Als ich nach meiner Ausbildung umgezogen bin und niemanden kannte, habe ich das Internet genutzt, um Freizeit-Kontakte zu finden (über new-in-town.de).
Mit zwei Frauen hab ich mich regelmäßig getroffen (wöchentlich Schwimmen oder auch mal ein Kurzurlaub etc.). Wir haben uns dann aber außer den Augen verloren, weil es doch nicht so gepasst hat. Mit einer dritten Frau hat sich eine sehr gute Freundschaft entwickelt, die jetzt seit 20 Jahren besteht. Auch wenn ich Freundinnen habe, die mir näher stehen, ist sie mir sehr, sehr wichtig und wir sehen uns regelmäßig.
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27.09.2020, 11:44
AW: Wie habt Ihr Eure liebsten Freunde kennengelernt?
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27.09.2020, 12:06
AW: Wie habt Ihr Eure liebsten Freunde kennengelernt?
Das klingt interessant mit der Yahoogruppe. Ich kann mich nicht mehr erinnern, dass es bei yahoo Gruppen gab? Das war dann wahrscheinlich ähnlich wie die heutigen Facebook-Gruppen.
Dein Beispiel zeigt auch, dass man eigentlich immer und überall neue Freunde kennenlernen kann.
Gekürzt von mir: Oh ja, das ist schön. Allerdings habe ich das Gefühl, dass es im Erwachsenenalter viel länger dauert, bis sich eine Freundschaft festigt. Ich vermisse dieses Gefühl aus der Kindheit und Jugend, wo man innerhalb kürzester Zeit wusste (oder sich eingebildet hat), dass man einen Seelenverwandten getroffen hat. Meine eine beste Freundin von damals war von heute auf morgen meine beste Freundin. ...und jetzt entwickelt sich alles so viel langsamer. Ich hatte schon viele Jahre nicht mehr das Erlebnis, dass ich eine Person treffe und sofort (oder superschnell) weiß, dass diese Person eine neue Freundin/ein neuer Freund ist. Also Freundschaft auf den 1. Blick sozusagen....
Ich trauere diesen Erlebnissen und Gefühlen ja schon ganz schön hinterher.
Diese Freizeitgruppen im Internet wie new-in-town etc. zählen ja auch zu Möglichkeiten, Freunde zu suchen (und evtl. zu finden).
Dann gibt es noch Seiten wie spontacts oder beste Freundin gesucht....etc.
Wenn man gerade niemandem in seinem Umfeld hat, mit dem eine Freundschaft möglich ist, dann finde ich das Internet schon eine gute Optiion um mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Leider hat sich da bei mir nie eine Freundschaft ergeben. Und bei meiner Cousine, die das versucht hat, auch nicht. Die hatte zwar darüber eine Freundin/Kletterpartnerin gefunden.....und auch eine Freundin/Reisepartnerin, aber mit beiden hat es nicht wirklich gepasst Zum Glück konnte sie dann im Studium noch einen Haufen netter Freunde finden...
ich denke über das Internet ist es nochmal viel schwieriger, weil beide es wollen müssen, sich zu treffen. Wenn man jemand wegen Arbeit oder Hobby oder Studium sowieso regelmäßig sieht, dann bedarf es da weniger Anstrengung.
Ja ich hatte auch so 2-3 Personen mit denen ich mich regelmäßig getroffen habe. Aber dann auch aus den Augen verloren....eine wirkliche Freundschaft hatte sich daraus doch nicht ergeben...
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27.09.2020, 13:16
AW: Wie habt Ihr Eure liebsten Freunde kennengelernt?
Ist ja nicht mehr ganz taufrisch, das Thema, aber es regnet und ich bin nostalgisch, also...
Ich war 11, sie war neu in der Klasse, und ihre kleine Schwester war neu in der Klasse, die meine Mutter unterrichtete. Ich fand sie nicht so wahnsinnig interessant, aber ich fand dieses Detail interessant, ging also in der kleinen Pause einer Doppelstunde zu ihr hin und sagte, "Du, deine Schwester ist übrigens bei meiner Mutter in der Klasse". Sie guckte und sagte "ah", und ich trollte mich, weil mir die Situation auf einmal peinlich war.
Ich wollte gar keine weitere Freundschaft (ich hatte genug), aber ich war die erste, sie sie in der neuen Klasse angesprochen hatte, und sie wollte eine! Also richtete sie ein/ergab sich, daß wir zusammen rumhingen und feststellten, daß wir beide gerne Musik machten (also machten wir zusammen Musik) und die gleichen Arten von Büchern mochten (also liehen wir einander Bücher und redeten drüber). Und so wurden wir im Laufe eines Jahres die besten Freundinnen. Und da wir uns im Laufe der nächsten 40 Jahre immer wieder entschieden haben, Kontakt zu halten, großzügig zu sein, und Kräche beizulegen ist das heute noch so.
Ich war 18 und weit von daheim frisch an der Uni. Eine Studenteninitiative machte eine Einführung für die Erstsemester. Ich hatte ohnehin den Plan, mich in die Studentenvertretung einzubringen, und nahm teil, obwohl ich eigentlich nicht mit so vielen Leuten auf einmal rumhängen wollte. Als sie aufs Podium kam, war mein erster Gedanke "Tolle Frau! Diese Stimme! Diese Präsenz! Muß ich kennenlernen!"
Wie praktisch, daß sie in der Studentenvertretung war! Also habe ich zugesehen, daß ich mich innerhalb dieser Gruppe an den gleichen extrovertierten Typen hängte, um den sie auch kreiste, und da der immer was losmachte, machten wir viel interessante Sachen zusammen, von Klettertouren bis zu Bürgerinitiativen, und hatten dabei Gelegenheiten mehr Gemeinsamkeiten zu finden (Sprache, Spiele, Langstreckenwandern, ...). So wurden wir im Laufe von zwei oder drei Semestern gute Freunde, und da sie nie weggezogen ist und wir beide beharrlich und geduldig sind, hat das auch gehalten.
Ich war 25 und mit einem Kumpel auf einem Spieletreffen in der Nachbarstadt. Wir standen an der Theke, um uns Kaffee zu holen, und zwischen uns stand ein blondes Mädchen. Während wir auf unsere Kaffees warteten, kamen wir ins Gespräch ("zum ersten Mal hier? lange Anfahrt? Was spielst du so?") und sie fragte, "gibt es eigentlich in (Stadt, aus der wir kamen) auch Spielgruppen?" Kumpel und ich grinsten und sagten, "Aber klar!" und wir tauschten Adressen aus.
Ich weiß nicht mehr, ob sie sich oder wir uns zwei Monate später meldeten, aber sechs Monate später war sie komplett in die erweiterte Clique (Spiele und Mittelalter) integriert und alles, wo sie dabei war, war besser als alles, wo sie nicht dabei war. Zwei oder drei Jahre später beschlossen wir, eine WG zu gründen, die Platz für unserere Freunde, Besucher und Projekte hatte, und in den 25 Jahren seither hat das Leben zwar ganz schön Schläge ausgeteilt, aber wir hatten immer so viele gemeinsame Projekte, und das, wo sie dabei ist, ist immer noch so oft so viel besser als alles, wo sie nicht dabei ist, daß wir immer noch beste Freundinnen sind.
Drei liebste Freunde ist das, was ich "kann". Mehr geht nicht. Alle anderen nahestehenden Nicht-Verwandten sind nicht ganz in der Kategorie, sondern zwischen "sehr gute Freunde" und "liebe Bekannte".
Wenn ich das so angucke, war es immer
- ein Anlaß
- eine Faszination
- Anknüpfungspunkte
- arrangieren, Zeit miteinander verbringen
- mehr Gemeinsamkeiten finden
- dranbleiben
Das ist also nmE notwendig -- wenn auch nicht hinreichend.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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27.09.2020, 13:41
AW: Wie habt Ihr Eure liebsten Freunde kennengelernt?
Ja, das muss so 2001-2002 gewesen sein. Ganz in den Anfängen. Ich erinnere mich noch an das Einwahlmodem ...
Davor, also vorm Internet, hab ich in HH sowas über Kleinanzeigen im Stadtmagazin gemacht. Es waren da zwar eher lockere Freundesgruppen, mehr Freizeitgruppen, aber es war eine nette Zeit. Ich erinnere mich, dass ich auf einer Party war, wo die Gäste alle auf irgendeine Art den Gastgeber per Kleinanzeigen kennengelernt hatten."I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
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27.09.2020, 16:30
AW: Wie habt Ihr Eure liebsten Freunde kennengelernt?
Meine beste Freundin habe ich in der Bri kennengelernt.
Nach einer operativ beendeten Bauchhöhlenschwangerschaft wurde ich von einer lieben Userin, an deren Nick ich mich leider nicht erinnere behutsam in das Forum "Wir planen ein Baby" gelotst, in dem tüchtig "gehibbelt" wurde. Das war im April 2003.
Mit einer anderen Userin, die schon länger dabei und in einer ähnlichen Situation war, freundete ich mich an. Ich hatte an der Fehlgeburt ziemlich zu knabbern und im folgenden Monat stellte sich heraus, dass unser Kater an FIP erkrankt und die Situation hoffnungslos war. Mitte Juni musste ich ihn an die Regenbrücke begleiten...
Und sie (vielleicht erinnert ich noch jemand an den Nick star&angel) fragte mich, ob ich gerne eine Babykatze möchte, sie seien im August ohnehin in der Gegend und würden mir die Kleine dann mitbringen.
Dieses persönliche Treffen und alles was danach kam, war und ist eine große Bereicherung für alle Beteiligten.
Es klappte auch mit den Kinderwünschen. Ihr Ältester wurde 10/2004, mein Mittlerer - Anton - 01/2005 geboren. Meine Freundin ist Antons Taufpatin und ich durfte Patin ihrer Jüngsten werden.
Bein den - leider seltenen - Treffen ist es immer wunderschön, zu erleben, wie gut sich unsere insgesamt 6 Kids miteinander verstehen. Und auch unter uns Eltern ist es so, dass wir dort weitermachen, wo man vor einigen Monaten aus Zeitmangel aufgehört hat, als wäre es gerade vorgestern gewesen.
Interessanterweise haben wir zu vielen Themen (abgesehen von der politischen Orientierung) ganz konträre Ansichten, was uns zwar jede Menge Diskussionsstoff gibt, aber niemals Streit.
Kommenden Samstag steht Antons Firmung bevor. Statt des Familienfestes in größerem Rahmen kommen jetzt nur seine Patin und die Paten der beiden Mädchen. Wir werden das Beste daraus machen und hoffen auf eine größere Party nächsten Sommer, zu der es auch einen runden Anlass gibt.

Danke, liebe Bri!
Geändert von Lady_Emelia (27.09.2020 um 16:32 Uhr) Grund: ( )
Katzen lieben Menschen viel mehr, als sie zugeben wollen,
aber sie besitzen genug Weisheit, es für sich zu behalten.
Mary Eleanor Wilkins Freeman (1852 - 1930), US-amerikanische Schriftstellerin



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