Liebes Forum,
seit einiger Zeit beschäftigt mich ein Thema in meinem Leben ganz aktuell und besonders. Es geht um Freundschaften, die sich im Laufe der Zeit verändern, weil sie nicht mehr so intensiv sind wie früher einmal (durch andere Lebensumstände, veränderte Wohnorte, Erfahrungen mit Enttäuschung, verloren gegangenes Interesse am anderen usw.) oder aber gar nicht mehr existieren. Ich habe festgestellt, dass ich in den vergangenen drei bis vier Jahren einige Menschen "verloren" habe, mit denen mich früher sehr viel verbunden hat (z. B. Freundschaften, die durch Studium und Beruf entstanden sind oder alte Schulfreundschaften).
Ein paar Verluste schmerzen mich wirklich, weil ich im Nachhinein merke, dass letztlich es an meiner Aktivität lag, dass die ein oder andere Freundschaft noch existierte. Seitdem ich mich kaum mehr bis gar nicht mehr bei den betreffenden Personen gemeldet habe, kommt von ihnen auch nichts. Ich mag keinem einen Vorwurf machen und Groll hege ich bei dem Gedanken daran auch nicht, denn es ist ja so, dass Freundschaften sich verändern. Dass mir dies in letzter Zeit gehäuft auffällt ist eher, dass was weh tut.
Bei den alten Freunden, die mir wichtig sind, habe ich mich heute einfach mal per Mail gemeldet. Bin gespannt, ob sich da noch etwas wieder auffrischen lässt.
Wenn im Alltag so viel passiert und die Beschäftigungen mit vielerlei Dingen einfach die Regel sind, dazu noch Beziehung, Wohnung, Familie etc., dann bleibt manchmal leider keine Zeit mehr für Freunde. Aber das kann es doch irgendwie nicht sein, oder?
Wie schafft ihr es, mit Euren Freunden in welcher Weise in Kontakt zu bleiben und was macht ihr, wenn ihr (so wie ich gerade) merkt, dass da was anders geworden ist?
Bin gespannt auf Eure Antworten!
-glueckskind-
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Antworten
Ergebnis 1 bis 5 von 5
Thema: Veränderte Freundschaften
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17.08.2016, 21:24
Veränderte Freundschaften
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17.08.2016, 21:49
AW: Veränderte Freundschaften
Ein gutes Thema. Es kommt immer ein bisschen auf die Personen und die Verhältnisse an. Es gibt Menschen, die gerne telefonieren, andere dagegen mögen das weniger und reagieren lieber auf eine Mail, die den Tagesablauf auch weniger stört. Manche würde ich nie anrufen oder anmailen, aber über facebook ergibt sich dann mal eine spontane Unterhaltung.
Eine Freundschaft aufrecht zu erhalten, wenn man sich aus diversen Gründen nicht mehr über die Füße läuft, ist umso schwieriger umso länger diese Zeit her ist.
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18.08.2016, 08:48
AW: Veränderte Freundschaften
Ich kann nicht erkennen, welche Zeit zwischen dem Einschlafen und Wieder-Auffrischen liegt....
Meine Erfahrung: Wenn man in dieser Zeit nicht wenigstens losen Kontakt hatte, wird das nichts. Einfach auch, weil man selber sich als Mensch verändert, und wie du schon schreibst, auch die Interessen und Lebensumstände.
Selbst wenn man sich bei einem ersten und zweiten Treffen zwar wieder "wie früher" sympathisch und nahe ist - irgendwie bleibt man immer in den Erinnerungen "an früher" hängen und stellt fest, dass die jetzigen Leben kaum noch gemeinsame Schnittmengen haben -außer eben diese Erinnerungen-.
Ich pflege lieber die wenigen guten Freundschaften, die ich jetzt habe und bemühe mich, Bekanntschaften, die ich gerne mag zu intensivieren, als mich zu bemühen "alte Freundschaften" (die sich ja für mich scheinbar auch ewig nicht interessiert haben), wieder aufleben zu lassen.
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18.08.2016, 20:23Inaktiver User
AW: Veränderte Freundschaften
Wie viele Leute würdest du denn aktuell als Freunde bezeichnen? Lg
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19.08.2016, 10:29
AW: Veränderte Freundschaften
Lieben Dank für Eure Antworten bisher! Sie bringen tatsächlich ein bißchen Licht ins Dunkel und lassen mich die Situation etwas differenzierter sehen.

Lamotte, zuerst dachte ich, als ich Deine Frage las, dass das gar nicht so viele sind und wenn ich an die Menschen denke, die ich zu den beständigen und treuen meiner Freunde zähle, dann sind das schon so 6-8 Leute, aus meiner Sicht also gar nicht so wenig. Da sie alle quer durch Deutschland verteilt leben und wir oft nur Telefonkontakt haben, fehlt es mir, sie öfter sehen zu können.
Schnurpsel, das ist eine Zeitspanne von vielleicht 1-3 Jahren. In dieser Zeit hat sich gerade in meinem Leben aus einer Veränderung, die nun 5 Jahre her ist (da habe ich meinen Mann kennengelernt), sehr viel getan. Da ich beruflich bedingt viel unterwegs war und auch an unterschiedlichen Orten gelebt habe, sind meine Freunde nie in meinem näheren Umfeld greifbar gewesen. Immer war es aber so, dass auch an den unterschiedlichen Wohnorten Beziehungen entstanden sind - teils oberflächlicher Natur, aber auch inniger Art.
Ich gebe Dir recht, dass es sinnvoller ist, aus sich entstehenden Bekanntschaften etwas zu vertiefen mehr Sinn macht, als manchem "Alten" hinter her zu rennen. Ich glaube, bei mir liegt das Problem dann auch mehr darin, dass ich nicht gut loslassen kann und irgendwie dann auch nicht gut akzeptieren kann, dass Freundschaften sich ändern oder sich ganz auflösen. Inzwischen finde ich es aber immer schwieriger, Leute kennenzulernen und aus losen Bekanntschaften etwas wachsen zu lassen.
ylli, ja das ist wahr - Facebook mag ich vor allem deswegen, man kann mal schnell eine Nachricht schreiben (was ja auch über stinknormale Mails möglich ist) und man hat sich schnell mal wieder upgedatet.
Der Grund warum ich auf dieses Thema gekommen bin, so leuchtet mir inzwischen ein ist, dass ich in der näheren Umgebung gerne mehr Kontakt zu anderen Leuten hätte. Es kann ja nicht sein, dass man nur mit Kind und Hund schneller Kontakte knüpft
, aber irgendwie ist da was dran. Meine Freizeit verbringe ich nicht unbedingt in Vereinen oder anderen "Kontakt-Tummel-Plätzen", so dass es schwierig ist, aber nicht unmöglich. Mal sehen, an welchen Schrauben ich da noch drehen kann. Bin auch nicht "verkrampft" auf der Suche, das find ich auch nervig.




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