Hallo liebe Forumschreiberinnen, liebe Threadstellerin,
erstens - ich habe (ein gewisses) Verständnis für die Threadstellerin - und nein, ihre Frage gehört nicht in die Psychologie-Ecke. Threadstellerin ich glaube, Du hast ein Nähe-Distanz-Problem. Das ist keine Krankheit, aber
es existiert. Du bist derzeit "mies" drauf, extrem belastet von etwas, was keine Belastung ist. Das gibt es.
Ich finde, du solltest Dir erstens eine bessere Lebensqualität erarbeiten. Entweder mit einem Haushaltscoach - ein Zwei-Personen-Haushalt "braucht" nicht 24 Stunden Pflege. Oder indem du einfach einen Sportkurs machst. Imperativ - von mir - BEWEGUNG. Langfristig - und ich meine damit, wenn sie mehr oder regelmäßig mindestens ein halbes Jahr gemacht wird - heilt Bewegung vieles. Dann ist auch noch denkbar, dass Du Dich - alleine zuhause mit etwas "Sinnlosem" beschäftigst. Sinnlos in dem Sinne, dass es dabei nicht ums Aufräumen-Kochen-abhängen gehen darf. Das kann Stricken sein, das kann Puzzle-legen sein, das kann lesen - anspruchsvolle Büchr, die den Kopf fordern sein. Dein erster Griff darf ein Fehlgriff sein -d.h. du entdeckst nach einem halben Jahr, dass das doch keine gutes Hobby für dich ist. Auch dein zweiter Griff, dein dritter - aber wenn du dranbleibst, dann wirst du irgendwann etwas finden, was dir liegt - mit anderren Worten : Spaß macht.
Ich würde die Kontakte, die Du Dir wünscht als Bekanntschaften einstufen. Ob jemand das Etikett Freundschaften draufklebt ist mir wurscht. Verschiedene Ebenen:
- Klassentreffen organisieren. Dies darf dauern, weil du dich schön langsam durch die Liste durchtelefonieren kannst. Dabei dürfen auch "Kaffeetreffen" mit einzelnen / einem ersten Teil "abfallen".
- Brieffreundschaften. Es gibt die Möglichkeit eine Anfrage hier im Forum zu stellen. Ich glaube die Resonanz ist nicht sehr groß. Es gibt auch professionelle Gruppen die für kleines Geld Brieffreundadressen in jeder Altersgrupe vermitteln. Google Pen-Pals.
- VHS Kurs besuchen ( kein Sprachkurs) oder geführte Spaziergänge machen oder in ein öffentliches Kirchencafe gehen oder in deiner Wohnortnähe Vernissagen besuchen. Dir selbst die Aufgabe stellen mal mit dem mal mit jenem zwei Sätze reden. Dann entscheidest Du, ob dieses Gespräch dir guttut - wenn ja beim nächsten Mal - wenn möglich - weiterführen.
- Anzeige, um Freundinnen zu suchen, die gemeinsam ins Theater gehen - ins Konzert gehen , ins Museum gehen, zum Flohmarkt gehen. Schritt 1) Du suchst Dir eine Aktivität aus, die Dir liegt. Schritt 2) Du überlegst, wo du die Anzeige aufgeben könntest Schritt 3) Test formulieren 5) Abwarten und mit den Antwortenden reden. (Natürlich kannst Du auf eine Anzeige mit der Du eine Frau suchst, die mit dir in eine Kunsthalle geht auch einen Antwort eines Mannes bekommen, der Dir einen Heiratsantrag macht- drüber lachen und Papierkorb)
Und Thredstellerin - denk immer daran: Wenn Du Dich heute mit jemand im Cafe triffst, - du suchst eine Bekanntschaft und diese muss auch dein Bedürfnis nach Distanz respektieren. Aber du darfst auch nicht
so -mit anderen Menschen so umgehen, dass Du sie bewusst verletzt. Wenn du merkst, jemand passt absolut nicht zu dir - Schreib ihr zeitnahe eine Mail: Liebe XX, schön, dass wir uns getroffen haben. Aber aus persönlichen Gründen möchte ich den Kontakt beenden. Alles Gute + Viele Grüsse.
So - das sind jetzt meine 5 Cents für eine praktische Hilfe um irgendwo die Verknotung die Du gerade hast etwas aufzulösen. Du kannst diesen Weg - diese Wege - gehen , aber es gibt sicher auch noch 25 andere Wege die Du gehen kannst und die Dir helfen.
Antworten
Ergebnis 21 bis 30 von 33
-
14.01.2016, 07:24Inaktiver User
AW: Freundeskreis mit 40 aufbauen
-
14.01.2016, 09:02
AW: Freundeskreis mit 40 aufbauen
Hallo Walburgilein,
ich komme nicht umhin, zwischen diesen beiden Aussagen
einen Zusammenhang zu sehen.
Wenn (!) Du tatsächlich etwas in Deinem Leben verändern
möchtest, dann könntest Du hier sehr gut ansetzen.
Struktur im Alltag, etwas mehr Selbstdisziplin und Planung - all das
hilft sehr, die täglichen Aufgaben effizienter und effektiver zu
bewältigen. Es wird sich das gute Gefühl der Selbstwirksamkeit
einstellen, wenn die investierten Anstrengungen konkrete Ergebnisse
zeigen.
Bevor Du Deine Fühler nach außen streckst (Freundschaften) wäre
es sicher ratsam, erst mal in Deinem Mikrokosmos für machbare
Veränderungen zu sorgen.
-
14.01.2016, 09:06
AW: Freundeskreis mit 40 aufbauen
wir könnten zwillinge sein, genau so geht es mir auch.
verabredungen zum kaffeetrinken kenne ich gar nicht, will ich auch gar nicht. der kaffee kommt so nebenbei . . spätestens wenn beim segeln (eines meiner hobbies) mal flaute ist, wird gegessen und getrunken und über gott und die welt diskutiert . .
schönen tag allseits!
luciernago
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
-
14.01.2016, 09:12Inaktiver User
AW: Freundeskreis mit 40 aufbauen
Hier im Forum gibt es noch eine Userin mit dem gleichen Lebensstil. Vielleicht könntet Ihr zwei Euch befreunden?
-
14.01.2016, 09:27Inaktiver User
-
14.01.2016, 19:13Inaktiver User
AW: Freundeskreis mit 40 aufbauen
Das ist ja auch gut so, dass die Menschen unterschiedlich sind. Leider scheinen viele Menschen das nicht verstehen zu wollen, gerade die, die der "gesellschaftlichen Norm" entsprechen. Niemand muss sich dafür rechtfertigen, einen großen Freundeskreis zu haben. Niemand wird dafür angegriffen, viele Sozialkontakte und Hobbies zu pflegen. Im umgekehrten Fall muss man sich tendenziell immer rechtfertigen. Ich kann total verstehen, dass man aus diesem geballten Unverständnis, das einem entgegenströmt, für sich das Gefühl bekommt "ich bin nicht normal, ich muss mich ändern". Ich könnte mir vorstellen, dass das bei der TE der Fall ist. Sie will jetzt irgendwas ändern, um einer von ihr empfundenen gesellschaftlichen Norm zu entsprechen, obwohl das gar nicht ihr Wunsch ist und nicht ihrem Wesen entspricht.
Auch hier im Thread erlebe ich eine latente Aggressivität. Äußerungen wie von luciernago "die Schilderung Deines Lebens lässt mich gruseln" müssen nicht sein. So etwas schafft kein gutes Diskussionsklima.
Grob gesagt 75% aller Menschen sind extravertiert, 25% sind introvertiert. Unter diesen 25% gibt es auch noch mal Abstufungen, und ich gehöre zu denen, die nach einem Arbeitstag (in einem Zweierbüro, also noch nicht mal Callcenter oder ähnliches) die komplette Bereichsüberschreitung haben, was Geräusche, Sinneseindrücke, Interaktion mit anderen Memschen angeht. Ich kann nach Feierabend einfach nichts mehr in der Richtung machen. Ich brauche meine eigenen vier Wände, ich brauche Ruhe. Kein Fernseher, kein plärrendes Radio, kein Gequassel. Ich brauche das, um meine Batterien wieder auftanken zu können für den nächsten Tag.Geändert von Inaktiver User (14.01.2016 um 19:20 Uhr) Grund: Absätze
-
14.01.2016, 19:40Inaktiver User
AW: Freundeskreis mit 40 aufbauen
Hallo Walburgilein,
da waren schon viele gute Anregungen dabei, finde ich.
Eines ist mir allerdings noch aufgefallen:
Ich lese hier ganz viel hop oder top. Friss oder stirb, schwarz und weiß.
Und unheimlich viel Schwarzmalerei.
