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  1. Moderation Avatar von Flau
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    AW: Warum erzählen Freunde/innen alles weiter?

    @feddy, ich wollte damit nicht sagen, dass Wohlwollen eine Freikarte ist, Intima weiterzugeben, und schon gar nicht Informationen, die man explizit im Vertrauen erhalten hat. Und wenn Du mir (mehrfach?) gesagt haettest, dass Du solche und solche Dinge allgemein nicht weitererzaehlt haben moechtest, wuerde ich das auch wohlwollend nicht tun.

    Ich wollte damit eigentlich nur unterstreichen, was ich schon mehrfach schrieb: Dass es nicht einfach die "Diskreten" gibt, die grundsaetzlich das was Andere tun/sind/sagen nie thematisieren und die boesen "Tratschtanten", die sich nur interessant machen wollen oder keine anderen Themen haben und was hier noch alles kam. Ich schrieb ja auch, dass ich durchaus das mulmige Gefuehl habe, dass es nicht wirklich korrekt ist, wenn ich mit Freunden erkennbar ueber diese gemeinsame Freundin spreche. Aber selbst wenn es nicht korrekt ist, ist es auch kein blosser Entertainment-Tratsch, das wollte ich aufzeigen, dass es unendlich viele Gruende geben kann, warum eine konkrete Person mit einer anderen konkreten Person ueber eine dritte konkrete Person und deren konkrete Situation spricht.
    Und dass Dir bei Deiner konkreten Situation nur bedingt weiterhilft, wenn sich jetzt alle ueber das "Tratschen" empoeren.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    [Damals] wurde weniger Geschiss gemacht und insgesamt war alles besser. Was an den Müttern lag. Denen von damals. Wenn sie ihren Kindern doch bloß [...] noch beigebracht hätten, wie man Kinder erzieht.
    Userin Minstrel02 im Forum Erziehung

  2. Moderation
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    AW: Warum erzählen Freunde/innen alles weiter?

    Zitat Zitat von feddy Beitrag anzeigen
    Also der Bekannte yy erzählt mir eben durchaus Dinge aus dem Sexleben von zz. Dinge, die ich nicht wissen muss.
    Hände abwehrend hochheben und rufen, "Stop, STOP, too much information! Ich muß das nicht wissen! Ich will das nicht wissen!"

    Man muß nicht erscheinen wie jemand, der Lust hat, sich das anzuhören. Da kommt wieder "Tratsch als Währung" ins Spiel -- wenn du zeigst, daß du diese Münze nicht annimmst, hast du in Zukunft hoffentlich seltener Leute um dich rum, die damit nach dir werfen.
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  3. Moderation
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    AW: Warum erzählen Freunde/innen alles weiter?

    Zitat Zitat von feddy Beitrag anzeigen
    Wohlwollend heißt, man kann sich quasi über das DASS ärgern, aber über das WIE darf man sich dann freuen. :)
    Ich kriege die Situation irgendwie nicht richtig zusammengepusselt.

    Du kennst Leute, die andere Vorstellungen davon haben, was angemessen ist, rumzuerzählen, als du hast. Entsprechend erzählen die Sachen rum, die du nicht (von dir) rumerzählt haben willst, oder (über andere) hören willst.

    So weit, so (nicht) gut. Leute haben unterschiedliche Erfahrungen und Erwartungen. Deswegen sagt man, was man will und was einem nicht paßt, und stellt dann fest, was den Leuten wichtiger ist: Mit einem auf gutem Fuß zu stehen, oder ihr Verhalten fortzusetzen. Daraus zieht man dann seine Konsequenzen.

    Das hat einen Preis, so oder so: Wenn man zu niggelig ist, geht man den Leuten auf den Wecker und sie ziehen sich zurück. Wenn man zu großzügig ist, gehen einem die Leute auf den Wecker.

    Ich sehe hier einfach nicht, ob du zu niggelig bist, oder ob du nur Leute kennst, die dir auf den Wecker gehen. Oder ob das eine verzerrte Wahrnehmung ist, da wir hier ja über Leute und deren Gewohnheiten und Weltsicht theoretisieren, die niemand außer dir wirklich kennt.

    Es gibt einige Elemente in diesem Strang, die sich für mich niggelig anhören, und zwar von beiden Seiten -- was du über dich sagst, und was du berichtest, was andere Leute gesagt haben.

    Das läßt sich von außen nicht entscheiden -- du hast, scheint mir, "von innen" schon Schwierigkeiten, das zu entscheiden.

    Wenn wir noch bei "was tun" sind, würde ich raten, einen Schritt zurückzugehen, und zu fragen, "ist das OK für mich?" Wenn nein, "habe ich versucht, das zu ändern? Habe ich alles sinnvolle versucht, um das zu ändern?" Wenn ja, und es hat nicht geholfen "Wieso hänge ich noch mit Leuten rum, die nicht OK für mich sind -- was gewinne ich dadurch, daß den Frust aufwiegt? Kann ich das auch woanders für billiger kriegen?"

    Irgendwann kommt man mit dem Auseinanderfieseln an die Nützlichkeitsgrenze und muß mit dem Fieseln aufhören und sich fragen, "wie soll's aussehen, wenn es fertig ist."
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    ** ansonsten niemand besonderes **
    Geändert von wildwusel (25.05.2018 um 22:46 Uhr) Grund: komplett anders, weil doof.


  4. Registriert seit
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    AW: Warum erzählen Freunde/innen alles weiter?

    Nochmal ne Ergänzung: zu Wohlwollen gehört auch Vertrauen.

    Ich find es auch legitim, wenn Freundin A sich über mich ärgert, oder irgendwas nicht gutfindet, was ich mache, dann darüber mit der (gemeinsamen) Freundin B redet. Ich find das ganz normal im menschlichen Miteinander, der Freundschaft tut das in meinen Augen keinen Abbruch.

    Wie käm ich denn auch dazu, ihr das untersagen zu wollen? Das ist mir wiederum fremd.
    Liebhaben von Mensch zu Mensch, das ist vielleicht das Schwerste, was uns aufgegeben ist, das Äußerste, die letzte Probe und Prüfung, die Arbeit, für die alle andere Arbeit nur Vorbereitung ist.
    Rainer Maria Rilke


  5. Registriert seit
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    AW: Warum erzählen Freunde/innen alles weiter?

    Aber ich finde es noch besser, wenn Freundin A es mir erst sagt (dass sie was doof findet was ich tu). Vielleicht liegt ja da ein Missverständnis vor. Wenn sie nichts sagt und zu Freundin B rennt und mit ihr darüber spricht, habe ich erst mal kein feedback was andere darüber denken und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

    Wenn da richtig Wohlwollen von A mir gegenüber da ist, dann würde ich erwarten, dass sie etwas sagt. Wie: "Du bist doch sonst kein so Rache süchtiger Mensch, warum regst Du Dich denn hier so auf? Denke vielleicht lieber mal nach, warum es Dir so nach geht. Vielleicht kannst Du es ja auch in einem Gespräch klären?"

    Oder: "Dieser Rachefeldzug, das passt überhaupt nicht zu Dir und kann Dir eigentlich nur schaden. Ich würde das noch mal überdenken. Ich finde, Du siehst besser aus, als wenn Du der ganzen Sache wenig Beachtung schenkst".


  6. Registriert seit
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    AW: Warum erzählen Freunde/innen alles weiter?

    Ja, stimmt. Wenn sie mir gegenüber so tut als wär alles bestens, und dann hintenrum motzt, das fänd ich dann auch nicht korrekt.

    Aber dass sich andere auch über mich austauschen wenn ich nicht dabei bin, im positiven wie im negativen, das find ich völlig normal, insofern würd ich das gar niemand übel nehmen. Es kann doch jeder reden über was er will.
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    Rainer Maria Rilke


  7. Registriert seit
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    AW: Warum erzählen Freunde/innen alles weiter?

    Ja. Ansonsten ist es mir egal, was Leute über mich reden. Auch wenn es nicht der Wahrheit entspricht. Ist sicher interessanter als die Wahrheit!

    Aber ja, wenn eine gute Freundin etwas von mir ganz seltsam findet, dann würde ich es lieber gleich von ihr hören als um drei Ecken rum. Manchmal kommt Kritik von einer Freundin ja nur, um einen vor einem richtigen Fehler zu bewahren.


  8. Registriert seit
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    AW: Warum erzählen Freunde/innen alles weiter?

    So.

    Habe eben mit jenem Freund telefoniert, nach einigen Tagen.
    Es ging sofort wieder um das Thema und ich habe ihm klar gemacht, dass für mich die Freundschaft Grenzen hat, wo er meine nicht respektiert. Es war ein sehr erhitztes Gespräch. Ich habe ihm gesagt, dass mir nun klar ist, dass ich ihm kein Feedback mehr zu dem Verhalten seiner Bekannten mir gegenüber geben sollte, weil ihn das in die Lage bringt, handeln zu wollen und dieses Feedback weiter zu geben. Das habe ich für mich beschlossen.
    Er wiederum ist offenbar stinksauer darüber, daß ich da so einen Aufriss mache, findet mich kleinlich und ich soll mich dann eben einkapseln und einmauern, am besten mit Stacheldraht. Das hat gesessen. Für ihn ist das Erzählen von Intimitäten (z.B. von der Bekannten) eindeutig eine Notwendigkeit, Nähe zu erzeugen. Und angeblich würde es der Bekannten nix ausmachen (ja, klar, deshalb fragt sie mich ja aus und erzählt mir von sich aus nix über sich).
    Das kann er ja machen, aber ich versuchte ihm nochmal deutlich zu machen, dass die Grenzen da bei jedem anders sind und meine eben enger sind, und ich nun unsicher bei ihm sei, weil er schon mal was weiter gegeben hat, obwohl ich ihn gebeten hatte, es nicht zu tun. Daran konnte er sich nicht mal mehr erinnern.
    In der Hitze des Gesprächs habe ich darauf verzichtet, seiner Erinnerung nachzuhelfen - es war da schon eher ein Streitgespräch nach dem Motto: Du denkst Dir doch jetzt eh was aus und konstruierst was, damit Du mich beschuldigen kannst. Ja, genau, danke.
    Wir haben die Freundschaft dann beendet. Wie blöd kann so was laufen?

    Aber durch den Thread hier ist mir klar geworden, dass es eben an mir ist, diese meine engeren Grenzen zu leben. Und wenn ich dadurch - bislang wertvolle - Freundschaften aussieben muss, weil diese Menschen einfach ihre eigenen Maßstäbe anlegen, dann ist das eben teures Lehrgeld. Da gehts mir aber ums Prinzip und gar nicht mal darum, ob es die Geheimnisse Wert sind, darüber Freundschaften zu verlieren.

    Bin gerade sehr traurig, schaue aber trotzig nach vorn - wohin sonst?!

  9. Avatar von Punpun
    Registriert seit
    03.04.2013
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    AW: Warum erzählen Freunde/innen alles weiter?

    Ist denn der gemeinsame Toilettengang bei Frauen nicht extra dafür da um "wichtige" Dinge sofort weiter zu erzählen ?
    Genau wie das Handy ,SMS und Whats up bei vielen ausgiebigen und langen Nutzern ?
    Spricht wahrscheinlich ein im Mittelpunkt (weiss was wichtiges und kann der Gruppe / Leader nützlich sein) und Nähe erzeugen Gen an

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