Eine, indem ich (damals gerade 11) in der Pause zu ihr hingestiefelt bin und ihr gesagt habe, "du, dein (Geschwister) ist übrigens bei meiner Mutter in der Klasse." Und dann dumm dagestanden bin, nicht wußte was ich noch sagen sollte und mir das voll peinlich war und ich mich murmelnd verdrückt habe. Aber damit war ich die erste, die zu "der Neuen" Kontakt aufgenommen hat und tatsächlich einfach so auf sie zugegangen ist. Später haben wir festgestellt, daß wir die gleichen Bücher und Filme und die gleiche Musik mögen, wenn man 11 oder 12 ist, ist das oft schon genug.
Eine, indem ich bei der Erstesemestereinführung bei einem Spieletreffen war, mich am Tisch umguckte, und dachte, "Hey, was ist das für eine nette, hübsche, witzige, kluge Frau. Die will ich besser kennenlernen. Sie geht zu Spieletreffen, was macht sie noch so? Da geh ich auch hin." Da wir im Studium alle weit von unserem Zuhause und unseren alten Freundeskreisen waren, bot sich das an, und es stellte sich heraus, wir hatten nicht nur genug gemeinsam, sondern auch jede etwas von dem, wovon die andere gerne mehr wollte.
Eine stand, als ich Mitte 20 war, bei einem Spieletreffen neben mir an der Theke und während wir darauf warteten, daß der Kaffee gemacht wurde, machten wir Smalltalk. Ich sagte, ich lebte in der Nachbarstadt und sie fragte, "gibt's da auch Spielgruppen?", und ich grinste breit und sagte, "Aber hallo. Hier ist meine Telefonnummer, ruf an und ich schlepp dich zur nächstbesten mit." Sie rief am nächsten Tag an.
Das sind die drei, wo es bis heute gehalten hat, weil wir eben durch alle Lebenslagen drangeblieben sind und nie die Gemeinsamkeiten verloren haben (auch, weil wir immer wieder neue Gemeinsamkeiten gefunden und geschaffen haben, um an die Stelle von welchen zu treten, die von der Zeit weggemampft werden).
Bei denen, die weg sind, gab es oft irgend einen Moment, irgend einen Anlaß für einen von uns, den Aufwand nicht mehr zu betreiben und die Verbindung abreißen und die Gemeinsamkeiten erodieren zu lassen -- egal was von beidem zuerst passiert, das andere folgt, und egal, wer es zuerst tut, der andere folgt.
Spätere gute Freunde kamen dann als Freunde von Freunden. Die waren auf einemal auf einer Party oder am Spieltisch, und dann wieder, und wieder, bis sie aufhörten, Teil der Szenerie zu sein und Leute wurden, mit denen ich mich öfter treffen wollte. Dann kamen die Gemeinsamkeiten, die interessanten Gespräche, und der Laden lief.
Ich denk mir inzwischen, meine guten Freunde sind die, die mich in meinen schlechtesten Momenten kennen und mich trotzdem mögen. Die mir sagen, ob ich auf oder neben der Spur bin, ohne daß ich an ihrem Wohlwollen zweifle. Die sich für das interessieren, was ich mache, weil ich es mache. Und alles natürlich genauso umgekehrt.
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Ergebnis 21 bis 30 von 54
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22.12.2018, 18:36
AW: Wie habt ihr eure guten/besten Freunde kennengelernt?
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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22.12.2018, 18:39Inaktiver User
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22.12.2018, 19:22
AW: Wie habt ihr eure guten/besten Freunde kennengelernt?
Mit meiner besten Freundin habe ich so ein Gefühl

Sie ist etwas älter als ich, ich hatte sie gelegentlich im Schulbus gesehen und bewundert, weil sie einfach cool war.
Als ein neues Schuljahr begann, kam ich am ersten Tag zuspät, es war nur noch ein Platz frei, neben ihr. In dem Jahr hatten wir außer kleinen Pläuschen in der Schule wenig zusammen gemacht, aber in den nächsten Sommerferien kam sie von sich aus auf mich zu, ob sie mir helfen könne. Sommerferien waren für mich immer Arbeitseinsätze in der elterlichen Landwirtschaft. So haben wir die gesamten Sommerferien zusammen verbracht, danach kam dann die Zeit der Discos und Parties, wir waren jedes Wochenende unterwegs, haben alle Höhen und Tiefen gemeinsam durchgestanden, auch wenn sich unsere Wege unterschiedlich entwickelt haben. Heute sind wir mehrere Hundert km auseinander, schreiben und telefonieren und sehen uns zweimal im Jahr.
