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  1. Registriert seit
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    Nur dann melden, wenn es einem gut geht???

    Ich beobachte gerade eine Eigenart bei entfernt wohnenden Freundinnen, die mich sehr nachdenklich macht. Wenn man sich nicht so häufig sieht und sich nicht ständig in Kontakt steht, scheint es bei mir schon seit längerer Zeit so zu sein, dass man sich nur dann bei mir meldet, wenn alles prima läuft, man von Urlauben berichten kann, tollen Joberlebnissen oder Sonstigem. Wenns aber gerade mies aussieht, höre ich nichts und dann weiß ich automatisch, dass es gerade mies aussieht. Und das macht mich traurig, weil es so oberflächlich ist und ich immer kommuniziere, dass man mich auch anrufen kann, wenn es mal nicht so toll läuft, aber das geschieht nicht, also bemühe immer ich mich in solchen Situationen um eine Kontaktaufnahme.

    Ich habe es so langsam satt, Sätze wie „Liebe Christina, ich höre gar nichts von dir, ist alles okay?“ zu sagen, während sie mich nie nach meinem Wohlbefinden befragt, aber trage ich unbewusst vielleicht etwas dazu bei? Ich frage mich gerade, ob ich etwas falsch mache oder mir einfach die „Freundinnen“ (vielleicht sind sie auch nur noch Bekannte?) wichtiger sind als ich ihnen. Und wie finde ich das bloß heraus? Bei mir läuft es schon seit langer Zeit beruflich und privat ganz prima, sollte ich das vielleicht lieber nicht mehr sagen? Ich höre immer: „Du hast es gut, du hast eine gute Beziehung und bist glücklich in deinem Job.“ Aber das heißt doch nicht, dass mein Leben immer fantastisch verläuft! Das habe ich auch immer so kommuniziert, aber den Eindruck gewonnen, als würde das nicht zählen.

    Ich bin ratlos. Was würdet ihr an meiner Stelle tun?


  2. Registriert seit
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    AW: Nur dann melden, wenn es einem gut geht???

    Also weißt du, ich habe auch so eine Bekannte, die immer bohren muss und immer tiefschürfende Gespräche will. Mir ist das zuwider.
    Wenn ich Probleme habe, komme ich damit alleine klar und muss niemanden anrufen. Oder rufe denjenigen an, der mir helfen kann.
    Und du scheinst eben nicht diese Person zu sein, die bevorzugt angerufen wird, wenn die Freundinnen dringend sprechen müssen.

    Außerdem finde ich es komisch, wenn jemand mich antextet mit "Mensch. Ist alles in Ordnung bei dir?" Das klingt, als ob du eben nur darauf warten würdest, dass es dem anderen nicht gut geht.

    Ja klar, es gibt eben normale Probleme, die ab und an in jedem Leben auftauchen, aber die mag man vielleicht nicht ausplaudern oder diskutieren. Oder ist selber noch nicht damit klar, dass man sie gegenüber dritten ausplaudert.

  3. Avatar von chaos99
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    AW: Nur dann melden, wenn es einem gut geht???

    Ich wurde solche Freundinnen gar nicht unbedingt als solche sehen...Bekannte ist die passendere Bezeichnung.
    Echte Freunde teilen alle Seiten.


    Gedanken würde ich mir nicht darum machen.

    Sagt man jemandem, er könne einem auch Alles erzählen, kommt das IMO neugierig rüber.
    Vertrauen hat man oder nicht...einfordern kann man es nicht in solchen Konstellationen.
    Chaos
    .................................................. ....................
    Permanente Nettigkeit ist ein Symptom. (Dr. House)

  4. gesperrt
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    AW: Nur dann melden, wenn es einem gut geht???

    Die haben nicht das Bedürfnis sich zu melden, weil sie Menschen haben mit denen sie zusammenleben: Mann plus Kinder.
    Frauen, die Single sind, dann noch ohne Kind, wollen vielleicht regelmäßigeren Kontakt, obwohl ich mir da nicht so sicher bin.

    Ich habe oft die Erfahrung gemacht, daß kinderlose Single-Frauen an WE und Feiertagen des Jahres bei der Mutter rumhängen weil sie keinen Mann haben. Sobald sie einen Typen kennengelernt haben, sind sie nur auf diesen fixiert.

