+ Antworten
Seite 2 von 2 ErsteErste 12
Ergebnis 11 bis 16 von 16
  1. Avatar von TheKat
    Registriert seit
    09.04.2018
    Beiträge
    151

    AW: Nur dann melden, wenn es einem gut geht???

    Was die anderen so geschrieben haben, finde ich, trifft es wohl ganz gut. Außerdem frage ich mich, warum man seine Freunde fragt: Geht es dir nicht gut? Statt einfach nur zu fragen: Wie geht es dir?

    Evtl. bist du, liebe TE, tatsächlich nicht die Freundin, zu der man geht, wenn es einem (auch mal) schlecht geht. Das kann man jetzt gut oder nicht so gut finden, aber erzwingen lässt sich das einfach nicht.

    Und dass es bei dir gut läuft, sollst du nicht verschweigen. Aber ich sag's mal so: Wenn ich Probleme hätte und würde mich einer Freundin anvertrauen, die derzeit quasi keine größeren Probleme hat, weil es gut läuft, und sie würde das mir gegenüber runterspielen, so unter dem Motto, "Ich habe ja auch mal Probleme", dann würde ich mir evtl. verarscht vorkommen. Man darf nicht unterschätzen, dass auch in Freundschaften/Bekanntschaften Neid immer wieder ein Thema ist. Wenn du also diejenige bist, auf die deine Freundinnen ein bisschen neidisch sein könnten, und du kommst ihnen mit "Ich habe ja auch mal Probleme", wenn sie dir evtl. sogar ihr Herz ausschütten, dann wärst du auch nicht DIE Freundin, zu der ich mit meinen Sachen ginge. Das ist so ein bisschen so wie zu einer Depressiven sagen: "Ich bin ja auch mal traurig"...

    Es ist übrigens auch grundsätzlich sehr gesund, zu wissen, zu wem man mit was gehen kann. Scheinbar bist du eben nicht diejenige, mit der man größere Dinge besprechen kann, vielleicht weil dir (ungerechtfertigterweise, ich weiß es nicht) das Verständnis dafür fehlt.

    Ich habe auch eine Freundin, mit der ich bestimmte Dinge lieber nicht bespreche, weil ich weiß, dass sie nicht die notwendige Sensibilität dafür hat. Wenn ich allerdings den Kopf mal krass gerade gerückt bekommen möchte, ist sie die richtige.
    A quiet mind is able to hear intuition over fear


  2. Registriert seit
    15.06.2007
    Beiträge
    5.959

    AW: Nur dann melden, wenn es einem gut geht???

    Hallo knitterfrei,

    neben der Art zu fragen, wodrüber schon geschrieben wurde- ist meine Frage an dich, was denn DU von dir erzählst?
    Dein Leben ist seit längerem gut und es gibt dann offenbar keine Probleme oder Problemchen- stimmt das?
    Und wenn doch was kommt, zu wem gehst du um zu reden?

    Es hat viel mit uns selbst zu tun, wie Menschen reagieren (vor allem, wenn es mehrere gleich tun).

    Es gibt übrigens viele Menschen, die über das Gegenteil klagen "ich werde nur angerufen, wenn es den Leuten schlecht geht".


    ps
    Zitat Zitat von avocadar Beitrag anzeigen
    Sie war über 40, schlank, und war nicht zu bewegen, mal spazieren zu gehen oder gemeinsam etwas zu unternehmen.
    Was hat nun "schlank" mit dem ganzen Thema zu tun???


  3. Registriert seit
    29.05.2012
    Beiträge
    1.170

    AW: Nur dann melden, wenn es einem gut geht???

    @knitterfrei: Das ist ein sehr interessanter Thread. Mir geht es nämlich genau umgekehrt: Mich haben schon viele Menschen kontaktiert, wenn es ihnen schlecht ging. Sie haben mir viele persönliche Sachen über sich erzählt und mich in zahlreichen Angelegenheiten um Rat gebeten. Ich habe ihnen immer gerne zugehört, war für sie da und habe ihnen Ratschläge erteilt, wenn ich ausdrücklich darum gebeten wurde.

    Doch im Laufe der Zeit veränderte sich etwas in diesen Freundschaften. Die Leute haben mich immer öfter nur noch angeschrieben, wenn es ihnen schlecht ging, wenn sie mir ihr Leid klagen und meinen Rat hören wollten. Einerseits habe ich das gerne für sie getan, andererseits wollte ich aber auch die schönen Seiten des Lebens mit ihnen genießen. Aber bei ihren Aktivitäten war ich immer seltener erwünscht. Für Geburtstage, Wochenendtrips, Kneipenbesuche, usw. gab es andere Leute, der Kontakt zu mir beschränkte sich irgendwann auf die Problemgespräche am Telefon oder im Chat. Wenn die anderen gemeinsam ausgingen, saß ich einsam und traurig zu Hause.

    Sei froh, dass du nicht der Kummerkasten deiner Freunde bist .


  4. Registriert seit
    20.11.2011
    Beiträge
    11.430

    AW: Nur dann melden, wenn es einem gut geht???

    ich habe erlebt, dass menschen sich aus neid zurückziehen. bin selbst auch nicht ganz frei davon - z.b., eine heile rama-familie mit genug geld und lauter sonnenschein hat mir in manchen phasen meines lebens nicht gut getan. und zwar immer dann, wenn ich mit meinem leben gekämpft habe und unglücklich war. da habe ich lieber leute um mich gehabt, die in einem ähnlichen schlamassel steckten wie ich.
    wenn ich selbst mit meinem leben zufrieden bin, habe ich kein problem mit leuten, bei denen alles glatt läuft.

    das ganze beobachte ich auch bei anderen leuten...


  5. Registriert seit
    21.09.2018
    Beiträge
    883

    AW: Nur dann melden, wenn es e9inem gut geht???

    Ich weiss nicht, ich denke, es gibt doch bei allen Menschen mal so ne und so ne Phasen.
    Grade bei Freundschaften, die sich ja erst dann als solche erweisen, wenn sie länger bestehen.
    Ich finde es schön, mit Freunden beides zu teilen. Und das geht, aber es gehört ein bisschen Sensibilität dazu.
    Wenn eine Freundin gerade Single und Kinderlos ist, die andere schwanger und plant die Hochzeit, sollte letztere sich vielleicht etwas Zeit und Ruhe nehmen um das zu verkünden und auf die Gefühle ersterer Rücksicht nehmen.
    Oder so.
    Ich habe erlebt, dass das geht und habe daher Freunde in sehr verschiedenen Lebenssituationen und wechsle die nicht je nach Lebenssituation aus.

    ...und auch in sogenannten "Heile-Rama-Familien" gibt es Probleme genau wie bei anderen auch

  6. Moderation
    Registriert seit
    20.08.2010
    Beiträge
    30.909

    AW: Nur dann melden, wenn es einem gut geht???

    Zitat Zitat von knitterfrei Beitrag anzeigen
    Ich bin ratlos. Was würdet ihr an meiner Stelle tun?

    Ich bin ganz froh, wenn Leute sich 90 bis 95% der Zeit melden, wenn's gut läuft. Ich hatte eine WEile eine regelrechte Telefonphobie entwickelt, weil so viele Leute bevorzugt anriefen, wenn alles schwarz, häßlich und hoffnungslos war und sie nicht wußten, wie sie weiterleben sollten. Das kann man mal haben. Aber nicht ausschließlich.

    Kann es sein, daß deine Freunde Leute sind, die Kummer gerne mit sich selber ausmachen, oder mit den Leuten, die ihnen konkret gerade helfen können (und du, weit weg, bist das nicht)?

    Wobei, Leute, denen ich keine Sachen erzähle, die sie belasten könnten, sind für mich eher Bekannte. Bei meinen Freunden denke ich zwar nach, ehe ich so was erzälhle, aber wenn es hilfreich erscheint, tu ich's.

    Wenn es einem zu gut geht, kann man amüsante Anekdoten von kleinen Niederlagen erzählen. Oder man spricht über etwas anderes als über sich und seine Probleme oder deren Abwesenheit. Habt ihr Sachthemen, die euch verbinden?

    Du kannst auch einfach mal sagen, daß du auch zum zuhören und zum Ausheulen zur Verfügung stehst, auch wenn du weißt, daß aufgrund der Distanz deine Möglichkeiten, Unterstüzung zu geben, begrenzt sind.

    Und eine Sache: Manche Leute fühlen, daß sie jedes Problem, das ihnen erzählt wird, lösen müssen, und werden dabei zum Teil des Problems, weil der Erzählende auf einmal die Realität seiner Situation gegen unangemessene gute Ratschläge verteidigen muß. Sei nicht so ein Leut.
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

+ Antworten
Seite 2 von 2 ErsteErste 12

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •