+ Antworten
Seite 11 von 11 ErsteErste ... 91011
Ergebnis 101 bis 107 von 107
  1. Avatar von Antje3
    Registriert seit
    04.05.2002
    Beiträge
    9.342

    AW: Freundin und Finanzen

    Ich habe mir die Studie zu Minijobs komplett durchgelesen. Sie bestätigt, was ich aus eigener Erfahrung sagen kann.

    Obwohl ich selbst auch jahrelang im Minijob gearbeitet habe (Kategorie Vollzeitjob + Minijob), halte ich diese Jobs für die Ursache vielen Übels.

    Meine Erfahrung ist die: Wer einen Vollzeitjob + Minijob hat, hat diesen entweder aus wirtschaftlicher Not (oft alleinerziehend und das eigene Einkommen reicht nicht) oder aber das Geld wird genutzt für „Extras“ (Urlaub) oder als Investition in die eigene Altersvorsorge (ich und einige die ich kenne haben das Geld dazu genutzt, selbstgenutztes Wohneigentum schneller abzubezahlen)

    Was in der Studie nicht hinterfragt wurde, ist die Tatsache, warum der Gesetzgeber so ein großes Interesse an der Fortführung hat.

    Meine persönliche Vermutung ist:
    Die Arbeitgeber leisten ja Abgaben für Minijobs – und – wie schon vorher erwähnt und offensichtlich vielen unbekannt – in gar nicht unerheblicher Höhe. Ein Minijobber kommt den Arbeitgeber durchaus nicht billiger als ein regulär angestellter Mitarbeiter.

    Dieses Geld kommt „Vater Staat“ momentan aber fast gegenleistungslos zugute. Die wenigsten Minijobber sind „Aufstocker“, die noch die wenigen Prozente zur eigenständigen Rentenversicherung leisten. Also fließen die Pauschalabgaben komplett in die Staatskasse – ohne daß dafür eine Krankenversicherung oder Rentenversicherungsleistung gegenübersteht.

    Zum Ende des Jahres 2016 waren in Deutschland gut 7,44 Mio. Menschen in Minijobs beschäftigt. Da summiert sich diese Abgabe durchaus.

    Natürlich schlägt dieses Politik irgendwann zurück, wenn eine hohe Anzahl Menschen ohne eigenen Rentenanspruch irgendwann als Hartz 4 Fälle im Alter enden. Wobei eventuell die Rechnung sogar aufgeht – denn Scham hält vielleicht viele ab, Sozialleistungen zu beantragen. Oder das Familieneinkommen liegt haarscharf über der Grenze dessen, wo ein Anspruch besteht. Oder sie versterben früh. Oder sie verbleiben aus wirtschaftlicher Not in Ehen, die eigentlich unter anderen Umständen längst beendet wären.

    Und nachdem auch in der Politik schon immer gilt: was interessieren mich die Folgen nach meiner Amtszeit, sind gerade Auswirkungen politischer Entscheidungen auf Renten meiner Ansicht nach ganz weit hinten bzw. werden absichtlich nicht kommuniziert.

    Und – wie die Studie ja auch belegt – sie werden – selbst wenn sie den Betroffenen objektiv sogar bekannt und bewußt sind – auf die persönliche Situation bezogen schöngeredet.

    Das Fazit der Studie, daß ein Minijob so gut wie nie – wie immer gern politisch motiviert kolportiert – der Weg in eine „richtige“ sozialversicherungspflichtige Anstellung ist, kann ich nur unterschreiben. Ich habe während meines Berufslebens unglaublich viele Minijobber kennengelernt. Ich kenne keinen einzigen davon, der in dem Betrieb, in dem er als Minijobber tätig war einen „richtigen“ Job erhalten hat.
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

  2. Moderation Avatar von Promethea71
    Registriert seit
    11.09.2004
    Beiträge
    15.049

    AW: Freundin und Finanzen

    Auch wenn es vom ursprünglichen Freundschaftsthema inzwischen weit weg ist.
    Ja ich unterschreibe im Wesentlichen jedes Wort von Antje.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"


  3. Registriert seit
    24.11.2015
    Beiträge
    595

    AW: Freundin und Finanzen

    schussel - ich verstehe zwei Dinge nicht:
    a) Was ist dein Problem ? Sorry - aber du bist nicht die Mutter deiner Freundin. Und wenn die sagt "Augen zu - ich bin zu faul, jetzt 30 Stunden pro Woche zu arbeiten und den Nettoverdienst ins Hausreparaturen und Rücklagen für Hausreparaturen zu steckien "- so what?

    b) Was ist das Problem deiner Freundin - jammerst sie dir tagtäglich die Ohren voll mit einer Zukunft voller Altersarmut oder ist der Mann kränklich und es steht zu erwarten, daß sie bald mit Witwenrente und ihrer eigenen Rente als Alterseinkommen - zusätzlich zum Vermögen in Form eines Einzlehauses - dastehen wird ?