    Einmal traf ich eine, die alles toppte; obwohl Mann-und kinderlos, eindeutig....saß sie lieber vorm Laptop um mit ihrer Verwandtschaft/Mutter etc. zu skypen. Und das täglich. Sie hatte so das Gefühl nicht allein zu sein. Sie war über 40, schlank, und war nicht zu bewegen, mal spazieren zu gehen oder gemeinsam etwas zu unternehmen.


  5. Registriert seit
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    AW: Nur dann melden, wenn es einem gut geht???

    Zitat Zitat von knitterfrei Beitrag anzeigen
    Ich habe es so langsam satt, Sätze wie „Liebe Christina, ich höre gar nichts von dir, ist alles okay?“ zu sagen, während sie mich nie nach meinem Wohlbefinden befragt, aber trage ich unbewusst vielleicht etwas dazu bei?
    Ja, das sehe ich so: ich empfände deine Art zu fragen als aufdringlich.
    Du unterstellst ja schon unterschwellig "dass etwas ist" - du vermutest es ja auch - und nun muß die "Freundin" dir das entweder ausreden oder erzählen - also eine Art Stellungnahme abgeben.

    Eine offene Frage; "Wie geht es dir?" fände ich besser.

    Ich frage mich gerade, ob ich etwas falsch mache oder mir einfach die „Freundinnen“ (vielleicht sind sie auch nur noch Bekannte?) wichtiger sind als ich ihnen.
    Gut möglich.
    Dann würde ich das aber eher akzeptieren als hinterfragen. Du kannst doch niemand dazu zwingen, Vertrauen zu haben.
    Manchmal werden Freundschaften flacher durch Entfernung und wenig Kontaktfrequenz. Manchmal waren es auch nie welche, sondern lediglich Bekanntschaften. Das ist ja auch nichts schlechtes, funktioniert aber anders: hier geht es weniger um den tiefen Austausch sondern um plaudern und nette Gesellschaft. Sozialkontakte eben.

    Blöd halt wenn so etwas einseitig missverstanden wird.


    Und wie finde ich das bloß heraus? Bei mir läuft es schon seit langer Zeit beruflich und privat ganz prima, sollte ich das vielleicht lieber nicht mehr sagen? Ich höre immer: „Du hast es gut, du hast eine gute Beziehung und bist glücklich in deinem Job.“ Aber das heißt doch nicht, dass mein Leben immer fantastisch verläuft! Das habe ich auch immer so kommuniziert, aber den Eindruck gewonnen, als würde das nicht zählen.
    Dann bietest du die Art von Gesprächsinhalten, die du erwartest, selbst auch nicht an?
    Find ich dann schwierig.

    Ich bin ratlos. Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
    Deinen Anspruch runterschrauben und es so nehmen, wie es kommt.
    Und dich wirklich mal fragen ob du vielleicht Freunde und Bekannte verwechselst.

    Ist mir auch schon passiert. Besser, wenn man das für sich gerade rückt und bei Einseitigkeit vielleicht auch mal etwas einschlafen lässt oder abbricht wenn man nur als Klagemauer benutzt wird die selbst gefälligst immer gute Laune haben soll (bei mir war das genau anders herum, das Prinzip ist aber das gleiche).

    Freundschaft ist etwas besonderes und geht eben auch nicht mit jedem, nur weil man das gerne so hätte.
    Think before you print.


  6. Registriert seit
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    AW: Nur dann melden, wenn es einem gut geht???

    Ist denn bei deinen Freundinnen dann wirklich etwas nicht in Ordnung, wenn sie sich nicht melden?
    Das geht für mich nicht ganz daraus hervor.

    Solche Anfragen kriege ich auch öfter mal. In der Regel ist aber alles ok bei mir.

    Und wenn nicht, kläre ich das wahrscheinlich für mich alleine. Ich wüsste nicht, warum ich alles besprechen sollte. Wenn es doch nicht mein Bedürfnis ist.

    Allerdings macht eine Freundin öfter mal Anstalten, mich plötzlich auf schwerwiegende, vergangene Probleme anzusprechen. Vielleicht auch um eine Tiefe zu erreichen. Gut möglich. Aber ich bügel das schnell ab. Das ist eben vergangen, die Probleme habe ich auf meine Art gelöst und habe auch keine Lust, darauf noch groß angesprochen zu werden. Ich will, dass es mir gut geht!

    Und habe ich wirklich mal eins, das ich gern besprechen würde, dann wird das meist zum Anlass genommen lang und breit über eigene Probleme zu sprechen. Und zu meinem aktuellen Problem höre ich nur: "Du regelst das schon."

