+ Antworten
Seite 6 von 10 ErsteErste ... 45678 ... LetzteLetzte
Ergebnis 51 bis 60 von 94
  1. Avatar von Blila1
    Registriert seit
    11.07.2019
    Beiträge
    6.100

    AW: Lieber glücklich ohne Freund/innen als unglücklich mit?

    Zitat Zitat von Lollla Beitrag anzeigen
    Und tatsächlich finde ich es befreiend, hier von einigen von euch zu lesen, wenn ihr wenige oder keine Freunde habt. Ich finde es richtig 'groß', dass ihr dies hier so offen schreibt!
    Wären die Menschen im Reallife nur auch so ehrlich und offen,
    ich könnte jetzt schreiben: dann fang du doch damit an. ich weiß, dass es nicht einfach ist, gegen den mainstream eine eigene - andere - Sicht- und Lebensweise zu vertreten. Mit jedem mal wird es aber leichter, wird dir Gegenwind weniger ausmachen (man kann das sogar genießen). Das Problem bisher war ja, dass du dich falsch und die Anderen richtig gefunden hast. Wer bestimmt das, wenn nicht du selbst?


  2. Registriert seit
    13.08.2014
    Beiträge
    84

    AW: Lieber glücklich ohne Freund/innen als unglücklich mit?

    Zitat Zitat von Blila1 Beitrag anzeigen
    ich könnte jetzt schreiben: dann fang du doch damit an.
    Mache ich schon.
    Nur schaue ich schon, wem ich das sage, denn auf keinen Fall soll diese nüchterne Feststellung weinerlich, selbstmitleidig klingen ... Nee, ich stehe schon zu dem, was ist. Klarkeit und Ehrlichkeit sind mir wichtig, ohne andere verschrecken zu wollen ...
    Aber ich weiß nicht, ob dies so klar aus meinem Post zu lesen war: Heute habe ich Freunde. Noch immer nicht viele. Aber ausreichend. Wenn mir etwas auf der Seele brennen würde, gibt es Menschen, denen ich das mitteilen könnte.


  3. Registriert seit
    13.08.2014
    Beiträge
    84

    AW: Lieber glücklich ohne Freund/innen als unglücklich mit?

    Zitat Zitat von Hair Beitrag anzeigen
    Manche haben ja das Pech wie es zb Lolla schildert, seit frühester Jugend keine Freunde, wurde sogar gemobbt.
    Da kannst Du doch nicht sagen, dass sie sich keine Mühe gegeben hat.

    Sie ist das Opfer.
    Hoh! Stopp! Nein, ich bin kein Opfer. Das klingt so passiv. Natürlich habe ich auch meine Anteile daran gehabt!
    Es war nur in meinem Fall als Mobbingopfer (verwende dieses Wort jetzt doch mal) so, dass ich mich über einen längeren Zeitraum in meine (verhasste!!) Rolle einfand, wenn auch sehr unglücklich darüber: Mein Platz war am Rand der Gruppe, quasi als Paria.

    Heute ist das definitiv anders. Aber diese alten Gefühle und Überzeugungen sind noch zu einem Teil da. Habe schon hart daran gearbeitet, aber das hat sich tief eingebrannt...

  4. Avatar von Hair
    Registriert seit
    31.12.2014
    Beiträge
    3.072

    AW: Lieber glücklich ohne Freund/innen als unglücklich mit?

    Zitat Zitat von Lollla Beitrag anzeigen
    Hoh! Stopp! Nein, ich bin kein Opfer. Das klingt so passiv. Natürlich habe ich auch meine Anteile daran gehabt!...
    Ich habe mir vor dem post überlegt, ob ich Opfer schreibe. Ich weiß kein anderes Wort dafür. Natürlich warst Du Opfer, ich übrigens auch. Meine Anteile daran waren, dass ich jünger war als die anderen in meiner Klasse und Probleme mit der beginnenden Pubertät hatte.

    Andere Mobbingopfer waren - zu dick, zu groß, zu klein, Brillenträger, keine Markenklamotten usw.

    Also diese Anteile sind mE zu vernachlässigen. Alles andere ist zudem das beliebte Spiel Täter-Opfer - Umkehr.

    Ich mußte die Klasse wiederholen und kam zu netten Leuten.

    Diese Episode hatte aber zur Folge, dass mein Selbstbewußtsein enorm litt. Außerdem bekam ich eine sehr negative, zynische Sicht auf das Leben und meine Mitmenschen.

    Ich habe sehr lange nicht verstanden, wie man so gehässig sein kann wie einige meiner Klassenkameraden. Das witzige daran ist, dass, wenn ich die heute treffe, die sich an nichts erinnern können, nur, dass sie selbst Riesenprobleme in der Klasse hatten.

    Mit einem habe ich mich mal eine 3/4 st während einer Bahnfahrt unterhalten. Eine gute Schauspielübung für mich. Mir blieb nichts übrig, wenn ich nicht grob unhöflich sein wollte.

    Die Erkenntnis daraus habe ich für mich noch nicht so ganz gezogen. Das überfordert mich noch, ich will noch nicht vergessen und verzeihen. Die Banalität meines damaligen Elends überfordert mich noch.

    Und dass mich viel später meine beste Freundin als Alibi fürs Fremdgehen benutzt hat, möchte ich auch nicht vergessen.

    Dieses allzumenschliche hat mir den Glauben daran, dass Menschen etwas anderes sind als eine „Krokodilsbrut“ so ziemlich ausgetrieben.


    Natürlich bin auch ich nicht fehlerfrei und auch nicht mein Alleinunterhalter, darum pflege ich Beziehungen zu Bekannten. Freunde möchte ich sie nicht mehr nennen.


  5. Registriert seit
    31.08.2019
    Beiträge
    41

    AW: Lieber glücklich ohne Freund/innen als unglücklich mit?

    Zitat Zitat von Spatz22 Beitrag anzeigen
    (...)
    Doch. Genau damit, dass du eine stabile Familiensituation hast, wo man sich auch regelmäßig trifft, hat deine Haltung zu tun.
    Ich muss dazu einfach was sagen. Wir sind nicht die Waltons. Ich wollte nur damit zum Ausdruck bringen, dass ich nicht komplett allein bin, sondern ein Netz habe. Mittelgroße Familie ist ebenso dehnbar wie regelmäßig sehen.

    Hair, , dein Posting hat mir gut gefallen.

    Zitat Zitat von Hair Beitrag anzeigen
    (...)
    Im übrigen verstehe ich nicht, wie hier user dann unbedingt beschreiben müssen, wie toll ihre Freunde sind. Ist ja nett für sie.
    Ich freue mich darüber. Nur, finde ich hier bei diesem Thema nicht angebracht.
    Das wirkt so ätschibätsch, ich hab so tolle Freunde und ihr nicht.
    Das soll doch in diesem Strang nicht so sein, er soll doch denen Mut machen, die imMoment noch traurig sind, weil sie meinen ohne Freunde ist das Leben nur halb so schön. Das kann einen schon sehr traurig machen,.
    Schrieb schon Schopenhauer, der zeitlebens keinen Freund hatte.

    Deshalb freue ich mich über diesen Strang liebe TE.
    Ja! Ich wollte denen, die hadern, zu verstehen geben, dass es einige gibt, die nicht den supergroßen Freundeskreis haben, immer auf Achse sind - und trotzdem muss das nicht traurig sein bzw. man sich minderwertig fühlen.

    Lila

  6. Avatar von Spatz22
    Registriert seit
    29.09.2013
    Beiträge
    4.308

    AW: Lieber glücklich ohne Freund/innen als unglücklich mit?

    Gut, aber man könnte es auch so lesen: was habt ihr alle nur für Probleme mit Freundschaften und Bekannten? Ich brauche das nicht, das ist doch anstrengend!
    Dabei hast du sehr wohl Leute im Hintergrund, die dich annehmen wie du bist: deine Familie. Aus der Position ist es eben doch etwas ignorant, anderen, die vielleicht nicht mal eine gute Familieneinbindung haben, zuzurufen: ihr könnt euch auch ohne Freunde wohlfühlen!

  7. Avatar von Annilein
    Registriert seit
    20.08.2004
    Beiträge
    5.140

    AW: Lieber glücklich ohne Freund/innen als unglücklich mit?

    Das ruft doch keiner?
    Heute ist die gute alte Zeit von morgen (Karl Valentin)

  8. Moderation Avatar von Marie-Madeleine
    Registriert seit
    01.04.2010
    Beiträge
    23.845

    AW: Lieber glücklich ohne Freund/innen als unglücklich mit?

    Spatz, ich glaube, Du verstehst das Ausgangsposting falsch. Es geht doch nicht darum, Freundschaften und die Menschen, denen sie wichtig sind, zu diskreditieren. Es wird einfach nur eine andere Sichtweise aufgezeigt, nämlich dass es auch eine Variante in Gottes großem Tiergarten ist, dass man auf Freundschaften nicht so großen Wert legt und seine Sozialkontakte auf andere Art lebt. Oder vielleicht auch einfach nicht so viele braucht (auch wenn gerne suggeriert wird, dass man irgendwie eine Macke haben muss, wenn man nicht gerne 24/7 von Leuten umgeben ist).

    Der eine tankt Kraft beim Zusammensein mit Menschen, hat gerne viel vor, braucht Action, gemeinsame Unternehmungen, viel Input, der andere schöpft seine Energie eher aus der Ruhe, Zurückgezogenheit und Hobbys, denen man gut alleine nachgehen kann.

    Das eine ist nicht besser oder schlechter als das andere, es ist einfach nur eine Typfrage.
    May you be surrounded by friends and family,
    and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.

    Leonard Cohen


    Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
    Erich Kästner

  9. Avatar von Avocado_Diaboli
    Registriert seit
    01.06.2017
    Beiträge
    2.315

    AW: Lieber glücklich ohne Freund/innen als unglücklich mit?

    Letztlich ist es doch so: Es gibt vier Varianten, wie man sich soziale Wärme holt; aufgefangen wird, geliebt wird, sich ausquatschen kann. Irgendwem, dem es nicht egal ist, was mit dir passiert.

    - 1. Die Ursprungsfamilie (Eltern, Geschwister et al.)
    - 2. Die eigene Familie (Partner, ggf. Kinder)
    - 3. Freunde
    - 4. Keiner

    Es kann mir keiner erzählen, dass er sich mit 4. wirklich rundherum wohlfühlt. Nur gelegentlich mal mit oberflächlichen Bekannten/Kollegen quatschen oder sich mal beim Pastor oder Therapeuten aussprechen, das ist kein Ersatz. Ich unterscheide zwischen allein sein und einsam sein... Und 4. ist einsam.

    Es gibt Lebensphasen, da geht das ganz schnell. So in der Mitte des Lebens: Eltern alt + gebrechlich bzw. schon tot, Geschwister evtl. gar nicht erst vorhanden oder mit ihrem eigenen Leben beschäftigt, keine Kinder, Trennung vom Partner, und die Freunde sind alle mit Nestbau und Ehe oder sonstwas beschäftigt. Da schaut sich man sich schnell verdutzt um.
    Bevor du bei dir selbst Depressionen oder ein geringes Selbstwertgefühl diagnostizierst, stelle erstmal sicher, dass du nicht komplett von Arschlöchern umgeben bist.
    - Sigmund Freud
    Geändert von Avocado_Diaboli (29.11.2019 um 14:27 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Lieber glücklich ohne Freund/innen als unglücklich mit?

    Zitat Zitat von Marie-Madeleine Beitrag anzeigen
    Oder vielleicht auch einfach nicht so viele braucht (auch wenn gerne suggeriert wird, dass man irgendwie eine Macke haben muss, wenn man nicht gerne 24/7 von Leuten umgeben ist).
    Das find ich jetzt zu schwarz-weiß. Man kann ja auch stille und ruhige situative Einzelkontakte haben, ohne Trubel und ständiger Clicquenaction (schauder).

    Dass man nur en famille/mit Ehegespons durchaus zufrieden leben kann glaub ich sofort, wieso auch nicht.

    Trotzdem find ich es eine Bereicherung, wenn man auch außerfamiliäre Kontakte zu Menschen hat, die einen einfach so mögen, nicht nur weil man mit ihnen verwandt oder verheiratet ist . Es macht die Welt halt einfach bunter.

+ Antworten
Seite 6 von 10 ErsteErste ... 45678 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •