Hallo!
Ich bin 41, Mutter von 4-Jährigen Zwillingen, Arbeite in Teilzeit, lebe mit meinem Partner zusammen.
Das Thema Freundschaft und Familie beschäftigt mich oft. Aus meiner Jugend sind nur noch 2 Freundschaften übrig. Viele neue Leute hab ich durch die Kinder kennen gelernt.
Heute sage ich mehr meine Meinung und stehe zu meinem Standpunkt als früher. Ich schau mir die Menschen genau an und überlege ob sie mir gut tun.
Ich möchte mich einfach nicht mehr mit solchen umgeben, über die ich mich ärgere. Die meine Energie absaugen und nichts dafür geben.
Doch die Luft wird auch dünner.
Oder ich bin wählerischer ;-)
Wie handhabt ihr das? Habt Ihr Euch mit reiferem Alter dafür entschieden, wenige aber tiefe Freundschaften zu pflegen oder auch Familienmitgliedern, die einfach immer anstrengend sind aus dem Weg zu gehen?
Mich würde Eure Sicht interessieren.
Lg Susanne
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Ergebnis 1 bis 10 von 37
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06.11.2015, 11:32
Menschen die einem nicht gut tun...
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06.11.2015, 11:58Inaktiver User
AW: Menschen die einem nicht gut tun...
Ich finde nicht, dass die Luft dünner wird, sondern frischer.

Leute, die meine Energie wegsaugen, nehmen mir die Luft zum atmen.
Die kann ich woanders besser brauchen.
Wenn ich weiß, woran ich bei jemand bin, stellt er sich z.B. als unzuverlässig heraus oder als jemand, der mich gerne als Mülleimer benutzt, aber selbst kein Ohr hat, wenn ich in Not bin, wird bei mir einfach in die Kategorie "lose Bekanntschaft" befördert. Wenn mir so jemand schreibt: "Hast du Lust auf einen Kaffee?" gönne ich mir den Luxus nach Lust und Laune zu entscheiden, ob und wann ich antworten möchte. Ruft mich so jemand an, um mich vollzutexten, sage ich rundheraus, dass ich im Moment keine Zeit habe. Und wenn derjenige damit nicht klarkommt, ist das auch kein großer Verlust.
Für ein spontanes Treffen als Lückenfüller in der Freizeit okay, aber keine Erwartungen mehr. Am besten auch gleich parallel etwas anderes planen, falls derjenige kurzristig (wieder mal) absagen sollte. Z.B.: war abgemacht, man trifft sich in der Stadt im Café und sagt eine Stunde vorher ab, habe ich vorsorglich einen Einkaufszettel geschrieben und gehe stattdessen bummeln.
Ich habe mit der Zeit festgestellt, dass man sich Enttäuschungen am ehesten erspart, wenn man Menschen, über die man sich schon ein paarmal geärgert hat, nicht mehr zuviel persönliches erzählt, sondern auf der Oberfläche bleibt. Je mehr verbindliches in der Beziehung liegt, desto enttäuschter ist man am Ende, wenn sich der andere unhöflich/taktlos/unverbindlich verhält.
Ansprechen und klären ist etwas, was guten Freunden vorbehalten ist. Ich kann natürlich vorfühlen, ob jemand einen Wink versteht, z.B. wenn eine kurzfristige Absage mit lauer Begründung kommt, zu antworten: "Schade, hatte mir den Tag extra freigehalten und jemand anders bereits abgesagt."
Wenn dann sowas allerdings weiterhin vorkommt, s.o. "lose Bekanntschaft".
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06.11.2015, 12:55
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06.11.2015, 16:16Inaktiver User
AW: Menschen die einem nicht gut tun...
Wenn man älter wird, verändert man sich - man entwickelt sich einfach weiter.
Da kann es schon mal passieren, dass man sich in eine andere Richtung entwickelt, als Freunde.
Und dann merkt man...es passt einfach nicht mehr.
Man sieht auf einmal überdeutlich die negativen Seiten an einer Person..die einem vorher gar nicht so aufgefallen sind.
Dann ist es besser, wenn man sich nicht mehr (so oft) sieht, als krampfhaft zu versuchen, etwas aufrecht zu erhalten, was längst nicht mehr da ist. Wenn man das ohne Groll und Verbitterung schafft, umso besser, denn:
Es kann sein, dass man nach einiger Zeit wieder zueinander findet..
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06.11.2015, 17:57Inaktiver User
AW: Menschen die einem nicht gut tun...
Es gibt einige Begriffe, die mich gallig werden lassen und dazu gehört der Begriff "jemand, der mir gut tut".
Es gibt vieles, was mir gut tut (schönes Wetter, gutes Essen, Entspannung oder Anregung) oder auch nicht gut tut (Bauchweh, Migräne oder Rechnungen). Aber Menschen gehören für mich nicht dazu.
Dann solltest Du Dich nicht mit Menschen umgeben, sondern mit Maschinen.Ich möchte mich einfach nicht mehr mit solchen umgeben, über die ich mich ärgere. Die meine Energie absaugen und nichts dafür geben.
Jeder Mensch hat gute und schlechte Zeiten und wenn ich auf Menschen keine Lust mehr habe, wenn sie schlechte Zeiten haben oder ich zu feige bin, mich mit Mitmenschen auseinanderzusetzen, dann sollte ich sie grundsätzlich meiden.
Natürlich, Du hast keine Lust die Menschen so zu nehmen, wie sie sind (oder Dich auseinanderzusetzen) und Du bist auch nicht immer der Sonnenschein, so haben andere auch keine Lust mit Dir zusammen zu sein, denn Du "tust ihnen nicht gut".Doch die Luft wird auch dünner.
Ja und Du bist bequem. Du möchtest, dass Dir gut getan wird.Oder ich bin wählerischer ;-)
Nein, ich befasse mich mit allen Menschen, die ich kenne. Manche lasse ich näher an mich herankommen, andere nicht so nah. Manche "tun" mir Deiner Maxime nach auch sicherlich "nicht gut", aber ich halte den Kontakt, so dass wir alle etwas davon haben.Wie handhabt ihr das? Habt Ihr Euch mit reiferem Alter dafür entschieden, wenige aber tiefe Freundschaften zu pflegen oder auch Familienmitgliedern, die einfach immer anstrengend sind aus dem Weg zu gehen?
Menschen müssen mir nicht "gut tun", da ich weiß, dass ich auch nicht allen "gut tun" kann. Wir sind alles nur Menschen.
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06.11.2015, 18:28Inaktiver User
AW: Menschen die einem nicht gut tun...
Was letztlich zusammengefasst genau das wiedergibt, was schon geschrieben wurde.
Und der letzte Satz betrifft die Ausgewogenheit. Wenn Du dann auch nicht allen "gut tust", ist es ja in Ordnung. Dann musst Du Dir wiederum das Geseier der anderen anhören. Wird es aber einseitig, besteht eine Schieflage und zur "Parkuhr" lass ich mich von anderen auch nicht gern degradieren
. Da würde dann auch schon mal das Telefonat, wie oben schon beschrieben, sehr kurz ausfallen
.
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06.11.2015, 18:45Inaktiver User
AW: Menschen die einem nicht gut tun...
Ich denke, es kommt darauf an, von welcher Warte aus man es betrachtet.
Da ich dich sehr geradlinig kenne, phaden, schätze ich einfach mal, du beziehst dich auf Leute, die gerne mal quengeln, wenn du keine Zeit für sie hast - jedoch selbst einiges um die Ohren.
Solche Zeiten gibt es und jeder darf sie sich nehmen.
Eine meiner Freundinnen hätte sich vielleicht auch an der Vokabel: nicht "gut" tun aufgehängt. Aber in dem Sinne, dass sie mir jederzeit ein Ohr kauen darf, während sie mir umgekehrt das Gefühl gab, als ich einmal etwas ernstes zu besprechen hatte, ich sei ihr lästig.