    Ja, werde ich. Ohne weitere Problembesprechungen.

    Von manchen nehme ich Abstand.
    Immer nur Jammern nervt mich irgendwann.


  7. Registriert seit
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    AW: Nur dann melden, wenn es einem gut geht???

    Zitat Zitat von Palmanova Beitrag anzeigen
    Ist denn bei deinen Freundinnen dann wirklich etwas nicht in Ordnung, wenn sie sich nicht melden?
    Das finde ich auch unklar.
    Vielleicht geht es Ihnen ja auch gut - oder normal gut - und sie wundern sich über die Frage, ob alles ok ist.
    Ich würde diese Frage stellen, wenn ich entweder wüsste, der andere hat gerade eine schwere Phase (von der er erzählt hat) und ich höre länger nichts oder aber wenn jemand sich regelmäßig meldet, zum Beispiel jeden Dienstag weil man Mittwochs immer verabredet ist und das ausbleibt.

    Ansonsten klingt es so ein bisschen "unterstellend"....

    Zum Thema auch Negatives erzählen: In engen Freundschaften gehört das dazu. Da kriegen meine engen Freunde alles mit - a la Saily hat ein Bein gebrochen oder ihren Job verloren, aber auch Positives a la Saily ist verliebt oder hat ne tolle Wohnung gefunden.
    Aber es ist nicht so, dass ich eine Liste von Freunden abarbeite und allen alles berichte.
    Bei blöden Ereignissen: Wenn ich mit ein oder zwei Freundinnen etwas beredet habe, dann kann es sein, dass ich mit der nächsten dann einfach lieber ins Kino gehe um mich abzulenken.
    Vielleicht erzähle ich es dann nachher, vielleicht tut es mir aber auch gut, mal einen Abend gar nicht dran zu denken.
    Interesse und Mitgefühl finde ich bei Freundinnen toll, aber wenn ich das Gefühl hab, jemand ist "neugierig", dann mache ich eher dicht.

  8. Avatar von schafwolle
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    AW: Nur dann melden, wenn es einem gut geht???

    Zitat Zitat von Palmanova Beitrag anzeigen
    Und habe ich wirklich mal eins, das ich gern besprechen würde, dann wird das meist zum Anlass genommen lang und breit über eigene Probleme zu sprechen.
    DAS ist für mich eines der schwerwiegendsten Probleme auf der Kommunikationsebene!

    Man dient dem Gesprächspartner lediglich als eine Art Stichwortgeber - ganz furchtbar
    finde ich das und mache diese Erfahrung relativ oft.

  9. Avatar von Annilein
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    AW: Nur dann melden, wenn es einem gut geht???

    Nun ja, das kann man aber auch anders sehen. Ich traf mich viele Jahre lang regelmäßig mit meiner Freundin, wir erzählten uns viel aus unserem Leben, von unseren Kindern usw.
    Als ich mich von meinem Mann trennte, war das vorbei. Sie wollte mich kaum noch treffen, wollte davon nichts hören.
    Ich war traurig darüber und freute mich jedesmal, wenn sie doch ein Treffen anregte. Es dauerte lange bis ich merkte, dass sie mich immer treffen wollte, wenn sie etwas tolles zu berichten hatte, es irgendwo Erfolg gab.
    Als ich das rausfand sprach ich sie auf negative Dinge in ihrem Leben an und da war es ganz aus. Ich wollte das nicht mehr, immer nur bewundernd zuzuhören, während ich auch manchmal von Schwierigkeiten erzählte.
    Ich war lange sehr traurig, dass eine Freundschaft nach zwanzig Jahren endete. Verstanden habe ich es nie.
    Heute ist die gute alte Zeit von morgen (Karl Valentin)


  10. Registriert seit
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    AW: Nur dann melden, wenn es einem gut geht???

    @Schafwolle: Stichwortgeber! - Du sagst es!!! Sehr selbstzentriertes Verhalten...

    Es kann also auch solche Gründe haben, warum man davon Abstand nimmt, über Probleme zu sprechen. Dass man lieber mit anderen darüber spricht, weil man ungute Erfahrungen gemacht hat. Kann bei der TE aber ganz anders sein. Vielleicht geht es den Freundinnen ja auch gar nicht schlecht, wenn sie sich nicht melden zum Beispiel.

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