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  1. Registriert seit
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    verwirrt War es überhaupt Freundschaft?

    Hallo zusammen
    bin neu hier und brauche mal Meinungen von außen, komme einfach nicht mehr weiter und leide immer mehr.
    Die ganze Geschichte kann ich hier leider nicht schreiben, das würde den Rahmen sprengen...
    Hatte eine sehr gute Freundin, die mir sehr wichtig war/ist, die mich glaube ich aber nur benutzt hat. Ich stand ihr in immer zur Seite (am meisten in ihrer Trennungsphase) wenn sie Hilfe brauchte, sei es Wohnungssuche, Finanzielle Probleme Renovierungsarbeiten, Behördengänge, Probleme auf der Arbeit, hatte Tag und Nacht ein offenes Ohr für sie. Sie nahm alles dankend an, zurück bekam ich nur selten etwas.
    Nur leider hab ich das nie so wirklich wahrgenommen, oder besser gesagt ich hab das damit entschuldigt, das sie eine schwere Zeit durch macht.
    Erklären kann ich mir das mittlerweile selbst nicht mehr. Jedenfalls umso länger der Kontakt mit ihr ging, umso schlechter ging es mir und leider fingen da auch die Zweifel an, ob sie mich vielleicht wirklich nur ausnutzt.
    Bin ehrlich, hab dann auf dumme Art und Weise versucht beweise zu suchen, ob sie wirklich an mir, oder an dem Nutzen interessiert ist. Hab mich soooo kindisch verhalten, das kenne ich gar nicht von mir! Generell war mein Verhalten zum Schluss ganz anders, als ich es von mir gewohnt bin.
    Mir ist das auch alles mega unangenehm.
    Hatten oft Streit, die leider alle von mir ausgingen! Für sie schien alles in bester Ordnung und meinte ich würde mir das alles einbilden. Es kam trotzdem zu immer mehr Missverständnissen und co,
    Ich litt immer mehr unter der Situation und tat alles um die Wogen wieder zu glätten... hab auch oft das Gespräch mit ihr gesucht, um ihr zu erklären wie ich mich manchmal fühle. Das hat glaube ich noch mehr kaputt gemacht. Trotzdem nahm sie weiter die Annehmlichkeiten unserer Freundschaft in Anspruch. Irgendwann war ich einfach nur noch verwirrt und gab mir die ganze Schuld an der ganzen Situation.
    Versteht mich nicht falsch, es gab richtig schöne Zeiten, hatten tolle Gespräche, sind feiern gegangen, zum Sport usw... nur wurde das immer gemacht, wenn es ihr nicht gut ging. Wenn ich etwas unternehmen wollte, wurde meistens abgesagt, so das ich mich hinterher nicht mehr getraut habe zu fragen. Weiß mittlerweile selber das ich ihr einfach nur hinterher gelaufen bin und brav das gemacht habe was sie gefordert hatte. Warum nur? Nur weil ich unbedingt diese Freundschaft weiterführen wollte?
    Sie ist vor ein paar Monaten weggezogen, zu ihrem neuen Freund.
    Beim letzten Treffen dankte sie mir nochmal für alles und meinte ich würde ihr fehlen. Da hab ich noch gut in die Zukunft geschaut, dachte jetzt kehrt endlich wieder ruhe ein. Dann riss der Kontakt fast von dem einen auf den anderen Tag ab. Obwohl sie woher sogar noch ein paar Tage bei mir gewohnt hatte, weil sie keine Wohnung mehr hatte.
    Ich war sooo geschockt und traurig. Hab dann wieder mal das Gespräch gesucht, aber sie meinte nur „das wäre jetzt nun mal so und das würde auch nicht besser werden!“ außerdem „wahre Freundschaften halten so was aus“
    Mir hat es fast den Boden unter den Füßen weggezogen! Mir ist schon klar das der Kontakt weniger wird, aber irgendwie kam ich mir total doof vor.
    War dann ehrlich gesagt ziemlich sauer und hab den Kontakt abgebrochen, haben uns dann ziemlich miese Sachen an den Kopf geknallt. Kam damit aber ganz schlecht klar und bin wieder auf sie zu gegangen. Glaube aber das ihr das gar nicht mehr so wichtig war, jetzt ist alles so komisch... sie meint das das durch mein Verhalten so geworden ist.

    Jetzt kommen wir auch endlich zu meinem Problem und zu meiner Frage! Ich habe mittlerweile so starke Selbstzweifel und Schuldgefühle. Außerdem fehlt mir die Zeit, als noch alles in Ordnung war... bin mir auch nicht sicher ob ich sie überhaupt richtig gekannt habe.
    Ist es wirklich so das ich durch mein kindisches Verhalten alles kaputt gemacht habe? Und das ich Probleme gesehen habe, wo gar keine sind? Habe ich zu hohe Erwartungen an eine Freundschaft?
    Stecke in einem totalen Loch und möchte auf so viele Fragen eine Antwort...
    Ich hätte euch gerne mehr Details gegeben, es ist so viel vorgefallen woran ich mir den Kopf zerbreche...denke aber das reicht erstmal.

    Danke euch schon einmal fürs lesen und hoffe auf einige Antworten!
    Schönen Sonntag noch.

  2. Avatar von Simplemind66
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    AW: War es überhaupt Freundschaft?

    Hallo Tina,

    ich hab deinen Beitrag gelesen und kann dir leider nur sagen: Sie will nicht.

    Ob sie dich ausgenutzt hat, kann und will ich nicht beurteilen.
    Dafür sind deine Angaben auch zu vage und das Verhältnis scheint zu kompliziert zu sein.

    Es ist immer schlecht, an solchen Beziehungen fest zu halten, sie ziehen dich nur runter.

    *Abhaken, Aufstehen, Krone richten, weiter gehen*
    simplemind
    _____________________________________

    Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte
    George Bernhard Shaw
    4.6.18

  3. Avatar von Sofiaa
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    AW: War es überhaupt Freundschaft?

    Ich glaube auch das ihr Interesse an der Freundschaft verloren gegangen ist oder nie so richtig bestanden hat.
    Als sie noch Single war hat sie dich gebraucht. Jetzt ist sie in einer Partnerschaft und braucht dich vermutlich nicht mehr.

    Ich würde abwarten, ob sie noch auf dich zukommt und weiter Kontakt möchte.
    Es wäre ja schön wenn sie dich mal einladen würde.
    Carpe diem

  4. Avatar von Unendlichkeit
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    AW: War es überhaupt Freundschaft?

    Das sehe ich auch so.

    Wenn sie dich wirklich vermisst, wird sie sich bei dir melden.
    "...es gibt höchstens hoffnungslose Menschen, aber nie hoffnungslose Situationen..."
    Sprichwort auf Oxtorne


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    AW: War es überhaupt Freundschaft?

    Zitat Zitat von tina-b Beitrag anzeigen
    Ist es wirklich so das ich durch mein kindisches Verhalten alles kaputt gemacht habe? Und das ich Probleme gesehen habe, wo gar keine sind? Habe ich zu hohe Erwartungen an eine Freundschaft?.
    Hallo!
    Du hast dich nicht kindisch verhalten! Freundschaft ist immer irgendwie ein Geben und Nehmen. Echte Freundschaft hält ein Ungleichgewicht eine Weile aus, durchaus auch längere Zeit.
    Wenn jemand in einer längeren Krise steckt (oder auch in mehreren hintereinander) und einfach Unterstützung braucht/bekommt, ist es für mich ein großer Unterschied, ob er das als Selbstverständlich ansieht und einfordert, oder ob derjenige es erkennt und wertschätzt. Dabei geht es nicht um eine „ewige Dankbarkeit“, Aufrechnen oder sowas, sondern darum, auch mal ein offenes Ohr zu haben, einen kleinen Gefallen zu tun, vielleicht einfach mal eine kleine Freude zu machen und Interesse am anderen zu haben.
    Eine gute Freundin stand letztes Jahr im Frühling z.B. mit einem bunten Tulpenstrauß bei mir vor der Tür mit den Worten: „Einfach mal so, weil du in letzter Zeit für mich da warst.“
    Das wäre definitiv nicht nötig gewesen, weil ich meine Freundin lieb habe und selbstverständlich für sie da bin. Und trotzdem hat mich die sehr herzliche Geste gefreut.

    Was hat dir die Freundschaft gegeben? Was möchtest du dir Gutes aus der gemeinsamen Zeit bewahren?


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    AW: War es überhaupt Freundschaft?

    Liebe tina_b,

    darf ich fragen- wie alt du bist?

    Deine Beschreibung klingt für mich sehr "abhängig" und ich glaube, dass in dir eine Verwechslung stattgefunden hat.

    Du erzählst selbst von deinem Verhalten, was beschreibt, wie hoch emotional für dich diese Beziehung ist.
    Ich denke, das sprengt den Rahmen einer "Freundschaft" bei weitem und es ist gut möglich, dass diese Frau in dir eine Rolle eingenommen hat, die über eine Freundschaft weit hinaus geht.

    Deine Formulierung "Mir hat es fast den Boden unter den Füßen weggezogen! " klingt für mich auch so tiefgreifend, dass es mich an das Gefühl von "Verlust von Vater oder Mutter" zu Kinderzeiten erinnert.
    Auch diese Selbstzerfleischung von Schuld und Selbstzweifel, passen doch eher in den symbiotischen Zusammenhang von Mutter und Kind.

    Vielleicht war diese Freundin für dich ein Ersatz für Menschen, die du zutiefst ersehnst, aber nicht hast!
    Sowas kann geschehen, wenn wir in unserem Elternhaus nicht wirklich gut "versorgt" wurden mit Liebe, Zuwendung und Stabilität- dann bleibt diese Sehnsucht "offen" und wir übertragen sie auf andere Menschen. Freunde werden dann zu einem Ersatz.

    Mach dir klar, dass du ohne diesen Menschen leben kannst und auch überleben.
    Ich glaube: Du hast sie nicht verloren- denn sie war noch nie so da, wie du es dir gedacht hast.
    Ich glaube: Deine Sehnsucht nach tiefster Innigkeit und Einheit, hat viel übersehen und nicht erkannt.

    Du bist nicht von ihr abhängig, du kannst auf deinen eigenen Beinen stehen und gehen.

    Du hast nichts falsch gemacht- du hast verwechselt und wenn dir das klar wird, kannst du ruhiger werden und ganz anders mit allem umgehen.
    Der Blick sollte also zuerst einmal auf DIR liegen......


  7. Registriert seit
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    AW: War es überhaupt Freundschaft?

    Guten Morgen zusammen,
    erst einmal vielen vielen lieben Dank, das ihr euch Zeit genommen habt!
    Wollte euch noch mal ein paar Eckdaten geben, damit ihr einen besseren Einblick erhaltet.
    Ich bin 32, Single, hab einen guten Job, Freunde und Familie. Bis vor 2 Jahren war mein Leben irgendwie noch in Ordnung! Würde sagen ich bin eine ziemlich unkomplizierte, pflegeleichte, humorvolle, freundliche und hilfsbereite Person. Hatte nie Probleme mit anderen Menschen. Die Person bin ich auch immer noch, nur wird das alles mittlerweile überlagert von starken Selbstzweifeln und Schuldgefühlen... hab das lange Zeit auf meinen stressigen Job geschoben und auf eine kleine Lebenskrise geschoben, denke aber mittlerweile das diese besagte Person einen großen Teil meiner Krise ausmacht.

    Ich denke die meisten von euch haben Recht! Ihr liegt nicht mehr soviel an unserer Freundschaft, da sie jetzt das hat, wonach sie sich so lange gesehnt hat. Das komische ist, mich haben die ganze Zeit über Leute gewarnt und gesagt, die serviert dich ganz schnell ab wenn sie dich nicht mehr braucht... wollte das aber nie glauben und dachte mir, mit mir wird das nicht passieren. Vielleicht ist das auch so ein Grund warum mich das so runterzieht, weil mich genügend Leute gewarnt haben und ich mir jetzt so doof vorkomme, weil ich mich immer für sie eingesetzt habe. Habe sie immer in Schutz genommen und auch noch Dinge entschuldigt.

    @sunflower1976: dein Text beschreibt genau das wie ich mir eine Freundschaft vorstelle. Hab immer gedacht irgendwann wenn bei ihr Ruhe eingekehrt ist, wird vielleicht mal etwas von ihr kommen...
    hmm was hat die Freundschaft mir gegeben... ich mochte ihren Humor, wir konnten über jeden quatsch lachen! Außerdem konnten wir über alles reden, da ich ihr komplett vertraut habe, was ich bis jetzt bei niemanden hatte. Wir lagen irgendwie auf einer Wellenlänge. Da wir auch zusammen gearbeitet haben, waren wir dort auch ein super Team. Das werde ich auch alles in guter Erinnerung halten!!! Wie an jedem vonn uns gab es aber auch Seiten an ihr die schwierig waren. Es muss wie im Eingangspost alles nach ihrer Nase laufen, hat mich aber nie großartig gestört, bis es irgendwann etwas verletzend wurde... das fing in der Zeit an als sie mich nicht mehr so wirklich benötigte..
    hier mal ein paar Beispiele...
    sie hat sich öfter um etwas gebeten zb. ob ich sie zum Arzt fahren könnte, oder mit ihr in die Stadt fahre, hab dann wenn es passte zugesagt. Einen Tag vorher hab ich dann gefragt, ob es dabei bleibt und wann es losgehen soll, dann bekam ich die Antwort „achso, du musst mich garnicht fahren“ oder „ich fahre jetzt mit...“ ich fand nicht schlimm, das sie jetzt mit jemand anderen gefahren ist, nur das sie mir nie wirklich abgesagt hat fand ich etwas blöd.
    Mir ging es einmal richtig schlecht und saß bei ihr und wollte reden, da hat sie mich ständig unterbrochen. Generell kam es mir meistens so vor, das meine Angelegenheiten sie nicht sonderlich interessieren. Dinge die mir wichtig waren wurden ignoriert.
    Wenn sie etwas brauchte, war ich zur Stelle. Wenn ich mal etwas wollte kamen ausreden. Außerdem war sie nur für mich da, wenn sie alleine war, sonst wurde ich die meiste Zeit ignoriert.
    Hab ihr am Anfang als sie in ihre neue Wohnung gezogen ist etwas für ihre Möbel beigesteuert. Als sie zum Schluss ausgezogen ist, wollte sie mir ein Teil ihrer Möbel verkaufen... das fand ich ziemlich seltsam, da ich die doch irgendwie auch mitbezahlt hatte.

    Es gab so viele Dinge die letzte Zeit die mich einfach nur noch verletzt haben! Kann sein das ich zum Teil übertrieben habe, aber ich kam mir zum Schluss vor wie der letzte Vollpfosten! Als Antworten bekam ich immer nur „bin halt nicht du“, „entweder gibt man etwas weil man das möchte, oder man lässt es halt“, „ich bilde mir alles ein“... keine Ahnung am Ende hab ich wirklich nur noch gezweifelt, ob ich übertreibe. Vor allem passt das eigentlich alles nicht mehr zu der Person, die ich mal kennengelernt habe... vielleicht war sie auch schon immer so, nur ich hab es nicht gesehen. Weiß auch das sie nie auf mich zukommen wird! Wenn ich nicht immer wieder den ersten Schritt gemacht hätte, hätten wir schon lange keinen Kontakt mehr. Sie ist der Meinung, das sie niemanden nachläuft und die Menschen auf sie zu kommen müssen. Ich teile diese Ansicht sogar teilweise, nur muss man manchmal auch mal kämpfen um Dinge die einen wichtig sind.


  8. Registriert seit
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    AW: War es überhaupt Freundschaft?

    @kenzia: Erstmal vielen Dank für deinen Kommentar.
    Vielleicht könntest du recht haben, ich kenne ein solches Verhalten von mir eigentlich nicht. Ich reagiere auch selten so emotional, wenn mal etwas nicht so läuft. Hab mich oft gefragt, warum sie mir so wichtig ist... und vor alles warum mich vieles so hart trifft und ich es nicht schaffe „good bye“ zu sagen.
    Es war von Anfang an so, das sie mich irgendwie gebraucht hat. Sie hatte immer irgendwelche Probleme in ihrem Leben und ich stand ihr zur Seite. Sie kam sehr oft zu mir mit ihren Sorgen und Problemen, das kannte ich so nicht. Meine Freunde wissen das sie sich auf mich verlassen können, aber so wirklich sein Herz hat noch niemand bei mir ausgeschüttet.
    Es war wenn ich ehrlich bin, schön mal für jemanden da zu sein und ich hab irgendwie gehofft, das wenn ich mal große Probleme habe, das ich dann auch auf sie zählen kann.
    Denke das es mir schwer gefallen ist, mich von ihren Dingen abzugrenzen, das ist dann irgendwann zu einem Problem geworden.

    Glaube das dein Text genau das trifft, was passiert ist... aber es ist sooo schwer das zu akzeptieren. Das man sich selbst belogen hat, oder besser gesagt nicht in der Realität gelebt hat. Aber eure Antworten helfen mir, das besser einschätzen zu können.

  9. Avatar von bifi
    Registriert seit
    02.02.2007
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    AW: War es überhaupt Freundschaft?

    Hallo Tina,
    bleib dran an dem, was Kenia schreibt.
    Es liest sich so, als leidest Du unter Trennungsschmerz. Das fühlt sich an wie ein Entzug, und kann lange dauern, ja stetig ein kleines bisschen besser, aber langsam. Du musst Geduld mit Dir haben.
    Glaube mir, Du wirst frei werden und eigenständig.
    "Schau lange und genau auf die Dinge, die dich erfreuen - zumindest länger als auf die Dinge, die dich ärgern."
    Sinonie - Gabriele Colette


    Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmt
    Aristoteles - Griechischer Philosoph

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