Danke, Charlotte.
Weil Bert es eben toll macht, und wir u.a. deswegen davon ausgehen, dass Berta auch toll waere. Klingt doof, aber weisst Du, wie ich meine? Dass wir sie dann sozusagen im "Set" haetten. Meine Guete, das klingt noch bloeder.Aber kannst Du das Gefuehl nachvollziehen, dass man, wenn ein Partner einen guten Job macht und man den anderen auch toll findet, so als Mensch, man dann eben gerne das "komplette Paar" an Bord haette?
Das Babybrain kostet mich offenbar meine Kommunikationsfaehigkeit.
Ja, ich verstehe, wie Du meinst. Aber das ist echt der riesige Elefant im Raum. Und da denke ich schon auch ein bisschen an den Satz von PhoeNixa, dass Berts Schmerz vom Ignorieren ja nicht weggeht. Und wie sollten wir sonst erklaeren, dass wir auch eine Abelehnung verstuenden? Wenn ich jetzt nur schreibe: "Bert. Du machst das grossartig, und wir wuerden uns wuenschen, auch Berta als Patin dazuzuholen" - da bleibt irgendwie gar kein Raum fuer eine Ablehnung.
Oder anders: Bei einer Ablehnung muessen sie das schmerzliche Thema sowieso mindestens andeuten. Wenn ich das komplett ausspare, stelle ich mich doch nur als ignorant dar, meinst Du nicht? Als ob mir nicht klar, oder schlimmer noch, egal waere, dass ihm das arg ist. Wobei das a) an seinem momentanen Verhalten offensichtlich ist und er es mir b) explizit gesagt hat.
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Ergebnis 11 bis 20 von 77
Thema: Ist das "hintenrum"?
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16.11.2019, 23:50
AW: Ist das "hintenrum"?
Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer
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16.11.2019, 23:55Inaktiver User
AW: Ist das "hintenrum"?
Ich versteh dein Anliegen. Überlege nur, wie man es etwas entenmotionaliseren kann, damit ER sieht, was er tolles macht und WEISS, dass ihr ihn versteht UND sie dennoch auch Patin sein kann.
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16.11.2019, 23:58
AW: Ist das "hintenrum"?
kaffeesahne, herzlichen Dank fuer Deine Gedanken! Da ist ganz viel fuer mich dabe. Ich bin jetzt zu erschossen, um darauf einzugehen und muss vor dem naechsten Stillen noch ein bisschen Pause machen, aber echt, danke schonmal! Das Einzige, was ich noch loswerden moechte ist, dass ich natuerlich meinen Beistand angeboten habe, aber "Bert" machte sehr deutlich, dass er darueber nicht (mehr) reden kann und will. Da ist dann die Beziehung so "abgeflacht", weil ich eben die "Tuere offen lassen" wollte, ihm aber nicht das Thema vorgeben. Ich habe die Themenwahl eben komplett ihm ueberlassen, und das beschraenkt sich eben seitdem auf ab und zu mal was von der Arbeit, oder in witziges Meme, oder ein "schoenen Feiertag Euch", sowas in der Richtung.
Liebend gerne haette ich seinen Schmerz geteilt oder besprochen, so wie frueher. Aber wenn ihm das nicht guttut, kann ich ihm das schlecht aufzwingen, bloss weil ich es gerne haette.
Tja, genauso wie das eventuelle Patenamt von Berta, eigentlich.
Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer
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17.11.2019, 00:00Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer
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17.11.2019, 00:54Inaktiver User
AW: Ist das "hintenrum"?
Liebe Flau,
Ich finde dich sehr einfühlsam und denke, du kriegst das schon hin!
Deine Frage war eigentlich, ob es „hintenrum“ ist, die Frau anzusprechen - und ich würde in diesem Fall tatsächlich sagen, dass es das wäre. Schreib oder sprich mit beiden, das ist offener und beiden mehr zugewandt.
Im übrigen ist es auch bei uns so dass mein Mann sehr darunter leidet, dass wir einen weiteren Kinderwunsch nicht realisieren konnten (und wir haben mehrere, also wirklich ein „Luxusproblem“). Es ist für ihn ein viel schmerzhafteres Thema als für mich - mich irritiert schon auch, wie ungewöhnlich du das findest.
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17.11.2019, 01:12
AW: Ist das "hintenrum"?
Gerne!
Ich finde auch, wenn es an die Frage geht, ist dein Brief an beide das Beste!Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!
Andra tutto bene!
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17.11.2019, 08:46Inaktiver User
AW: Ist das "hintenrum"?
Liebe Flau,
ich selbst
betrachte deine Situation und, was du tun könntest- doch anders als das vermutete "schreib an beide"
Für mich liegt der Blick zuerst einmal auf DIR!
Du gehst mit der Situation sehr intensiv in Kontakt und ich glaube, dass du gerade sehr in deinen eigenen alten Gefühlen steckst.
Es liest sich sehr nach Mit-leid....nach mit-leiden mit deinem Cousin.
Nachdem du ja tatsächlich in derselben Situation warst, ist es auch ganz leicht, sofort in diese Spuren zu rutschen.
Die offensichtliche Verletzlichkeit deines Cousins, berührt dich zutiefst und bringt dich in diese deine Hilflosigkeit- dein Thema anzusprechen.
Wir sind jetzt also erst einmal nur bei DIR
Und ich würde dir empfehlen dir klar zu machen- was sind deine Gefühle und was seine!
Bei aller "Gleichheit"- bleibt jeder individuell und es geht auch jeder anders damit um.
Diese Trennung zwischen ihm und dir- ihr empfindet nicht genau dasselbe! - ist für deine Handlungsfähigkeit sehr wichtig.
Und wir reden nicht nur vom Handeln im Außen sondern vor allem von der inneren Haltung!
Und damit komme ich zum nächsten Teil, der mir auffällt:
Obwohl du einerseits diese ganz schwierige Situation zutiefst verstehst- scheint es für dich sehr klar zu sein, dass es dennoch eine zweite Patenschaft geben "sollte".
Ich würde erwarten, dass du bei allem Verständnis, primär nicht mehr davon ausgehst, dass das so kommt und daher auch ein Ansprechen wesentlich einfacher und lockerer wäre! (die Angst liegt ja in einem "nein", welche gering wäre, wenn du dieser Antwort viel Raum geben würdest).
Hier sieht man schön, wie unterschiedliche Anteile in dir arbeiten und hier sogar gegeneinander ausgerichtet sind
1. Ich- würde an deiner Stelle- mir zuerst einmal ansehen, was mein eigener Schmerz ist und den ganz bewusst von diesem Cousin "wegnehmen".
Mitgefühl ist eines- Mitleid was anderes und so verständlich das gerade ist- es behindert die ganze Situation.
Und dann erst einmal schauen, wie es sich für dich jetzt anfühlt- kann sein, dass dir dann der Weg ganz klar ist.
2. Ich würde ein Gespräch mit deinem Cousin - NUR du und er- führen.
Ihr seid euch offenbar emotional sehr ähnlich und du könntest (mit deiner ganzen Empathie für die Situation) offen reden und ihn ebenso verstehen.
Wenn du ganz bei ihm bist (und deine Wünsche beiseite lässt), wirst du zutiefst verstehen, was er kann oder nicht.
Und es wird nicht darum gehen, was du willst sondern nur, was ihm möglich ist.
Und möglich ist auch, dass die Anerkennung seines Schmerzes von dir, den Weg zu einer Patenschaft öffnet.
Ein Gespräch mit beiden sehe ich hier tatsächlich gerade gar nicht.
Das ist eine Sache zwischen dir und deinem Cousin- ausschließlich (wir reden hier von einer ganz besonderen emotionalen Ebene).
Die Frau deines Cousins hat eine klare Haltung dazu (für die Patenschaft- so hab ich es verstanden) und würde in so einem Gespräch nur dich bestärken und ihn dann evtl sogar überzeugen wollen.
Wenn du möchtest, dass dein Cousin sich aus seinem tiefsten Innern entscheidet- dann bring kein Ungleichgewicht durch a- eine dritte Person und b- durch rationale Argumente (die in so einem Gespräch kämen) hinein.
Die Zustimmung zu dieser Patenschaft muss aus dem Herzen kommen.
Falls du dieses Gespräch führen wirst (was sicher auch für dich nicht leicht werden wird), wünsche ich alles Gute für dieses "Herz- zu- Herz"- Gespräch.
lg kenzia
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17.11.2019, 11:05
AW: Ist das "hintenrum"?
Ich verstehe deine Gefühle - ich finde jedoch, dass du da gewaltig projizierst....
Gedanken
Was sagt DEIN Mann ?
du machst dir irre viele Gedanken um die Ehe deiner Cousins - deinen Mann erwähnst du mit keinem Wort. Warum?
(ich frage das mal ganz direkt, weil es mir auffiel - kann einfach Zufall sein
)
Deine Titel-Frage "Hintenrum" - nein. Fände ich nicht. Hintenrum wäre, wenn du mit der Schwiegermutter über die beiden sprichst.
ich würde dennoch das offene Gespräch mit beiden suchen. Warum denn nicht? Denkst du, wenn du offen und liebevoll sagst,
"Cousin, ich spüre, wie es dir gerade geht. Wir hatten mal die Idee, dass Cousine Patin werden könnte. Ich weiß nicht, ob das noch eine gute Idee ist. Was meinst du? "
Vielleicht täte es ihm/ihr gut, sich mal was von der Seele reden zu können.
Du hast Bedenken, dass du den Kummer erst fühl- oder sichtbar machst, wenn über den Kummer gesprochen wird.
Das ist ein Trugschluss.
Der Kummer ist immer da. Und umso mächtiger und einsam machender, wenn keiner über ihn redet.
Denn dann denkt ein Mensch oft "ich bin so fertig und mir geht es so mies, und alle tun so, als ob nix wäre"
Ich gebe auch zu Bedenken, dass dein Wunsch, die Cousine sollte Patin werden, so wie du es hier schilderst, sehr von dem Wunsch nach "Symmetrie" in der Beziehung und deinem Wunsch nach Harmonie oder Balance gegründet scheint.
Überdenke dieses Konzept vielleicht auch noch einmal.
Mittelpunkt ist ja dein Kind. Der Pate sollte zum Kind passen - und da du dein Kind zum damaligen Zeitpunkt des Plan ja noch gar nicht kanntest, kannst du null wissen, ob die beiden überhaupt zusammen passen.
Lass da vielleicht ein bisschen mehr Leben in den Plan
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17.11.2019, 11:53Inaktiver User
AW: Ist das "hintenrum"?
Hallo Flau,
herzlichen Glückwunsch zur Geburt deines zweiten Kindes!
Ich weiß nicht, ob dein Anliegen mit der Patentante eine gute Idee ist. Nicht wegen der Trauer deines Cousins, sondern weil ich in deinen Posts eine sehr große Erwartungshaltung an einen Paten empfinde, die mich beim Lesen der Posts fast erdrückt.
Es ist schön, wenn sich ein Pate einbringt und das Leben seines Patenkinds begleitet. Wie, wann und wie regelmäßig er sich einbringt, liegt dabei am Paten. Bei dir liest es sich wirklich wie ein Job mit Verpflichtungen, die ihn in ein Projekt einbinden, in dem er Aufgaben zu erfüllen hat.
Dein Cousin hat sich bisher rührend um deinen Sohn gekümmert. Zur Zeit geht es ihm schlecht, er setzt sich mit existentiellen Problemen auseinander, eine schwierige Zeit für ihn. Du setzt das aber in den Kontext zu deinem Sohn und hast "Verständnis" dafür, dass er sich im Moment nicht so um deinen Sohn kümmert wie sonst und das die Glückwünsche nicht so herzlich ausgefallen sind wie gewohnt. Mir ist das ziemlich unangenehm, denn das sind Peanuts im Vergleich zu dem, mit dem er sich abfinden muss.
Deinem Sohn geht es gut, dir und deinem Kind auch, ihr seid glücklich. "Braucht" ihr wirklich im Moment seine Zuwendung, dass man Schuldgefühle vermuten muss, weil er euch diese Zuwendung gerade nicht geben kann?
Ich weiß nicht, was im Moment die beste Strategie ist, wie mit wem was ansprechen. Mein Vorschlag wäre vor dem Ansprechen mehr Abstand zu gewinnen: zur Patenschaft des älteren und zur Patenauswahl des jüngeren Kindes
Alles Gute!
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17.11.2019, 12:22
AW: Ist das "hintenrum"?
@Pantanal

Stimme zu.
@Flau - bisschen wirkt es so, dass du dich durch den unerfüllten Kinderwunsch anderer in deinen Lebensplänen beeinträchtigt fühlst.
Und dass du dieses "Paten-Ding" überfrachtest, sehe ich auch so.
(Ich erlebe dieses Paten-Ding eigentlich nur hier im Forum als so "bedeutend und dramatisch"... Ich finde das ganze auch seltsam. Paten hatte das Kind in früheren Zeiten, damit Erwachsene aus der Elterngeneration an elternstatt im Falle des Todes der Eltern einspringen können - nicht um oft Geschenke anzuschleppen und Zeit zu verbringen. Sondern als Notnagel im Katastrophenfall - nur mal um das Ganze bissl runterzufahren
)



Aber kannst Du das Gefuehl nachvollziehen, dass man, wenn ein Partner einen guten Job macht und man den anderen auch toll findet, so als Mensch, man dann eben gerne das "komplette Paar" an Bord haette?
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