Liebe Community
meine Geschichte wird etwas länger werden: vor 6 Jahren habe ich (heute 41) mich von meiner Langzeitbeziehung (13 Jahre) getrennt. die Trennung verlief friedlich, wenn auch von mir aus kommend. er hätte weiter gemacht mit mir. ich kann heute an eine gute lustige Partnerschaft zurückdenken, es gab keinen Vorfall oder ähnliches, der zur Trennung geführt hatte. wir kamen jung zusammen und haben uns nicht im Gleichschritt weiterentwickelt.
Er zog damals aus einer anderen Stadt zu mir. ich bin sehr verwurzelt in meiner Heimatstadt, habe viele Kollegen, Freunde, habe mich aktiv ins gesellschaftliche Leben integriert, war in Vereinsvorständen etc. Dadurch war auch mein damaliger Freund schnell und gut integriert und vernetzt. das freute mich von Anfang sehr, da dies für mich sehr angenehm und schön war. Wir hatten einen grossen gemeinsamen Freundes- und Bekanntenkreis.
Unsere Trennung war damals für viele ein Schock, da wir für Aussenstehende ein Paar waren, das für immer zusammenbleibt.
Item: mein EX und ich einigten uns bei der Trennung darauf, dass wir versuchen, wie 2 erwachsene Menschen mit der Trennung umzugehen und uns wünschen, dass wir den harten Kern der gemeinsamen Freund auch als gemeinsame Freunde erhalten können.
Dies gelang uns sehr gut. klar hatten wir in der ersten Zeit nach der Trennung nicht all zu viel Kontakt, doch mit der Zeit schafften wir es freundschaftlich miteinander um zu gehen. Wir gingen sogar weiterhin mit Freunden gemeinsam in den Skiurlaub, waren bei gemeinsamen Freunden eingeladen etc. Das war einerseits für uns beide schön, da wir uns als Menschen mit Achtung im Leben erhalten konnten und auch für die gemeinsamen Freunde war das toll. Viele dieser Freunde kenne ich seit 25 Jahren und wir haben viel zusammen erlebt.
vor 3 Jahren dann verliebte sich mein EX in eine neue Frau. ich gönnte ihm dieses Glück von Herzen und hätte nicht im Traum daran gedacht, dass dies mein komplettes Leben aus den Bahnen werfen würde. auch ich fand kurz darauf einen neuen Partner, mit dem ich auch heute noch zusammen bin.
Mein EX begann sich extrem zu verändern mir gegenüber als er mit seiner neuen Freundin zusammen kam. ich durfte sie auch nicht kennenlernen, Einladungen bei gemeinsamen Freunden gab es nicht mehr, es wurde Schritt für Schritt alles seltsam. ich bin ein sehr direkter Mensch, habe ihn öfters darauf angesprochen, wir waren auch 1-2 Mal etwas trinken und wenn ich ihn darauf ansprach war seine Antwort stets "tu doch nicht doof".
ich fand diese Situation schon am Anfang nicht schön. zum ersten Mal gesehen habe ich seine neue Freundin 16 Monate nachdem sie zusammenkamen, auf einem runden Geburtstag von einem Jugendfreund von mir. das Zusammentreffen war sehr steif und komisch, mein EX sehr nervös und neben der Spur.
im letzten Jahr wurde das alles immer schlimmer, ich realisierte, dass sich langjährige Freunde von mir (die er allesamt durch mich kennengelernt hatte) nicht mehr bei mir meldeten, ich vernahm immer häufiger, was sie alles zusammen mit Freunden unternommen haben und ich wurde mehr und mehr von allem ausgeschlossen. das tat und tut sehr weh.
am Fasching kam es dann zu einer wüsten Szene. ich sah die beiden und ging ihnen hallo sagen, sie verweigerte mir die Hand zur Begrüssung und er schubste mich weg, als ich im mit Küsschen auf die Wange (wie wir das immer machten) begrüssen wollte. ich musste zu weinen anfangen, so demütigend war das. ich habe dann erfahren, dass sie rumerzählt, dass sie gehört habe, dass ich bei gemeinsamen Freunden erzählt habe, dass sie beide nicht zusammen passen.
Ich habe niemals etwas solches gesagt, weil ich erstens kein Lästermaul bin, und auch weil ich sie gar nicht kenne. ich kann nicht über sie urteilen.
Was jedoch Fakt ist, dass viele der gemeinsamen Freund schlecht über sie reden, sie ist anscheinend sehr dominant und mein EX hat sich wohl sehr verändert weil er vieles tut was sie fordert. wenn gemeinsame Freunde bei mir über sie gelästert haben bekamen sie immer die gleiche Antwort von mir: redet nicht mit mir darüber, ich bin nicht die richtige Ansprechperson. redet mit ihm.
nun haben die beiden geheiratet und unsere sämtlichen gemeinsamen Freunde (die er alle durch mich kennt) waren eingeladen, einer meiner besten Freunde sogar als Trauzeuge. für mich ist die Situation kaum noch auszuhalten, dass ich von einem ganzen Umfeld ausgegrenzt werde ohne dass ich jemandem etwas Böses getan habe.
wenn ich meine "Freunde" darauf anspreche, dann geben auch sie mir das Gefühl, dass ich schwierig tue oder so nach dem Motto "stell dich nicht so an", so schlimm ist es nicht. ich fühle mich ausgegrenzt, unschön behandelt, bin oft sehr traurig, dass ich so vieles verloren habe, ohne etwas getan zu haben.
natürlich kann ich sagen, okeeee das schafft Platz für Neues. aber es sind Menschen, die seit 25 Jahren in meinem Leben waren, die ich gerne mag und mit denen ich tolles erlebt habe. zudem war ich jahrelang diejenige, die alles für alle organisiert hat, Ferienwohnungen gebucht, Silvesterparties organisiert etc.......
kennt jemand eine solche Situation? ich bin gespannt zu hören, wie ihr damit umgegangen seid.
ich grüsse euch herzlich
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 77
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25.09.2017, 13:16
"Freunde" wenden sich ab - Feigheit oder Berechnung?
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25.09.2017, 13:21Inaktiver User
AW: "Freunde" wenden sich ab - Feigheit oder Berechnung?
Fähnchen im Wind nenne ich nicht Freunde.
Wer sio mit mir umgeht hat mich als Freund nicht verdient.
Ich wäre nicht traurig solche "Freunde" nicht mehr zu haben...
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25.09.2017, 13:25
AW: "Freunde" wenden sich ab - Feigheit oder Berechnung?
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25.09.2017, 13:27
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25.09.2017, 13:38
AW: "Freunde" wenden sich ab - Feigheit oder Berechnung?
Liebe Heidi,
willkommen in der Bri
Das, was Du dort beschreibst, klingt wirklich sehr unschön, und ich denke, Du hast allen Grund verletzt und traurig zu sein.
Nun stellt sich die Frage: was kannst Du tun?
Zunächst klingt Deine Beschreibung der Trennung, des Umgangs mit dem gemeinsamen Freundeskreis und Eurem Umgang miteinander als nur-noch-gute-Freunde sehr gut, positiv und zugewandt. Ich kann hier nicht erkennen, dass es dort eine Schieflage gegeben haben müsste, die Dir "doch schon längst hätte auffallen müssen". Gezuckt habe ich zugegebener Maßen, als Du beschrieben hast, dass Du Deinen Ex immer noch mit Küsschen begrüßt. Aber gut, das mag jeder anders handhaben. Mir wäre das zu intim vor dem Hintergrund einer zurück liegenden langjährigen Beziehung mit ihm.
Nun scheint guter Rat teuer.
Zunächst: falls Du mit dem Gedanken gespielt haben solltest, auch weiterhin die "Event-Managerin" für den Freundenkreis zu spielen - diesen Gedanken würde ich verwerfen. Dies erfordert viel persönlichen und zeitlichen Einsatz: und das wäre mir (!) in dieser Situation dann doch zuviel.
Du liest Dich für mich sehr klar. Ich würde hier mit einem der besten Freunde aus der Runde der 25 noch einmal ein Vier-Augen-Gespräch suchen, noch einmal Deine Gefühle und Dein Empfinden darlegen. Sollte auch in dieser eher intimen Atmosphäre dann wieder ein "stell Dich nicht so an" o.ä. folgen, würde ich noch einmal eine Nacht drüber schlafen und dann eine Entscheidung treffen:
a) mit großem Tusch den Rückzug aus dem Freundeskreis ankündigen und durchziehen
b) sich heimlich still und leise aus dem Freundeskreis zurück ziehen
c) weiterhin um die Mitgliedschaft des Freundeskreises buhlen, die Zähne zusammen beißen und sich ein dickes Fell zulegen
Mir persönlich wäre nach b) , aber das ist sicher Typsache.
Ich wünsche Dir alles Gute!!!
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25.09.2017, 13:46Inaktiver User
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25.09.2017, 13:51Inaktiver User
AW: "Freunde" wenden sich ab - Feigheit oder Berechnung?
Für mich wäre es a)
Und zwar richtig laut und deutlich...
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25.09.2017, 13:54
AW: "Freunde" wenden sich ab - Feigheit oder Berechnung?
an Molto1: vielleicht muss ich dazu etwas sagen, bei uns (ich lebe in der Schweiz) ist es absolut normal mit den 3 Küsschen, links rechts links, hat nichts intimes. und die paar Mal wo ich seine neue Freundin gesehen habe, hat sie mir auch immer 3 Küsschen gegeben, ausser da am Fasching wo sie meine Hand wegschlug. eben wegen irgendwelchen Gerüchten oder von ihr selbst erfundenen Geschichten.
daher sehe ich da keine Provokation meinerseits, ich habe mich so verhalten wie immer und bekam eine solche heftige, für mich erniedrigende Gegenreaktion, ohne Grund.
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25.09.2017, 13:54
AW: "Freunde" wenden sich ab - Feigheit oder Berechnung?
vielleicht muss ich dazu etwas sagen, bei uns (ich lebe in der Schweiz) ist es absolut normal mit den 3 Küsschen, links rechts links, hat nichts intimes. und die paar Mal wo ich seine neue Freundin gesehen habe, hat sie mir auch immer 3 Küsschen gegeben, ausser da am Fasching wo sie meine Hand wegschlug. eben wegen irgendwelchen Gerüchten oder von ihr selbst erfundenen Geschichten.
daher sehe ich da keine Provokation meinerseits, ich habe mich so verhalten wie immer und bekam eine solche heftige, für mich erniedrigende Gegenreaktion, ohne Grund.
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25.09.2017, 14:06
AW: "Freunde" wenden sich ab - Feigheit oder Berechnung?
Zunächst: Ich würde nichts mehr organisieren, dann mal sehen, was passiert. Je nachdem was passiert, würde ich im bunten Garten der Menschheit neue Freunde suchen. Offensichtlich ist die Idee mit deinem Ex-Freund und dem Freundeskreis zu leben nicht gut ausgegangen. Nun denn, es gibt viele viele andere Menschen.
Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)


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