Antworten
Seite 3 von 3 ErsteErste 123
Ergebnis 21 bis 29 von 29
  1. User Info Menu

    AW: Freundschaften (be)enden

    Pistazieneis: Um ehrlich zu sein hat es mich nie gestört, mir die Probleme anderer Leute anzuhören und ihnen Ratschläge zu erteilen, wenn sie mich darum baten... im Gegenteil, ich habe das sehr gerne gemacht. Ich interessiere mich generell sehr für die Menschen an sich, und zu einer Persönlichkeit gehören für mich sowohl positive als auch negative Seiten und Erlebnisse.
    Ich habe allerdings auch oft schon erlebt, dass die Leute eigentlich keine Ratschläge wollen sondern nur in dem bestätigt werden wollen, was sie selbst denken. Objektive, ernst gemeinte Ratschläge akzeptieren nur sehr wenige Menschen. Ich habe zB einer Freundin 2 Jahre lang zugesehen/gehört, wie sie sich in einer Affäre kaputt gemacht hat - immer das gleiche Gejammer und Geleide. Der Typ hat seine Freundin natürlich nicht verlassen, es aber immer angedeutet. Irgendwann habe ich dann hin und wieder mal geäußert, dass ich denke, dass er bei ihr bleibt und dass sie zu schade dafür ist ihr Leben damit zu verschwenden (in Kurzform) ... und danach ging unsere Freundschaft langsam aber sicher zu Ende

    @ Punto, Pistazieneis etc.: Das kenne ich so eigentlich nicht, dieses "Aufteilen" von Freundschaften in Kummerkasten und Spaßfreundschaften. Ich versuche, bei meinen Freunden alles zusammen zu geben und bekomme das auch zurück. Aber in letzter Zeit habe ich immer mehr das Gefühl, dass sich die Leute weniger melden - und zwar nicht weil sie kein Interesse haben, sondern keine Zeit. Ist das nicht traurig, dass die Leben so voll sind, dass man sich nicht mal bei Freunden mehr meldet??

    Und ich habe auch das Gefühl, dass Leute oft mit ihren angestammten Freundeskreisen weggehen und keine neuen Leute dazulassen (bzw nicht darüber nachdenken). So bin ich gar nicht ich mische auch gerne mal die Leute und das war zB auch bei unserer Hochzeit sehr schön, weil sich neue Gruppierungen gebildet haben und alle das sehr locker und anregend fanden. Aber ich bekomme oft mit, dass Bekannte von uns weggegangen sind und wir wurden nicht gefragt, obwohl wir meinten es wäre doch nett am WE was zu machen... aber wir gehören halt nicht in die "Stammclique". Sehr schade... Dafür trifft man uns dann zu netten Abendessen, aber wir haben viele Bekannte und die alle immer wieder zum Essen zu treffen ist einfach zu viel. Da wäre eine nette Runde mit mehreren einfacher....


    Cytheria

  2. User Info Menu

    AW: Freundschaften (be)enden

    @punto30: Inzwischen kann ich ganz gut einschätzen, wer mich nur als Müllhalde benutzen möchte. Meine wahren Freunde z. B. reden zwar auch mit mir über ihre Probleme, aber eben nicht nur... sie teilen auch die schönen Seiten ihres Lebens mit mir.
    Ich habe mich in den vergangenen 9 Monaten von mehreren Energievampiren distanziert. Üble Nachrede hat es nicht gegeben, aber einer macht seit einem halben Jahr Telefonterror (zum Glück haben wir keine gemeinsamen Bekannten), und ich überlege mir ernsthaft die Telefonnummer zu wechseln.

    @Cytheria: Ratschläge gebe ich wirklich nur dann, wenn ich explizit darum gebeten werde. So kann mir niemand vorwerfen, ich hätte mich ungefragt in sein Leben eingemischt. Und es ist wirklich so, dass einige nur in ihrer Meinung bestätigt werden möchten... dein Beispiel finde ich sehr gut, gerade die Affärenfrauen wollen so gut wie nie hören, dass ihre gebundenen Typen niemals ihretwegen ihre Partnerinnen verlassen werden.

    Du hast Recht, viele Menschen haben in der heutigen Zeit einen durchgehend vollen Terminkalender. Wenn ich mir anschaue, wie die Generation meiner Eltern ihre Kontakte pflegt und das mit meiner Generation vergleiche, da liegen echt Welten dazwischen. Im Vergleich zu früher muss ich auch viel mehr arbeiten. Vor ca. 7-10 Jahren habe ich unter der Woche viel mehr unternommen, weil ich mehr Zeit hatte. Da traf ich mich nach Feierabend mit Freundinnen im Café oder im Kino, ging mit ´nem Kumpel ein Bierchen trinken, habe meine Familie besucht, VHS-Kurse gemacht, Sport getrieben... heute bin ich froh, wenn ich nach der Arbeit endlich zu Hause bin und gehe werktags nur noch selten weg.

    In eine feste Gruppe, die schon seit Jahren besteht, kommst du schwer rein. Männer sind da offener, die nehmen schon eher einen weiteren Mann in eine reine Männergruppe auf. Aber bei Frauengruppen und gemischten Gruppen sieht das anders aus. Ich würde mich an deiner Stelle eher auf Zweierfreundschaften konzentrieren.

  3. Moderation

    User Info Menu

    AW: Freundschaften (be)enden

    Zitat Zitat von Cytheria Beitrag anzeigen
    Ich habe allerdings auch oft schon erlebt, dass die Leute eigentlich keine Ratschläge wollen sondern nur in dem bestätigt werden wollen, was sie selbst denken.
    Oder nur mal vom Leder ziehen und sich bedauern lassen wollen.
    (Gilt das nicht eigentlich als klassisches Männer/Frauen-Mißverständnis, wo sie etwas über sich mitteilen will, und er eine Bitte um eine Problemlösung hört?)

    Zitat Zitat von Cytheria Beitrag anzeigen
    Das kenne ich so eigentlich nicht, dieses "Aufteilen" von Freundschaften in Kummerkasten und Spaßfreundschaften.
    Ich teile ein bißchen in "nur das Gute" und "das Gute und das Schlechte" auf -- Leute, die ich nicht belasten möchte und von denen ich nicht möchte, daß sie mir Hilfe anbieten, kriegen nur das Gute, oder das Schlechte allenfalls in humoristischer Form. Aber nur Kummerkasten, oder über einen längeren Zeitraum hauptsächlich Kummerkasten... das geht bei mir irgendwann nicht mehr.

    Zitat Zitat von Cytheria Beitrag anzeigen
    Aber in letzter Zeit habe ich immer mehr das Gefühl, dass sich die Leute weniger melden - und zwar nicht weil sie kein Interesse haben, sondern keine Zeit. Ist das nicht traurig, dass die Leben so voll sind, dass man sich nicht mal bei Freunden mehr meldet??
    Kann das lebensphasenbedingt sein?

    Zitat Zitat von Cytheria Beitrag anzeigen
    Und ich habe auch das Gefühl, dass Leute oft mit ihren angestammten Freundeskreisen weggehen und keine neuen Leute dazulassen (bzw nicht darüber nachdenken).
    Ich freu mich auch immer, wenn mal Freunde von Freunden dabei sind, zum Teil, weil das auch verhindert, daß man einander langweilig wird, und irgendwie muß man ja auch neue Leute kennenlernen. Sonst sind irgendwann alle weg

    Bei uns sind immer Feten der große Durchmischer. Da kommt man mit Freunden von Freunden ins Gespräch und verabredet sich mal zum Kanufahren, Spielen, Jammen, oder kriegt unerwartet eine Wohnung oder einen Job (alles schon dagewesen)...
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  4. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Freundschaften (be)enden

    Ich habe eine Freundin, die sich nur meldet, wenn sie feiern gehen will. Da ich immer fahre, war es für sie sehr praktisch. Kaum gehe ich mit anderen Leuten weg, meldet sie sich nicht mehr und fragt andere Leute. Da wird man mir nichts dir nichts aussortiert und durch wen anderes ersetzt, man ist vollkommen austauschbar.

