Hallo!
Seit Tagen zerbreche ich mir den Kopf über das Geschehen mit einer jetzt-nicht-mehr-Freundin. Ich finde keine objektive Sicht und Menschen in meinem Umfeld verstehen mich zwar, sind aber eben auch nicht objektiv - das suche ich hier bei Euch...
Also, die Vorgeschichte: Während der Trauerphase wegen der Trennung von meinem mittlerweile geschiedenen Mann, intensivierte sich eine Freundschaft zu einer Frau, die ich schon viele Jahre kannte. Wir verbrachten sehr viel Zeit miteinander, nicht nur am Wochenende sondern nahezu täglich. Wir redeten sehr viel und zwar keineswegs nur über meine Belange, sondern auch über ihre. Ich bin ihr sehr dankbar für diese Zeit!
Nahezu gleichzeitig begannen wir im vergangenen Jahr jeweils eine Partnerschaft. Sie mit einem langjährigen "Schwarm", ich mit einem Mann, den ich neu kennen gelernt hatte.
Natürlich verändert sich eine Freundschaft, wenn frau sich "neu ausrichtet". Während ich oft (!) versuchte, mich trotz neuer Partnerschaft weiterhin mit ihr zu treffen, fand sie keine Zeit mehr. Auch auf schriftliche Nachrichten kam oftmals keine Antwort mehr, getroffene Verabredungen ließ sie mal mit, mal ohne Absage ausfallen, es gab kein gemeinsames Abendessen, kein Frühstück und auch keinen "Kaffee zwischendurch" mehr. Mich machte das traurig, denn von 100 auf 0 fand ich sehr schmerzhaft. Sie war mir wichtig, trotz neuer Liebe - andersherum aber war dies eben nicht mehr so. Woran das genau lag, weiß ich nicht. Vielleicht war ich schlichtweg nicht mehr spannend genug, bot keine "Soap" mehr und ihre Beziehung konnte ihr "besseres" bieten als die Freundschaft zu mir.
Zur Vorgeschichte gehört auch, dass wir gemeinsam eine Gartenparty gemacht hatten und sie hierfür Stühle, einen Pavillion und Fackeln mitbrachte. Diese Sachen standen über viele Monate in meiner Garage, während sie noch täglich (mit Besitz eines Hausschlüssel) bei mir ein und ausging, ohne dass eine von uns beiden daran dachten, ihre Sachen mal zu ihr zu bringen.
Vergangenen Herbst, ich war mittlerweile geschieden, zog ich zu meinem neuen Partner. D.h. ich habe das Haus, welches meinem Exmann und mir gehörte, geräumt. Sie hat keine Hilfe angeboten und ich habe sie nicht gefordert.
Eines Tages schrieb sie mir, wir müssten noch an ihre Sachen denken. Ich antwortete "ok" - und dabei blieb es. Weder von ihr, noch von mir, kam ein konkreter Vorschlag, wann wir dies machen wollten.
Die Sachen von ihr ließ ich wie alles andere an Gartenzeug in der Garage, welche mein Exmann ausräumen wollte.
Nun kam vor einigen Tagen eine sehr böse Anfrage von ihr, was mit ihren Sachen sei. Sie war sehr wütend darüber, dass ich das alles verschlampt hätte, mir ihre Sachen so total egal gewesen seien und dass die Hälfte weg sei und die andere Hälfte durch unkorrektes Lagern kaputt sei. Sie schob mir die alleinige Verantwortung zu, denn die Sachen hätten (haben) ja bei mir gestanden.
Auf meine Frage, ob wir das nicht bei einem Kaffee klären wollen, kamen nur seltsame verärgerte Nachrichten, dass ich mich in Ausflüchte verstricken würde und "albern" sei. Es ginge ihr um die Sachen, um mehr nicht und diese wolle sie ersetzt haben.
Dann schickte sie mir eine Preisliste... Ich bot ihr dann eine Teilsumme an, die sie mit den Worten, dies sei nicht annähernd das, was sie sich vorstelle, ablehnte.
Ich sitz hier und bin traurig.
Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, wie aus einer engen Freundschaft ein Kleinkrieg um sowas entbrennt.
Und ich kann nicht abschätzen, wie und wofür ich Verantwortung übernehmen muss/soll.
Ich denke: wir haben es beide verbockt.
Sie meint, ich müsse ihr alles ersetzen.
Mein Partner meint: sie hat Pech gehabt, sie hätte spätestens im Herbst aktiv werden können.
Ich will keinen Krieg, bin aber so verletzt-sauer, dass ich total gerne auf ihn hören würde und ein "Pech gehabt" durchziehe.
Was meint ihr?
Was ist gerecht? ...kann mir jemand erklären, warum sie vielleicht so handelt/fühlt?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 40
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27.03.2014, 12:00
Freundschaftsende - Desinteresse - Kleinkrieg
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27.03.2014, 12:05Inaktiver User
AW: Freundschaftsende - Desinteresse - Kleinkrieg
Sie schickt Dir eine Preisliste?
Hak sie ab. Ich würde da keine weitere Energie verschwenden.
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27.03.2014, 13:09
AW: Freundschaftsende - Desinteresse - Kleinkrieg
Schicke ihr eine Rechnung über den Zeitraum der Lagerung. Interessanterweise war diese für sie selbstverständlich gratis.
Dito.Hak sie ab. Ich würde da keine weitere Energie verschwenden.
Du warst für sie wohl so eine Art Überbrückung bis zur nächsten Beziehung.Mit Dir war's ihr halt weniger einsam - nichts weiter."Das höchste Glück ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit." Erasmus von Rotterdam...
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27.03.2014, 13:22Inaktiver User
AW: Freundschaftsende - Desinteresse - Kleinkrieg
Das die Freundschaft zuende ist - ist halt so. Für manche sind so Gegenseitig-Ausheul-Freundschaften halt nur solange interessant, bis sie eine neue Partnerschaft haben. Das sollte man asl "Sitzengelassener" nicht persönlich nehmen.
Was ihre Sachen angeht, finde ich das ein starkes Stück - und zwar von DIR !! Klar hätte sie sich auch mal kümmern können, aber solange DU ihre Sachen hast, bist Du auch verantwortlich dafür, das damit pfleglich umgegangen wird und sie natürlich nicht weg geworfen werden. Das Du einfach ausziehst und das Deinem Ex zum wegwerfen hinterläßt, geht garnicht.
Deine Ex-Freundin ist zu Recht stock-sauer und fordert Ersatz.
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27.03.2014, 13:22
AW: Freundschaftsende - Desinteresse - Kleinkrieg
Ich denk auch, da hat sie Pech gehabt.
Jemand, der sich selber in den Hintern beißen könnte wegen Blödheit sucht natürlich immer erst mal lieber jemand anderen, der an allem Schuld ist (dich, in dem Fall), denn sich selber in den Hintern beißen ist doch recht mühsam.
Was in ihr vorgeht? Da würde ich mal Watzlawicks Geschichte vom Mann mit dem Hammer lesen. Oder allgemeiner, sie hat sich da wohl in was reingesteigert.
Wegen der Sachen: Du bist kein Dienstleistungsunternehmen, Sachen verleihen tut man auf eigene Gefahr, und sie irgendwo rumstehen lassen, wo sie vergammeln, auch. Da würde ich ihr ein "tut mir leid, blöd gelaufen" schreiben, keine Schuld anerkennen (nicht mal höflichkeitsweise) und nichts anbieten außer einen Übergabetermin für den vorhandenen Restkrempel.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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27.03.2014, 13:27Inaktiver User
AW: Freundschaftsende - Desinteresse - Kleinkrieg
Vielleicht bin ich ja hoffnungslos naiv, aber wenn ich an Freunde (!) Sachen verleihe, gehe ich nicht davon aus, das sie zerstört und/oder weg geworfen werden.
Im übrigen habe ich den Eindruck, das es die TE bewußt darauf angelegt hat, das dies mit den Sachen passiert - ihr Ex hatte ja angekündigt, die Garage leer zu räumen. So als kleine Racheaktion wegen der aufgekündigten Freundschaft.
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27.03.2014, 13:38
AW: Freundschaftsende - Desinteresse - Kleinkrieg
Sie bringt Gartenstühle mit und Fackeln für eine Party bei Dir und Du meinst Du kannst die Sachen schlecht behandeln und sie soll sehen, wie sie ihre Gartenmöbel zurückbekommt?
Mit Dir würde ich nicht befreundet sein wollen. Ich habe die Auffassung, dass man geliehene Dinge besonders sorgsam behandelt.
Hast Du ihr per Mail vor Deinem Umzug einen Zeitraum zum Abholen und Hilfe dabei angeboten?
Wenn nicht, kann ich ihre Forderungen verstehen.
Das geht gar nicht, dass Du Sachen einer Freundin nach Deinem Umzug beim Ex stehen lässt.
Klingt für mich auch irgendwie nach Rache. Auf so eine Idee käme ich gar nicht.
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27.03.2014, 17:22
AW: Freundschaftsende - Desinteresse - Kleinkrieg
Hallo Ihr Lieben :)
Danke schön!
Euer unterschiedliches Feedback spiegelt ganz genau mein eigenes Wirrwarr wider...
An die Kritiker meines Vorgehens.... ich brauche keine Absolution, will das aber nicht SO auf mir sitzen lassen.
Mein Exmann ist ihr kein fremder Mensch - sondern ein Verwandter. Die in der Garage befindlichen Sachen waren zum Teil sehr nützliche und keineswegs zum Wegschmeißen gedachte (eigene Gartengarnituren, Rasenmäher, Pumpe und co).
Ich habe also ihre Sachen schlichtweg nicht mit umgezogen sondern eben bei den anderen (durchaus zu verwertenden) Gegenständen gelassen.
Mein Exmann versprach, die Garage vor dem Hausverkauf zu leeren - und das wusste sie. Sie wusste (genauso wie ich), dass dies wohl erst im Frühjahr passiert. Sie hat regelmäßig Kontakt zu ihm, sieht ihn häufiger.
Ich FÜHLTE mich nicht so "nach mir die Sintflut".
Ja, ich hatte Stress, ja, mir waren ihre Sachen ganz bestimmt nicht das Wichtigste in meinem Leben. Aber sie schienen mir ja nicht "weg" oder "in Gefahr". ...über ihn hätte sie nahezu täglich auf den Besitz gekonnt. Und als ich noch dort wohnte, war sie es ja auch.
Diese Wut, Elixia und Lorelei, empfindet sie wohl genau so, wie ihr das beschreibt.
Aber wieso ist es denn plötzlich nur mein Verschulden, hatte sie mehr als ein Jahr Zeit, sich auch darum zu kümmern?
Und zum Thema "geliehen" - WIR haben mit Freunden gefeiert. Nicht ich mit ihren Sachen. Ich habe am nächsten Tag alleine aufgeräumt und ihre Sachen eben in die Garage gestellt...
Aber nun - ich stell mich ja gar nicht hin und behaupte, völlig schuldlos zu sein. Ich war sauer, dass sie das Ganze nicht persönlich klärt. Ich wäre die Letzte, die jemandem nicht einen Gefallen tut, hilft - oder eben für Verbocktes einsteht.
Doch das sieht sie überhaupt nicht, greift mich schriftlich an und mein finanzielles Angebot ist ihr zu gering.
Und da ist dann die andere "Fraktion". Mein Partner und eine gute Freundin sind der Meinung, die auch einige von Euch ausdrücken. Die Art und Weise ihrer Forderung (direkter Angriff, Preisliste, nicht persönlich, kein eigenes Engagement) ist "daneben". Mein Partner geht so weit, dass er jegliche Forderung "daneben" findet.
Und emotional würde ich dem gerade gerne nachgeben.
Ich will aber nicht ungerecht sein. Die Freundschaft ist nicht zu retten, ob sie nun kein Interesse mehr an mir hat oder böse auf mich ist, ändert nichts am fehlenden Kontakt.
Ich möchte aber in den Spiegel schauen können und für mich klar haben:
- ich gebe ihr, was sie fordert, weil ich vernatwortlich dafür bin
oder
- ich gebe ihr, was ich für angemessen halte, weil sie mit verantwortlich ist
oder
- ich gebe ihr nichts, weil ich so nicht mit mir umgehen lasse und mein Verantwortungsbereich kleiner ist
Tja....
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27.03.2014, 18:59Inaktiver User
AW: Freundschaftsende - Desinteresse - Kleinkrieg
Wenn du es dir leisten kannst und finanziell keine große Einbuße ist, würde ich ihr das Geld überweisen, das sie haben will.
Dann sind die Verhältnisse auch klar und keiner kann dem anderen noch etwas nachtragen.
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27.03.2014, 19:06
AW: Freundschaftsende - Desinteresse - Kleinkrieg
Ich bin da ja eher Hardliner - wer sich einem Gespräch verweigert, bekommt gar nix. Ansonsten gerne ein Aushandeln, ob und wieviel fällig wird.
Sie war informiert, hatte die Möglichkeit abzuholen - wenn nicht, dann nicht. Selbstverschuldetes Einzelschicksal.Ein Verstand, der einmal
durch eine neue Idee über sich hinaus wuchs,
kehrt niemals
zu seiner ursprünglichen Form zurück.
[Oliver Wendell Holmes]


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