  4. Registriert seit
    08.07.2005
    Beiträge
    3.104

    AW: Freundin und Finanzen

    Zitat Zitat von allesch Beitrag anzeigen
    schussel - ich verstehe zwei Dinge nicht:
    a) Was ist dein Problem ? Sorry - aber du bist nicht die Mutter deiner Freundin. Und wenn die sagt "Augen zu - ich bin zu faul, jetzt 30 Stunden pro Woche zu arbeiten und den Nettoverdienst ins Hausreparaturen und Rücklagen für Hausreparaturen zu steckien "- so what?

    b) Was ist das Problem deiner Freundin - jammerst sie dir tagtäglich die Ohren voll mit einer Zukunft voller Altersarmut oder ist der Mann kränklich und es steht zu erwarten, daß sie bald mit Witwenrente und ihrer eigenen Rente als Alterseinkommen - zusätzlich zum Vermögen in Form eines Einzlehauses - dastehen wird ?
    Problem habe ich gar keines. Es war lediglich ein Frage, wie andere hier reagieren würden.

    a.) Sie kann machen was sie will, genauso wie ich und jeder andere auch. Ich frage mich nur, ob ich mich dazu äußern sollte oder nicht. Ich habe es bisher nicht getan und wollte einfach wissen, ob es von Eurer Seite Gründe gibt, dass ich tun sollte. Hätte sie mich nicht schon mal in einer finanziellen Angelegenheit um Hilfe gebeten und selbst gesagt, dass es mit der Minirente sehr knapp sein wird, würde ich nicht mal darüber nachdenken, irgendetwas zu sagen. Und ich werde es auch weiterhin nicht tun.

    b.) Sie jammert mir definitiv nicht täglich die Ohren voll. Da ich Vollzeit arbeite, sehe ich sie nur ab und zu beim Einkaufen, oder jetzt in meinem Urlaub, wenn wir mit Pferd und sie mit Hund unterwegs ist. Aber es scheint sie zu beschäftigen, denn sie erzählt es doch immer wieder. Und Vermögen in Form eines Hauses ist relativ, wenn es im Moment mit schlechtem Verdienst des Mannes und ihrem Minijob gut reicht, aber wenn das Einkommen fast halbiert wird, kaum reichen wird. Darüber macht sie sich völlig zurecht Gedanken.


  5. Registriert seit
    24.11.2015
    Beiträge
    595

    AW: Freundin und Finanzen

    Schussel- fußballerisch gesprochen legt sie dir immer wieder den 'Ball in deine Spielhälfte - schießt aber nicht aufs tor - also bittet nichtfußballerisch nicht um ein Gespräch.

    Ich würde das in der Situation - sie ist 50, gesund , und könnte ihre Arbeitszeit aufstocken - an mir vorbeilaufen lassen. Was ich mir - wenn sie eine Freundin wäre - und wer meine Freun din ist definiere ich - nicht derjenige der mir gegenüber ist - würde ich mal auf eine ihrer "Bedenkenerzählungen" antworten: "Wenn du willst, dann setzt ich mich mal mit dir zusammen und wir machen eine Haus-Haushaltskostenrechnung für die nächsten 30 Jahre." Wobei - ich traue ir dies zu, weil ich weiss, ich kann Tante Google befragen, wie so Hausreparaturgeschichten sind - ein Dach kann mal schon nach 30 Jahren neu gedeckt werden müssen - manchmal hält es 90 Jahre - oder Heizkostenersparnis geht mit Bodenlangen Vorhängen usw. -. Wenn Du diese Kompetenz nicht hast - und das ist keine Schande - dann gibt es eben niemand, der diese Rechnung mit ihr machen kann.

    Ich sehe dich nicht in einer moralischen oder sonstwie Verpflichtung, mit ihr darüber zu reden oder dich als Zuhörerin für ein tieferes GEspräch - in dem sie für sich Klarheit findet - zur Verfügung zu stellen.

    MM - andere können anderer Meinung sein.

    Grüsse Der--die-Das Allesch

  6. Avatar von overknee
    Registriert seit
    23.12.2015
    Beiträge
    1.412

    AW: Freundin und Finanzen

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Wenn sie das Alter für Renteneintritt erreicht, wird sie diesen Hund nicht mehr haben.

    ***

    Ein bißchen sollte man bei der Planung auch im Auge behalten, ob man im Alter über die Grundsicherung kommt. Wenn nicht, kann es sein, daß das Gesparte nur dem Staat zugute kommt -- das muß man rausfinden. Natürlich kann sich in der Zeit viel ändern. Was aber dann immer noch eine gute Möglichkeit, ist, ist, mit dem Ersparten den Hausstand auf Vordermann zu bringen solange man noch verdient, damit nur wenig kaputtgeht, wenn man kein Geld mehr hat um es zu reparieren.
    Ich habe mich jetzt nicht durch alle 11 Seiten gelesen.
    Aber wenn die beiden weit unter Grundsicherung Rente bekommen und eine Aufstockung benötigen, kann es sein, dass sie das Haus verkaufen müssen, weil eventuell zu groß.

    Ansonsten denke ich immer an die Fabel mit der Grille und der Ameise. Wer in der Zeit nichts tun will, darf sich nicht wundern, wenn in der Not nichts hat.
    Keinerlei Verständnis dafür.


  7. Registriert seit
    08.07.2005
    Beiträge
    3.104

    AW: Freundin und Finanzen

    Die Rente des wird Mannes wahrscheinlich knapp über der Grundsicherung eines Ehepaares liegen. Wohnraum haben sie ja kostenlos. Selbst wenn der Mann 1000 Euro Rente bekommt und von ihr vielleicht noch 100 Euro dazukommen, reicht das gut im Alltag und kleinere Reparaturen. Aber eine große Hausreparatur ist eben nicht drin. Vor allem weil sie immer einen Hund haben.

+ Antworten
Seite 11 von 11 ErsteErste ... 91011

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •