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  1. Registriert seit
    28.03.2018
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    AW: Lieber glücklich ohne Freund/innen als unglücklich mit?

    Zitat Zitat von freilebig Beitrag anzeigen
    Sobad die Paarbildungs-und Familienphase losging, nahmen die Freundschaften an Bedeutung ab. Man ist gut versorgt, hat jemanden an der Hand für die körperliche Unterstützung und für Freizeitaktivitäten.
    Und allzuoft steht man dann allein da, wenn der Partner dann doch abhanden kommt - und wundert sich dann, dass keiner auf einen gewartet hat. Auf Frauen, die sich nur auf Freundschaften besinnen wenn sie grad keinen Mann haben können die meisten nämlich gut verzichten.

    Ich selbst könnte (und kann) ohne Mann gut leben - ohne Freunde und Bekannte nicht.

    Und das, obwohl ich sehr gern allein bin.


  2. Registriert seit
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    AW: Lieber glücklich ohne Freund/innen als unglücklich mit?

    Zitat Zitat von Fraulilablau Beitrag anzeigen
    Dieser Gedankengang kommt mir immer wieder, wenn ich im Freundschaftsforum lese. Es scheint oft zu knirschen und manch eine scheint mit ihren Freundschaften nicht glücklich, es scheint eher Energie (neg) zu kosten.
    Wenn ich sage, dass ich keine Freundinnen habe, hört sich das so traurig an. Ich spreche jetzt von 3-4-5 Freundinnen, die ich mehr oder weniger lange kenne und regelmäßig sehe. Das habe ich nicht. Ich bin aber nicht einsam oder traurig. Ich gehe zum Sport, habe da jemandem zum Plaudern. Ich arbeite und habe nette Kolleginnen, mit denen ich auch mal was privat mache. Zwei Schulfreundinnen sehe ich sehr selten.
    Das war’s. Ich möchte hiermit denen Mut machen, die sich hier oft jemanden wünschen. Man kann versuchen, mit wenig Freunden (aber sozialen Kontakten) glücklich zu werden.
    Ich kenne mehrere Menschen, die eine ähnliche Einstellung zu diesem Thema vertreten wie du und wirklich glücklich damit sind. Nicht alle Menschen brauchen Freunde, um ein zufriedenes Leben zu führen. Ich habe mein Wohlbefinden in der Vergangenheit zu sehr von Freundschaften abhängig gemacht und bin damit mehrmals gewaltig auf die Schnauze gefallen. Jetzt sehe ich die Sache anders. Ich treffe mich mit Menschen, um eine schöne Zeit mit ihnen verbringen. Wenn sich daraus Freundschaften entwickeln, ist das natürlich prima. Aber ich kann es nicht erzwingen und achte darauf, dass es mir trotzdem gut geht.


  3. Registriert seit
    13.08.2014
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    82

    AW: Lieber glücklich ohne Freund/innen als unglücklich mit?

    Ich gehöre zu den Personen, die nie eine beste Freundin hatten. Auch generell war ich nie so wirklich mit besonders guten oder vielen Freunden gesegnet und ich muss sagen, dass ich das schon immer als großen Makel meiner Person empfunden habe!

    Schon immer fand ich, dass 'man' nunmal Freunde hat, dass insbesondere Frauen 'immer' eine beste Freundin haben. Und weil ich noch nie in dieses Raster hineinpasste, war ich schon seit jeher der Ansicht, dass DAS nur an mir liegen kann ... Und der Schmerz darüber war immer groß, insbesondere als Kind oder Jugendliche habe ich das so empfunden. Ich dachte, da kann nur mit mir etwas nicht in Ordnung sein!!

    Bis heute 'glaube' ich nicht wirklich daran, dass Menschen MICH als Freundin haben wollen. Bis heute frage ich mich immer wieder, was gewisse Leute, Freunde immer wieder den Kontakt zu mir suchen lässt ... Ist es, weil ich ihnen in gewisser Weise 'nützlich' bin?

    Ihr seht - daraus ist ein großes Misstrauen, was freundschaftliche Intentionen mir gegenüber anbelangt, entstanden, ein regelrechter Komplex.
    Und heute verstehe ich diesen Komplex auch, denn während meiner Schullaufbahn war ich ständigem Mobbing ausgesetzt. Zumindest in meinem Fall entstand daraus die Überzeugung, dass das nur an mir liegen kann, dass ICH nicht richtig bin.

    Diese Überzeugung macht es mir bis heute (48 Jahre!) sehr schwer, an 'Freundschaft zu glauben', Freundschaft zu leben.

    Heute habe ich mir mein Leben jedoch so eingerichtet, dass ich ziemlich autark lebe, in fast jeder Hinsicht. Und ich bin stolz darauf, dass es mir (mittlerweile) gut damit geht!

    Und tatsächlich finde ich es befreiend, hier von einigen von euch zu lesen, wenn ihr wenige oder keine Freunde habt. Ich finde es richtig 'groß', dass ihr dies hier so offen schreibt!
    Wären die Menschen im Reallife nur auch so ehrlich und offen, anstatt 'Jan en alleman' immer als 'Freunde' zu bezeichnen ...

  4. Avatar von Spatz22
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    AW: Lieber glücklich ohne Freund/innen als unglücklich mit?

    Es wurde in dem einen oder anderen Beitrag schon angedeutet. Meine erste Frage zielte auch in diese Richtung:
    Wenn man aus so einer relativ sicheren, geborgenen Position, eingebunden in Familienleben (Mann&Kinder) plus erweiterte Familie in unmittelbarer Nähe heraus schreibt: ach, Freunde sind doch nicht so wichtig - dann finde ich das leicht unbedacht.
    Du erlebst Zugehörigkeit, da sind Leute zum Zuhören, Leute, auf die du dich felsenfest verlassen kannst, Leute, die wie selbstverständlich da sind, nicht zwei Autostunden entfernt, sondern bei dir zuhause und um die Ecke. Die dir die Blumenkübel mithelfen in den Keller zu tragen, Tee bringen, wenn du krank wirst, deine Kinder betreuen, wenn du auf eine Abendveranstaltung gehen möchtest ohne dass du dafür einen Babysitter engagieren musst, die dir die schwere Kommode entsorgen helfen... Menschen, die dir auch das Gefühl geben, dass du gebraucht wirst, für die du wie selbstverständlich da bist ohne dass du dir Gedanken machen musst, ob du dich aufdrängst...
    Genau davon handeln viele Stränge im Freundschaftsforum.
    Da nun zu sagen: hach, es geht auch ohne, macht euch doch nicht so einen Kopf, berücksichtigt all jene nicht, die diese Sicherheit und Geborgenheit einer eigenen Familie nicht haben, nicht den Ansprechpartner für akute Fassungslosfälle, die man sonst alleine verdauen muss. Das Gefühl, einander vertraut zu sein, dass die anderen einen kennen und trotzdem mögen, das ist wichtig. Du hast das in der Familie. Andere suchen sich dafür Freunde. Sie haben entweder keinen guten Draht zur Ursprungsfamilie oder sie wohnt viel zu weit weg, der Partner ist gefühlsmäßig vielleicht eher ein Klotz oder nicht sonderlich unternehmungslustig, trotzdem liebenswert oder es gibt gar keinen Partner, bei manchen auch keine Kinder oder Enkelkinder.

    Allein zurechtkommen, gut, lernt man mit der Zeit. Es gibt Babysitter, Gartenhilfen, Therapeuten...Aber nichts ersetzt doch eine kleine Gemeinschaft, ein Gefühl der Zugehörigkeit, zumal es ja nicht nur ums Nehmen und Versorgtsein geht, sondern auch um das Bedürfnis, zu geben und das Gefühl, gebraucht zu werden.

    Zitat Zitat von Fraulilablau Beitrag anzeigen
    Nein, meine Familie (mit dem Begriff „Ursprungsfamilie kann ich pers nichts anfangen) hat damit nichts zu tun, die habe ich schon länger.
    Doch. Genau damit, dass du eine stabile Familiensituation hast, wo man sich auch regelmäßig trifft, hat deine Haltung zu tun.

    Und was vorbei oben geschrieben hat, kann ich unterstreichen. Erst wenn der Partner nicht mehr da ist, merkt man erst, was fehlt, selbst für die belanglosesten Dinge.
    Wenn du von der Arbeit heimkommst und dich etwas beschäftigt hat ...oder dir jemand beim Einkaufen den letzten Parkplatz weggeschnappt hat...und du es nicht unmittelbar loswerden kannst. Zu unwichtig, eine Bekannte deswegen anzurufen, aber in der Summe etwas, das man dann lernen muss, mit sich allein auszumachen.
    Mit wem besprichst du die Trennung? Mit losen Bekannten?
    Oder wenn du dich wieder auf Männersuche begibst - mit wem redest du über deine Enttäuschungen, wenn du keine Geschwister in der Nähe oder in gutem Verhältnis hast?
    Menschen, die du gerade erst kennengelernt hast? Nein, dazu sind gute Freunde da.
    Die kann man aber nicht aus dem Hut zaubern, wenn man sich nie darum gekümmert hat.
    Geändert von Spatz22 (26.11.2019 um 21:22 Uhr)


  5. Registriert seit
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    AW: Lieber glücklich ohne Freund/innen als unglücklich mit?

    Ich habe eine allerliebste Freundin gehabt. Die ist weggezogen. Dennoch: Immer wenn wir uns sehen, ist ein Gefühl der Vertrautheit und Wärme vorhanden. Ich konnte ihr wirklich zu 100 % vertrauen. Habe ich ihr etwas erzählt, so hat sie es nie weitergetratscht oder sie hat sich nie auf so billige Witzchen auf meine Kosten eingelassen, sondern mich immer in Schutz genommen oder dem Lästerer einen übergebraten. Immer loyal, immer treu.

    Das kann man sich nur wünschen. Das ist aber sehr selten und ich bin schon von anderen Freundinnen enttäuscht worden.

    Wenn man selbst so jemand ist, der zu 100 % zu seinem Freund steht und dann aber eben Leute trifft, die eben nicht so sind, dann kann man besser auf solche Leute verzichten.

    Im Übrigen kann ich mich auf meine Familie verlassen, die sind einfach sehr loyal. Aber das ist dann auch meine Messlatte für Freunde.

  6. Avatar von Hair
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    AW: Lieber glücklich ohne Freund/innen als unglücklich mit?

    @Spatz, natürlich hast Du recht, es wäre schön, wenn immer jeder nette Leute kennen würde, wo sich eine Freundschaft draus ergibt.
    Das ist ja aber nun mal nicht so. Es ist enorm schwierig richtig nette Leute kennenzulernen, die einen selbst auch nett finden, zu einem passen und dann auch noch Freunde werden.

    Manche haben ja das Pech wie es zb Lolla schildert, seit frühester Jugend keine Freunde, wurde sogar gemobbt.
    Da kannst Du doch nicht sagen, dass sie sich keine Mühe gegeben hat.

    Sie ist das Opfer. Völlig verständlich, dass sie mit Vorbehalten durchs Leben geht.

    Ich hatte das Glück schon mehrere Freundschaften gehabt zu haben und auch Mitglied eine Clique gewesen zu sein.
    Das hat nicht für die Ewigkeit gehalten. Eine räumliche Trennung überwindet man nicht immer.
    Oder andere Dinge.
    Trotzdem habe auch ich Mobbing erlebt, wie man hört, ist da heute in den Schulen noch häufiger als früher der Fall.

    Da bin ich doch froh über jeden, der von sich sagen kann, ich kann auch ohne Freundschaften gut leben.

    Niemand wird eine Freundschaft deshalb ablehnen, wenn es sich doch ergibt, sondern erfreut annehmen.

    Im übrigen verstehe ich nicht, wie hier user dann unbedingt beschreiben müssen, wie toll ihre Freunde sind. Ist ja nett für sie.
    Ich freue mich darüber. Nur, finde ich hier bei diesem Thema nicht angebracht.

    Das wirkt so ätschibätsch, ich hab so tolle Freunde und ihr nicht.

    Das soll doch in diesem Strang nicht so sein, er soll doch denen Mut machen, die imMoment noch traurig sind, weil sie meinen ohne Freunde ist das Leben nur halb so schön. Das kann einen schon sehr traurig machen,.
    Schrieb schon Schopenhauer, der zeitlebens keinen Freund hatte.

    Deshalb freue ich mich über diesen Strang liebe TE.

  7. Avatar von Spatz22
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    AW: Lieber glücklich ohne Freund/innen als unglücklich mit?

    Hair, ich bezog mich auf den Beitrag von "_vorbei", nicht auf den von Lolla.
    Das ist ein ganz anderer Hintergrund.
    Ich schrieb zum Ende meines Beitrages von jenen, die sich nur noch auf ihre Familie konzentrieren, alte Freundschaften auslaufen lassen und auch gar keine Lust haben, neue zuzulassen.

    Lolla hat sich "autark" eingerichtet. Von einer sie unterstützenden Familie wie bei der TE in allen Lebenslagen lese ich nichts. Da kann Lolla zu Recht stolz sein.

  8. Avatar von Annilein
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    AW: Lieber glücklich ohne Freund/innen als unglücklich mit?

    Das eine schließt das andere ja nicht aus. Es gibt ja genug Leute mit Familie und großem Freundeskreis.
    Ich denke auch es ist Typsache.
    Wenn mir ein fester Kreis super wichtig ist werde ich wohl immer versuchen einen zu haben.
    Dann akzeptiere ich eher auch Leute wo es nicht so wirklich gut passt.
    Ich habe eine Freundin bei der es so ist, sie toleriert vieles was ich unterirdisch finde.
    Heute ist die gute alte Zeit von morgen (Karl Valentin)

  9. Avatar von Kleiner_Vogel
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    AW: Lieber glücklich ohne Freund/innen als unglücklich mit?

    Interesantes Thema!

    Ich bin auch ein absoluter Einzelgänger und mache die meisten Dinge lieber alleine als mit jemandem zusammen.
    Das ist schon sehr lange so und ich habe mich durch einige Jahre im Ausland leben auch daran gewöhnt und kenne es irgendwie nicht nders.

    Es wundert mich ein bisschen, wenn manche schreiben: Sie hätten gar keine Freundinnen, aber doch so ein paar, mit denen sie sich treffen und telefonieren. Das würde ich nicht als "keine" bezeichnen.

    Ich habe tatsächlich nur zu ein paar Menschen persönlichen Kontakt und auch keine große Familie: Mein Partner. Ein Freund. meine Mutter, mein Vater. Eine Tante, die eher wie eine ältere Freundin ist. Dann noch 3 mit gelegentlichen KOntakt, der aber nicht sooo vertraut ist.

    Thats it.


  10. Registriert seit
    28.03.2018
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    AW: Lieber glücklich ohne Freund/innen als unglücklich mit?

    Zitat Zitat von Kleiner_Vogel Beitrag anzeigen
    Ich bin auch ein absoluter Einzelgänger und mache die meisten Dinge lieber alleine als mit jemandem zusammen.
    Ich auch!

    Trotzdem finde ich, man braucht immer Menschen, die einen mögen, und die man mag. Klar, das kann auch Familie sein, aber das hat halt oft so was von nur im eigenen Saft schwimmen. An meinen Freunden mag ich grad, dass sie anders sind und anders leben, mich bereichert das einfach sehr.

    Ich hatte als junge Frau wenig Freunde - und ich weiß auch warum, das lag schon an mir und meiner Einstellung und nicht an den anderen. Heute finde ich, es gibt jede Menge freundlicher Menschen, mit denen sich was entwickeln kann, wenn man auf das Verbindende schaut statt sich auf das Trennende zu focussieren. Oft ist es einfach auch eine gewisse Strenge der Beurteilung von anderen, mit der man sich im Weg steht.

    Ich finde Freunde eben vor allem auch ein Korrektiv, und ich glaube, ohne das kann man sich kaum weiterentwickeln, dazu braucht es schon intensiven und auch konträren Austausch mit verschiedensten Leuten.

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