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  1. Inaktiver User

    Freundschaften, die einem nicht gut tun - Warnsignale (lang!)

    Liebe Community,

    da ich (Ende 30, Single, kinderlos) leider auch schon schlechte Erfahrungen mit Freundinnen im Erwachsenenalter (explizit waren es 3) sammeln musste, die teilweise in üblen Streitigkeiten endeten mit massiven Beleidigungen mir gegenüber aus meist nichtigen Anlässen, möchte ich gerne ein paar "Warnsignale" auflisten, die darauf hinauslaufen, dass in der Freundschaft etwas falsch läuft.
    Es geht nicht darum, dass ich immer die "Gute" war und die die anderen die "Bösen". Ich kenne selbst meine Fehler. Ich weiß aber auch, dass ich bestimmte Dinge aus meiner eigenen Moral heraus niemals tun würde, wie zum Beispiel die schlimmsten Schicksalsschläge in einem Streit gegen jemanden zu verwenden. Ich berichte hier nur über meine Erfahrungen mit Freundinnen; mit platonischen Freunden/Kumpeln habe ich derartige Probleme nie erlebt.

    Ich gehe dabei bewusst nicht auf Freundschaften ein, bei denen man sich einfach "auseinandergelebt" hat; leider wurde auch ich öfters von Freundinnen "geghostet", nachdem sie eine Familie gegründet hatten und mit mir nichts mehr anfangen konnten. Auf diese "Freundinnen" beziehen sich meine Ausführungen nicht, da diese Freundschaften einfach (schwer war es trotzdem für mich) im Sande verliefen. Weder ich noch meine ehemaligen Freundinnen werden aus den folgenden Bemerkungen identifizierbar sein; die Anonymität bleibt also gewahrt. Ich habe auch nicht irgendwo abgeschrieben; sicherlich habe ich einige Bücher über das Thema gelesen und mit anderen Leute über meine Erfahrungen gesprochen; ähnliche Formulierungen sind jedoch Zufall.

    Meine Fehler in platonischen Freundschaften/Warnsignale, die ich übersehen habe:

    1.) "Schicksalsgenossinnen" - Gemeinsame Probleme vertuschen persönliche Differenzen
    Ich habe/hatte leider oft ein kompliziertes Leben mit multiplen Schicksalsschlägen, habe in der Schule Mobbing erlebt u. a.
    Ich habe mich oft mit Leuten angefreundet, die ebenfalls Außenseiterinnen mit vielen Problemen waren (versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Außerseiterinnen und sehe mich eher selbst so, aber Leute sollten einem eher gut tun und nicht schaden).
    Der Vorteil war, dass ich mich mit ihnen super über meine Probleme austauschen konnte. Andererseits übersah ich dabei oft, dass diese Freundinnen von ihrem Charakter her gar nicht zu mir passten. Dies wurde davon überdeckt, dass wir teilweise ähnliche Probleme hatten, die als Puffer dienten. Fiel der Austausch über diese Probleme mal weg (was nicht heißt, dass ich nicht auch schöne Unternehmungen mit diesen Freundinnen gemacht hätte) und ergaben sich Meinungsdifferenzen, so musste ich leider feststellen, dass diese normalen Freundschaftsprobleme massiv aufgebauscht wurden und es ausgenutzt wurde, dass man durch den ständigen Problemaustausch ja viele private Dinge voneinander wusste, die dann gegen mich verwendet wurden.
    Eine "Freundin" (damals Mitte 30) hat mir zum Beispiel in einem Streit Dinge vorgeworfen, die ich ihr früher einmal über meinen auf tragische Weise jung verstorbenen Vater erzählt habe (den sie nicht mal kannte). Sie hat diese Äußerungen gegen mich verwendet, um ihren Frust über ein ganz anderes Thema abzulassen. Danach war die Freundschaft beendet.

    2.) Eigene Bedürfnisse werden der Anerkennung anderer geopfert
    Ich habe nicht auf meine Bedürfnisse geachtet und auch für mich psychisch belastende Telefongespräche mit Freundinnen viel zu lange geführt. Einfach, weil ich es genossen habe, dass mir jemand zuhört und ich Ratschläge für die Probleme anderer Leute geben konnte. Damit ließen sich meine anderen Alltagskrisen kompensieren und es gab mir einen Ausgleich. Eine "Freundin" hatte allerdings die Angewohnheit, mir konsequent den ganzen Anrufbeantworter vollzuquatschen (meine Mailbox war schon deaktiviert), egal, ob mich vielleicht noch andere Leute erreichen wollten. Ich habe dann sogar meinen Anrufbeantworterspruch in "Bitte hinterlassen Sie mir eine KURZE Nachricht nach dem Piepton!"geändert. Das war ihr egal. Sie hat trotzdem das ganze Band vollgesprochen. Schon damals hätte ich merken müssen, dass ihr meine Anliegen ziemlich egal sind. Nach dem Ende der Freundschaft habe ich vom Telefonanbieter ihre Nummer sperren lassen.

    3.) "Gute Taten" sind keine Freundschaftsgarantie und verhindern nicht deren potentiell böses Ende
    Ich dachte lange Zeit, ich könnte mir die Zuneigung der Leute durch meine Einsatzbereitschaft erhalten. Ich habe selten Dinge abgelehnt und habe geholfen, wo ich konnte (das heißt nicht, dass das komplett einseitig war; ich habe auch manchmal Hilfe erbeten).
    Zum Beispiel habe ich einer alleinstehenden Freundin jahrelang während ihrer sehr komplizierten Schwangerschaft und dann mit ihrem Kind geholfen. Ich habe dann festgestellt, dass sie es sofort ausnutzt, wenn ich Urlaub hatte oder arbeitslos war. Dann kamen mehr "Anfragen", obwohl sie noch andere Leute hatte, die sie ansprechen konnte. Da sich ihre privaten Wünsche von einer neuen Partnerschaft, einer tollen Wohnung und einer super Arbeitsstelle aber nicht wie von ihr erhofft automatisch erfüllten, ließ sie ihren gesammelten Frust an mir aus (ich: Dauersingle, alte Studenten"bude", zu dem Zeitpunkt grade arbeitslos, Kinderwunsch in weite Ferne gerückt). Sie konstruierte sich aus dem Blauen eine Geschichte, in der sie mich zur Schuldigen an dem Verlust meiner Arbeitsstelle erkor; ich konnte noch so oft die Tatsachen mitteilen, sie ließ davon nicht ab, alles zu verdrehen. Das habe ich nicht mehr ertragen und diese Freundschaft beendet.

    4.) Aufwärmen "alter" Freundschaften
    In der Hoffnung, es würde nach persönlichen Differenzen wieder "wie früher" werden und/oder aus nostalgischen Gründen, habe ich den Fehler begangen, Freundschaften, die mir nicht guttaten, wieder aufleben zu lassen. Lasst es sein. Es wird nie mehr wie früher. Streitet Ihr Euch nochmal, werden die Beleidigungen noch schlimmer als beim letzten Mal.
    Beziehungsweise, Ihr hattet eine Freundschaft in einem bestimmten Kontext (Schule, Studium etc.). Nun habt ihr verschiedene Lebenssituationen. Hier merkt man ganz schnell, wie viel Gemeinsamkeiten man dann im Inneren noch teilt.

    5.) Selbstreflexion - Fehlanzeige!
    Die eigene Selbstreflexion nützt Dir nichts, wenn die Freundin sich selbst als "Opfer" sieht und somit bar jeglicher Selbstreflexion bleibt. Selbst wenn sie merkt, dass sie schlimme Dinge zu Dir gesagt hat, wird sie sich höchstwahrscheinlich nicht entschuldigen, denn sie muss ja ihr Opfergesicht vor sich selbst wahren. Fehler einzugestehen, würde für sie bedeuten, dass sie eigene Handlungen Dir gegenüber reflektieren muss, was sie aber um jeden Preis vermeiden will, denn nachher muss sie sich vielleicht noch Kritik von Dir anhören.. Also nimmt sie den dauerhaften Kontaktabbruch billigend in Kauf.

    Das waren erstmal meine Gedanken dazu.


    Liebe Grüße,

    violet_soul

  2. Avatar von luftistraus
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    AW: Freundschaften, die einem nicht gut tun - Warnsignale (lang!)

    Liebe violet_soul,

    schade das du so viel schlechte Erfahrungen gemacht hast. Die große Frage für mich ist allerdings wo dein Anteil liegt bzw ob du überhaupt siehst das es auch an Dir liegt?

    Ich habe mich durch deine anderen Themen gestöbert und erkenne da schon eine Art "roter Faden"

  3. Avatar von luftistraus
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    AW: Freundschaften, die einem nicht gut tun - Warnsignale (lang!)

    doppelt


  4. Registriert seit
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    AW: Freundschaften, die einem nicht gut tun - Warnsignale (lang!)

    Sie hat nicht behauptet, dass es nur an den anderen liegt. Und ihre Gedanken finde ich durchaus interessant und lesenswert.

    Übrigens habe ich mir die anderen Stränge nicht angeschaut. Ist Crossposting hier nicht auch verboten?

  5. Inaktiver User

    AW: Freundschaften, die einem nicht gut tun - Warnsignale (lang!)

    Hallo Violet Soul

    Ich habe mir nun auch mal die anderen Stränge angeschaut und ich danke dir dafür, dass du sie eröffnet hast Es steht viel Wertvolles, viele wertvolle Tipps zum Thema Freundschaften/ auseinandergehende Freundschaften drin! Schaue doch noch mal rein!

    Ich bin ähnlich gestrickt wie du oder war es und habe auch immer gedacht Freundschafen sind was für´s Leben. Dem ist aber leider nicht so. Und ich war auch oft enttäuscht und habe mich teilweise viel zu lange mit diesen auseinanderbrechenden Freundschaften beschäftig. Das sollte man sich echt abgewöhnen und anfangen wieder auf sich zu schauen, bzw. sich selbst die beste Freundin sein.
    In der Tat kommen und gehen Freundschaften.

    Ich bin ein wenige wie du gestrickt, ein wenig altmodisch, sensibel, was das angeht und ich kann/ konnte einfach schlecht loslassen. Damit macht man sich das Leben nur selbst schwer. Wenn dann noch der Kontakt zur Herkunftsfamilie nicht so berauschend ist, nimmt einen das manchmal schon sehr mit.
    Aber man kann nix daran ändern. Man kann die anderen nicht ändern.
    Man kann nur dafür sorgen, dass man anders damit umgeht.

    Du muss loslassen. Ist ein abgedroschener Satz, aber nach Jahren bin ich endlich dabei ihn umzusetzen, denn nichts anderes hilft. Ständig über Vergangenes zu grübeln, bringt absolut nichts!!
    Die anderen, die "scheiße" sind, sollte man ab sofort innerlich ignorieren. Sie sollten ab sofort nichts mehr in deinem Kopf zu suchen haben.
    Konzentriere dich auf dich und die Personen, mit denen du gut klar kommst. Auch wenn es wenige sind.
    "Früher" ohne den ganzen Social Media-Mist hatte man 1 - 3 gute Kontakte und war zufrieden.
    Heute kontaktiert jeder jeden, aber echtes Interesse ist meist Fehlanzeige. Ist ja auch klar, man kann im Real Life nicht zig intensive Freundschaften pflegen. Durch sowas darf man sich echt nicht enttäuschen lassen.

    Fang an, dir Gutes zu tun!! Scheiß auf die anderen (die doof zu dir sind, waren )

    Hab ein schönes sonniges Wochenende und gönn dir morgen was Tolles

  6. Moderation
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    AW: Freundschaften, die einem nicht gut tun - Warnsignale (lang!)

    Zitat Zitat von Killeshandra Beitrag anzeigen
    Ist Crossposting hier nicht auch verboten?
    Kurze Info mit Moderationshut:

    Es gilt 14.1 der AGB/NUB.

    Daß eifrige Leser in bestimmten Foren sich ein Bild von einzelnen Postern und deren Situation machen, ist nicht nur nicht verboten sondern nicht zu vermeiden, und Unwissen vorzutäuschen wird nicht erwartet. Aber weder Wissen noch Unwissen rechtfertigt, die Gebote von Respekt, Rücksichtname und Toleranz zu mißacheten.
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **


  7. Registriert seit
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    AW: Freundschaften, die einem nicht gut tun - Warnsignale (lang!)

    Danke, wildwusel.

  8. Avatar von Spatz22
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    29.09.2013
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    3.881

    AW: Freundschaften, die einem nicht gut tun - Warnsignale (lang!)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Meine Fehler in platonischen Freundschaften/Warnsignale, die ich übersehen habe:

    1.) "Schicksalsgenossinnen" - Gemeinsame Probleme vertuschen persönliche Differenzen
    ... Sie hat diese Äußerungen gegen mich verwendet, um ihren Frust über ein ganz anderes Thema abzulassen. Danach war die Freundschaft beendet.
    Ich finde es ganz normal, dass man sich in Jugendzeit und im jungen Erwachsenenalter mit Leuten umgibt, mit denen man eine Menge Probleme wälzen kann.
    Ob einer dann das, was er weiß, gegen einen verwendet, kann man nicht voraussehen.
    Und es hat auch nichts damit zu tun, wie unterschiedlich man sonst von den Interessen her ist.
    Daraus abzuleiten, man dürfe grundsätzlich nicht zu viel von sich erzählen, halte ich für die falsche Schlussfolgerung.
    Ein Risiko ist doch immer dabei, wenn man sich öffnet. Wenn man die Person für im Grunde vertrauenswürdig hält, kann man sich durchaus anvertrauen.
    Darüberhinaus ist es doch einfach so, dass wenn man jung ist, einem ständig das Herz übergeht und man sich mitteilen möchte.
    Aber mit fast 40 sollte das doch nicht mehr so im Vordergrund stehen.
    Und die Gefahr, dass jemand das Bedürfnis hat, aus einem Gefühl der Angegriffenheit die Freundin an der empfindlichsten Stelle zu treffen, minimiert sich mit zunehmendem Alter, behaupte ich mal.
    ...von Zeit zu Zeit denke ich über's Dickwerden nach...... wieviel Badewasser könnte ich jährlich sparen....!

    "Aus der Kindheit kommt so einiges, aber man könnte die auch mal beenden und JETZT für sich einstehen."
    (von Rotweinliebhaberin)

  9. Inaktiver User

    AW: Freundschaften, die einem nicht gut tun - Warnsignale (lang!)

    Liebe Community,

    vielen Dank für Eure Nachrichten, besonders einen lieben Dank an @CherryLee.

    @luftistraus:
    Nein, ist muss nicht immer an einem selbst liegen. Einfach Pech. Sowas rede ich mir auch nicht ein. Das Leben ist halt so. Soll ich mich deshalb in "Daueranalyse" (Eigenwortkonstrukt!) begeben
    Warum immer eine Mitschuld suchen? Außerdem habe ich - darin stimme ich mit @Killeshandra überein - mich nicht glorifiziert.
    Es muss möglich sein, einfach Erfahrungen aufzuschreiben.

    @Spatz22:
    Bezogen auf Deinen Satz: "Und die Gefahr, dass jemand das Bedürfnis hat, aus einem Gefühl der Angegriffenheit die Freundin an der empfindlichsten Stelle zu treffen, minimiert sich mit zunehmendem Alter, behaupte ich mal."
    Nein, das war bei mir leider nicht so. Es wurde jenseits der 30 eher gemeiner hinsichtlich der Äußerungen.

    Liebe Grüße und einen schönen restlichen Sonntag

    violet_soul

  10. Moderation Avatar von Marie-Madeleine
    Registriert seit
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    21.200

    AW: Freundschaften, die einem nicht gut tun - Warnsignale (lang!)

    Da sich die TE gelöscht hat, schließe ich ab.
    May you be surrounded by friends and family,
    and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.

    Leonard Cohen


    Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
    Erich Kästner

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