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03.05.2019, 09:52
AW: Zurückstecken und übersehen werden
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03.05.2019, 14:25
AW: Zurückstecken und übersehen werden
Ich habe die Uneindeutigkeit der Deklination grammatisch femininer Hauptwörter nicht erfunden. Wenn ich Deutsch erfunden hätte, wäre es eindeutig. Zum Glück scheinen Menschen ein eingebautes Sprachverständnis zu haben, das ihnen erlaubt, uneindeutige Konstrukte korrekt zu interpretieren oder mit der Ungewißheit zu leben.
Aber so faszinierend das Thema ist, ich glaube nicht, daß es der TE (Dativ feminin singular) irgendwie hilft.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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03.05.2019, 22:43
AW: Zurückstecken und übersehen werden
Oh das sind auf einmal so viele Kommentare! Ich versuche mal auf alle zu antworten! Ich finde viele eure Tipps und Anregungen sehr hilfreich und muss mir eure Kommentare glaub ich noch ein paar Mal durchlesen
Den verlinkten THread werde ich mir mal durchlesen. Bisher habe ich die Sachen von Pistazieneis durchgelesen und fand dort einige Sachen auch hilfreich, wenn auch ich meine Problematik anders sehe.
Bei dem Beispiel mit dem Pärchen stört mich die "Bloßstellung" vor dem Kellner. Sie ist alleine, aber die anderen bilden ein Minigrüppchen. Gut, generell ist es in einer 3er-Konstellation mit Pärchen und einem Single schwierig. Wenn wir zu viert sind, juckt mich das auch nicht mehr.
Generell kann ich schwer nein sagen und wenn ich ein nein zu hören bekomme, frage ich mich gleich, ob es an mir liegt. Bin wohl eher in der "Kann"-Gesellschaft untergebracht. Den Mund aufzureißen trau ich mich nicht. So wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, bei der Freikartensituation ganz anders aufzutreten.
Wenn ich nur zu zweit unterwegs bin, kriege ich durchaus den Mund auf, sobald aber Fremde dabei sind oder Leute, die ich nicht so gut kenne, dann bin ich gehemmt. Das merkwürdige ist, dass ich trotzdem gerne in Grüppchen rumhänge, selbst wenn es eher lose Bekanntschaften sind oder wie bei dem Verein, Leute mit denen ich Sport mache und mit denen man danach mal noch ein wenig zusammensitzt. Daraus entwickelt sich dann immer eine Gruppe für Unternehmungen und ich werde dann auch einfach so gefragt, ob ich nicht bei anderen Dingen mitmachen möchte.
Mich stört halt, dass ich nicht zu den Personen gehöre, für die "ein Aufriss" gemacht wird, sondern ich bin die Person, die halt einfach verzichtet oder verzichten soll für andere. So als wäre es zwar nett, wenn ich dabei bin, aber es muss nicht sein.
Dabei kenne ich durch die Arbeit, Studium, Sport, Nachbarn viele Leute. Irgendeine soziale Kompetenz muss ich haben, vielleicht bin ich auch wirklich zu nett...Mein Ex meint, ich wirke meist so entspannt, selbst wenn es in mir drin brodelt. Mein wahres Ich lernen dann auch nur die wenigen kennen
Ist vielleicht auch so ein Erziehungsding: Sei immer nett und freundlich zu deinem Nachbarn...
Einige vom euren Antworten sind total neu für mich, ich wäre nie auf so eine Reaktion gekommen. Find die zum Teil total mutig
Auf jeden Fall habe ich jetzt erst einmal eine Lektüre und viel zum Nachdenken und ggf. nachahmen :D
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03.05.2019, 22:56
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05.05.2019, 23:43
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06.05.2019, 04:55
AW: Zurückstecken und übersehen werden
Naja - da:
Das ist echt ein bisschen bizarr.
Es soll ja auch durchaus mal vorkommen, dass verpartnerte Menschen ohne ihren Partner mit einem Paar zusammen was unternehmen. Das sieht dann für manch einen Beobachter (wenn denn jemand auf die Idee käme, diese Menschen explizit zu beobachten) auch so aus, als ob da ein Paar mit einem Single zusammen sitzt. Genauso wie es alle möglichen anderen Kombinationen gibt.
Bei den ganzen Menschen, die er jeden Tag sieht, kann der sich da gar keinen Kopp drüber machen. Da müsstet ihr schon Stammgäste sein, damit das auffiele. Und selbst dann - wäre es ihm wahrscheinlich total egal.
Ich glaube, du nimmst dich einfach zu wichtig. Ist oft bei schüchternen Menschen so. Geh mal davon aus, dass die meisten Leute anderes zu tun haben, als dich zu beobachten und sich über dich Gedanken zu machen. Die verschwenden keinen (negativen) Gedanken an dich. Hat auch sein Gutes!
Wer Unsinn hören und glauben will, der wird auch Unsinn zu hören bekommen.
Cave: Meine Beiträge könnten Spuren von Ironie enthalten!
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06.05.2019, 11:53
AW: Zurückstecken und übersehen werden
Bellala - der Kellner findet getrennte Rechnung super! Bei deinem Beispiel gibts im Schnitt mehr Trinkgeld als bei einer Rechnung...

Du hast irre viel Kopfkino.
Das ist nicht gut für dich.
Vielleicht versuchst du dich mit dem Mantra "ich kann niemals wissen, was andere Menschen denken"
Ich weiß
, dass es sich ganz ganz oft so anfühlt, wie wenn man das echt und tatsächlich wissen könnte. Wie wenn man deren Gedanken echt hören könnte.
Das scheint einem nur so. Das, was man da "hört" sind die eigenen Gedanken, die man über sich selber denkt.
Verstehst, nicht der Kellner denkt. DU denkst das. Über dich.
Du fühlst dich also minderwertig, oder?
Das ist das Stichwort aus allen Beispielen.
Am Selbstwert kann man arbeiten. Und das ist ARBEIT. Das ist kein Spaß
Vielleicht noch ein Tipp:
Wer bist du? Wie bist du? Was ist toll (NICHT!!! was untoll ist!!! Das haben leider alle mir bekannten lebenden und nicht mehr lebenden Frauen sofort abrufbar gehabt
)
Mach dir mal eine Personenbeschreibung von dir. So, wie man eine Hauptfigur in einem Roman beschreibt.
Für jede vorhandene negative Eigenschaft muss du 2 gute finden.
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09.05.2019, 09:25
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22.05.2019, 16:36
AW: Zurückstecken und übersehen werden
Hallo,
ich habe jetzt so mitgelesen - mein Eindruck ist, dass Du um Dich selbst kein großes Aufheben machst (finde ich sympathisch, sowas).
Andererseits sind die Leute, die ordentlich Gewese um sich selbst machen, meistens diejenigen, auf die man Rücksicht nimmt, teilweise schon automatisch, weil man weiß, dass es sonst Ärger gibt. Außerdem strahlen sie häufig schon so was aus wie "Ich bin wichtig. Du musst das bemerken." Nicht, dass das Rücksichtnehmen immer Spaß macht - auf manche Leute nehme ich deswegen Rücksicht, weil ich mir nicht noch ewig Tiraden anhören möchte, dass ich ja "so gemein" gewesen bin.
Und Du scheinst gerne "ja" zu sagen und der Erwartungshaltung von Leuten zu genügen (im Kindergarten hast Du Dich offensichtlich schon ganz brav hinten angestellt, um das Geschenk zu kriegen und Dich nicht nach vorne gedrängelt). Ich denke, für "brave" Leute ist es eher schwer, immer mal innezuhalten und sich zu fragen "will ich das jetzt wirklich so?" Die Gefahr ist , dass man sich auch mal unbeliebt macht, wenn man "nein" sagt. Das muss man aushalten.
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24.05.2019, 13:25
AW: Zurückstecken und übersehen werden
Ich habe die letzten Wochen aus Zeitmangel wenig im Forum mitgelesen und diesen Thread erst jetzt entdeckt...
Also ich kann euch versichern, dass weder die aktuelle TE bellabel noch annabell1234 aus dem Freikarten-Thread mit mir identisch sind - ich bin definitiv eine andere Person
. Aber mich hat das Eingangsposting gleich beim ersten Lesen an meine eigene Situation erinnert.
@bellabel: Das mit dem Tod deines Vaters tut mir sehr leid
.
Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass es dir mit dem Verhalten deiner Mitmenschen nicht gut geht. Auch ich hatte in meinem Leben schon oftmals das Gefühl, dass ich von anderen nicht die Anerkennung und Wertschätzung bekomme, die ich mir wünsche. Es hat schon seine Gründe, warum ich hier im Forum so einiges darüber geschrieben habe.
Mittlerweile bin ich ein gutes Stück weitergekommen. Seit einem knappen Jahr bin ich mit einem lieben Mann zusammen, der mit Menschen ähnliche Erfahrungen gemacht hat wie ich. An seinem Beispiel erkenne ich, was bei mir schiefgelaufen ist.
Aus deinen Zeilen lese ich, dass dir die Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen von Menschen sehr wichtig ist. Kann das sein
? Weißt du, nicht alle Menschen nehmen Kontakte so ernst wie du, mein Partner und ich. Viele sehen das eher locker und machen sich wenig Gedanken um sowas. Solche Menschen verbringen ihre Freizeit am liebsten mit Leuten, die ähnlich gestrickt sind und Kontakte auch eher locker handhaben. Auf diesen Menschentyp kommen Personen wie wir bisweilen recht unentspannt rüber.
Es ist mir auch sofort aufgefallen, dass du schon im Kindergarten ausgegrenzt wurdest. Das kenne ich nur zu gut. Mein Freund und ich hatten als Kinder/Jugendliche aus unterschiedlichen Gründen kaum Freunde und haben im Laufe der Jahre eine große Sehnsucht nach Freundschaften entwickelt. Mit anderen Worten: Wir waren sehr bedürftig und haben vor lauter Bedürftigkeit nicht die Tatsachen gesehen. Vielleicht hast du dich auch schon mal zu sehr an Leute gehängt, die eigentlich gar nicht zu dir gepasst haben oder einen schlechten Charakter hatten... weil du einsam warst und mehr Zeit mit anderen Menschen verbringen wolltest?
Es gibt da eine Sache, die ganz wichtig ist für den Umgang mit Menschen:
Die Erkenntnis, welche Menschen du tatsächlich als Freunde bezeichnen kannst. In dem Punkt habe ich einige Fehler gemacht. Nur weil jemand dich z. B. zu seinem/ihrem Geburtstag einlädt, heißt das noch lange nicht, dass ihr befreundet seid. Viele Leute sind in dem Punkt locker drauf und laden auch mal nette Bekannte zu ihren privaten Feiern ein. Wenn du dann in einer bestimmten Situation etwas von diesem Menschen erwartest und er/sie es dir diese Erwartung nicht erfüllt, weil du nur eine nette Bekannte bist, macht sich in dir - verständlicherweise - ein Gefühl der Enttäuschung breit. Als Konsequenz wirst du zur nächsten Feier nicht mehr eingeladen, damit keine falschen Erwartungen mehr entstehen.
Du solltest dir darüber im Klaren sein, dass du von lockeren Freunden/netten Bekannten wenig bis gar nichts erwarten darfst.
Noch ein wichtiger Punkt:
Man kann definitiv nicht mehr Nähe zu einer anderen Person herstellen, wenn man diesem Menschen viel Gutes tut. Diesen Fehler haben mein Freund und ich mehrmals begangen. Für wirklich enge Freunde kannst du selbstverständlich was machen und ihnen hin und wieder eine Freude bereiten, denn wahre Freunde wissen das zu schätzen. Aber solange du jemanden noch nicht so lange/gut kennst und euer Kontakt noch nicht soooo eng ist, wäre ein wenig Zurückhaltung besser. Sonst könnte es nämlich beim Gegenüber so ankommen, als ob du mit deinen guten Taten die Nähe zu dieser Person verstärken willst = er/sie fühlt sich auf gewisse Weise "bestochen/gekauft/bedrängt".
In der Vergangenheit habe ich mich mehrmals beschwert, wenn ich vom Verhalten meiner Mitmenschen enttäuscht war. Das hast du richtig beobachtet. Mein Freund hingegen ist eher so wie du. Er spricht seine Enttäuschung in Gegenwart von anderen Personen nicht offen aus und frisst das eher in sich rein. Trotzdem kann ich dir versichern, dass deine Mitmenschen das sehr wohl spüren, wenn dir etwas nicht passt - auch wenn du nichts sagst.
Nähe und Freundschaft kann man nicht erzwingen. Sowas entwickelt sich von selbst - oder eben nicht. Und wenn es mit einigen Leuten nicht klappt, ist es auch nicht weiter tragisch. Es gibt schließlich viele andere Menschen auf diesem Planeten
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