeckung anbieten kann, die Du Dir wünschst. Eventuell muss man mit solchen Personen gar nicht so eng befreundet sein.

    Alles Gute erst einmal .

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    AW: Freundschaften zwischen Eltern und Kinderlosen

    Zitat Zitat von Chaoskaiserin Beitrag anzeigen
    ....Vorangehend möchte ich sagen, dass ich wirklich die Freundschaften retten möchte. Auch wenn sie sich jetzt anders entwickeln, aber wir kennen uns zum Teil ja schon ewig. Deshalb hirne ich ja so rum.....
    Den Ansatz, dass man sich schon ewig kennt finde ich für mich immer wenig zielführend.

    Eine Freundschaft muss im hier und jetzt tragen, dabei ist es völlig egal, wie lange die Freundschaft schon besteht. Manche Menschen begleiten einen nur einen Teil des eigenen Lebensweges, das ist völlig ok.

    Ich war viele Jahre lang kinderlos und die Freundschaften mit Menschen, die vor mir Kinder bekommen haben sind nahezu alle zerbrochen, weil es wirklich nur noch um die Kinder ging. Das ist in Ordnung, aber ich habe dann eben nicht mehr dazugehört. Nur das offene Ohr geben, aber nach meiner Befindlichkeit wird nichtmal gefragt ? Nee danke, das brauchte ich nun dauerhaft wirklich nicht. Ich habe da auch nicht groß nachgehuft oder um Anerkennung "gebettelt", die Sache hatte sich im Laufe der Zeit von alleine erledigt, nachdem ich mein Engagement und das Hinterhertelefonieren aufgegeben hatte.

    Als ich selbst ein Kind hatte haben mich die Leute, die nur über ihre Kinder geredet haben, genauso genervt (heute reden diesselben nur über die Enkel ). Ich war immer Vollzeit berufstätig und hatte deshalb auch noch andere Themen.

    Einen Rat kann ich dir nicht geben, ich denke, das muss jede/r für sich selbst entscheiden, welchen "Preis" man zahlen möchte, um zu einer Gruppe dazuzugehören.

    Gruß Elli
    Geändert von elli07 (25.09.2021 um 10:39 Uhr)
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

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    AW: Freundschaften zwischen Eltern und Kinderlosen

    Zitat Zitat von meistens-heiter Beitrag anzeigen
    Das sollte bei einer Freundschaft nicht nötig sein. Ein Freund spürt, wenn es dem anderen nicht gut geht und fragt nach. Alles andere sind lose Bekanntschaften oder Schönwetterfreundschaften oder wie bei TE Ausnützen von Gutmütigkeit.
    Zu einer meiner besten Freundinnen - wir kennen uns seit der Kindheit - habe ich sehr wenig Kontakt. Was aber nichts ausmacht, da wir bei Treffen oder Telefonaten keine Distanz zueinander spüren. Daher weiß ich aktuell auch nicht, wie es ihr geht. Allerdings kann ich sie mitten in der Nacht anrufen und sie wird für mich da sein. Umgekehrt ebenso.

    Das "spüren" hat also schon mit der Häufigkeit des Kontaktes zu tun.
    "...es gibt höchstens hoffnungslose Menschen, aber nie hoffnungslose Situationen..."
    Sprichwort auf Oxtorne


    Willst du Gott zum Lachen bringen, erzähle ihm von deinen Plänen.

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