Außer ihr ist noch eine Freundin von früher übrig geblieben, eine ist bereits verstorben, die anderen Freundschaften sind irgendwann eingeschlafen.
jetzt, in meiner neuen Heimat lerne ich schon einige Frauen kennen, mit denen ich gern befreundet wäre. Ich bin voll berufstätig und zur Zeit ist mein Job dermaßen anstrengend, dass ich abends häufg noch nicht mal mehr telefonieren mag.....
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22.12.2018, 23:17
AW: Wie habt ihr eure guten/besten Freunde kennengelernt?
Hallo, ich lese hier schon seid einer ganzen Weile interessiert mit, weil mich das Thema Freundschaft zur Zeit sehr beschäftigt. Es ist interessant das Ganze durch die vielen unterschiedlichen Beiträge aus verschiedenen Blinkwinkeln zu betrachten. Neben der Threadfrage, wie man die beste Freundin / Freund kennengelernt hat, frage ich mich gleichzeitig wieviel ist von guten Freundschaft im Laufe der Zeit übrig bleibt. Daher will ich jetzt einfach mal meine Gedanken dazu loswerden.
Leider erinnere ich mich nicht mehr wieso zu Schulzeiten meine beste Freundin, wir waren wie Strumpf und Latsch, meine beste Freundin wurde. Dafür weiß ich aber noch sehr gut, dass sich unsere Weg und Interessen nach Ende der Schule ziemlich abrupt trennten. Wir wohnen beide immer noch im gleichen Ort und kamen danach Jahrelang leider nicht über ein „Guten Tag“ hinaus. Mittlerweile schaffen wir es wieder, auf Grund von Klassentreffen etc, uns nett zu unterhalten, aber die alte Verbundenheit ist definitiv erloschen. Das Selbe erlebe ich seit einiger Zeit mit einer anderen Freundin. Wir fanden nach der Schule im Freibad zusammen, haben alles mögliche gemeinsam unternommen und hatten jede Menge Spaß miteinander. Auf Grund des üblichen Kreislauf des Lebens, sie Single – ich Familie, wurden die Kontakte und Gemeinsamkeiten von Jahr zu Jahr weniger. Mittlerweile wissen wir auch nicht mehr wirklich viel von einander und obwohl ich immer noch „Freundin“ sage, wenn ich von ihr rede, ist sie mittlerweile leider nicht mehr als eine gute Bekannte.
Dann wiederum gibt es ein befreundet Pärchen, das wir aus Kindergartenzeiten unserer Kinder kennen und die im Laufe der Jahre zu echten Freunden wurden. Aus zeitlichen Gründen und weil die Kinder mittlerweile Teenager sind, sind die gemeinsamen Aktivitäten etwas weniger geworden. Trotzdem halten wir aneinander fest und freuen uns, wenn wir Zeit für gemeinsame Treffen finden.
Dann gibt es momentan eine Frau aus dem Schulleben meines Kindes mit der ich mich schon immer gut und gerne unterhalten habe. Keine Ahnung warum, aber im Laufe des Jahres hatte ich keine Lust mehr sie immer nur zur irgendwelchen Veranstaltungen zu treffen und nie wirklich die Gelegenheit zu haben mit ihr in Ruhe zu reden. Also habe ich sie einfach gefragt, ob wir uns privat zum Schnattern treffen wollen. Sie hat gleich ja gesagt und seitdem hören und sehen wir uns des öfteren. Ich hoffe und wünsche das wir diese nette Bekanntschaft im neuen Jahr weiterführen und ausbauen können, denn ich kann mich nicht erinnern wann ich mich bewusst bei einer Bekanntschaft derartig wohl gefühlt hätte.Geändert von Saalehexe (22.12.2018 um 23:25 Uhr)
Denke nicht so oft an das, was dir fehlt, sondern an das, was du hast.
*Marc Aurel*
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22.12.2018, 23:38
AW: Wie habt ihr eure guten/besten Freunde kennengelernt?
"I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
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23.12.2018, 07:16
AW: Wie habt ihr eure guten/besten Freunde kennengelernt?
Schule, Ausbildung, über Freunde, beim Ausgehen in der Stadt, auf Festivals. Eine Freundin habe ich zufällig im Internet kennengelernt, leider lebt sie nicht mehr. Mittlerweile habe ich fast keine Freunde mehr bzw. sehe ich meine früheren engen Freunde nur noch höchstens 1-2x im Jahr. Meistens liegt es an der folgenden Entwicklung:
Es ist superschwer, Freundschaften mit Familienmenschen zu pflegen, wenn man selbst nicht unbedingt ein Familienmensch ist. Ich war 12 Jahre Single und habe seit 5 Monaten eine feste Beziehung. Trotzdem fände ich es schön, neben meinem Partner noch ein paar Menschen in meinem Leben zu haben, mit denen ich einigermaßen regelmäßig in Kontakt bin. Mit der aktiven Suche habe ich aber nichts erreicht, meine alten Freundschaften haben sich alle per Zufall ergeben. Mein Freund hat im Gegensatz zu mir einen recht großen Freundeskreis. Aber sein Umfeld besteht eben nicht ausschließlich aus Paaren, da gibt es mehr Singles als gebundene Leute, und nur einer in der Gruppe ist Vater eines erwachsenen Kindes.
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23.12.2018, 07:56Inaktiver User
AW: Wie habt ihr eure guten/besten Freunde kennengelernt?
Auf diese Weise haben sich bei mir auch immer wieder nette und gute Kontakte ergeben, jedoch nicht so enge, als wären das wirklich allein "meine" gewesen. Sprich: Mit "meinen eigenen" Freundinnen bin ich "enger", aber es waren immer wieder nette und angenehme Menschen dabei, in den diversen Freundeskreisen der diversen Ex-Partner.
Nur: Die waren halt bei Beziehungsende naturgemäß dann auch wieder "nur mehr seine".
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23.12.2018, 08:03Inaktiver User
AW: Wie habt ihr eure guten/besten Freunde kennengelernt?
So ähnlich ist es bei uns. Der Freundeskreis meines Mannes stammt aus seinen Jugendzeiten, sie sind mittlerweile alle in Familie und wohnen fast alle nicht in der Nähe. Zu denen haben wir Kontakt, wir sehen sie meistens 1 - 2 x im Jahr zu unseren großen Gartenparties. Man hilft sich auch gegenseitig, aber das alltägliche Miteinander, wie ich das von früheren Freundschaften kannte - wo man sich von der Farbe der Schnürsenkel bis hin zum Liebeskummer oder beruflichen Dingen über alles bebabbeln konnte - das findet nur selten statt. Das vermisse ich am meisten.
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23.12.2018, 10:13Inaktiver User
AW: Wie habt ihr eure guten/besten Freunde kennengelernt?
Ja, das ist eine Erfahrung, die ich auch gemacht habe: Freudinnen, die Kinder haben, freundeten sich mit Frauen/Familien an, die auch Kinder haben. Man lernt sich durch Schwangerschaftsgymnastik, Babyschwimmen, Kita etc kennen. Es ist logisch, denn der Lebensmittelpunkt ändert sich ja. Ich habe vor mittlerweile 12 Jahreh eine "schmerzliche" Erfahrung mit einer damals guten Freundin gemacht: ich war auf ihrem Geburtstag und auf einmal waren da ganz viele Mütter und ich fühlte mich komplett ausgeschlossen. Und das wurde auch nicht viel besser, wir haben uns dadurch voneinander entfernt, denn ich war damals Single und habe mich auf Singlefreundinnen konzentriert.
Und die Kinder werden ja größer.
Viele Familien sind mit anderen Familien befreundet, die Kinder im gleichen Alter haben. Das finde ich aus meiner kinderlosen Sicht auch absolut verständlich und nachvollziehbar. Man kann gemeinsam in Urlaub fahren, die Kinder sind unter sich (ich war ja auch mal so ein Kind
).
Im Umkehrschluss müsste das bedeuten, dass - in meinem Freundeskreis haben die Meisten ihre Kinder in den Mittdreißigern bekommen - Anfang/Mitte 50 wieder viele Freunde massenhaft Zeit haben, denn dann unternehmen die Kinder lieber was alleine und man muss nicht auf sie aufpassen.
So erklärt sich, dass viele - das ist jetzt meine Interpretation - in dem Alter 35 - 45 eher weniger Freundschaften schließen. Denn die "mit Kind" haben keine Kapazitäten für neue Freundschaften frei. Und da schließt sich der Kreis, weswegen viele entweder ihre Freunde in jungen Jahren kennenlernen oder aber später. Ich lese hier oft von Älteren (dazu zähle ich mich auch), die noch später Freundschaften geschlossen haben. Meine Mutter hat viele Freundinnen gefunden, als ich flügge war.
Durch Hobby, Sport oä.
Was mir fehlt, das ist das, was ich in meiner Singlezeit hatte (ich habe damals in einer anderen Stadt gelebt): eine Freundin, mit der ich mehr oder weniger spontan was machen kann: frühstücken, abends ins Kino. Dabei - und das ist auch Teil des Themas - hätte ich so eine Freundin. Wir kennen uns lange, seit 30 Jahren. Ich mag sie, ich weiß, da könnte ich nachts um 3:00 klingeln, aber sie ist mir zu anstrengend ist, ich fühle mich nicht 100% wohl in ihrer Gegenwart. Das ist kein Widerspruch. Und, ja, ich bin zu feige, um ihr das zu sagen, denn ich ahne, es es würde sie verletzen. Das ist eine Freundin aus meiner "Frühzeit" und das ist wirklich schade. Denn - das kam hier auch schon, meine ich - man kann man sich von den Freunden aus der Schulzeit auch entfernen.
suzie
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23.12.2018, 10:56
AW: Wie habt ihr eure guten/besten Freunde kennengelernt?
Im Freundeskreis meines Partners gibt es auch sehr nette Leute, die ich zum Teil schon länger kenne als er. Das sind langjährige Festivalbekanntschaften, manche Leute aus der Gruppe habe ich 2007 zum ersten Mal getroffen. Mein Partner kam erst viel später in diesen Freundeskreis rein. Trotzdem hatte ich außerhalb der Festivals selten privaten Kontakt mit diesen Menschen. Das liegt wohl an der Entfernung. Mein Partner und ich wohnen über 100 km auseinander, wir führen eine WE-Beziehung. Und seine Freunde leben bei ihm in der Gegend.
@Eleonore63: Genau das vermisse ich auch. Aber ich habe schon von einigen Seiten gehört, dass sowas angeblich in einer "Jugendfreundschaft" normal sei, aber nicht in einer Freundschaft unter Erwachsenen.
@Suzie Wong: Wie gesagt, die Erfahrung mit den Müttern/Familien kenne ich auch. Als Kind habe ich das jedoch ganz anders erlebt. Meine Eltern waren Gastarbeiter und hatten immer ihre Freunde. Alle ihre Freunde hatten Kinder, aber die meisten dieser Leute ließen ihre Kinder bei den Großeltern in Südeuropa aufwachsen, während die Eltern in Deutschland arbeiteten. Manche Kumpels von meinem Vater lebten alleine in Deutschland, ihre Frauen und Kinder waren in der Heimat geblieben. Viele Freunde meiner Eltern lebten also wie Singles oder kinderlose Paare, während mein Bruder und ich durchgehend bei meinen Eltern in Deutschland aufgewachsen sind. Das waren auch unterschiedliche Lebenssituationen, aber trotzdem wurde der Kontakt auf beiden Seiten gepflegt.
Aber es gab einen bedeutenden Unterschied zu heute: Die damaligen Gastarbeiter hatten insgesamt mehr Freizeit und der Nachwuchs in meiner Kindheit nicht so viele Pflichttermine. Heutzutage sind die meisten Kinder in irgendwelchen Sport- und/oder Musikvereinen aktiv und müssen am WE von den Eltern zu Wettkämpfen und/oder Aufführungen gefahren werden. Während ich als Kind massig Zeit zum Spielen und für andere Dinge hatten, haben viele Kinder in der heutigen Zeit volle Terminkalender und sind schon in jungen Jahren öfters verplant.
Mir fällt da ein: Ich hatte tatsächlich mal eine gute Freundin, die sich trotz zwei kleiner Kinder regelmäßig mit mir getroffen und keinen ihrer Kontakte vernachlässigt hat. Aber diese Frau ist eines Tages nach vielen Jahren durch Ghosting aus meinem Leben verschwunden. Das hat sie nicht nur mit mir gemacht, sondern auch mit vielen anderen Freunden. Und auch ihre Beziehungen hat sie oft auf diese Weise beendet. Sie ist so ein Typ Mensch, der immer mal wieder was Neues braucht und nicht für immer und ewig mit jemandem zusammen oder befreundet sein kann.Geändert von Pistazieneis (23.12.2018 um 11:03 Uhr)


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