Hallo!
Seit Schulzeiten habe ich eine Freundin. Damals war sie meine beste Freundin, bis wir uns nach Schulabschluss aus den Augen verloren haben. Vor 2 Jahren haben wir uns wieder getroffen, sie hat mittlerweile einen Freund, mit dem ich mich auch bestens verstehe. Sie arbeitet nichts, lebt nur von ihrem Freund und flüchtet sich gerne in (nicht vorhandene) Krankheiten. Wenn sie irgendwas nicht machen will, hat sie halt mal Migräne, Schwindel oder Durchfall.
Ich habe ihren Freund vor paar Wochen gefragt, ob er Taufpate meines Sohnes werden möchte. Er war damit einverstanden und hat sich riesig gefreut. Er ist total kinderlieb, wünscht sich eigentlich selber welche, aber seine Freundin möchte nicht.
Seit paar Wochen gehts mir ziemlich mies. Trennung vom Partner, schwanger, Diabetes. Ich habe quasi die geballte Ladung auf einmal abbekommen. Ich habe keinen von Beiden seitdem wieder gesehen und keiner von Beiden fragt mich mal, wie es mir geht. Kurz nach der Trennung vom Vater war ich recht mies drauf und dementsprechend wortkarg (was irgendwo verständlich sein sollte). Danach hat sich meine Freundin Sorgen gemacht, ob ich ihr sauer sei, sie wolle das nicht, schließlich sei ich ihre einzige Freundin.
Aber da frage ich mich: Verhält man sich so, wenn man nur eine Freundin hat? Dass man nie nachfragt, wie es mir geht? Wie es dem Baby geht? Was der Diabetes macht? Ob sich der werdende Vater nochmal gemeldet hat etc.? Ich bin weiß Gott kein Mensch, auf den man IMMER zugehen muss - ich gehe hauptsächlich auf die Leute zu und ergreife die Initiative (wenn ich sie denn kenne - bei Fremden ist das was anderes). Aber von ihnen kommt so rein gar nichts. Gut, er arbeitet 60 Stunden die Woche, da kann ich´s noch verstehen. Aber sie? Sie sitzt den ganzen Tag daheim, tut nichts und meldet sich trotzdem nicht. Ich war vor Kurzem 3 Wochen krank geschrieben (schwangerschaftsbedingt) und habe sie mehr als einmal gefragt, ob sie zu mir oder ich zu ihr auf einen Kaffee kommen möchte. Entweder sie hatte Kopfweh, ihr war schwindlig oder eben Durchfall. Ohne ihren Freund geht sie eigentlich fast gar nicht aus dem Haus.
Was soll ich machen? Angesprochen habe ich es schon mal, eine richtige Antwort hab ich nicht bekommen.
Sie verteidigt ihr Verhalten natürlich immer, ihm ist das relativ egal, hab ich so den Eindruck bzw. für ihn ist alles okay.
LG
Katze
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Ergebnis 1 bis 10 von 25
Thema: Einseitige Freundschaft?
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12.08.2014, 20:43
Einseitige Freundschaft?
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12.08.2014, 20:55
AW: Einseitige Freundschaft?
Du kannst von Leuten, die ihr eigenes Leben so merkwürdig gestalten sprich es nicht auf die Kette kriegen, nicht erwarten, dass sie sich um andere kümmern. Die Frau ist ja schon mit sich selbst überfordert, wie es scheint. Überhaupt ist mir schleierhaft, was dich an sie bindet. Vergangenheit gut und schön, aber im Moment?
Der Freund soll Pate werden? Und ihr habt jetzt quasi keinen Kontakt, der nicht von dir angeschoben wird?
Das würde ich aber schön abblasen.
Und für den Fall, dass die Paten gebraucht werden (der Sinn der Patenschaft) wäre dein Kind bei den Leuten überhaupt richtig aufgehoben? Bei dieser Frau?
Und bei einem, der eine 60-Stunden-Woche hat? Was hast du dir dabei gedacht?
In Krisenzeiten kann man schlecht ein guter Freund sein für andere.
Deine "Freundin" hat eine Krise. Eine Dauerkrise.
Und du jetzt auch.
Das paßt nicht.
Da kannst du lange warten. Das gibt diese Bekanntschaft einfach nicht her.
Mein Eindruck.
Ich würde mich da nicht weiter reinsteigern.
Du hast jetzt selbst eine Baustelle, wie willst du da noch auf deren Befindlichkeiten Rücksicht nehmen.
LG KarlaThe original Karla
est. 2006











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12.08.2014, 21:01Inaktiver User
AW: Einseitige Freundschaft?
Mmh... Mal ganz ehrlich. Ich würde etwas sparsam gucken, wenn meine (beste) Freundin, die ich quasi seit Jahrzehnten kenne - nicht mich, sondern meinen Freund (den sie ja kaum kennt) darum bitten würde, Taufpate zu werden.

Kann das sein, dass das deiner Freundin ebenfalls nicht so recht ist? Hat sie vielleicht sogar Angst, dass du weitergehendes Interesse an ihrem Freund hast, jetzt wo dein Partner dich verlassen hat?
Möglicherweise vermeidet sie deshalb jeglichen Kontakt zu dir.
Ist nur eine Theorie/ Vermutung. Sonst fiele mir kein Grund ein, weshalb deine Freundin sich momentan so verhält.
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12.08.2014, 21:02
AW: Einseitige Freundschaft?
Ja, was sie angeht, hast du vollkommen Recht. Eigentlich bin ich nur noch mit ihm richtig gut befreundet. Sie läuft halt so mit. Mit ihm versteh ich mich blendend, wir sind sozusagen auf einer Wellenlänge.
Er war der Einzige aus meinem Freundeskreis, der als Pate in Frage kommt. Geschwister habe ich keine und es würde auch sonst niemanden geben, der im Notfall wirklich Verantwortung für das Kind übernehmen würde. Er würde das tun. Ihr alleine das Kind geben, das würde ich niemals tun. Sie wäre gänzlich überfordert.
Nur: Was mach ich jetzt? Mir fällt es eben erst verstärkt auf, seitdem ich selber in einer Krise stecke. Die Patenschaft abblasen? Abwarten?
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12.08.2014, 21:06
AW: Einseitige Freundschaft?
@Lisalou: Ich wollt einen männlichen Taufpaten, da ich einen Sohn bekomme. Das ist Tradition in unserer Familie: Tochter = weiblicher Taufpate; Sohn = männlicher Taufpate.
Dass ich von ihrem Freund nichts will, das weiß sie. Und sie weiß auch, dass ihr Freund niemals was mit einer anderen Frau - schon gar nicht mit der Freundin - was anfangen würde.
Ich glaube einfach, sie macht sich keine Gedanken darüber, wie es mir geht. Sie ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt.
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12.08.2014, 21:14
AW: Einseitige Freundschaft?
Mal so ins blaue geraten:
Hat sie vielleicht eine Depression?
Da kann einem sogar schon mal der Kaffee mit der besten Freundin zu viel werden.
Es lebe das Leben!
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12.08.2014, 21:24Inaktiver User
AW: Einseitige Freundschaft?
Ach du lieber Himmel.
Es ist nicht unbedingt eine Ehre, Taufpate zu werden, nur weil es sonst wirklich gar niemand gibt, der das machen könnte.
Ich schätze, ihr seid alle noch recht jung. Wahrscheinlich wird die Beziehung zwischen den beiden nicht ewig halten und dann hast du da irgendwo einen Taufpaten sitzen, zu dem du kaum einen Bezug hast.
Obwohl ich das sowieso seltsam finde: sie sei deine einzige Freundin und du verstehst dich mit ihm besser als mit ihr?
Das ist ohnehin ein ganz schönes Konfliktpotential für eine Freundschaft.
Diese vorgeschobenen Krankheiten... Kann es sein, dass sie die nur hat, wenn es um ein Treffen mit dir geht und gar nicht generell?
Ich an deiner Stelle würde lieber schauen, ob es nicht noch eine Verwandte in deinem Leben gibt, die die Patenschaft übernehmen kann. Die wird dir sicher länger erhalten bleiben als deine seltsame Freundin oder deren Freund.
Und nach dieser Baustelle würde ich mich intensiver mit dem Thema Freundschaftsaufbau beschäftigen.
Wo finde ich neue Leute, wie knüpfe ich Bekanntschaften, die zu Freundschaften werden können.
Leichter wird das sowieso, wenn du das Kind hast.
Geh jetzt schon zum Vorbereitungskurs, frage dort, ob jemand Lust auf einen Kaffee hat, geh ins Mütterzentrum deines Ortes. Ich bin mir sicher, schon allein auf dem Spielplatz wirst du jede Menge Leute kennenlernen.
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12.08.2014, 21:32
AW: Einseitige Freundschaft?
Spatz, du hast da was verwechselt: ICH bin ihre einzige Freundin. Ich hab definitiv mehr Freundschaften (die ich auch pflege).
Ich habe ihm die Patenschaft nicht aufgedrängt, sondern ihn gefragt, ob er das möchte und ihm - selbstverständlich - auch Bedenkzeit gegeben. Dass ich mich in letzter Zeit besser mit IHM, als mit ihr verstehe, ist nicht verwunderlich. Sie hat sonst keine Freunde, eben nur mich. Und pflegt diese Freundschaft nicht wirklich.
Die Beiden sind seit früher Jugend zusammen (sind mittlerweile Ende 20). Sollten die Beiden sich trennen, dann wäre die Freundschaft mit ihr auch beendet, weil sie einfach das Haus nicht mehr verlassen würde - ohne ihn. Er gestaltet seine Freizeit sowieso schon alleine, weil sie nichts mit macht.
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12.08.2014, 21:33
AW: Einseitige Freundschaft?
Das kirchliche Patenamt hat überhaupt nichts damit zu tun, wer sich im Notfall um ein hinterbliebenes Kind kümmert. Das ist ein weit verbreitetes Missverständnis.
Abgesehen davon ist es doch völlig klar, dass Dein Bekannter keine sinnvolle Wahl wäre. Wie soll sich jemand im Notfall um ein Kind kümmern, wenn die Partnerin diese Entscheidung nicht mitträgt und mit ihrem eigenen Leben nicht zurechtkommt?
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12.08.2014, 21:37Inaktiver User
AW: Einseitige Freundschaft?
Na, dann im Ernst, wieso braucht es dann hier noch einen Strang? Das ist weder eine einseitige noch irgendeine Freundschaft. Ihr liegt nichts an dir, dir nichts an ihr, also?!


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