    Neulich haben wir uns zufällig kurz gesehen, es waren mehrere dabei. Sie hat versucht, sich an eine gute Freundin von mir ranzuschmeißen, von der sie sich Party etc. verspricht. Mich hat sie nicht groß beachtet, ich sie auch nicht. Danach kam nicht mal eine SMS "wieso bist du so komisch". Sowas erwarte ich von einer guten Freundin, wenn sie merkt, dass man sauer ist. Tja aber wohl nur, wenn man der Person was wert ist...

  5. User Info Menu

    AW: Freundschaften (be)enden

    Zitat Zitat von Gylaktyk Beitrag anzeigen
    Da wird man mir nichts dir nichts aussortiert und durch wen anderes ersetzt, man ist vollkommen austauschbar.
    Ja, dieses Gefühl hatte ich auch schon oft. Und das mag ich üüüüüüberhaupt nicht.

    Gestern habe ich mich mit meinem besten Freund getroffen. Er wohnt sehr weit von meinem Heimatort entfernt, wir haben uns quasi irgendwo auf dem Weg getroffen und einen wunderschönen Tag zusammen verbracht. Ich bin 2 Stunden mit der Bahn gefahren und er 3,5 Stunden. Andere Leute wollen nicht mal 1/2 - 1 Stunde fahren, um mich zu sehen.

    Was mir auch prinzipiell in den meisten Kontakten fehlt, ist das Interesse an der Persönlichkeit und am Alltag des Gegenübers. Gerade der besagte beste Freund z. B. möchte immer wissen, was bei mir auf der Arbeit los ist, wie meine Prüfungen gelaufen sind, wie es meiner Familie geht, was ich im Alltag sonst noch so alles mache... und umgekehrt möchte ich das natürlich auch von ihm wissen. Mir ist jedoch aufgefallen, dass die meisten Leute damit total überfordert sind - warum auch immer. Ich kann damit umgehen, wenn es Freunde/Bekannte sind... aber in einer Partnerschaft würde es mir sehr schwer fallen. In der Vergangenheit kam ich gar nicht damit klar.

  6. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Freundschaften (be)enden

    Zitat Zitat von Pistazieneis Beitrag anzeigen
    Ja, dieses Gefühl hatte ich auch schon oft. Und das mag ich üüüüüüberhaupt nicht.


    Was mir auch prinzipiell in den meisten Kontakten fehlt, ist das Interesse an der Persönlichkeit und am Alltag des Gegenübers. Gerade der besagte beste Freund z. B. möchte immer wissen, was bei mir auf der Arbeit los ist, wie meine Prüfungen gelaufen sind, wie es meiner Familie geht, was ich im Alltag sonst noch so alles mache...

    Ganz genau so sehe ich das auch.

  7. User Info Menu

    AW: Freundschaften (be)enden

    Cytheria : Aber in letzter Zeit habe ich immer mehr das Gefühl, dass sich die Leute weniger melden - und zwar nicht weil sie kein Interesse haben, sondern keine Zeit. Ist das nicht traurig, dass die Leben so voll sind, dass man sich nicht mal bei Freunden mehr meldet??
    Wildwusel: Kann das lebensphasenbedingt sein?
    Klar - aber in der Lebensphase sind wir jetzt wohl und die dauert auch noch ein Weilchen - das sind trübe Aussichten

    Das mit dem Interesse am Alltag des anderen kenne ich auch. Wobei ich beim drüber Nachdenken ehrlich sagen muss, dass ich das von nicht soo vielen Leuten weiß, wie ihr Alltag so aussieht (also nur Familie und beste Freunde) und mir das auch gar nicht bei allen merken könnte. Das geht schon bei Freunden los, die man nicht so oft sieht oder nur zusammen mit anderen, wo man dann gar nicht fragen möchte weil zuviele Leute dabei sind...

    Cy


    Cytheria

  8. Inaktiver User

    AW: Freundschaften (be)enden

    Zitat Zitat von Pistazieneis Beitrag anzeigen
    Was mir auch prinzipiell in den meisten Kontakten fehlt, ist das Interesse an der Persönlichkeit und am Alltag des Gegenübers. Gerade der besagte beste Freund z. B. möchte immer wissen, was bei mir auf der Arbeit los ist, wie meine Prüfungen gelaufen sind, wie es meiner Familie geht, was ich im Alltag sonst noch so alles mache... und umgekehrt möchte ich das natürlich auch von ihm wissen. Mir ist jedoch aufgefallen, dass die meisten Leute damit total überfordert sind - warum auch immer. Ich kann damit umgehen, wenn es Freunde/Bekannte sind... aber in einer Partnerschaft würde es mir sehr schwer fallen. In der Vergangenheit kam ich gar nicht damit klar.
    ich gehör auch zu diesen "überforderterten" leuten... der alltag meiner freundin interessiert mich so gut wie gar nicht. find ich langweilig, wo sie einkaufen, wie oft sie staubsaugen oder was sie gestern gekocht haben und was genau sie den ganzen tag gemacht haben. und ich will das auch nicht von mir erzählen.

    mich interessiert, worüber sie nachdenken und wie es ihnen geht. ob sie glücklich oder unglücklich sind, und was sie zurzeit beschäftigt und ihnen wichtig ist. insofern kann der alltag ins spiel kommen, aber in einem bestimmten zusammenhang dann.

    für mich ist es ein problem, mit leuten, die solche fragen stellen wie dein freund, befreundet zu sein, weil ich die ganze zeit das gefühl habe, dass man über unwichtiges zeug redet und sich nicht wirklich näher kommt.

    ist nicht böse gemeint!! ich will damit bloß sagen, dass die interessen halt manchmal unterschiedlich sind. ich pflege trotzdem sehr intensive freundschaften, lasse meine freunde nicht fallen und bin verbindlich und beständig.

    man muss schauen, dass es passt.

  9. User Info Menu

    AW: Freundschaften (be)enden

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ich gehör auch zu diesen "überforderterten" leuten... der alltag meiner freundin interessiert mich so gut wie gar nicht. find ich langweilig, wo sie einkaufen, wie oft sie staubsaugen oder was sie gestern gekocht haben und was genau sie den ganzen tag gemacht haben. und ich will das auch nicht von mir erzählen.
    Ich glaube, hier liegt ein gewaltiges Missverständnis vor . Was du hier beschreibst, das bespreche ich auch nicht mit meinen Freunden. Meine Mutter ist diejenige, die mir täglich am Telefon solche Fragen stellt. Sie möchte z. B. jeden Tag wissen, was ich gekocht bzw. als warme Mahlzeit gegessen habe... erzählt mir, was sie alles eingekauft hat, dass sie Wäsche gewaschen, Bad geputzt und sonst noch so alles im Haushalt gemacht hat. Und ganz ehrlich: Ich finde es auch langweilig, irrelevant und uninteressant. Meiner Mutter hab´ ich schon x-mal gesagt, dass sie mich nicht immer fragen soll, was ich gekocht habe... mittlerweile ist es weniger geworden, aber so ganz kommt sie nicht davon los.

    Unter Alltagsgesprächen mit Freunden verstehe ich ganz andere Themen. Wenn ich z. B. eine Weiterbildung mache, dann würde ich mich freuen, wenn mich meine Freunde nach dem Inhalt fragen und wissen möchten, wie eine Prüfung gelaufen ist. Ich finde es schön, wenn sich meine Freunde für mein Aufgabengebiet am Arbeitsplatz interessieren. Und es ist toll, wenn ich in schwierigen Zeiten (wie z. B. schwere Krankheit und/oder Todesfall in der Familie) liebe Menschen an meiner Seite habe, die sich nach meinem und dem Wohlbefinden der kranken Person erkundigen.

    Ich finde, dass Gespräche über solche Themen auf keinen Fall mit überflüssigen "Was hast du heute gekocht?"-Floskeln verglichen werden können.

Antworten
Seite 3 von 3 ErsteErste 123

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •