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  1. Registriert seit
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    AW: Freundschaft kurz vor dem Scheitern - wie geht es weiter?

    Zitat Zitat von Pantanal Beitrag anzeigen
    Ich sehe das etwas differenzierter. Ich denke schon, dass du für deine Freunde da sein kannst und willst, wenn dir wirklich etwas an ihnen liegt. Das zeigst du jetzt, indem du deiner Freundin bei den Hochzeitsvorbereitungen hilfst. Das ist zwar ein positiver Anlass und nicht mit so schwierigen Gefühlen behaftet wie der Tod, aber trotzdem braucht es Zeit und Engagement, die du gerne investierst.

    Ja, meine Heiratsfreundin steht mir mittlerweile näher als Hannah. Das ist Fakt, und das will ich weder abstreiten, noch rechtfertigen.
    Aber wo ich mich selbst noch über mich wundere: Gerade solche schlimmen Dinge wie Krankheit und Tod lassen mich nicht kalt und ich bin schon so manches Mal "zu Rate" oder "zur Hilfe" gezogen worden, wenn Freunde/Bekannte in sehr schlimmen oder schwierigen Situationen gesteckt sind. Weil ich da normalerweise sehr einfühlsam und empathisch sein kann. Warum mir das bei Hannah nicht gelungen ist bzw. ich dachte, es gut zu meinen, aber damit total ins Klo gegriffen habe, verstehe ich noch nicht ganz.

    Schwierig ist halt, dass du ihr Engagement gerne angenommen hast, weil es dir geholfen hat. Diese Diskrepanz macht es dir gerade schwer, das für dich klarzukriegen: du hast von ihr genommen ohne selber bereit sein zu geben. Nicht einfach sich das einzugestehen.
    Auch wenn ich diese Hilfe von Hannah nie aktiv eingefordert habe. Ja, ich habe sie bekommen, genommen und im Gegenzug dazu nicht dasselbe für sie getan. Damit muss ich echt mal klarkommen und dass Hannah das sehr verletzt habe, ist für mich wie schon gesagt mittlerweile sehr verständlich und das tut mir sehr leid.

    Ich bin daher auch skeptisch, ob eine lockere Freindschaft zwischen euch eine Zukunft hat.
    Ich hoffe, dein Wort "Freindschaft" war ein Freud`scher Verschreiber. Es wäre nicht schön, mit Hannah in Zukunft etws zwischen Freund- und Feindschaft zu haben.
    Hannah ist da sehr geradlinig. Wenn sie sagt, dass sie zu 99% akzeptiert hat, wie das zwischen uns läuft und damit umgehen kann und auch will, dann wird das so sein. Und ein Schäuflein hab schon ich auch dazu beizutragen, in Zukunft zumindest achtsamer zu sein und nichts mehr zu suggerieren, was ich nicht halten kann oder will.


  2. Registriert seit
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    AW: Freundschaft kurz vor dem Scheitern - wie geht es weiter?

    Zitat Zitat von roter_veltliner Beitrag anzeigen
    Hannah ist da sehr geradlinig. Wenn sie sagt, dass sie zu 99% akzeptiert hat, wie das zwischen uns läuft und damit umgehen kann und auch will, dann wird das so sein. Und ein Schäuflein hab schon ich auch dazu beizutragen, in Zukunft zumindest achtsamer zu sein und nichts mehr zu suggerieren, was ich nicht halten kann oder will.
    Warum willst (wolltest) du eigentlich nicht?

    Hannah hat dir doch in deinen schweren Zeiten gezeigt, was gut tut. Man muss doch nicht beste Freundinnen sein, um das zurückgeben zu können? Es tut doch auch gut, etwas zurückzugeben?

    Aber du schreibst immer wieder, dass du nicht willst. Ich finde dieses Nicht-Wollen ziemlich "heftig", das ist etwas ganz anderes als Unachtsamkeit/Nicht-drandenken/andereszutunhaben.

    Vielleicht hat mich dein Nicht-Wollen auf die Freudsche "Freindschaft" gebracht. Wenn ich an Hannahs Stelle wüsste, dass du nicht wolltest, dann wäre für mich sehr klar, dass das nicht unter Freundschaft fällt, nicht mal unter Bekanntschaft. Dann wollte ich auch nicht mehr.


  3. Registriert seit
    10.04.2016
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    AW: Freundschaft kurz vor dem Scheitern - wie geht es weiter?

    Zitat Zitat von roter_veltliner Beitrag anzeigen

    Nach dem Begräbnis hab ich mich dann vorsichtig mal bei ihr gemeldet und gefragt, wie es ihr nach den allerersten schlimmen Tage denn gehe.

    Ihre Reaktion darauf hat mich umgehauen: Ich sei das Allerletzte, hätte mich nie gemeldet, selbst weit entfernte Bekannte hätten mehr Anteil an dem Tod ihres Cousins genommen als ich und ich sei eine scheiß Freundin, aber das hätte sie eh immer schon gewusst und nun hätte sie endgültig die Bestätigung
    Also bei so einer Reaktion würde ich mich fragen, ob das jemals echte Freundschaft war. Das klingt doch, als wäre ihr kurz mal die Maske verrutscht und es ist aus ihr rausgeplatzt, was sie wirklich von dir hält. Menschen, die eingeschnappt sind, wenn sie ihrer Meinung nach zu wenig Beachtung erhalten, sind mühsame Zeitgenossen. Auch das plötzliche Kümmern um Dich während der Erkrankung deiner Mutter finde ich seltsam, wenn ihr vorher gar nicht befreundet wart. Das hat für mich etwas von Hilfe aufdrängen, um sich einzuschleimen - hart formuliert.
    Ich denke, deiner Freundin wird der Zeitvertreib mit dir dennoch abgehen und sie wird sich schon wieder melden, sofern sie keinen Ersatz hat.

  4. Inaktiver User

    AW: Freundschaft kurz vor dem Scheitern - wie geht es weiter?

    "Nicht wollen" ist vermutlich ein ganz difuses Gefühl und kann die unterschiedlichsten Gründe haben:

    - sich dem (gerade) nicht gewachsen fühlen.

    - sich unsicher fühlen

    - Angst davor haben, dass die Trauer abfärbt und einen depressiv macht

    - alte Verletzungen, die einem das Gegenüber zugefügt hat, die tief in einem drin schlummern und die einen unbewusst abhalten sich wirklich voll auf den anderen einzulassen.

    - Bedenken, dass der andere dadurch einem wieder "zu nah" kommt, wo man beziehungsmässig endlich den Abstand hat, den man sich gewünscht hat. Und man weiss, dass man selbst ganz schlecht Grenzen setzten kann.

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