Ich habe versucht, das zu klären, bekam aber keine Antwort. Mein Rückzug daraufhin war keinesfalls "bequem", sondern hat mich traurig gestimmt, aber letztlich muss ich auf mich achtgeben.
Vielleicht wäre es aufschlussreicher gewesen, wenn Susanne74 bestimmte Fälle genannt hätte, an denen man ablesen kann, was genau sie meint. So bleibt weniger Raum für Übertragungen und Interpretation.
Susanne? Kannst du ein paar konkrete Beispiele nennen?
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06.11.2015, 19:13Inaktiver User
AW: Menschen die einem nicht gut tun...
Und da fängt die Auseinandersetzung an.
Ich lasse mir durchaus ein Ohr abkauen, auch wenn mir gerade nicht danach ist. Ich halte mich dann zurück und stelle mir vor, der andere kann jetzt gerade nicht anders.
Wenn mir dann mal danach ist und ich demjenigen etwas zumuten möchte und er dann sagt, dass ihm das zu viel ist, dann erinnere ich denjenigen daran, dass ich auch geduldig zuhöre, wenn er was zu erzählen hat.
Wird das nicht angenommen, gibt es klare Worte.
Menschen sind nicht dazu da, anderen "gut zu tun". Ich finde, es hat etwas von Dienstleistungsmentalität.
"Ich umgebe mich nur mit Menschen, die mir gut tun" hört sich für mich so an wie "ich kaufe nur Qualitätsware".
Nun denn, wer es sich leisten kann.
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06.11.2015, 19:21Inaktiver User
AW: Menschen die einem nicht gut tun...
Wobei hier natürlich zu unterscheiden wäre zwischen wirklich guten Freunden und mehr oder weniger Bekannten.
Bei meiner Freundin bedarf es keiner "klaren Worte", weil schlicht die Empathie da ist, die ich bei einer wirklich guten Freundin als vorhanden voraussetzen darf und in meinem Fall auch beiderseits vorhanden ist. Das macht ja gerade die tiefe Freundschaft aus, dass es keiner großen Erklärung bedarf.
Bei (entfernteren) Bekannten sieht es schon anders aus, wobei ich da schon an der Wurzel beginne zu fragen, nämlich: Interessiert mich deren Leben und Problematik wirklich so, dass ich mir "ein Ohr abknabbern" lasse (wie es hier so schön ausgedrückt wurde). Ich glaube nicht.
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06.11.2015, 20:03
AW: Menschen die einem nicht gut tun...
Ich seh das nicht so binär. Leute, die ich mag und mit denen ich auf einer Wellenlänge liege, tun mir eben mal gut, und mal nicht, das liegt an ihnen, aber auch an mir, und weil ich sie mag und Zeit mit ihnen verbringen oder interessante Sachen unternehmen will, arrangiere ich den Kontakt bzw. die Beziehung mit ihnen so, daß wir beide mit ihr besser dran sind als ohne.
Ärger ist ja ein komplexes Gefühl, das aus allen möglichen Zutaten zusammengekocht wird. Sobald ich Ärger oder Ressentiment sprüre, schnappe mir das und gucke, was drin ist, und dann sehe ich schon, was ich dagegen tun kann.
Früher war ich weniger anspruchsvoll und weniger tolerant.
"Nicht gut tun" tut mir jemand, der in mir die schlechtesten Seiten hervorbringt. Wenn ich mich in jemands Gesellschaft selber nicht mag, dann ist das nicht die richtige Person für mich, oder meine Beziehung zu der Person ist nicht richtig.
Und dann gibt's noch die Leute, da graut es mir schon vor dem Gedanken, ihnen versehentlich zu begegnen. Das sind aber allenfalls schlechte Bekannte, oder besonders nervige Familienmitglieder.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **


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