Ein Kollege, der dich zuhause besucht, wird natürlich "überall seine Nase hineinstecken" und hinterher alles mögliche herumtratschen.
Was hast du für ein Menschenbild?
Wenn du zu der Kollegin einfach sagen würdest: "ja, ich habe Geschwister.", würde das doch völlig ausreichen.
Oder noch hinzufügen: "meine Schwester studiert in Kopenhagen, mein Bruder ist verheiratet und hat ein Kind mit seiner Frau."
Niemand verlangt, dass du über die Beziehung zu deinen Geschwistern redest und diese besser darstellst, als es tatsächlich ist.
Man kann auch einfach nur sagen: "Wir haben nicht so viel Kontakt, aber für mich ist das okay." - wieso meinst du, du musst dich verstellen? Weil sie sonst schlecht über dich reden? So sehr, dass du schon Panik bekommst, wenn auch nur mal eine kurze Nachfrage kommt, ob du überhaupt Geschwister hast?
Woher kommt deine Angst, dass Menschen etwas wissen wollen aus deinem Privatleben und dann immer weiterbohren, bis du nackend bist? Um sich anschließend darüber lustig zu machen?
Das ist doch etwas realitätsfremd.
Ich lese heraus, dass du von deinen Mitmenschen nicht viel Gutes erwartest.
Wahrscheinlich ist das auch mit ein Grund, weswegen du wenig von dir erzählst, nicht offen bist, gerne alleine bist. Wer hat dir denn so weh getan, dass du ein solches Menschenbild mit dir herumträgst?
Vor einem netten Plausch hast du Angst, man könne von dir erwarten, du sollst ein "Alleinunterhalter" sein.
Wie kommst du darauf?
Du lehnst Kontakte ab, weil du Angst hast, auf einmal müsstest du "ständig" Kaffee trinken gehen, müsstest "ständig" shoppen gehen und dabei Unsummen von Geld ausgeben, das du nicht hast, nicht einmal Kino könntest du dir leisten (wirklich?) und gemeinsam kochen würde auch nicht infrage kommen, weil es ja dann das perfekte Promidinner sein müsste.
Ist das Ironie? Sarkasmus? Für wen? Und warum?
Du hast schon Angst, bevor du überhaupt jemand angesprochen hast, ob er Lust auf einen Kaffee hätte, dass du dich dann in Zukunft und alle Zeit "ständig" zurücknehmen müsstest oder der andere das tun müsste, es also niemals einen Ausgleich geben wird.
Und vor allem würde eine Bekannte, die du eben erst kennengelernt hast, dir "ständig" deinen Trainingsplan und "alles" umschmeißen.
Lass diese Negativität mal zusammengefasst auf dich wirken.
Menschen scheinen dir ungeheure Angst zu machen. Nichts meinen sie gut, wollen dich nur hintergehen, dir die Zeit und dein Geld stehlen, erwarten, dass du perfekt bist, ansonsten wenden sie sich sofort ab.
Mit der Haltung kannst du keine Freunde, nicht einmal gute Bekannte gewinnen.
Denn du willst es im Grunde nicht.Geändert von Inaktiver User (14.01.2016 um 19:47 Uhr)
-
14.01.2016, 21:00
AW: Freundeskreis mit 40 aufbauen
Ich habe den Eindruck, die Aggressivität kommt daher, daß Walburgileins Wunsch als "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß" wahrgenommen wird. Im Laufe der Jahre hat sich vermutlich jeder mal in eine Beziehung verheddert, in der die Ansprüche total unterschiedlich waren, und hat dort Federn gelassen, und ein "Ich will keine Freunde, aber ich denke, ich müßte welche haben, also wie?" weckt unschöne Erinnerungen. (Aber das ist Spekulation.)
Ich bin selber ausgesprochen introvertiert -- Leute sind anstrengend -- aber ich *mag* Leute, und ich mag die Sachen, die ich mit Leuten unternehmen kann. Ich mag auch lange Wanderungen im Schnee, und Bücher in experimentellen Erzählperspektiven, und mehrtägige Gesangsseminare, und all das ist immens anstrengend, aber so lange ich danach in Ruhe zusammenbrechen und meine Katzen knuddeln kann, ist es ein Riesenspaß.
Was für mich zu anstrengend ist, ist eine dauerhafte Partnerschaft. Jemand, der immer da ist und immer auf einem bevorzugten Platz in meiner emotionalen Umgebung steht, treibt mich in den Wahnsinn. Ich merke, daß mir die Ruhezeiten fehlen, und dann die Energie, und dann geht gar nichts mehr und ich werde unausstehlich und kriege meinen Kopf nicht mehr aufgeräumt und mein Leben nicht mehr auf die Reihe. Das war auch so ein Fall von, "aber man muß doch", bis ich mir irgendwann gesagt habe, "ist nicht, geht nicht, muß man nicht."
Aber da war nicht das "hohle Gefühl", daß Walburgilein beschreibt, sondern eher Erleichterung. Daher ist mein Eindruck, daß da was nicht rund läuft, über den gefühlten Druck, so-sein zu müssen, hinaus. So oder so, der Weg zu Freundschaften führt über's Leute kennenlernen, und Leute kennenlernen über's gemeinsame-Sachen-machen. Die Zeit und die Energie müssen irgendwo herkommen.
Walburgilein, wenn du etwas ändern willst, würde ich da ansetzen: Zeit und Energie freischaufeln um etwas zu tun, was dir Spaß machst und wo du immer wieder mehr oder weniger die gleichen Leute triffst. Und das sollte nichts sein, wo jeder nur für sich selber herumwurstelt und dann heimgeht, wie's beim Sport und bei VHS-Kursen oft der Fall ist, sondern etwas, wo man etwas zu tun hat, aber auch darüber reden kann.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
-
14.01.2016, 21:03
AW: Freundeskreis mit 40 aufbauen
da will ich doch darauf eingehen.
ich hatte bis vor 9 jahren eine 7-jährige partnerschaft . . nach einer langen ehe . . ich war seit dem studium NIE alleine . .
wir hatten in der partnerschaft ein gemeinsames hobby, gemeinsame freunde. dann hat mein partner sich weggevögelt und ich stand von heute auf morgen alleine da. wir waren beide vorstand in einem kleinen sportverein, ausser mir haben nur wenige frauen mittrainiert. ich kannte sie halt alle von gemeinsamen unternehmungen. war klar, dass die herren weiterhin zusammen trainieren und ich war aussen vor. die frauen hatten kein interesse mehr an unternehmungen mit mir . . da war wohl auch latente angst vorhanden, weil ich ja jetzt "frei" war.
ich habe mir damals geschworen, mir einen eigenen kreis aufzubauen, damit mir solch ein super-GAU nicht noch einmal passiert.
ich habe alte kontakte (die ich wegen der partnerschaft vernachlässigt hatte) gepflegt und mir nach und nach einen netten bekannten- und freundeskreis aufgebaut.
wenn ich arrogant rüberkam, bitte ich das zu entschuldigen. ich bin auch kein partyschwein, sondern liebe eher die ruhe. trotz grossem freundeskreis, bekanntenkreis und vielen hobbies.
heute habe ich die mittagpause ganz alleine in einem pferdestall verbracht. das bringt mir mehr als "shopping". aber dann brauche ich auch mal wieder sozialkontakte. . .
es ist ein grosser unterschied, ob man gerne alleine ist (das bin ich inzwischen, ich kannte das bis dato nicht) oder ob man einsam ist, weil man keine kontakte hat. das stelle ich mir schlimm vor.
luciernago
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
-
15.01.2016, 08:50
AW: Freundeskreis mit 40 aufbauen
Diese Aussage von Dir habe ich jetzt zum Anlass genommen,
Deine anderen Stränge zu überfliegen.
Ich hoffe, es gilt nicht als crossposten - aber in Deinem Thread
"Unterschiedliche Schlafbedürfnisse" warst ja Du diejenige, die
angedacht hat, den Partner zu verlassen - nicht umgekehrt.
Im Übrigen hast Du dort ganz viele gute und hilfreiche Antworten
bekommen und hast Dich nach dem EP nie wieder gemeldet ...
Ist dieses Verhalten vielleicht Teil Deines Problems mit sozialen
Kontakten? Dass von Dir nichts kommt? Dass Du einfach, passiv
bleibend, darauf hoffst, dass die anderen auf Dich zukommen?
Parallel hast Du gestern einen Strang eröffnet, der für mich eher
einer Umfrage gleichkommt. Auch hier: Du lässt andere User
erzählen, wie sie ihren Tag gestalten, ohne dass Du Dich mit
einer entsprechenden Schilderung über Deinen Tagesablauf
einbringst, obwohl danach gefragt wurde.
Was erhoffst Du Dir von diesem Thread hier?


Zitieren
