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  1. Registriert seit
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    Neue Freundschaften knüpfen mit zunehmendem Alter immer schwieriger?

    ich bin jetzt 34 und habe das Gefühl, dass je älter man wird desto weniger Zeit verbringt man mit Freunden, was ich sehr schade finde, denn ich brauche Austausch und möchte Eindrücke gemeinsam teilen.
    Meine beste Freundin aus dem Studium sehe ich sehr selten (3 Stunden Zugfahrt einfach). Andere Freunde sind auch überall in Deutschland verteilt oder haben generell wenig Zeit wegen Partner oder Familienplanung.

    Momentan habe ich nur eine Freundin am Wohnort und sehe sie jede ca. drei Wochen. Da ich noch mehr Freunde am Wohnort haben möchte, suche ich auch danach. Viele Möglichkeiten habe ich nicht. Im Job habe ich viele ältere Kollegen, durch Freunde auch nicht und ansonsten bleiben ja nur Plattformen wie meetup oder beste.freundin oder auch irgendwelche Kurse (VHS, Sport etc.). Leider gestaltet sich das als schwierig. Insbesondere über die Plattformen habe ich schon auch sehr gute Treffen gehabt, aber komischerweise führt das oft zu nichts ausser eine sehr nette und anregende Unterhaltung mit der Bereitschaft auf weitere Treffen. Dann hört man aber nie wieder mehr von diesen Leuten und ich ich bin genervt, weil ich immer wieder von vorne anfangen muss. Ich gebe ja nicht auf, aber manchmal demotiviert mich das einfach.

    Ich habe ich das Gefühl, dass Erwachsene weniger Interesse daran haben neue Freundschaften zu knüpfen oder die Zeit fehlt. Meist sind es nur Bekannte mit denen man den Arbeitsplatz teilt. Aber privat kommt da kaum etwas zu Stande. Es ist verständlich, dass sich im Alter die Prioritäten ändern: man hat einen Partner oder gar Kinder. Aber Freundschaften rücken dadurch doch nicht in der Hintergrund oder?

    Mich würde gerne interessieren, wie ihr das seht. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Habt ihr Erfahrungen mit diesen Plattformen (gute oder schleche)
    Ist es für euch mit zunehmendem Alter schwieriger Freundschaften zu knpüfen? Wie viele Freunde habt ihr und wie oft unternehmt ihr etwas?

  2. Avatar von luftistraus
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    AW: Neue Freundschaften knüpfen mit zunehmendem Alter immer schwieriger?

    Hallo,

    mein Freundeskreis wurde mit der Zeit immer kleiner und sehr überschaubar.
    Wir haben uns alle weiterentwickelt und bei vielen in verschiedene Richtungen.... da hat es einfach nicht mehr gepasst.

    Ich habe noch nie gezielt nach neuen Freunden gesucht - es hat sich meist ergeben.

    Ich muss mich aber auch nicht wöchentlich treffen. Das wäre mir zu viel. Ich habe bei meinem Umzug vor knapp 4 Jahren ein neues Hobby zugelegt inkl. Verein. Dort wurde ich sehr nett aufgenommen und es haben sich da auch sehr gute Bekanntschaften entwickelt. Bei 2 sogar Freundschaft.

    Wo ich Dir zustimme ist mit dem Alter..... aber das liegt meist an einem selbst. 30+ da weiß man worauf man Wert legt und die Toleranz für Fehltritte/Illoyalität wird bei mir zumindest geringer. Allerdings sehe ich das nicht negativ sondern als sehr positiv. Erspart mir eine Menge Enttäuschung und Drama
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.


  3. Registriert seit
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    AW: Neue Freundschaften knüpfen mit zunehmendem Alter immer schwieriger?

    Ich habe Zweifel, ob es alleine mit dem Alter zu tun hat.
    Im Alter ist man vielleicht weniger "unterwegs", hat weniger Gelegenheiten.
    Im Studium z. B. trifft man sich sowieso.. zum gemeinsamen Lernen, Arbeitskreis, Seminarvorbereitung usw..
    Fast täglich ist man mit Leuten unterwegs..

    Das entfällt später.
    Von daher sehe ich es fast "mathematisch": Ist die Anzahl der Kontakte mit Leuten ähnlich wie im Studium, dann wird es auch in späteren Jahren kein Problem, Freunde zu finden.

    Das Problem: Im Studium sind die "Spielbedingungen" so, dass man sich fast täglich sieht, alle paar Tage in irgendwelchen Kleingruppen zusammensitzt.
    Später gibt es dieses Programm nicht.

    Die Frage ist daher, welchen Aufwand man zu betreiben bereit ist, um die Anzahl der Kontakte zu erhöhen und die Bereitschaft bzw. der Wille zu so einem Aufwand ist bekanntlich individuell sehr unterschiedlich.

    Wer Aktivitäten nachgeht, wo man mit anderen Leuten zusammenkommt, wird es leichter haben, als jemand, der 5-mal die Woche joggt und zu Hause Klavier spielt.

    Man muss es, wenn es einem wichtig ist, wie ein Projekt in die eigene Hand nehmen und was dafür tun. Ähnlich wie man einen Beruf ergreift, eine Sprache lernt, für ein Haus spart usw.
    Oft nämlich geht man das Ganze nicht ganz konsequent an, unternimmt nur paar Versuche und gibt es irgendwann auf.
    Das Thema Einsamkeit wird allmählich Thema und auch staatlicherseits macht man sich schon Gedanken, aber von der Seite kann man nicht viel erwarten.
    Manche andere Länder sind da schon weiter.

  4. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Neue Freundschaften knüpfen mit zunehmendem Alter immer schwieriger?

    Ja und nein.

    Ja, früher hat man über Schule und Studium mehr Leute kennengelernt und dabei im Idealfall auch Freundschaften geschlossen - viele dieser Freundschaften enden aber mit der gemeinen Zeit oder werden danach zumindest wesentlich loser, weil sie AUCH auf der gemeinsamen Situation basiert haben.

    Danach ist der Pool aus dem man schöpft kleiner. Das ist Teil des Problems. Und man trifft nicht automatisch Menschen, die in einer ähnlichen Lebenssituation sind, es sei denn man sucht sie mehr oder weniger bewusst und hat zusätzlich das Glück, sie dann auch wirklich zu treffen.

    Dafür ist man mit höherem Alter aber auch bereit Menschen in ganz anderen Lebenssituationen nett zu finden, was früher vielleicht schwerer war.

    Ich habe insofern großes Glück, ich habe aus jeder Phase meines Lebens mindestens eine Freundin oder einen Freund erhalten (Grundschule, Schule, Ausbildung, Studium, erste Berufsjahre, daneben Hobbies), und ich habe in den letzten zehn Jahren (ich bin ein paar Jahre älter als die TE) auch noch neue Freunde und zwar wirkliche Freunde, aber auch Bekannte gefunden, gerade erst vor ca. zwei Jahren jemanden, der inzwischen ein wichtiiger Mensch in meinem Leben ist.


    Was dazu gehört ist

    - selbst offen sein (unter Umständen auch in ungewöhnlichen Situationen, so habe ich mal jemanden kennengelernt und eine gute Zeit mit ihm gehabt, der mich aus Unaufmerksamkeit beinahe überfahren hätte - sich aber hinreichend entschuldigt hat)

    - raus in die Welt gehen und Hobbies oder Neigungen haben, die einen in Kontakt mit anderen Menschen bringen

    - Glück, dass man die richtigen Menschen trifft und auch erkennt

    - akzeptieren, dass manche Kontakte nur einmalig sind und sich trotzdem daran freuen, und manchmal ergibt sich dann doch mehr, als man vermutet hat und manchen Kontakten muss man eben etwas Zeit geben

    Ich habe meinen Sport zB zehn Jahr in einem Verein ausgeübt und hatte zwar ein paar lockere Bekannte, aber nur eine wirkliche Freundschaft - dann habe ich den Verein gewechselt und dort gute Freunde gefunden, ich war die gleiche, der Sport auch, aber der Zufall wollte, dass da "passendere" Menschen waren.
    Aber in den Jahren vorher hatte ich trotzdem Spaß mit den Leuten in dem anderen Verein.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

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  5. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Neue Freundschaften knüpfen mit zunehmendem Alter immer schwieriger?

    Achso, ja die Familengründungsphase kostet einen einige Freunde - aber zu einer sehr guten Freundin habe ich den Kontakt nicht verloren und jetzt wo die Kinder größer sind, finden wir auch wieder mehr Zeit für einander und mehr gemeinsame Themen.

    Wir haben die Freundschaft nie beendet, aber sie so ein bisschen (unbewusst) auf Eis gelegt.


    Anderen Freundschaften ist das auch passiert - und einge lassen sich dann doch ein paar Jahre später wieder reaktivieren und neu intensivieren - aber hingegen nicht, da ist die "gemeinsame Zeit" einfach abgelaufen. Aber ich habe noch die guten Erinnerungen daran.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
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  6. Avatar von Avocado_Diaboli
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    AW: Neue Freundschaften knüpfen mit zunehmendem Alter immer schwieriger?

    Meine Erfahrung: Ab 30 verstreuen sich alle in verschiedene Richtungen, haben weniger Zeit (oder Lust) zu Treffen, werden gemütlicher/häuslicher, oder verschwinden ab der Schwangerschaft/Hausbau in der Versenkung. Man nimmt die letzten Hochzeiten mit, dann ist Sense. Danach schöpft man eher aus dem Pool der Singles und Kinderlosen, wobei diese auch wegziehen oder tendenziell weniger Zeit/Bock haben.

    Das ist anfangs frustrierend, aber man sollte die Zeit nutzen, um sich mehr um sich selbst zu kümmern. Klar ergeben sich in der Folge weitere Kontakte, aber diese werden selten die Tiefe erreichen wie Freundschaften aus früheren Zeiten - es fehlen einfach die tief verbindenden gemeinsamen Erlebnisse und Entwicklungsschritte, die man gemeinsam durchgemacht hat, grundlegende Erinnerungen, die man teilt.

    Wie es nach der "Familienphase" aussieht, kann ich derzeit nicht berichten, da bei mir alle Betreffenden noch Kinder im Schulalter haben. Bis die aus dem Haus sind und die Eltern sich umsehen und sagen "Huch, es gibt ja noch ein Leben außerhalb der Familie!", das dauert noch ein paar Jahre...

    Gefühlt findet man die Frauen dann in vielen VHS-Kursen wieder, weil sie "wieder was für sich tun wollen". Dabei nehmen sie entweder ihren Mann mit oder es ergibt sich nur eine lose Bekanntschaft.

    Ich glaube, ab 30 wirklich neue Freundschaften zu knüpfen, kann man nicht planen und auch nicht forcieren - entweder ergibt sich was oder nicht. Klar kann man die Möglichkeiten schaffen, aber in 99% der Fälle wird es über ein paar nette Begegnungen nicht hinauslaufen. Man darf sich dadurch nur nicht frustrieren lassen.
    Bevor du bei dir selbst Depressionen oder ein geringes Selbstwertgefühl diagnostizierst, stelle erstmal sicher, dass du nicht komplett von Arschlöchern umgeben bist.
    - Sigmund Freud

  7. Avatar von Suzie Wong
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    AW: Neue Freundschaften knüpfen mit zunehmendem Alter immer schwieriger?

    Windflower, für mich bist du zu jung, diese Frage zu stellen. In den 30ern hatte ich keine Probleme. Oder ich korrigiere mich. Schwerer fand ich es ab 40/45, nachdem mein Leben sich richtig gesetzt hatte: vollzeitjob, Mann, Haushalt, Eltern (älter), die man häufiger besucht. Ohne all das war ich freier in der Zeiteinteilung und somit gab es mehr Möglichkeiten.
    Es gibt diesen schönen Satz: man muss Gelegenheiten schaffen. Dazu fehlt/e mit tlws der Elan.
    Ich beobachte auch, dass die Kinder, die einen mal „entzweit“ haben, groß werden und die Freundinnen wieder anklopfen.

    Ich denke aber trotzdem, mit 35 wäre ich in meiner jetzigen Situation offener/unternehmungslustiger. Das hat bei mir - 50 - schon ein wenig abgenommen. Dabei ist die Bri ja voll von unternehmungslustigen, offenen 50+. 😉 Ich gestehe, ich bin diesbezüglich ein bisschen fauler geworden.
    Meine Hobbies:

    (lesen, essen/kochen/reisen/walken (ohne Hund))

  8. Avatar von Karla48
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    AW: Neue Freundschaften knüpfen mit zunehmendem Alter immer schwieriger?

    Einen Tipp habe ich schon oft gegeben und manch nette Rückmeldung bekommen:
    Gründe einen Sonntagsfrühstücks-Club in deiner Stadt.

    Es gibt auch im Internet haufenweise Singletreffs jeder Altersgruppe, wo gemeinsam etwas unternommen wird. Da ist bestimmt etwas für dich dabei, denn es geht um konkrete Veranstaltungen.

    Bekannte zu haben finde ich toll! Eine Freundschaft kann sich doch immer erst nach langer Zeit bilden. Also gib allem eine Chance. Und geniesse, erstmal "nur" Bekannte zu haben.

    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006



  9. Registriert seit
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    AW: Neue Freundschaften knüpfen mit zunehmendem Alter immer schwieriger?

    ich lerne neue Leute meistens durch den Sport oder mein ehrenamtliches Engagement kennen und aus manchen Bekanntschaften wird im Lauf der Zeit eine Freundschaft.

    mit 58 Jahren ist man doch noch nicht zu alt für neue freunde und neue Hobbies!

    luci

    ps: Die Zeit zwischen 30 und 40 ist wohl problematischer für neue Bekanntschaften, da die Leute mit Kindern und/oder Karriere beschäftigt sind.
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

  10. Avatar von Unendlichkeit
    Registriert seit
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    3.394

    AW: Neue Freundschaften knüpfen mit zunehmendem Alter immer schwieriger?

    Ich glaube auch, dass man in Zeiten der Ausbildung, Schule, Studium einfach wesentlich mehr BEKANNTE hat. Eine Gruppe von Menschen, die die gleichen Interessen haben und mit denen man aufgrund dieser Basis Zeit verbringt. Immer umgeben von Leuten, kann schon der Eindruck enstehen, viele Freunde zu haben. Aber sind sie das auch? Wenn die Wege sich trennen, zeigt sich, wer bleibt und wer geht.
    "...es gibt höchstens hoffnungslose Menschen, aber nie hoffnungslose Situationen..."
    Sprichwort auf Oxtorne

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